Hallo Markus,
ich habe selten so einen detailliert geführten, informativen Haltungsbericht gelesen, der so erfrischend lebendig geschrieben und mit anschaulichen Fotos ergänzt wird =D> . Dafür möchte ich Dir einfach mal danken, dass Du Dir soviel Mühe mit Deinen Berichten hier gibst, Zeit investierst, und uns auf diese Weise an der Haltung Deiner Ameisen teilhaben lässt. Ich lese sie gerne und freue mich auf die Fortsetzung. Weiter so! :D
Viele Grüße
Hi Uta,
freut mich, dass dir der Bericht gefällt und danke für das tolle Lob!
Die Hauptarbeit habe ich mir natürlich zuvor geleistet - und durch die Ankündigungen im Sommer haben sicherlich schon einige gedacht, ich wär bekloppt :grin:
momentan wird nur eingestellt, die Tiere sind schließlich in der Winterruhe - à prôpós, da stelle ich hier mal eine Frage zur Diskussion, die ich zuvor in einem anderen Post gestellt habe, die aber hier sicher passender ist:
http://www.antstore.net/viewtopic.php?f=7&t=16890
>Nun, ich habe da so eine Theorie, was die Winterruhe bei Messor barbarus angeht,
ich habe jetzt eine kleinere Kolonie und eine Größere (ja, in meinem Haltungsbericht waren es drei Königinnen, keine ist gestorben, lest selbst, was passiert),
die kleinere Kolonie ist eigentlich schon im Spätsommer langsam in den Winter gegangen, weil es in meinem Zimmer nach der Hitzewelle eher unter zwanzig Grad waren, wenn auch nicht weniger als achtzehn.
Bei der habe ich wesentlich geringere Verluste zu vermelden, die Kolonie ist jetzt ruhig und stagiert auf ihrer kleinen Größe, Brut kommt wohl auch keine nach.
Die Größere war lange Zeit bei 27°C und hat sich prima entwickelt, ist allerdings zur Winterruhe stark zurück gegangen, normale Sterberate, geringere Geburtenrate würde ich mal sagen (obwohl die Temperaturen innerhalb eines halben Monats und nicht etwa schlaghaft auf unter 15°C gesenkt wurden).
So, genug der Spoiler, jetzt aber zur eigentlichen Diskussion:
Könnte es also sein, dass man mit einem Zwischenmonat bei etwa achtzehn Grad (und normaler, bedarfsgerechter Fütterung), bis man dann zur Winterruhe die Temperaturen schrittweise entgültig auf unter 15°C senkt, die Verlustrate senken helfen, weil die Tiere sich so physiologisch leichter auf Winter einstellen könnten, als wenn man das nur innerhalb eines Monates macht?
Natürlich ist die Wahrnehmung etwas verzerrt, eine Kolonie ist wesentlich kleiner, als die Andere,
aber vielleicht erkennt man ja doch unterschiedliche Trends!?
Bei deiner Kolonie bilde ich mir auch ein, geringere Arbeiterinnenzahlen wahrzunehmen, als auf dem letzten Gesammtbild des Nestes, sicherlich hat das auch, wie ich bei mir vermute, mit der zeitweise rapide Sinkenden Brutzahl im Verhältnis zu der gleichgebliebenen Todeszahl zu tun!?<
Mittlerweile hat sich die Situation etwas beruhigt, kaum noch Tode, die Königin hängt in einer Wintertraubenähnlichen Struktur, auch wenn noch Aktivität ist, scheinen sie endlich in der Winterruhe zu sein, was meine Theorie unterstützen würde, also was meint ihr?
Ich würde mich nur freuen, wenn mehr Leute reinschauen würden, täglich 30-40 und über die Letzte Woche 100 Clicks sagen mir, dass "nur" schätzungsweise zwanzig bis maximal hundert Leute wirklich regelmäßig reinsehen.
Klar ist das auch viel, aber bei einem so großen Forum...
Momentan ist winterruhebedingt im Forum halt wenig los...
Auf jeden Fall macht man nach deinem Lob gerne weiter!
M.f.G.
Markus
Wundert euch nicht, dass ich heute mehr als zwei Beiträge einstelle, aus irgendeinem Grunde habe ich verschiedene Tage unter der gleichen Nummerierung (siehe Bilder) abgelegt und an dieser Nummerierung orientiere ich mich ja...
Dein Haltungsbericht gefällt mir sehr, ich schaue jeden Tag rein.
Vorallem die genauen Beschreibungen und Zahlenangaben sind sehr hilfreich, um sich ein gutes Bild der Haltung zu machen.
Eine Frage habe ich aber: Du hast um dein Ytongnest eine Zementschicht gemacht, damit die Ameisen nicht ausbrechen, wenn sie sich durch den Ytong beißen. Wie schnell geht so ein Ausbruchsversuch vonstatten und benötigen sie dafür Major-Arbeiterinnen? Ist so ein Schutz um den Ytong auch bei kleinen Kolonien nötig? (Okay, sind zwei Fragen)
Mach auf jeden Fall weiter so! Ich erwarte jede Fortsetzung des Berichts mit großer Spannung!
Danke, schön, dass es dir gefällt!
Gerade die Zahlenangaben sollen eine genauere Vorstellung von Kolonieentwicklung vermitteln, zumindest bei diesen Temperaturen.
Zu dem Zementnest in den Bildern muss ich sagen, dass es noch nicht genutzt wurde und ich es für die große Kolonie wohl auch nicht mehr nutzen würde, da ich einfach zu viel Ytong verbaut habe, was ihnen die Möglichkeit gäbe, sehr tiefe und weitreichende Höhlen reinzufressen und damit von der Bildfläche zu verschwinden.
Für ideal würde ich heute ein Zementmantelnest halten, bei dem der Ytong nur wenige Millimeter dick von dem Zement bis zur Luft in den Kammern ist, da würden sie sicherlich auch graben, dennoch wären keine Höhlen möglich, die so tief sind, dass die Königin reinpassen würde!
Das Problem mit deiner Frage ist, dass ich sie nicht genau beantworten kann, denn ob die Tiere graben, hängt hauptsächlich von zwei Fakoren ab:
1. Koloniegröße und
2. Nistplatzangebot.
Je größer der Abstand zwischen diesem beiden Faktoren ist, desto größer ist die Chance, dass sie graben.
Und wenn sie graben, dann geht das recht schnell, das ist mir auch passiert und ich habe es im Haltungsbericht dokumentiert,
in weniger als fünfzehn Beiträgen bekommen sie ihr Ytongnest, dann geht es auch bald los.
Ist aber nur schwer über einen Zeitraum messbar, da der Teil ja nicht sichtbar ist, an dem sie im Ytong arbeiten...
Da will ich aber nicht zu viel spoilern, du kannst dich allerdings darauf verlassen, dass noch zwei Ytongnestbeschädigungen dokumentiert sind!
Ich danke dir für dein Lob und wenn du noch Fragen hast, stell sie
m.f.G.
Markus
Ich habe gerade etwas experimentiert, mit einer Lupe und meiner Kamera.
Ist noch ganz brauchbar, auch wenn mit Stativ und eventuell in der offenen Arena bessere Ergebnisse drin wären...
Sehr toller Bericht Markus!
Find ich wirklich gut, dass du dein Bericht erst so spät angefangen hast...da hat man auch im Winter was schönes zu lesen :)
Weiter so!
greets
Dankeschön!
Hört man immer wieder gern, dass es euch gefällt!
Dann viel Spaß beim Weiterlesen und frohe Weihnachten
m.f.G.
Markus
Ich erhalte ab und zu PNs wegen meiner Haltungsberichte,
so auch heute Abend.
Für gewöhnlich antworte ich auf PNs mit PNs, aber heute möchte ich mal im Forum darauf antworten, aus zwei Gründen:
1. mein PN-Briefkasten ist fast voll, den müsste ich erst nach den Feiertagen mal ausmisten
(ihr tätet mir jetzt einen Gefallen damit, hier zu posten, solange es nicht zu themenfremd ist, geht das auch so OK!)
2. wenn es hier eingestellt wird, können andere, die vielleicht ähnliche Fragen haben, schon mal eine entsprechende Antwort lesen,
außerdem könnten mich erfahrenere User korrigieren, wenn ich mal daneben läge (wenn das denn mal passiert :grin: ).
Im Sinne der Kollegialität oder wie man es nennen möchte, möchte ich euch also bitten, ruhig hier zu posten,
beißen kann ich nicht, auch wenn meine Posts manchmal etwas bissig sind! ^^
Also stelle ich es mal ohne Namen rein, wenn du kein Problem damit hast, kannst du auch direkt hier antworten,
wäre mir (wie gesagt) auch lieber:
>Guten Abend Markus,
erstmal wünsch ich dir frohe Weihnachten<
Dir auch frohe Weihnachten und eine besinnliche Nacht!
>Und wie im Betreff schon steht, hab ich eine Frage zu Messor barbarus.
Hab auch eine Kolonie Messor b. mit ca 110 Arbeiterinen. Haben sich innerhalb von 4 Monaten so gut entwickelt, gingen auch in den Winterschlaf.<
Soweit, sogut, schön, dass sie bei dir scheinbar problemlos in die Winterruhe gingen, ich hatte dagegen einige Problemchen...
>Nun hab ich sie aus dem Winterschlaf geholt. Sie sind auch wieder am fungieren.<
Da muss ich sagen: zu früh, zumindest wenn sie wie meine aus Südspanien kommen, auch da herrscht noch so etwas wie Winter!
>Probeweise habe ich ihnen Fliegenmaden angeboten. Bis jetzt sind es 5 Stück, die alle angenommen, ins Nest geschleppt und verputzt wurden. Dennoch hat meine Kolonie noch keine Brut (ich weiß dass geht nicht von heut auf morgen).
Das hat mich verwundert, weil der Hunger der Kolonie doch durch die Anzahl der Larven bestimmt wird, soweit ich weiß.<
Die Larven sind natürlich große Abnehmer von Futter, allein schon durch ihr Wachstum brauchen sie Unmengen an Proteinen (natürlich auch Kohlenhydraten),
aber dennoch benötigen die Arbeiterinnen auch Futter, nicht nur Zucker zur Aufrechterhaltung der Homeostase (hoffentlich schreib' ich das zu später Stunde noch richtig),
sondern auch Proteine, so wie wir, wenn wir ausgewachsen sind, müssen natürlich auch in Ameisenimagos regelmäßig Proteine aus Aminosäuren generiert werden.
Auch wenn ich nicht weiß, welche Aminos. für Ameisen essentiell sind, so werden sie sicher auch welche haben und dementsprechend bis ins Hohe Alter Proteine fressen müssen,
wenn auch nicht so viel, wie der Teil der Kolonie, der für die Vermehrung zuständig ist!
Hinzu kommt, dass man oft Brut übersehen kann, wenn die Tiere darüberhängen oder sie in kleinen Nischen versteckt liegt!
>Meine Therorie wäre, dass die Königin erst gefüttert werden muss, bevor sie mit der Eierproduktion anfängt.
Da du hier im Forum einen Namen hast, und wie du bemerkt hast, dass ich ein aufmerksamer deiner Haltungsberichte bin, wollte ich mir einfach deine Meinung darüber anhören.
Was denkst du darüber?<
Danke für die Blumen! :D
Eine Theorie habe ich ja bereits genannt, an deiner ist aber auch etwas dran:
kurz nach der Winterruhe ist der Sozialmagen der Kolonie ziemlich leer, den müssen sie erst einmal füllen und das Futter muss auch verteilt werden,
dann muss die Königin es aufnehmen - nicht nur sie bekommt was, wie bereits erwähnt, sondern auch die Arbeiterinnen - und schließlich in Eier investieren.
Das kostet natürlich Zeit und der Sozialmagen muss erst einmal gefüllt sein.
Außerdem kann die Kolonie auch einfach nur Hunger haben, denn wenn kaum Körner vorhanden sind, könnten Kohlenhydrate knapp werden und dann greift man auch auf andere Energiequellen wie Fette und Proteine zurück - änliches gillt für Wasser, das ja auch in Futterinsekten vorkommt!
Noch ist das also nicht wirklich besorgniserregend, es gibt einige Möglichkeiten und am Wahrscheinlichsten ist, dass es einfach noch etwas Zeit kostet, Brut zu generieren - ist ja auch noch sehr früh.
Hoffe, ich konnte deine Frage beantworten und wünsche dir noch ein schönes Fest
m.f.G.
Markus
wie groß ist denn die Kolonie?