Von wegen Legepause!
Kaum hatte ich den letzten Beitrag geschrieben, als die Kolonie am nächsten Morgen etwa 20-25 Eier an die Scheibe trug. Sie mussten sie irgendwo im Verborgenen gelagert haben. Fein fein! Die Bilder durch die Rotfolie sind leider sehr ungenau und jetzt muß ich erst wieder Batterien laden.
Schön auch, berichten zu können, dass die Ameisen sowohl das zweite Becken besuchen, als auch den zweiten Nestblock häufig aufsuchen, um Gänge zu erkunden, die Lehmverschlüsse zu weiteren Bereichen mit ihren Mandibeln zu erweitern und sich ausgiebig zu putzen.
Eine Ameise hat bereits eine Larve dorthin getragen, ist dann allerdings wieder zum ersten Nest zurück gekehrt.
Mit all den Eiern und Larven gab's dann richtig groß Futter, eine Buntkäferlarve, soweit ich das bestimmen konnte (gilt als Holzschädling...) Ich bin gespannt, wie sie mit dem verhältnismäßig doch recht großen Futtertier klar kommen.
Hier nun einige Bilder, wie neulich versprochen:
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Hallo Ameisenfreunde.
... wo ist der Brocken hin verschwunden? Zunächst lagerte die Riesenbeute unmittelbar vor dem Nesteingang am Fuße des Gipsblocks. Gut versteckt hinter Moos und Streuh, versteht sich. ;) Doch dann war da nichst mehr, entweder wurde die Larve in einen Teil des Nestes verschleppt, den ich nicht einsehen kann. Oder der Brummer wurde in kleinere Stücke zerlegt, was ich aufgrund der Größe des Abfalls gut für möglich halte. Jedoch kann es auch sein, dass ich noch nicht alles entdeckt habe, was sie an Gemüll rausgeschafft haben... auch die Grille knabbert wohl mal hier und da. Ach ja: Der Kleine wird langsam erwachsen und zirpt, wenn auch noch ein wenig verhalten. :wink:
Im bewohnten Teil des Nestbeckens hat die Kolonie sich bereits die letzte verbliebene Barriere frei gegraben, und bewohnt nun das ganze Nest. Heute möchte ich euch daher ein paar Einblicke in das Nest bieten.
Eier und Larven konnte ich sehen. Puppen und Nachwuchs waren da etwas weniger kamerascheu heute:
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Vielleicht seht ihr es bereits auf dem ersten Bild, auf dem zweiten wird es glaube ich ganz deutlich.
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Kokons und Nacktpuppen nebeneinander. Woran es liegt, weiß ich derzeit noch nicht, aber interessant ist es und vielleicht erfahre ich ja noch die Ursache im Laufe der Zeit...
Der zweite Nestblock ist zwar noch nicht bewohnt, aber bereits erobert. Hin und wieder sehe ich, wie Puppen dorthin getragen werden, aber stets wieder in das kleinere Nest zurück gebracht werden. Auch einige Arbeiterinnen sind dann im Mandibelgriff auf dem Heimweg. Aber es ist immer mindestens eine Ameise dort, wenn ich beobachte und auch Wächterinnen stehen am Eingang.
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Mit einem Schnappschuß dieser jungen Abenteuerin verabschiede ich mich für heute.
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Gerade geht's Schlag auf Schlag, ein tolles Ameisenerlebnis folgt dem nächsten. :D
Aber der Reihe nach. Zunächst eine kleine Stärkung.
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Jetzt kann auch die nähere Umgebung in Augenschein genommen werden.
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(Ja, ich gestehe, als ich heute die Fläche unter dem Stein der Serviformicae mit Brut bedeckt sah, konnte ich nicht widerstehen.)
Zunächst wurde die fremde Brut unter Moos und Rinde in unmittelbarer Nähe gebracht. Von dort haben meine ladies dann endgültig den zweiten Nestblock besiedelt.
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Im oberen Teil des Nestes lagert nun Brut und dort halten sich auch die meisten Ameisen auf.
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Immer wieder haben sie die Puppen aufenommen. Es sah beinahe so aus, als hielten sie sie absichtlich eine Weile in den Mandibeln. Sie verharrten an der Stelle, an der sie die Puppe aufgenommen hatten und hielten sie einfach fest, drehten sie ab und zu, wobei sie immer wieder Kontakt mit den Mandibeln aufnahmen... und legten sie dann dort wieder ab. Vielleicht hat es etwas mit dem Volkduft zu tun? Andere erkunden die restlichen Kammern.
Es war viel Bewegung zwischen beiden Nestern zu beobachten. Auch Brut, vor allem Puppen, wurde weiter herangetragen und bald war klar, dass es sich nicht ausschließlich um die fremde Brut handeln konnte. Auch Larven waren dabei. Schön konnte ich sehen, wie diese von den Ammen gefüttert wurden. Abends lagerten dann bereits einige Puppen mehr dort.
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Auch heute morgen lagen sie dort schön ausgebreitet.
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Schon seit längerer Zeit hat meine Kolonie ja nun dieses Nest rerserviert. War die Zugabe der Puppen das auslösende Ereignis, dieses endgültig auch als Nest zu nutzen, also Brut dort zu lagern? Dass die fremde Brut isoliert - vor allem von den restlichenm Serviformicae - aufgezogen werden soll, dachte ich zunächst. Doch ein, zwei artfremde Damen tummelten sich mit den Raptiformicae im neuen Nest. Auch wurde eigene Brut an diese Stelle gebracht. Eine Frage, die sich mir beim Beobachten stellte, war, ob mit Hilfe der Larven die Verbreitung des eigenen Duftes unterstützt wird? Die Larven lagen zwischen den fremden Puppen und es schien mir, als würden diese nicht nur gefüttert. Häufig sah es aus, als würden Ameisen, die gerade bei der Larve waren, anschließend das oben geschilderte "Ritual" bei den fremden Puppen durchführen. Vielleicht war es Zufall? Für vorstellbar halte ich es nach den vielen Momenten von Kooperation, die ich bisher beobachten konnte. Warum sollten die Larven da nicht eingebunden sein. Es muß ja nicht gleich in einem so ausgeprägten Maße sein, wie bei Weberameisen.
Und manchmal hat diese Kooperation ja auch fast schon etwas familiäres, wie ich bei einem besonderen Highlight gestern Abend noch erleben durfte: Die Geburt einer jungen Ameise. :D
Mit der Kamera kam ich zwar nicht gut an dieses Ereignis heran, dafür konnte ich dank einer Lupe alles hautnah mit erleben. :shock: Einige Ameisen hielten die Puppe, während andere das Jungtier vorsichtig aus seiner Hülle schälten. Als es ganz befreit war, kauerte es - immer noch gehalten von den Ammen - weiter in seiner Position und wurde von den anderen geputzt und ...massiert, ja, das wäre wohl das Wort, um es am anschaulichsten zu beschreiben. Unter stetigen Berührungen mit Fühlern, Mandibeln und Beinchen streckte sich die junge Ameies langsam. Noch etwas steif saß sie dann da und wagte schließlich ihre ersten Schritte. Zunächst wirkte das etwas tapsig, aber sehr schnell war sie sicher unterwegs. Ein wirklich phantastisches Ereignis! Da kann einem das Herz aufgehen.
Schon fast wieder ein ganzer Monat ist vergangen, und ich denke, es wird Zeit, euch einen kleinen Eindruck zu geben, was meine Kolonie inzwischen so treibt.
Nachdem zunächst die ganze Kolonie mit Sack und Pack im zweiten Nestteil eingezogen war, ist die Königin mit einigen Arbeiterinnen in ihr altes Domizil zurück gekehrt. Die Brut lagerte jedoch noch teilweise im größeren Nest. Auch Futter wurde vor allem dorthin gebracht.
Alle paar Tage tauchte die Königin dann doch wieder auf, nur um am nächsten Tag erneut gewandert zu sein. Ein bisschen gewundert hat mich das schon, da doch eigentlich jedes Verlassen des Nestes mit dem Risiko verbunden wäre, gefressen zu werden... Andererseits haben meine Lieben die Verbindung zwischen den Nestblöcken teilweise mit Moosteilen zugebaut und patroullieren entlang des Weges.
"Was gibt's Neues?"
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Heimchen sind der absolute Renner gerade.
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Obwohl die Ammen im Nest schon recht fett aussehen, wird nichts verschenkt. Der Zweig, auf dem das Heimchen lag, wird sorgfältig sauber geleckt.
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"Zieht, Schwestern, zieht!"
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"Man erwartet uns bereits."
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Ein Anblick, der sich häufig bietet, hier gerade beim Verwerten der Beute.
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In kleinen Grüppchen hängen die Damen von der Decke und bearbeiten das Futter oder ruhen. Gerade, als es neulich etwas kühler war, kauerten viele solcher Gruppen wie in Ruhestellung. Spätestens bei solchen Anblicken wird ganz klar, Filme über ausserirdische Kollektive sind von der Welt der staatenbildenden Insekten abgekupfert!
Zum Abschied für diesmal ein Blick auf den vorderen Nestblock.
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Ein paar Bilder...
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Uih, wie die Zeit vergeht...
leider kann ich euch heute keine Bilder liefern, aber einen kleinen Zwischenstand soll es doch geben.
Der Kolonie geht es weiterhin gut. Zwar werden noch Insekten eingetragen und verwertet, aber das Ameisenjahr neigt sich wohl langsam aber sicher dem Ende entgegen:
Puppen sind noch etwa 20 vorhanden, und die sehen prächtig aus. Auch die geschlüpften Arbeiterinnen (gut zu erkennen an ihrer noch fast weißen Färbung) sind nun richtig groß. Frische Gelege oder auch Larven hat es im Nest derzeit aber nicht mehr. Einen weiteren Zuwachs an Arbeiterinnen wird es also vor dem Winter wohl nicht geben. Ich rechne damit, dass bald auch keine Insekten mehr eingetragen werden.
Zuckerwasser und Honig gibt es natürlich weiterhin, ersteres scheint ihnen jedoch besser zu munden. Nur selten labt sich eine Ameise am Honig, obwohl dieser recht flüssig ist.
Ganz allgemein läßt die Aussenaktivität allmählich nach, und die Mädels hängen in Scharen an den Decken des Nestes.
Soweit war es ein tolles Ameisenjahr und ich bin glücklich, wie gut sich die Kolonie entwickelt hat.
Wenn ich bei Gelegenheit nochmal eine junge Arbeiterin vor die Linse bekomme, reiche ich euch das Bild nach.
Hallo.
Gestern herrschte bei Fütterung wieder etwas mehr Aktivität. Doch vergleichsweise lange haben die Jägerinnen diesmal in der Arena noch an den zwei verfütterten Heimchen genagt, ehe es zum Transport in's Nest kam. Dort allerdings wird die Beute weiter verwertet wie bisher.
Auch Bilder einer jungen Arbeiterin kann ich euch jetzt nachreichen. Leider nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt habe:
Wie auch in einem anderen Thread recht aktuell nachzulesen, habe auch ich eine Arbeiterin mit abgenagtem Gaster entdeckt.
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Von den übrigen Ameisen gefressen wurde das Körperteil aber nicht, denn eine andere trug es ebenfalls in die Arena. Leider ist sie mir damit entwischt, als ich sie zum Phototermin laden wollte.
Bisher handelt es sich glücklicherweise auch um einen Einzelfall und ich hoffe, es kommen keine weiteren hinzu!
Ich habe unter dem Mikroskop den Körper soweit abgesucht, Anzeichen auf Milben? Da die Reste des Tieres im Sand lagen, finde ich das schwer zu sagen. Ich würde anhand der Eindrücke unter dem Mikroskop eher sagen: "Nein", die Punkte sehen mehr aus wie Körnchen, nicht direkt wie Milben.
Aber um es genau sagen zu können, bräuchte ich eine bessere Vergößerung.
Wie man aber bereits auf dem ersten Bild sehen kann, fehlen neben Gaster auch die Fühler. Auch wurde wohl am Thorax ein Loch hinein gefressen.
Hier mal Nahaufnahmen der markanten Stellen:
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Für eventuelle Ratschläge, Meinungen (oder auch Schelte wegen der Puppenzugabe als mögliche Ursache): Die Diskussionsbühne .
Ihr lieben Leute, ich kam die letzte Zeit wirklich nicht grad zu besonders viel, von der Arbeit mal abgesehen. Wer nun aber schon dachte, auch dieser Haltungsbericht würde in der Versenkung verschwinden, den muß ich heute enttäuschen. ;) Auch, wer spekulierte, meine Kolonie sei zugrunde gegangen, darf sich mit mir weiterhin an diesen schönen Tieren erfreuen. Die Verstümmelungen blieben Einzelfälle, und abgesehen von einigen Toten (was ich jedoch als normal betrachte) geht es den Ladies gut. Für ein kleines Update ist es jedoch höchste Zeit.
Einen kleinen Schock erlebte ich, als ich diesen größeren Gaster auf der Müllhalde fand.
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Sollte etwa die Königin gestorben sein?
Ein Blick unters Kilt beruhigte mich: Queen Mary weilt noch unter den Lebenden.
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"Schottisch" zeigen sich die Damen denn auch lediglich hinsichtlich der Aktivität. Meine Vermutung, die Kolonie bereite sich auf den Winter vor, hat sich bestätigt: Proteine wurden seit dem letzten Beitrag keine mehr angenommen. Zwar scheint die Kolonie weiterhin einen Jagdinstinkt zu besitzen, doch die Beute wurde dann nur zum Nesteingang transportiert, wo einige Tiere an den Insekten nagten. Eingetragen wurde aber nichts mehr, und nahezu unverwertet wurden die Kadaver nach einiger Zeit entsorgt. Ab und an tigern einige Damen zum Zuckerwasser und versorgen die Kolonie. Für den Winter scheint frau gut aufgestellt.
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Hin und wieder wird es aber auch im Herbst nochmal warm und Wächterinnen zeigen sich am Eingang.
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Das ging ja wirklich schnell mit der Behebung des Darstellungsproblems!
Vielen Dank an die Administratoren nochmal an dieser Stelle.
Hallo, geschätzte Leser.
Dies wird wohl der letzte Post für dieses Jahr. Gestern habe ich die Kolonie in ihr Winterquartier gebracht, nachdem auch zwei Ausreißerinnen sicher zurück in's Nestbecken gesetzt wurden.
Die Fahrt wurde gut überstanden, und ausnehmend ruhig kam die Rasselbande an ihrem Ziel an, wo sie bis zum Frühjahr bleiben wird.
Bis dahin wünsche ich euch gutes Überwintern (oder auch Freude mit euren ganzjährig aktiven Kolonien),
mati