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Wolph: Heimchen füttern - frisch oder alt? (13. Nov 2011 12:23)

Hallo liebe Ameisenfreunde!
Ich bin noch ganz neu hier und meine kleine Kolonie freut sich gerade über ihr zweites Heimchen. Vom Zooladen aus der Heimchen-Box. Dort drin sind nicht nur lebendige Heimchen, sondern auch etliche am Boden, die nicht mehr leben. Würdet ihr die toten Heimchen auch verfüttern? Oder nehme ich jedes Mal ein lebendiges und bringe es um die Ecke, damit es ganz frisch ins Formicarium kommt?
Generell bin ich beim Thema Heimchen recht unsicher, wie ich das langfristig anstellen soll. Jedes Mal mit der Box auf die Terrasse, um ungeschickt mit der Federstahlpinzette eines zu fangen? Heimchen in der Box füttern oder beser nicht? Aktuell haben sie ein stück Salatgurke zum "trinken" dort drin und drei Corn Flakes. Gurke scheint eine gute Idee gewesen zu sein.
Züchtet ihr eure Heimchen selbst? Ist das viel Aufwand?
Viele Grüße,
Wolph

Ants-Fan: Re: Heimchen füttern - frisch oder alt? (13. Nov 2011 12:32)

Hallo Wolph!
Heimchen sind vor allem bei kleinen Kolonien
gut tot anzubieten, oder bei Messor-Arten, da sie
keine guten "Jäger" sind. Am besten überbrühst du die Heimchen bevor
du sie der Kolonie gibst, da die Milbengefahr steigen kann. (Nicht alle Milben sind gefährlich)
Also Heimchen ernähren sich vor allem von etwas verfaulten Sachen
wie z.b Kompost, Faulem Gemüse etc.

Viel Glück noch!

MfG Ants-Fan

Wolph: Re: Heimchen füttern - frisch oder alt? (13. Nov 2011 12:58)

Vielen Dank, Ants-Fan!
Messor cf. barbarus sind das in meinem Fall - geschätzte 40 an der Zahl momentan. Verfüttere ich nun die bereits tot in der Box liegenden Heimchen? Überbrühe ich vorher eines und lege es dann ins Formicarium? Bisher habe ich nur die lebenden Heimchen gefangen und enthaputet den Ameisen gegeben.

Markus: Re: Heimchen füttern - frisch oder alt? (13. Nov 2011 13:49)

Ich persönlich verwende die bereits toten Tiere nicht an meine Ameisen, da ich bei denen ja nie sicher sein kann, woran sie denn nun gestorben sind,
ich habe mich aber auch mal erkundigt, wann bei meinem Tiergeschäft wieder frische Heimchen ankommen und mache meine Besorgungen dann eben immer an diesem Tag, sodass es weniger Tote gibt (um dann zuhause Tote zu vermeiden, hilft es oft, ihnen gut Wasser zu geben).
Überhaupt versorge ich die Tiere dann zuhause mit verschiedenem, besonders Wasser, aber auch Gras, Körner oder Haferflocken helfen als Stärkungsmittel, wenn ich sie etwas länger am Leben halten will, kommen sie auch in einen größeren Behälter, sodass sie sich bei der Häutung nicht ständig gegenseitig anfressen.

Gerade prädestinierten Aasfressern wie Messor barbarus kann man tote Tiere geben!

Wobei du die so langsam doch in die Winterruhe schicken solltest!

Wolph: Re: Heimchen füttern - frisch oder alt? (13. Nov 2011 14:21)

Hallo Markus,
vielen Dank für deine Antwort! Das mit der Winterruhe ist so eine Geschichte. Diese Messor cf. barbarus aus Afrika wurde mir als eine Art verkauft, die keine Winterruhe macht (und gemäß der Bezeichnung ja eine etwas andere Art Messor barbarus ist oder unter Umständen auch nur optische Ähnlichkeit mit Messor barbarus hat). Ich starte also den Versuch, sie ganzjährig auf Zimmertemperatur zu halten.

In unserem Haus hat der kälteste Kellerraum im härtesten Winter vielleicht mal 20°C - kälter wird es hier nicht und so fehlen mir auch die Alternativen.
Nun ist die Bande erst den zweiten Tag aus der Transportbox raus und ich sammle Erfahrungen, was sie gerade gern fressen und was nicht.
Im momentan noch etwas provisorischen Formicarium (die rote Folie fehlt mir noch in der passenden Größe und ich habe ein paar Stücke roter Folie nur umständlich an die Ecken geklebt) kann ich noch nicht sehen, ob es der "Chefin" gut geht. Ich weiß nicht, ob inzwischen Eier da sind - in der Transportbox habe ich keine gesehen. Hätte aber auch keine sehen können wegen der zusammengeknüllten Küchenrolle darin.

Ich habe so eine Art Erfahrungsbericht hier gestartet: http://www.antstore.net/viewtopic.php?f=165&t=16810

Zeri: Re: Heimchen füttern - frisch oder alt? (22. Dez 2011 15:29)

Hey,


ich verstehe garnicht wieso ihr immer alle so einen Wind um Kleinigkeiten machen müsst^^
Ich hab ganz am Anfang mal 1 Heimchen überbrüht, das war mir aber schon viel zu doof.

Ich habs so gemacht: An dem Tag, an dem im Zooladen die neuen, frischen Futtertiere gekommen sind hab ich ne Schachtel mittlerer Heimchen gekauft und diese in den Gefrierschrank gepackt.
Nach 12 Stunden rausgeholt und die Box aufgemacht. Alle einzeln raussortiert und in eine Tupperdose getan, damit ich diesen Eierkarton und den ganzen Unrat da nich mit drin habe.

Nun habe ich ca. 120 Heimchen tiefgefroren in einer Tupperdose, die ich nur rausholen muss, tiefgefroren ohne Matsche einfach in 2 Hälften teilen, den Ameisen reinlegen.
Die sind somit frisch, milbenfrei, man kann je nach Wunsch die Beine vorher abmachen (die werden von den Ameisen eh nie verwertet) und wenn die auftauen wird der Geruch erst dann von den Ameisen bemerkt.
Das heisst, sie interessieren sich sowieso erst für die Heimchen wenn diese sowieso angetaut sind.

Das funzt bei mir super. Einfach, schnell, unkompliziert, hygienisch und platzsparend ;)

Schwarzbaer: Re: Heimchen füttern - frisch oder alt? (22. Dez 2011 22:19)




Ich habs so gemacht: An dem Tag, an dem im Zooladen die neuen, frischen Futtertiere gekommen sind hab ich ne Schachtel mittlerer Heimchen gekauft und diese in den Gefrierschrank gepackt.
Nach 12 Stunden rausgeholt und die Box aufgemacht. Alle einzeln raussortiert und in eine Tupperdose getan, damit ich diesen Eierkarton und den ganzen Unrat da nich mit drin habe.


Das funzt bei mir super. Einfach, schnell, unkompliziert, hygienisch und platzsparend ;)

So mache ich es auch, da ich nicht eimal pro Woche zum Händler will..


Aber bevor du die Tiere in den Kühlschrank gibst, kochst du sie wohl ab oder?

Erstens bei wilden Futtertieren ist es ja was anderes, diese haben eher keine Milben und co. Doch die extra gezüchteten Maden, Heimchen sind da schon eher anfällig.
Zweitens was ethnisches, ich finde den Überbrühungstot (dauert Sekunden!) doch etwas humaner (bzw. tiergerechter) als den lang andauernden Erfrierungstot...

Markus: Re: Heimchen füttern - frisch oder alt? (22. Dez 2011 22:26)

Auch wenn es je nach kulturellem Hintergrund durchaus extrem andere moralische Vorstellungen geben kann, meintest du wohl eher ethisches,
du darfst bei den Tieren nicht davon ausgehen, dass sie spüren, dass sie erfrieren,
erstens ist Schmerzempfinden bei Insekten eher ausgeschlossen und zweitens spüren sie keinen Temperaturunterschied, so wie wir Gleichwarmen, sie werden erstmal nur langsamer und sterben rasch, wenn die Zellen zerfrieren.

Bitte keine Vermenschlichungen,
übrigens: ähnlich mache ich es auch, weil es extrem schwierig für mich ist, die Tiere dazu zu bringen, im Sieb stillzusitzen, wenn es ins Kochende Wasser taucht...

Schwarzbaer: Re: Heimchen füttern - frisch oder alt? (22. Dez 2011 22:38)

Ohja meinte ethisches. :-
Ich glaube schon das Insekten Schmerz empfinden, ich bevorzuge eben deshalb das Überbrühen... Aber du hast schon recht, bei Heimchen ist es doch bisschen schwieriger mehrere gleichzeitig zu überbrühen, bei Maden gehst doch tausendmal leichter.

Wie auch immer, wenn man Allesfresser hält, muss man halt Nahrung herbei schaffen..

Zeri: Re: Heimchen füttern - frisch oder alt? (29. Dez 2011 14:37)

Hallo!

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Insekten soetwas wie Schmerz beim Menschen nicht empfinden können.
Ich habe sie einfach in die Gefriertruhe gesteckt. Wie schon geschrieben, bekommen die davon nichts mit. Sie werden langsamer und sterben dann einfach.
Gerinnt denn bei der Überbrühung auch nicht das Eiweiss in dem Futtertier?


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