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mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (28. Jul 2010 15:12)

Noch immer beziehen meine Lieben das Farmbecken beim Furagieren mit ein und auf dem Weg zum Schlauch ist immer wieder was los. Während der "kalten" Tage habe ich eine 40 Watt Birne (30 entsprechend der Beckengröße gab's nicht) über dem Becken angebracht und bin auch hier immer wieder geschwankt zwischen besseren Bedingungen am erhofften Neststandort und dem Wunsch, der Kolonie gute Entwicklungsbedingungen auch in ihrem jetzigen Nest zu bieten. Inzwischen hängt die Lampe so, dass sie neben dem Teil eines Gipsnestes auch ein wenig in das Arenabecken leuchtet.

Diese Ameisenart scheint sehr stark exogen ausgerichtet in ihrem Verhalten: Wenn es gerade mal 20 Grad im Becken sind, kommen nur wenige Tiere raus und furagieren gemächlich. Auch wirken die Ameisen dann ungeschickter und fallen schneller mal von einem Zweig. Wenn die Lampe auf's Nest scheint, sammeln sich mehr Ameisen um den Eingangsbereich. Auch furagieren sie sehr schnell, manchmal rasen sie geradezu. Hab mich schon gefragt, ob es evtl zu heiß ist direkt unter der Lampe (der Abstand beträgt zum Nestanfang etwa 20 cm).

Ein neues Detail am Eingangsbereich des Gipsnestes scheint ihnen aber zuzusagen: Über zwei Steinen liegt seit heute Morgen ein Stück Rinde wie ein Sonnendach und verhindert direktes Einstrahlen des Lichts. Deutlich mehr Ameisen als sonst haben diese Stelle ausgiebig erkundet und sind auch öfter mal in die Gänge vorgestoßen. Zwischen den Steinen und der Scheibe ist ein kleiner Spalt, in dem sie nun auch bereits gerne sitzen.

Eben konnte ich beobachten, wie im Farmbecken eine Ameise die andere in's Päckchen nehmen wollte. Diese jedoch hat sich gewehrt und erst nach drei-vier Anläufen konnte der Transport starten. Und wo geht sie hin? Ich hab gedacht, ich trau meinen Augen nicht und war äußerst erfreut: Richtig! Sie trug sie direkt zum Gipsnest mit dem neuen Eingang und ist ein Stück den Gang rein. Dann allerdings hat sie kehrt gemacht und ist doch zum Erdnest in der Arena zurück.
Wie auch immer, es scheint eine gute Maßnahme gewesen zu sein, den Eingangsbereich mit mehr Versteckmöglichkeiten auszustatten und auch den Eingang etwas mehr zu verbergen. Ich werde es also erstmal so lassen und vielleicht dauert der Umzug ja gar nicht mehr lange? Ameisen 162.jpg Ameisen 161.jpg

Vorerst konzentriert sich der Großteil der Kolonie jedoch noch um das Erdnest herum:

Ameisen 134.jpg Ameisen 151.jpg Ameisen 141.jpg Ameisen 150.jpg

Ich denke, es wird Zeit für ein wenig Abwechslung im Speiseplan und so möchte ich meinen kleinen Lieblingen doch bald auch eine kleine Herausforderung bieten. Aus dem Wald sollen Spinnchen her und hin und wieder auch mal ne Stubenfliege lebend im Formi landen. Ich bin gespannt, wie sie sich verhalten...

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (30. Jul 2010 14:18)

Eine kleine Entwicklung, die mich sehr begeistert hat, leider hab ich auf die Schnelle keine Bilder machen können:
Heute morgen haben meine Ameisen zum ersten Mal Puppen herumtransportiert. Zwar lagern sie diese nicht an der Oberfläche, wie von anderen Haltern beschrieben, sondern immer noch etwas im oberen Bereich des Nestes, wo sie diese umzulagern scheinen. Trotzdem fand ich's superstark, dass meine Ameisen auch Puppen haben und soweit eine gesunde Entwicklung durchlaufen :D

Zwischen den Wächterinnen hab ich auch eine sehr hell gefärbte Mayorarbeiterin erkennen können. Ob sie allerdings schon aus einem der Eier geschlüpft ist, die hier gelegt wurden, wage ich zu bezweifeln. (Ist ja grade mal fünf Wochen her, dass die Kolonie hier ankam...)
Diese freudige Entdeckung wollte ich euch nicht vorenthalten.

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (5. Aug 2010 18:06)

Die vergangenen Tage sind mit dem üblichen Rhythmus vergangen: Morgens gibt's ein kleines Lichtbad und dann marschieren einige Arbeiterinnen los, um Zuckerwasser zu besorgen. Sehr schön kann ich dabei sehen, wie sich die Haut ihrer Gastern spannt und sie schwer beladen direkt zum Nest zurückkehren.
Alle paar Tage zeigen sie auch Interesse an Proteinen. Heimchen scheinen von den bisher angebotenen Futtertieren die ergiebigsten zu sein: Nachdem sie drei davon eingefahren hatten, war erstmal einige Tage keine Ameise mit Insekten zu locken.

Heute war Jagdtag und so wurde gut aufgetischt

Ameisen 184.jpg

Die Heimchen schneide ich mit einem Skalpell längs auf. Hier bedient sich gerade die letzte verbliebene Serviformica.
Evtl kann ja jemand genau sagen, welche Art es ist? Ich tippe auf Formica cinerea wegen dem ausgeprägten Silberstreifen auf der Gaster.

Die Schöne wird hoffentlich bald Gesellschaft haben... In einem Beitrag las ich, dass Serviformica Arten oft in Heide-ähnlicher Landschaft siedeln und da wäre der Waldrand hier in der Nähe optimal. Also hab ich beim Schlendern hier und da mal nen Stein umgedreht und beim letzten wurde ich fündig. Gleich darunter ein Nest mit vielen Puppen und Larven. Nach einer kurzen Untersuchung (die Tiere waren sehr dunkel, fast schwarz, allerdings mit einem weniger ausgeprägten Graustreifen der Gaster. Beine und Antennen waren leicht rötlich, so dass ich auf Formica fusca schloß) habe ich dem Rettungskommando einige Puppen und Larven stiebizt.

Ameisen 175.jpg

Hier die Reaktion meiner Kolonie:

Ameisen 188.jpg

Recht aufgeregt sind mehrere Arbeiterinnen aus dem Nest geschossen und haben den Nachwuchs gesichert. Die Heimchen waren erstmal zweitrangig.
Ich hoffe, der neue Nachwuchs entwickelt sich gut und freue mich auf weitere Serviformicae.

Die letzte ihrer Art durfte derweil schuften...

Ameisen 198.jpg

Interessant, zu sehen, dass viele Raptiformicae nach dem simulierten Puppenraub von anderen Arbeiterinnen in's Nest getragen wurden, während die Serviformica seit einer Stunde damit beschäftigt ist, Holzspähne in die Nähe des Nestes zu tragen. Sonst sehe ich sie so gut wie nie draußen. Ob es einen Zusammenhang gibt zwischen der neuen Fremdbrut und ihrer Aufgabe?

Es sieht beinahe so aus, denn eine Raptiformica bleibt stets in ihrer Nähe, fast wie eine Bewacherin. Allerdings verhält diese sich nicht wie eine wahrhaftige Sklaventreiberin, denn wenn die Stücke zu groß sind, läßt sie die andere gewähren oder hilft mal ein kleines Stück. In's Nest darf die Dienerin allerdings nicht zur Zeit, dort stehen Wächterinnen bereit und andere Arbeiterinnen verbauen die herangetragenen Teile.
Liegt es nun an dem Nestduft, und wollen die Damen des Hauses dominanter auf die Neuankommlinge wirken? Oder reagiert die Kolonie auf den baldigen Zuwachs und baut daher den Nesthügel weiter aus? Interessant allemal!

Heute war bisher ein richtig toller Ameisentag, sowohl draußen als auch vor der Arena. Meine Ameisen sehen schon gut aus, finde ich, kräftig und aktiv. (Zum Glück kann man über's Internet noch keine Gerüche übertragen :grin: ) ) Jedenfalls ist mir bei ihrem Anblick heute richtig das Herz aufgegangen. Ich hoffe, sie entwicklen sich weiter so gut und freue mich darauf, wenn das Verhalten mit den neuen Dienerinnen komplexer wird.

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (19. Aug 2010 14:32)

Es gibt wenig zu berichten, dennoch mal ein kleines update:
Kurz nach meiner Puppenzugabe wurde ja nochmal heftig über das Thema diskutiert. Besonders gut fand ich den Hinweis zu möglichen Schädlingen, die man sich in die Kolonie holen kann, noch dazu mit so eindrucksvollen Fotos. Dass gerade die Brut oft befallen wird, sieht man beispielsweise auch an Bienen und der Varroa-Milbe. (Die interessanterweise mit Ameisensäure bekämpft wird.)
Ich kann berichten, meinen Tieren geht es bisher gut. Ich nehme an, dass sie den größten Teil der Puppen verspeist haben, zumindest hatten sie nach dem "Raub" erst einmal kein Interesse an anderem angebotenem Proteinfutter und dennoch pralle Gastern. Vielleicht sind aber doch einige geschlüpft, Zuckerwasser nahmen sie zumindest vermehrt an.

Dazu muß ich schreiben, dass mein Fenster meist offen steht und ich demnach auch eher die momentane Außentemperatur im Becken habe. Insofern könnte sich meine Kolonie auch schon auf den Winter vorbereiten, da es nachts doch schon etwas frischer wird. Wann sie dieses Jahr begonnen haben, kann ich nicht sagen, da ich die Kolonie erst seit diesem Jahr habe. Jedenfalls sehe ich selten Ameisen, hin und wieder nehmen sie noch Insekten an. So kann es sein, dass ich erst im Frühjahr erfahre, ob tatsächlich einige der zugegebenen Puppen schlüpfen durfte. Sofern meine kleine Kolonie den Winter im Keller übersteht... Ende September steht bei mir ein Umzug in's Haus und ich habe vor, die Kolonie im Zuge dessen in ihr Winterquartier zu bringen. Wenn meine lieben Kleinen das auch so wollen :grin: .

Am Becken habe ich inzwischen eine umgebaute Tupperdose als Gemüllplatz angebracht. Auf diese Weise haben die Ladies die Möglichkeit, ihre Abfälle weiter vom Nest weg zu bringen. Bisher habe ich sie aber noch nicht in dem etwa 40 cm langen Verbindungsschlauch sehen können...

Soweit der Stand. Ich möchte euch nochmal einladen, Anregungen und Kommentare, oder auch Kritik zu geben. Viele Dinge, die ich im Becken beobachte, kann ich aufgrund des uneinsehbaren Erdnestes ja nur vage interpretieren und wenn jemandem etwas dazu einfällt, was ich hier nicht bemerke oder falsch deute, wäre ich für Hinweise dankbar. Ebenso was meine Vermutungen zu den Arten betrifft.

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (24. Aug 2010 10:38)

...keine Anregungen, Meinungen, Kritik,...??
Ok, Leserinnen und Leser scheint's ja zu geben, also mach ich erstmal weiter mit dem Bericht hier.

Mit dem erhofften Umzug scheint es nichts zu werden. Nunja, ich würde mich als Ameise wohl auch in Erde und Totholz wohler fühlen als in einem Gipsnest. Das übrigens inzwischen doch etwas nach muffigem Keller riecht. Schimmel bleibt bisher aber glücklicherweise aus. Löst sich das Geruchsproblem, wenn eine Kolonie im Gipsblock wohnt oder sollte ich über eine Lüftung nachdenken?
Inzwischen bin ich auch gar nicht mehr sicher, was das Gipsnest betrifft: Sicher ermöglicht es das in der Natur vorkommende Zweignest und wird bei fortgeschrittenem Wachstum der Kolonie für die Haltung eher praktikabel sein als Holz. Bei meinen bauenden Ameisen konnte ich aber feststellen, dass sie an ihrem Nest mehrere Eingänge anbringen. Einer befindet sich zu meiner Freude nun an der Glasscheibe.
Ameisen 206.jpg

Balsaholz, mit dem wir damals in der Grundschule gebastelt haben, gibt es nur noch als Brettchen für Modellbauer. Was bitte wird heute in der Grundschule gebastelt? Nehmen die Carbon? Ursprünglich hatte ich vor, mit diesem leicht zu schnitzenden Holz einen Hügel nachzuempfinden und eben mehrere Eingänge zu bohren, wie es meine Lieben bei ihrem Nestbau auch tun. Das wird jetzt ohne gescheites Werkzeug und mit härterem Holz erstmal schwierig...

Wie ganz zu Anfang geschrieben, soll mein Becken etwas belebter werden. Eine vom Futterfang überschüssige Grille ist bereits eingezogen. Nach einiger Recherche hat sich herausgestellt, dass es ein Männchen war. Der kleine darf im Moment noch glücklich durch's Becken wandern und hat zwei Damen als Gesellschaft bekommen. Weitere Männchen will ich nicht reinsetzen, weil ich gelesen hab, dass es zu tödlichen Revierkämpfen kommen kann. Ein Weibchen hat auch schon Eier gelegt. Leicht gekrümmt und mit ihrem Legekanal im Boden hat sie da gesessen und ich bin gespannt, wie lange die Eier zur Entwicklung brauchen und wie viele Jungtiere schlüpfen.
Derweil habe ich auch vier kleinere Grillen fangen können und im Becken ausgesetzt.

Ameisen 205.jpg

Bisher gehen sich meine Ameisen und die Grillen aus dem Weg. Ich denke, die ausgewachsenen Tiere sind für meine kleine Kolonie noch eine Nummer zu groß. Gespannt bin ich, ob die Jungtiere gejagt werden? Beobachten konnte ich bisher jedoch auch ausgezeichnete Sinne bei den Grillen, denn jedesmal, wenn eine Ameise sich nähert, merken sie es lange vorher und verziehen sich in sichere Bereiche...

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (26. Aug 2010 17:01)

Momentan geht das ja noch mit der Futtersuche. Aber ich denke, wenn die Kolonie erstmal größer ist, werde ich um den Zukauf nicht rumkommen. Alos warum nicht mal probieren, ob ihnen Wachsmottenmaden schmecken?

Ameisen 216.jpg
Ameisen 224.jpg
Ameisen 228.jpg

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (2. Sep 2010 08:15)

Wenig los im Bericht und ihr könnt's euch denken: Auch in der Arena bewegt sich nur noch hier und da mal eine Ameise träge zum Zuckerwasser. Proteinfutter wird links liegen gelassen.
Daher wird mein Bericht für dieses erste Jahr zu Ende gehen. In etwa drei-vier Wochen steht der Umzug an, ich werde mich dann nochmal kurz melden und ansonsten nur bei außergewöghnlichen Ereignissen.

Zu einer der Fragen, Größe und Aufgabe, konnte ich eine Antwort finden und will euch die Lösung nicht vorenthalten, ist ein interessanter Vortrag . In meiner eigenen Kolonie hatte ich den Eindruck, dass zunächst kleinere Arbeiterinnen die Außenaufgaben übernehmen und bei Bedarf größere rekrutieren.

Im Frühjahr soll's dann weiter gehen. Drückt mir die Daumen, dass die junge Kolonie gut durch den Winter kommt.

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (27. Okt 2010 13:11)

Hallo wieder mal.
Wie das so ist mit nem neuen Internetanschluß, hat's auch bei mir etwas länger gedauert, als gedacht, daher melde ich mich erst jetzt wieder.

Der Umzug schein gut über die Bühne gegangen zu sein. Das Formi auf dem Beifahrersitz auf ner Decke als Vibrationsdämpfer (und natürlich angeschnallt ;)) ging's so langsam wie erlaubt über die Autobahn. Die Grillen waren recht aufgeregt, von meinen ladies wurde das Ganze verdächtig cool aufgenommen. Nicht ein Tier konnte ich während der Fahrt sehen, wenn ich hin und wieder mal rübergespäht hab. Die größeren Zweige hatte ich natürlich vorher abgenommen, damit die nicht irgendwo verheerend einschlagen, am Besten direkt auf's Nest. So sah denn auch alles noch intakt aus, als wir ankamen.

Nun steht die Kolonie im Keller, wo es zunächst noch etwas über 10 Grad hatte. Allerdings war auch die Außentemperatur noch etwas höher, also kein Grund zur Beunruhigung. Als Futter gibt es wie schon in den Wochen vor dem Umzug Honig, wozu Wasser gereicht wird. Hier hatte ich dann noch ein weiteres Indiz dafür, dass nicht alle tot sein können, denn die Tränke -es ist ein Sprudeldeckel mit Kletterhilfen versehen - war recht schnell leer. Da die Ameisen dem Honig nur wenig Flüssigkeit entnehmen können, schließe ich darauf, dass das Wasser von ihnen genommen wurde. Auch in meiner alten Wohnung konnte ich oft Tiere an der Tränke sehen. Um ganz sicher zu gehen, dass nicht doch Verdunstung eine Rolle spielt, soll beim nächsten Besuch ein Kontrollbehälter neben das Formi, um einen Vergleich zu haben.

Ob die Kolonie überlebt, wird sich im Frühjahr zeigen. Wie schon geschrieben werde ich wohl auch erst dann hier weiter schreiben...
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen angenehmen Winter und euren Kolonien gutes Überwintern.

mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (10. Mär 2011 12:13)

Hallo liebe Ameisenfreunde.

Endlich wird's Frühling und als ich im Wald die ersten Ameisen in der Sonne baden sah, habe ich beschlossen, auch meine kleine Kolonie darüber in Kenntnis zu setzen. Also habe ich sie wieder zu mir geholt, damit sie jeden Morgen etwas Sonne abbekommen und langsam aufwachen.

Die Unsicherheit, ob die Kolonie den Winter überlebt hat, legt sich langsam. Von Wasser in Behältern bin ich dazu übergegangen, das ganze Becken immer mal wieder zu besprühen. Vorgestern hat sich dann auch tatsächlich was geregt und zwei Ameisen sind in Nestnähe herumgelaufen. Gestern dann waren es zwei Serviformica und so bin ich nun auch sicher, dass sie zumindest nicht alle der letztes Jahr gegebenen Puppen gefressen haben. (Wer sich erinnert: Ich hatte noch eine Serviformica aus dem Shop, also muss die zweite letztes Jahr bei mir geschlüpft sein.) Sie labten sich am Honig, trugen diesen in's Nest ein und erkundeten noch etwas das Becken. In etwa einer Woche werde ich wieder Proteine anbieten.

Leider hat sich im Becken etwas Schimmel gebildet und da ich ja eh gern hätte, dass meine ladies umziehen, habe ich mich an's Basteln gemacht. Erne hat ja auf seiner Seite tolle Anleitungen, daran habe ich mich etwas orientiert. Ein Nestblock aus Gips liegt jeweils an der Längs- und Querseite des Beckens (20x30cm), befestigt mit etwas Silikon. War nicht ganz einfach für mich als Neuling, aber mit zwar klebrigen Fingern hat sich das Ganze doch erstaunlich gut machen lassen. Einige der Gänge sind mit Erde versiegelt, sonst wären wohl beide Nester momentan noch zu groß für meine Kolonie. Rotfolie kommt noch dran.
Unter einer Plexiglasscheibe ist eine Schicht Seramis als Wasserspeicher, auffüllbar durch ein Stück Schlauch. An dessen oberen Ende habe ich ein Abfluß-Siebchen angebracht, damit keine Ameise in den Speicher gelangen kann. Auch sonst sind alle Ritzen gut abgedichtet. Den Wassertest hat es zumindest bestanden.

Den oberen Teil des Beckens habe ich mit etwas (Sand-)Boden abgedeckt, auf dem vorrangig Moos liegt. Mir ist aufgefallen, dass der Schimmel im anderen Becken sich dort nicht ausgebreitet hat, wo Moos verteilt war, also halte ich das für sinnvoll, gerade in Nestnähe. Abschließend habe ich alles noch einmal gut mit Wasser besprüht, so dass dieses Becken derzeit noch zu feucht ist. Aber in einigen Tagen werde ich es für die Kolonie öffnen. Allzu aktiv sind die Tiere derzeit eh noch nicht.

Hier mal die Ansicht des neuen Beckens:
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mati: Re: Haltungsbericht Formica sanguinea (mati) (18. Mär 2011 20:22)

Echt klasse, ich freu mich grad irre über meine Haustiere! Das neue Becken wurde nicht nur erkundet, sie sind heute im Laufe des Tages dazu übergegangen, eines der Nester zu belegen. Ständig sehe ich Ameisen drin und vor allem am Eingang zu Werke. Sie tragen Moos und ein paar Nadeln, die sie darin finden konnten, zum Eingang. Auch werden ständig andere Ameisen vom alten Nest herübergetragen.
Was mich besonders freut: Erst einmal habe ich einen Rücktransport beobachtet. :)
Ich hoffe, dass ich einen Blick auf die Königin mit Geleit beim Übersiedeln erhaschen kann, denn für mich sieht grad alles danach aus, dass sie hier ihr neues zuhause einrichten.


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