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mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (21. Jun 2012 19:12)

Hallo.

Heute abend bin ich eher schreibfaul, daher wird es nur wenig schriftliche Information geben.
Dafür habe ich heute aber mal etwas mit der Videofunktion rumgetüftelt und freue mich, euch die ersten beweglichen Eindrücke aus dem Leben meiner Kolonie präsentieren zu können.
So without further ado,
die Damen auf Futtersuche

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Vor den Grillen heute (kleinere, ohne Gestank :roll: ) gab's die Woche auch Grashüpfer zum Jagen. Hier ein paar Schnappschüsse, die auch zeigen, wie viel Spaß das Beobachten zwischen den Pflanzen macht.
Ihn galt's zu erwischen.

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Hier hat er eigentlich schon verloren, ein Bein haben sie abgeknabbert, eine wirkungsvolle Strategie: Sie gehen recht zügig auf die schwachen Körperteile los, auch Fühler werden früh während der Attacke abgebissen.

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Fluchtsprünge enden nicht selten inmitten der Meute.

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Gegen Ende der Jagd kam auch die Serviformica. Während der Jagd habe ich sie nicht gesehen, es war aber auch viel Gewusel.
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Proteine werden gebraucht, hier ein Video aus dem Nestinneren.
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Bis zum nächsten Mal.

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (5. Jul 2012 15:06)

Jajaa, dieser Salzteig. :twisted:
Kurz nach dem letzten Eintrag hatte ich mal kurz den Rock ...ääh, die Rotfolie gelupft, um mir einige verdächtige Flecken etwas genauer im Licht anzusehen. Das, was sich offenbarte, war nicht so schön...

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Im oberen Brutraum sogar seltsam violette Flecken. In der unteren Kammer (gehört zum rechten Nest) haben sie wieder Erde eingetragen. Im linken Nest sind viele dieser Flecken, die Brut liegt mittendrin.

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Das sieht wirklich nicht gut aus. Schade, ansonsten gefiel mir das Nestbecken sehr gut.
Naja, das nächste Gipsnest lass ich erstmal wieder einige Tage stehen, um abzuwarten, ob sich Schimmel bildet. Dem Salzteig werde ich wohl aber schon nochmal eine Chance geben.
Auch bei den Pflanzen muss ich nochmal andere Wege probieren, die meisten sind inzwischen leider eingegangen.

Hier nun ein Versuch.

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Dieses wirklich kleine (20x10x10) Becken hab ich jüngst erstanden und im hinteren Teil wieder bepflanzt. Diesmal liegen dort allerdings Schieferplättchen in die Erde geschichtet und dazwischen hab ich die Wurzeln und einige Erde verlegt. Zwei hochkant stehende Platten sollen das Graben in diese Richtung erschweren. Vorne können die Damen sich nach Lust und Laune austoben.
Eine Entdeckerin hat sich bereits durch den engen Schlauch (leider nur 1cm, mal sehen wie das mit dem Futter klappt...) vorgewagt.

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So sieht die Anlage nun im Ganzen aus.
Wie ihr seht, habe ich die Folie am Schimmelnest komplett abgezogen und es wirkte: Momentan lebt der größere Teil der Kolonie inklusive Ihrer Hoheit wieder im Außennest (links zu sehen).

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Ich bin mal gespannt, wann sie im neuen Becken aktiv werden und wie sie es einrichten werden.
Bis dahin. :D

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (22. Jul 2012 18:34)

Zeit für'n update, Freunde - dazu herzlich willkommen.

Irgendwie schien das kleine Becken nicht so beliebt. Weder bei den Ameisen, noch bei mir.
Tatsächlich begannen zwar einige Tiere, wie erhofft, dort zu graben, stellten diese Aktivität dann jedoch sehr schnell wieder ein.

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Der Schlauchdurchmesser von 10mm (effektive Innengröße etwa 7-8mm, mit Verbindungsstutzen sogar noch enger) kommt mir nicht besonders geeignet vor für diese Art, auch wenn dies im Antstore so beschrieben wird. Zwar gingen Ameisen durch den Schlauch und auch kleines Futter konnten sie da durchtragen. Für größere Beute ist der Durchmesser aber definitiv nicht geeignet.

Alles in allem aber ist mir das mit den Durchgängen zu klein, vor allem als Nestbecken. Naja, klassischer Fall von "trial and error" bzw zu wenig nachgedacht.

Im alten Becken dagegen gruben sie sehr aktiv und hatten sich unter dem großen Stein ein drittes Nest angelegt. Sehr schön sieht man auf dem Bild einige der zahlreichen Ein- und Ausgänge rund um den Stein.

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Wie es schien, fühlte sich die Kolonie wirklich recht wohl in diesem Becken und es hat mir schon ein wenig leid getan, die armen Mädels schon wieder daraus zu vertreiben.

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Aber der Schimmel im Gipsnest wurde immer schwärzer und so führte kein Weg daran vorbei. Zumal ich nicht möchte, dass die Kolonie in solch einem verschmodderten Nest überwintern muss.

Auch konnte ich einige verkrüppelte Jungtiere entdecken, ob es auf den Schimmel zurück zu führen ist, kann ich aber nicht sagen. Ich hoffe, man kann es einigermassen erkennen. Woran die alten Damen knabberten, war eine Jungameise ohne Fühler und mit verkrüppelten Beinchen, sah nicht gut aus.

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Vorübergehend wohnte die Kolonie also wieder im Aussennest.
Hier mal ein ungefährer ist-Zustand der Koloniegröße, einige Tiere sind zwar grade am Furagieren, der Großteil der Kolonie ist aber hier beisammen. Zum Zählen eignet sich das Bild aber leider nicht so gut, viele Tiere klüngeln sich an den Rändern der Kammern.

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Das neue Becken sieht nun in etwa so aus wie das vorige.
Der Nestblock beherbergt erneut zwei separate Nester. Lediglich auf die Pflanzen hab ich diesmal wieder verzichtet und statt dessen Moos genommen.

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Zum Einen war das Gießen nicht so einfach. Auf dem Sandboden ist das Wasser nicht so gut eingesickert und hat eher das Steinnest geflutet, als die Pflanzenwurzeln zu benetzen. Auch haben die Tiere beim Graben kaum ein Halten gefunden und so die Wurzeln wohl zu sehr frei gelegt.
Für's nächste Jahr muss ich mir da nochmal Gedanken machen. Mir schwebt was vor Richtung entweder sehr nässeliebende Pflanzen, so dass die Erde zu feucht ist, um für die Tiere attraktiv zu sein. Oder aber eine Art Abtrenngitter, durch das zwar die Wurzeln, nicht aber die Ameisen kommen. Mal sehen, hab ja noch reichlich Zeit für entsprechende Pläne.

Meine Süßen jedenfalls ließen sich nicht lange bitten...

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Bis zum nächsten Mal grüßt euch
mati

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (2. Sep 2012 17:20)

Hallo geneigte Leser,
mein Sommer war leider recht kurz, denn ich bin grad mitten im Examen und so langsam zeichnet sich auch das Ende der zweiten Uni-Zeit ab. (Endlich möchte ich noch hinzufügen!) Die erste Phase ist wohl aber erstmal geschafft und so wird es auch hier allerhöchste Zeit für ein kleines update.

Allzu viel hätte ich euch allerdings eh nicht berichten können, denn meine Rasselbande hat sich im neuen Becken erstmal im Sand vergraben.
Bereits ein Blick auf die Moosbereiche zeigt sehr deutlich, dass unter Tage einiges los war.

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Schön sieht man auch an beiden Seiten des Beckens, wie sie nun Gänge angelegt haben.
Im hinteren Bereich (erstes Bild) war recht wenig los, nachdem die Gänge erstmal da waren.
Das zweite Bild zeigt ihr Hauptnest der letzten Wochen, aber auch dort konnte ich nur Außenaktivität beobachten, da sich das Nest unter dem kleinen Holzstück am Beckenverbinder (der Haupteingang zum Nest) wohl vor allem ins Beckeninnere erstreckt. Mit einem Spiegel kann ich auf der Rückseite ebenfalls Gänge erkennen, allerdings schlecht fotografieren.

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Viel los war aber wie gesagt nicht, kaum Protein-Bedarf und lediglich ein immenser Heißhunger auf Zuckerlösung.

Heute habe ich dann seit dem letzten Post auch die Königin erstmals wieder sehen können, da ein Teil der Kolonie in eines der Gipsnester gezogen ist. So habe ich wieder etwas mehr Einblick in das Nestgeschehen, was recht normal verläuft, soweit ich es beurteilen kann: Ruhige Tiere in den Kammern, Putztätigkeit, Futtertausch,... alles soweit der Eindruck einer gesunden Kolonie.
Bis auf eine unschöne Sache, die mir bei der Untersuchung aufgefallen ist und was mir einige Sorgen bereitet ... wogegen ich wohl aber bis zum nächsten Jahr nicht viel werde tun können.

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Wie ihr sehen könnt, nagen die Ameisen an verkrüppelten Jungtieren. Die ganze Generation scheint missgebildet zu sein und hat seltsam abgeflachte und für das Alter eigentlich bereits zu dunkle Gastern. Woran es liegt, kann ich nicht sagen, nur mutmassen. Evtl sind es Nachwirkungen des heftigen Schimmels, der sich im alten Nest gebildet hatte? Eine Ameisenkrankheit von außerhalb kann ich sicher ausschließen, da ich dieses Jahr ja keine Puppen dazu gab, denn ich möchte erstmal sehen, wie lange die jetzigen Serviformicae leben, um eine Schätzung zur Lebensspanne aufstellen zu können.
So bleibt mir nur zu hoffen, dass die Kolonie den Winter gut übersteht. Erst wenn im neuen Jahr wieder Brut da ist, dürfte sich erkennen lassen, ob es eine einmalige Sache war oder sich weiter fortsetzt.

Mehr kann ich euch für dieses Mal leider nicht berichten, es sieht aus als neige sich das Ameisenjahr dem Ende entgegen. Drückt die Daumen, dass bis zum neuen Jahr alles gut geht.

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (8. Okt 2012 15:11)

Hellas.

So ganz ohne ne kurze Nachricht will ich mich für dieses Jahr nicht verabschieden.
Leider hab ich das Schimmelproblem nicht mehr in den Griff gekriegt. Irgendwo müssen sich trotz Reinigung noch Sporen festgesetzt haben, evtl sogar an der Brut und den Tieren selbst.
Ein nochmaliger Umzug war aufgrund der bereits eingeschränkten Aktivität leider nicht mehr möglich. Die Kolonie ist in ihrem Winterquartier, weiter geht's dann hoffentlich im nächsten Frühjahr.

Bis dahin, habt einen guten Winter und alles Gute für eure Kolonien.

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (10. Mär 2013 14:59)

YABADABADOO! Die erste Frühlingssonne. :D
Dass es diese Woche nochmal schneien soll verdrängen wir mal.

Zunächst eine kurze Meldung zur Winterruhe:
Soweit scheint alles gut gelaufen, es gab einige Tote, aber das war die letzten Jahre auch so. Alles in allem sind es bisher unter 10 toten Tieren. Daher bin ich guter Dinge, dass mein Schimmelproblem nicht soo gravierend ist, wie es auf den Bildern aussieht. Bzw. meine kleine Kolonie dies besser verkraftet, als ihr Halter befürchtet hatte.

Ich selber habe über die Wintermonate mal meine Arena neu gestaltet. Wie regelmäßige Leser meines Haltungsberichts wissen, habe ich schon einige Versuche unternommen, lebende Pflanzen im Becken anzusiedeln. Bis auf das Moos sind aber alle Pflanzen eingegangen, unter anderem auch aufgrund der regen Grab-Aktivität der Tiere.
Nun habe ich in diversen Terraristik-Foren über Peawall, Rainforest Background oder Ähnliches gelesen. Dabei handelt es sich um (überwiegend) Torf, der mit einem Latexbindemittel durchsetzt wurde. Man trägt es auf und läßt alles gut durchtrocknen und am Ende bleibt eine doch recht harte Wand, auf der auch Pflanzen gedeihen sollen.

In meinem Becken sollten Kerbel (sieht etwas aus wie Farn), kleiner Sauerampfer, Vogelmiere, Brunnenkresse und Walderdbeeren in einer waldigen Landschaft mit kleinem Bachlauf wachsen.
Zunächst habe ich allerdings den Fehler gemacht, die Schicht am Boden zu dick zu gestalten. Das Substrat wurde nicht richtig trocken.
Auch habe ich den Ablauf am Bach zu klein gestaltet, so dass es regelmäßig Überschwemmungen gab. :/ Also nochmal neu...
(Klar hätte ich auch nen Wasserfall o.Ä. kaufen können, aber ich wollte das selber gestalten. Wisst ja selber wie viel Spaß das macht, gell?!)

Die komplette Sammlung der gemachten Bilder will ich euch ersparen, aber einige kleine Impressionen meiner Bastelei soll es doch geben.
An Material besorgte (kaufte) ich:
eine Styrodurplatte
eine kleine Pumpe
passende Schläuche
lösemittelfreien Fliesenkleber / Lastogum
eine kleine Mauerfliese
Farbe für den Fels
Rainforest Background
...und natürlich die entsprechenden Samen

Nachdem das Auffangbecken fürs Wasser abgetrennt war, musste zunächst mal die Höhe geklärt werden, es soll ja nicht zu Ausbrüchen kommen. Aus dieser Bohrung soll später das Kabel der Pumpe rausführen.

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Dann ging's an die Überlegung, wie in etwa der Fels aussehen soll.

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...und schon kann's an's Modellieren gehen.

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Dabei natürlich jede Schicht mit einer Öffnung versehen, durch die der Schlauch nach oben führt.

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Das Ganze bekommt dann nen guten Anstrich mit dem wasserfesten Kleber. (Nach ersten Versuchen kann ich vor zu viel davon nur warnen. Die Pampe hat sich trotz guter Aushärtezeit bei Wasserkontakt gelöst und ist in den Kreislauf gelangt. Da meine Ameisen davon trinken sollen, hab ich einige Teile neu gemacht und auf zu viel Kleber verzichtet. Statt dessen nahm ich das bewährte Plexiglas und Silikon.)

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Die Öffnung des Schlauches habe ich mit einem Siebchen verschlossen, damit die Damen nicht auf die Idee kommen, auf Tauchgang im Wasserbehälter zu gehen. Ebenso ist der Abfluss verschlossen.

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Soll natürlich etwas felsiger aussehen...

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Paßt! :D

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Nun konnte der Rainforest Background aufgetragen und die Mauerterrasse gestaltet werden.

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Wie gesagt, leider gab es einige Probleme. Also hab ich einen Teil der Pflanzen raus nehmen müssen und hab mich nochmal bei Mutter Natur bedient. Auf den Mauerterrassen wachsen aber nach wie vor Walderdbeeren und im hinteren Teil Vogelmiere; auch die anderen Pflanzen können evtl nochmal keimen.

Ladies and gentlemen, welcome to the jungle.

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Vorne und an den Seiten, wo man das rohe Gerüst sieht, muss ich natürlich optisch noch was machen, entweder anmalen oder mit Bildern von Waldboden verdecken. Das kleine Rote rechts im Bild ist übrigens ein Holznest für den Übergang, bis ich das Schimmelbecken neu gestaltet habe. In der Werkstatt meiner Schule konnte ich an die Fräse und das geht wirklich prima.

Ich hoffe, meinen Mädels gefällt das neue Becken ebenso gut wie mir. Nächste Woche kommen sie aus der Winterruhe und dann geht der Bericht weiter.
...natürlich auch mit mehr Ameisenbildern ;)

Bis dahin grüßt euch
mati

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (11. Apr 2013 08:55)

...naja, das war wohl noch nix mit dem Frühling.
Vorgestern sah ich aber meine erste Wildbiene des Jahres und somit hat er nun offiziell begonnen, weshalb ich gestern dann auch meine Ameisen aus dem Winterquartier holte. :)

Die Mädels sind zwar noch etwas verschlafen, aber der Frühjahrsputz ist bereits im Gange.
edit: hatte eigentlich ein Video geplant, aber ich muss gehen, bevor es hochgeladen sein wird. Daher ersatzweise ein Bild der Dick.. ähem: Ihrer Majestät, die den Winter gut überstanden zu haben scheint.

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Nachdem ich die Arena mit dem Material aus dem Wald neu eingerichtet hatte, fiel mir bald ein Häufchen Sägesmehl auf.
(Der Farn hat sich offenbar gut eingewohnt und treibt weitere Wedel aus. Ich bin ganz froh, das er etwas Vorsprung vor den Erkundungstouren meiner Raptiformicae hat.)

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In der Tat, wie es aussieht habe ich, ohne es zu bemerken, eine kleine Kolonie gefangen - ich würde sagen Temnothorax nylanderi. Andere Vorschläge bitte hier .

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Offen gestanden hatte ich bereits mit dem Gedanken gespielt, diese Art im Becken zu integrieren, mich dann aber doch noch dagegen entschieden. Nun, da die Kolonie da ist, werde ich sie aber behalten. Und hoffe sehr, dass eine Königin im Nest sitzt und die Berichte über das Vergesellschaften dieser Art sich auch bei mir bestätigen.
Die Baustelle liegt recht zentral im Becken und wie es aussieht, sind sie von einer etwas tiefer gelegenen Stelle dorthin umgezogen. Meine Vermutung ist, dass sie ein trockeneres Plätzchen suchten, der Zweig lag nahe am Boden und dort war es recht feucht.

Proteine nehmen sie auf jeden Fall schonmal an: Übers Wochnende ein Bröckchen Hackfleisch und gestern ein Eckchen Schinken. Generell sind die Tierchen bereits sehr rege und foragieren im ganzen Becken. (50x30). Bis zu 15 Tiere konnte ich bisher ausmachen, einige werden sicher auch im Nest sein.
An anderer Stelle wurde ebenfalls gebaut.

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Haben sie evtl bereits Zweignester? Ich kann von der Futterstelle Bewegungen in Richtung des zentraleren Nestes erkennen, aber auch zu einer dritten Stelle in der Gegend der Waldbeerenterrasse.
Auf jeden Fall eine interessante Art, sehr aktiv und auch schön anzusehen.

Ich bin gespannt, wie's weiter geht.

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (14. Apr 2013 21:17)

Die ersten Sonnenstrahlen

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mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (19. Apr 2013 15:02)

Allzu viel Bewegung ist noch nicht erkennbar, meistens lungern die Ladies unter der Lampe. Die Temnothorax dagegen sind fleißig auf Achse und haben bereits die komplette Anlage erkundet.
Beide Arten sind sich bereits begegnet und es gab keine Konflikte. Die Temnothorax gehen den größeren Ameisen aus dem Weg oder verstecken sich in kleinen Spalten und Nischen.

Am 15. hab ich aber das erste Ei gesehen, und inzwischen tragen die "Großen" bereits ein kleines Paket mit sich herum.

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Soweit ich bisher sehen konnte, lebt eine der Serviformicae noch. (Wer sich noch erinnert: Ich wollte mal sehen, wie lange diese leben und habe letztes Jahr keine Puppen zugegeben; diese ist also spätestens 2011 geschlüpft.)

Zwischen Nest und Spot ist bereits Verkehr, in das andere Becken sind sie noch nicht vorgedrungen.

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Dort treibt inzwischen der Farn und tummeln sich die Temnothorax.

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Selbst die Schenkel eines kleinen Heimchens stellen für diese schönen Winzlinge noch eine ordentliche Herausforderung dar, die sie aber mit ameisenhafter Ruhe meistern - bisweilen dann auch recht akrobatisch...

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...was nicht immer glückt.

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Hier sind sie im Netz einer kleinen Spinne gelandet, die allerdings nicht auf die Ameisen reagiert hat.

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (2. Jun 2013 11:15)

Mnnja... :? Dieser Sommer kommt echt schwer in die Gänge.
Auch meine Formica sanguinea Kolonie startete eher gemächlich in's neue Jahr:
Ein wenig Zucker hier, etwas Geknabber an einem kleinen Stück Heimchen da, aber ohne allzu großen Heißhunger.
Auch an der Anlage bestand wenig Interesse, weiter als zur Mitte des Schlauches stießen sie weitere zwei bis drei Wochen nicht vor.
Meist sonnten sich die Tierchen in der Nähe ihres Nestes und hüteten ihr größer werdendes Häuflein Eier.

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Im Formikarium hatten die kleinen Temnothorax zunächst also das ganze Reich für sich und ließen sich keinen Happen entgehen.

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Dabei bildeten sie mitunter auch Futterstraßen, wenn die Beute zu groß war.

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Etwas Unterstützung der Wärmelampe brachte die Großen dann aber schließlich doch dazu, den Schlauch zu durchqueren und die Anlage ganz zu erkunden.

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Nun gab's kein Halten, mehr und mehr Ameisen fanden den Weg in das zweite Becken und schon nach kurzer Zeit hatten sie auch ihren Nachwuchs dabei.

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Dann war bald das neue Holznest entdeckt und die Damen gaben mir einen kleinen Eindruck, weshalb sie zu den hügelbauenden Ameisen zählen.
Seht selbst, wie sie das Holznest innerhalb weniger Tage gestalteten:

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Bis auf den großen Wall links ist der Hügel seither immer wieder in Bewegung, da wird die Form geändert, ein Eingang zugebaut, andere geöffnet...
Ab und an erkenne ich durch ein Stück Rotfolie, das frei geblieben ist, einige Larven oder Futter.

"Ist denn da noch keine abgehauen, wenn du den Deckel lupfst?" fragen sich vielleicht einige von euch jetzt.
Ich war anfangs auch skeptisch angesichts der Bauwerke kreuz und quer über den Aubruchsschutz, aber bisher ist noch keine ausgebüxst.
Den ladies scheint's zu gefallen. ;)


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