Heute müssten wieder zwei Ameisen geschlüpft sein. Wo gestern noch drei dunkle Puppen lagen, sind es heute nur noch eine. Somit steigt die Population offiziell auf 32! Nach mehrmaligem zählen kam ich aber manchmal auf 33, was mich natürlich verunsichert. Die lückenlose Dokumentation des Koloniewachstums ist in Gefahr und ich muss mich wohl irgendwann abfinden, dass hin und wieder einige Neugeborene sich meinen Blicken entziehen.
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Liegt wohl daran, weil meine Argusaugen auf die dicke Wurst gerichtet ist. Fast jede freie Minute kontrolliere ich nach, ob der dicken Nudek vielleicht Beinchen gewachsen sind. Schließlich scheint die Verwandlung von Larve zur Puppe innerhalb weniger Stunden sich zu vollziehen, da ich bisher nie eine Zwischenstufe sehen konnte. Wann dies geschehen wird, kann ich nicht sagen. Abwarten und Tee trinken.
Mir war in der Nacht so ziemlich langweilig und ich wollte kurz meine Arena ein wenig umgestalten. Ich habe also das Reagenzglasnest mal näher an den Ytongeingang geschoben und löste Erwartungsgemäß eine kleine Panik aus. Einige Arbeiterinnen liefen aus dem Nest heraus und polterten den Ytongeingang hinunter. Sie kamen aber wieder zurück und alles normalisierte sich wieder ein wenig.
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Da ich mit der Reagenzglasposition noch nicht zufrieden war, hob ich es erneut kurz an. Diesmal stürmten die Arbeiterinnen fast sofort mit Puppen nach draußen.
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Durch den regen Verkehr verstärkte sich natürlich die Duftspur und wie hypnotisiert begann die Eierlegemaschine dieser zu folgen. Das ging dann so schnell, dass ich nicht rechtzeitig meine Kamera anschalten konnte.
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Im großen Durcheinander gab es einige Ameisen, die Puppen wieder ins Reagenzglas gebracht haben. Andere schnappten sich die aber wieder und brachten sie in den Ytong. Nach einigen Minuten war das Spektakel aber aucch schon wieder vorbei.
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Zwei Arbeiterinnen begannen sofort zu furagieren. Sie liefen im Becken herum und inspizierten die für sie neue Umgebung. Schließlich lag ihr Nest ja an einer anderen Position als vorher. Eine Arbeiterin versuchte auch die Glasscheibe hochzuklettern, fiel aber sofort wieder herunter, ohne auch nur in die Nähe der PTFE Schicht zu kommen. Andere brachten sowohl geknackte, als auch ungeknackte Körner ins neue Nest.
Im alten Nest waren immer zwei bis drei Arbeiterinnen, sodass ich es nicht entfernen konnte. Erst gerade eben war das Röhrchen mal leer gewesen. Das neue Reagenzglas liegt immernoch in der Arena zur Sicherheit. Falls etwas mit dem Ytong nicht stimmt, haben meine Ameisen eine Ausweichmöglichkeit. Nochmal abkochen sollte ich es aber schon, denn irgendwie kann man innen drin milchig trübe Bahnen erkennen. Anscheinend sind da ein paar Punks mit feuchten Heimchenteilen durch das Reagenzglas gelaufen und haben Graffitis gemacht. Das soll natürlich weg!
Wie es mit der Koloniegröße aussieht, kann ich überhaupt nicht mehr sagen. Irgendwo bei 32-35 wird sie jetzt liegen. Hier nochmal ein Youtube Video:
Video <- Klick!
Die vergangene Nacht war schlimm. Zwischen Ytong und Beckenscheibe ist ein kleiner Spalt, den die Ameisen anfangs auch gemieden haben. Sie haben sogar den Spalt an der Unterkante der Kammer weiter mit Kies abgedichtet. Leider ist eine Arbeiterin mutig genug gewesen, um in den Spalt an der rechten Kammerkante zu krabbeln. Sie verirrte sich sogar bis auf die rechte Seite des Beckens und es schien mir, dass sie sich nicht mehr zurücktraute.
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Aus Angst, dass sie den Weg nie wieder zurück finden würde, habe ich in der Ecke des Beckens Kies weggeräumt und einen Notausgang in die Freiheit geöffnet. Miteinem mulmigen Gefühl ging ich dann ins Bett.
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Als ich wieder aufstand sah ich, dass die verlorene Arbeiterin nicht mehr an der Seite war. Entweder hat sie den Weg ins Nest zurückgefunden, oder sie ist zur Rückseite des Beckens gekrabbelt. Da ich heute optimistisch drauf war, denke ich, dass sie wieder in Sicherheit ist. Den Notausgang habe ich dann wieder mit Kies bedeckt. Die rechte Kammerkante haben sie im laufe des Tages ebenfalls mit Kies abgedichtet. Dabei haben sie die kleinen Steinchen mit aller Kraft in den Spalt geschoben, bis dieser sich verkantet hat und fest hing. Zuvor haben mehrere Arbeiterinnen wieder den Spalt erkundet und sind sogar zu den beiden unteren Kammern vorgedrungen. Sie schienen aber mit der Orientierung besser klar zu kommen und kehrten zur Hauptkammer zurück.
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Seit dem Umzug waren meine Ameisen sehr fleißig. Sehr oft sehe ich, wie eine oder zwei Arbeiterinnen weiträumig herumlaufen. Selten testen sie auch mal die PTFE Schicht, die auch funktioniert. Vorallem trugen sie ziemlich viele Körner ein, die sie größtenteils zur Eingangsverengung benutzen.
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Auch am bereitgestelltem feuchten Schwamm sitzt manchmal eine Arbeiterin und leckte die Feuchtigkeit ab. Ich habe sowohl den Wassernapf, als auch den Körnernapf in den Kies verbuddelt, sodass das Futter ebenerdig mit der Kiesschicht ist. Dadurch brauchen meine Ameisen nicht den Napf hochklettern, denn klettern können sie wahrlich schlecht.
Vor dem Eingang habe ich noch ein Stück Paybackkarte als unterlage gelegt, wo ich gerade Heimchen anbiete. Das Stück Plastik lässt sich gut reinigen.
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Meiner dicken Larve geht es gut und wurde noch nicht gefressen. Sie liegt bei dem Rest der Kolonie hinten rechts in der Ecke. Ziemlich viele Ameisen hängen dort an der Decke, ohne dort hinunter zu fallen, was im Reagenzglas aber öfters passiert ist. Ameisen zählen tue ich aber nicht mehr. Ich genieße einfach die hohe Aktivität und freue mich.
Vergeblich haben Ameisenhalter versucht die Entwicklung von Larve zu Puppe fotografisch festzuhalten. Es war immer entweder Larve oder vollausgebildete Nacktpuppe zu sehen. Die gängigste Begründung war immer, dass die Verwandlung sehr schnell von statten geht. Aber wie kann so eine eklatante Neuformung des Körpers in so einer kurzen Zeit vollzogen werden?
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Wir stellen uns immer vor, dass aus der Larve auf einmal sechs Beinchen wachsen. Ist dies tatsächlich so? Können wirklich so schnell Körperglieder wachsen? Alles falsch!
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Die Entwicklung findet vollständig im inneren der Larve statt! Unter der Larvenhaut wächst eine neue Ameise heran und von außen sieht man allerhöchstens, dass Teile der Larve seltsam schattiert sind. Nach mehrtägigem entwickeln wird die Larve von den Arbeiterinnen sorgsam beleckt und eventuell aufgebissen. Sie wird quasi wie eine Banane geschält (zweites Bild) und es erscheint die fertige Nacktpuppe.
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Der Tag fing vielverspechend an. Es waren sechs bis sieben Arbeiterinnen draußen und nuckelten an dem feuchten Schwamm. Eine weitere Arbeiterin suchte nach Steinchen für den Nestbau. Seit sie umgezogen sind, hab ich ihnen schon zwei Heimchen angeboten, die sie auch Nachts in ihr Nest zogen. Die Futterverwertung lief auch sehr gründlich ab und es blieb nur Teile vom Chitinpanzers zurück. Der Umzug schien wirklich die Aktvität um 400% gesteigert zu haben.
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Die Riesenpuppe hat einen sehr massiven Kopf, wie man auf dem Bild sieht. Bis die Puppe braun wird,vergeht aber noch einige Zeit, aber dann hätte ich endlich meine erste Majorin, die ordentlich zubeißen kann.
Braune Puppen scheinen weniger geworden zu sein, weil entweder mehrere Arbeiterinnen geschlüpft sind, oder einige Puppen verdeckt waren, als ich geguckt habe.
Die Arbeiterinnen sind selbst bei ihrer geringen Größe sehr beißwütig im Nest. Ein paar Minore haben sich zur zweiten Kammer durchquetschen können, hatten aber bei der Rückkehr ein paar Probleme durch ihre Größe. Sie fingen tatsächlich an am Ytong zu nagen. Viel gebracht hat es aber nicht und so mussten sie trotzallem durch den engen Spalt zurück. Ob sie irgendwann mal auf die Idee kommen den Kies aus dem Nest zu räumen, weiß ich nicht.
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Ich musste heute die Batterien meines Funkthermometers auswechseln. Beim herausnehmen des Senders erschrak ich mich erstmal. Es schien, als ob da, wo der Sender lag, eine Ameise an der Außenseite der Scheibe hing. Beim näheren hinschauen bemerkte ich aber schnell, dass sie mit dem Rücken an der Scheibe innen klebte! Ich schien sie wohl mit dem Sender zerquetscht zu haben, da sie unter der Lupe eine kleine Delle im Gaster hat. Trotzdem kann ich es auch nicht ausschließen, dass sie vorher schon gestorben ist und durch ihre Schwestern dort hingetragen wurde. Da müsste ich weiterhin meine Augen offen halten. Zum Glück war es nur eine 3mm Pygmäe gewesen. Trotzdem sehr schade.
Tja, es ist wieder eine Pygmäe gestorben. Sie hat ganz fröhlich herum furagiert und ist dann druch eine kleine Öffnung an der Oberfläche zwischen Ytong und Scheibe geraten. Eigentlich nicht schlimm, da meine Ameisen oftmals schon bewiesen haben, dass sie dort herauskommen können. Die Pygmäe blieb jedenfalls aufeinmal stehen und rührte sich kaum noch. Auch Stunden später hat sie nur ein wenig ihre Position geändert. Ich habe dann mit einer aufgebogenen Büroklammer versucht sie anzustubsen, aber sie reagierte darauf kaum. Heute morgen ist sie dann auf dem Beckenboden gefallen. Herausbekommen kann ich sie jedenfalls nicht mehr.
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Werden Pygmäen nur zwei Monate alt? Oder lag es an den hohen Luftfeuchtigkeiten, die ich seit dem Gewitter letzte Woche wieder hatte? Den anderen Ameisen scheint es noch gut zu gehen.
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Meine Kolonie hat mittlerweile zwei weitere Kammern erschlossen. Die Königin ist dann mitsamt der Brut in die untere Etage gezogen,wo es wohl ein wenig feuchter ist als ganz oben. So ist jedenfalls die Theorie. Leere Heimchenhüllen und vergammelte Körner bringen meine Ameisen ordnungsgemäß an die Oberfläche. Körner knacken brauche ich auch nicht mehr, da ich gesehen habe, wie einige Arbeiterinnen selbstständig Grassamen oder ähnliches selber bearbeitet haben.
Heute ist wieder eine Pygmäe gestorben. Sie war gestern munter am furagieren, krabbelte auf das feuchte Stück Schwamm und bewegte sich auf einmal nicht mehr. Heute morgen lag stand sie zwischen Schamm und Eingang und bewegt sich nur noch langsam. Als ich dann vor wenigen Stunden nachguckte, war sie weg. Ich schaute also auf die Lieblingsmülldeponie hinter dem Hygrometer und da lag sie auch neben einem Heimchenkopf.
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Ich staunte nicht schlecht, als ich ein winziges Tierchen dort rumkrabbeln sehen konnte. Etwa 1,2mm lang, silbrig grau und länglich. Eindeutig keine Milbe, aber was dann? Wahrscheinlich ein Insekt, das gerne im Ameisenabfall herumwühlt. Ich konnte leider nur ein unscharfes Foto schießen, weil das Ding doch sehr flott unterwegs war und ich Probleme hatte es überhaupt zu sehen.
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Übrigens, die tote Ameise, die zwischen Ytong und Scheibe lag ist auch verschwunden.
Gute Nachrichten: Es sind keine weiteren Ameisen gestorben. Mittlerweile müsste die Verluste wieder durch Neugeborene ausgeglichen worden sein.
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Nebenbei haben meine Arbeiterinnen wieder einen Haufen Samen eingetragen. Mit der Koloniegröße wurden sie weniger wählerisch und trugen alle möglichen Körner ein. Eventuell hängt dies auch damit zusammen, dass jetzt bereits zwei große Majorpuppen vorhanden sind, die alsbald als Körnerknacker arbeiten werden.
Als ich gestern die rote Folie anhob, erschrak ich mich. In einer der noch mit Kies gefüllten Kammern wächst tatsächlich Schimmel heran. Wie kommt das zustande? Ganz am Anfang ist mir ein geknacktes Körnchen in das Nest gefallen und mit dem Kies, dass ich nachträglich hineingegeben habe, habe ich dies auch total aus dem Kopf verdrängt. Tja, leider kann ich jetzt auch nichts mehr machen. Ein lokales Erhitzen erscheint mir zu riskant und Ytong herausnehmen geht auch nicht. Ich befürchte schon, dass im Laufe des Jahres wieder ein Umzug meiner Ameisen bevorsteht.
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Nun zu etwas erfreulicherem: Meine erste Majorpuppe ist seit gestern gelb geworden. Somit hat sie ab der Verpuppung nur 12 Tage gebraucht und der Schlupf sollte in dieser Woche noch stattfinden, sodass sie deutlich weniger Zeit gebraucht hat, als bei meinen ersten Pygmäen. Dies müsste wohl an den hohen Temperaturen (bis zu 28°C) im Becken liegen, aber trotzdem erstaunt es mich, dass so eine große Ameise nicht länger braucht.
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Heimchen nehmen meine Ameisen sehr begierig an. Es dauert meist keine Minute, bevor die Heimchenteile in das Nest gezogen worden sind. Manchmal zerrt eine einzige Ameise das Heimchen rein, aber es gab auch Tage, wo sie lieber Verstärkung gerufen hat. Im Nest gibt es dann großen Andrang rund um das Futter und auch die Königin krabbelt dahin für einen Snack.
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Außenaktivität ist nicht immer konstant hoch. Desöfteren sehe ich eine Arbeiterin am Schwamm. Gestern sind aber wie auf Kommande 12-14 Arbeiterinnen aus dem Nest gestürmt, um etwas Wasser zu holen. Unter dem Pulk waren auch ein paar Media Arbeiterinnen dabei, die durch ihre Größe natürlich auffallen. Die werden aber bald von den Majorinnen in den Schatten gestellt.
Die große Puppe ist mittlerweile sehr dunkel geworden und wird morgen oder übermorgen schlüpfen. Schon jetzt kann man über den großen Kopf staunen! Alleine eines der Kieferzangen ist schon so groß wie ein Pygmäenkopf. Da kann man sich schon denken, dass solche mächtigen Mandibeln gut zu gebrauchen sind, falls mal wieder eine Körnerschale zu hart sein sollte.
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Auch die anderen Larven sind sehr stark gewachsen und teilweise sogar größer als meine Majorpuppe. Da kommen wohl noch dickere Brummer auf mich zu. Einige Arbeiterinnen waren heute Morgen damit beschäftigt gewesen, Puppen in die trockeneren Kammern abzulegen. Andere Arbeiterinnen brachten die Puppen aber wieder zurück. Hier sieht man, dass in einem Ameisenstaat auch mal Uneinigkeit herrschen kann.
Füttern tue ich zur Zeit alle zwei Tage ein Heimchen. Wahrscheinlich könnte ich sogar mehr verfüttern und sie würden dies annehmen. Vielleicht probiere ich das mal aus. Den Schwamm wasche ich ebenfalls alle zwei Tage aus, damit sie immer frisches Trinkwasser haben.
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