Hallo erst mal,
Ich habe eine Messor capitatus Kolonie mit einem Reagenzglas (umwickelt mit roter Folie und mit vollem Wassertank ) Das Reagenzglas befindet sich in einem mit dem Deckel geschlossenen Antstore- Becken. Da drinnen ist auch Sand. (2cm) Die Ameisen haben genug Nahrung und sehr viel Brut. Die Kolonie ist zwischen 20-30 Arbeiterinnen groß. Seit paar Tagen habe ich ein Problem. Am Donnerstag trug eine Ameise eine Nacktpuppe ausserhalb des Reagenzglases herum. Danach legte sie diese auf dem Müllberg ab. Sie vertrocknete dort und wurde nicht wieder angefasst. Heute morgens kam wieder eine Ameise mit einer Nacktpuppe raus und legte diese auf dem Müllberg ab. Als sich auch nach wenigen Stunden nichts änderte,nahm ich die Puppe und sah sie mir unterm Mikroskop an. Keine Milben, sichtbare Verletzungen oder Pilze. Also habe ich sie wieder in das REagenzglas reingeschmissen, aber sie wurde wieder rausgebracht.
PS: der Gyne geht es gut.
Weiß jemand eine Antwort,
Danke
Wenn man ständig am Reagenzglas wackelt oder sie aus anderen Gründen viel Stress haben, kann sowas durchaus passieren.
und sehr viel brut.
Und da sind 2 entsorgte Nacktpuppen ein Notfall?
Als sich auch nach wenigen stunden nicht änderte nahm ich die puppe und sah sie mir unterm mikroskop an.
Es können auch Verletzungen sein, die du auch mit deinem Mikroskop nicht sehen kannst!
Vielleicht hast du aber auch Derartiges gesehen?
http://www.ameisenwiki.de/index.php/Narben_und_Wundheilung_bei_Ameisenlarven
Also habe ich sie wieder in das REagenzglas reingeschmissen, aber sie wurde wieder rausgebracht.
An deiner Stelle würde ich mir nochmal genau überlegen, wie ich mit meinen Tieren umgehe!
Also sowas...
Messor capitatus lagern gerne mal ihre Brut außerhalb des Reagenzglases. Bei mir öfters einfach unter einem losen Stück Papier neben dem RG.
Das habe ich so auch in der Natur beobachtet. Da haben die Ameisen ein Nest unter einem Stück Pappe gebaut, obwohl sie normaler weise lose in der Erde mitten in der Steppe nisten. Nicht nur das, sie lagern auch durchaus über kurze Zeit ihre Brut außerhalb des Nestes in der Sonne.
Es kann sein, dass es für die Puppen einfach zu feucht ist im Reagenzglas.
Oder es ist zu wenig Platz darin. Die Königin ist bei der Art schon recht groß und wirklich außerordentlich anfällig für kleinste Störungen. Erschütterungen oder gar Lichteinfall im Nest lösen bei meiner kleinen Kolonie schiere Panik aus.
Weden deiner Problematik würde ich dir raten ein zweites Reagenzglas anzubieten mit nicht ganz gefülltem Wassertank. Oder Pappe zu knicken und wie ein Zelt über das Reagenzglas zu tun, darunter lagern die Tiere bei mir besonders gerne Puppen und Samen.
Wenn sie die Puppen raustragen würde ich diese nicht wieder ins Reagenzglas reinwerfen.
Überhaupt würde ich aus oben genannten Gründen das Reagenzglas garnicht bewegen, die Art ist doch sehr eigen was die Neststörung angeht. Ich habe immer Angst, dass die Königin alles zu Tode trampelt, wenn sie etwas Licht sieht!
Weden deiner Problematik würde ich dir raten ein zweites Reagenzglas anzubieten mit nicht ganz gefülltem Wassertank. Oder Pappe zu knicken und wie ein Zelt über das Reagenzglas zu tun, darunter lagern die Tiere bei mir besonders gerne Puppen und Samen.
Das fiel mir auch ein als ich deinen Thread gelesen habe^^. Eine (zu) schnell wachsenden Camponotus ligniperdus Kolonie habe ich auch
ein zweites Reagenzglas komplett ohne Wassertank angeboten, was für die Puppen genutzt wurde und in dem sich auch die Arbeiterinnen gerne aufhielten.
Wenn aber tatsächlich so große Mengen Brut vorhanden sind, sollte die Kolonie auch ein oder zwei tote Puppen verkraften können ;) .
bei 20-30 Arbeiterinnen heißt viel brut etwa 10 larven. Ausserdem zählt meines Wissens nach jede puppe/larve am anfang.
Ausserdem wurde die eine puppe schon seit 2-3 tagen nicht angefassen und ist verschrumpelt.
aber trotzdem danke für den tipp.
mehr als 1000 fache vergrößerung beim Mikroskop reichen doch aus?
ausserdem bewege ich die ameisen garnicht. sie sitzen dort wo sie sind, auf der fensterbank.
Seit paar tagen habe ich ein Problem, am Donnerstag trug eine Ameise eine Nacktpuppe außerhalb des Reagenzglases herum.
Danach legte sie diese auf dem Müllberg ab. Sie vertrocknete dort und wurde nicht wieder angefasst.
Normal ist es so, wie "Hammer" schreibt, sie lagern auch schon mal ihren Nachwuchs in der Arena.
Hier sieht es für mich nach einer anderen Begebenheit aus.
Sie kümmern sich um ihre ausgelagerten Nachwuchs, auch bleiben Arbeiterinnen dabei
und sie tragen nicht nur 1 oder 2 Puppen raus.
Puppen oder Larven, die sie herausgetragen und auf dem Müll entsorgen, sind nicht mehr in Ordnung oder schon gestorben.
Diese zurück ins Reagenzglas zu legen bringt nichts, werden bald wieder entsorgt.
Das Puppen oder Larven sterben gibt es schon mal, das ist nicht unnormal, nur sollte das kein Dauerzustand werden.
Gerade gelesen das sie auf der Fensterbank stehen.
Wie sieht es mit den Temperaturen und der Feuchtigkeit aus.
Ist es möglicherweise in der Fensterbank zu kalt oder kann die Sonne direkt darauf scheinen?
Grüße Wolfgang
Danke für die info Erne,
auf der Fensterbank ist die luft Min./max. 16/21°C
Gibt viele Gründe, die dafür verantwortlich sein können, das Puppen sterben und entsorgt werden.
Und wie geschrieben sind es nur 1/2 ist das auch nicht tragisch.
Max. 21°C für Puppen ist recht wenig, kannst sie nicht ein paar Grad wärmer stellen?
Vielleicht ist es im Raum etwas wärmer als in der Fensterbank oder möglicherweise gibt es einen Heizkörper, in dessen Nähe sie gestellt werden könnten?
Grüße Wolfgang
sie stehen genau über einem Heitzkörper.
ausserdem ist jetzt doch winterruhe
Ameisenforscher, Messor capitatus leben in Südeuropa. Da friert es im Winter auch.
Die Winterruhe sollte schon deutlich unter 10°C liegen und Puppen und Eier sollte es in dieser Zeit nicht geben. So zumindest bei den Messor capitatus im Balkan.
Allerdings muss ich sagen, dass meine ebenfalls keine Winterruhe hatten, sie haben einfach nicht mit dem Eier legen aufgehört und hatten durchgängig Puppen.