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Erne: Re: Messor barbarus Körnerknacker vom Dienst (28. Jan 2010 18:24)

Munteres Treiben

Sie haben eine Ameisenstraße angelegt.

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[Hier ein Video dazu]
Wozu der ganze Aufwand?
Sie waren nicht mehr aufzuhalten, 2 Tage Erkundung und es ging los.
Umzug steht auf dem Programm, alles, was Beine hat, hilft mit, Eier, Larven, Puppen, Körner, der ganze Hausstand ist in Bewegung gekommen.

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Und wo geht es hin, klar in den neuen Nestblock.
Eine neue Arena gab es auch gleich, eine Plastikbox mit Vorteilen für ihren Halter.
Alle Ecken rund, keine Probleme mit zusätzlichen Ausbruchsabsicherungen.
Oben eine umlaufende Kante, besonders prima um das aufgetragene Paraffinöl vorm Runter laufen abzuhalten.
Zudem gab es zu dem Teil noch einem passenden Deckel, man weiß ja nie, was noch kommt?
Wenn ich sie so beobachte, die Plastikbox ist so gut glatt, sie scheinen nicht an den Wänden hochzukommen.
Leider betrifft das auch den Boden, da wo sie den von mir gut gemeinten Bodenbelag, Kies mit einer Körnung von 1 – 3 mm,
weggeräumt haben, treten sie beim Transport ihrer Körner fast auf der Stelle.
So ist halt das Ameisenleben, überlegen ist da nicht drin.
Ihre neue Anlage ist weiterhin sehr kompakt, benötigt wenig Platz, lässt sich einfach transportieren und beanspruchte den Geldbeutel nur gering.

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Unter dem Nestblock liegt zur Wärmeisolierung eine 4-mm-Styroporplatte, genauso wie auf dem Nest.
In der oberen Platte ist wie schon gehabt eine Heizfolie integriert.
Über einen Schlauch mit 12 mm Innendurchmesser ist das Nest mit der darauf stehenden Arena angeschlossen.
Momentan gibt es nur einen kurzen Schlauchweg, bei Bedarf kann dieser verlängert werden in dem er mehrfach um die Arena verlegt (gewickelt) wird.
Selbst an einem anderen Ort könnte die Arena aufgestellt werden.
Zudem ist das Teil leicht und einfach anzuheben, um in den Nestblock zu gucken.
Noch einfacher habe ich es mir mit dem Umzug gemacht, alten Nestblock und Arena einfach in die neue Arena gestellt,
den Verbindungsschlauch dieser Teile abgezogen und sie einfach machen lassen.

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Hier seht ihr sie bei einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen.

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Watte die mögen sie ganz und gar nicht, zudem verhacken sie sich darin und kommen nicht immer frei.
Trotz Umzugseifer, für einen Snack ist immer Zeit.

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Die werden sich noch wundern, gibt bald Schmalkost um sie bei der Vermehrung ihrer Arbeiterinnenanzahl ein wenig auszubremsen.
Irgendwie können sie mir auch leidtun, müssen sie doch alles durch einen Schlauch transportieren.

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Erne: Re: Messor barbarus Körnerknacker vom Dienst (30. Jan 2010 10:53)

Zwischensequenz

Dass es bei mir keine umzugsfaulen Ameisen gibt, war schön öfters nachzulesen.
Passend zum Endwicklungsstand der Kolonie ein attraktives Nest angeboten und zumindest bei mir wird umgezogen.
Ein Blick ins alte Nest, es hat geklappt.

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Messor barbarus machen da keine Ausnahme, unter anderem mit etwas Wärme, sind sie schnell dabei, alles was sie haben, in ein neues Nest zu verfrachten.

Durch den Lehmanstrich könnt Ihr an den hellen Stellen mitverfolgen, wo diese Tiere bereits angefangen hatten, nachzuprüfen ob sich nicht noch weitere Ausgänge finden lassen.
Anfangs war dieses Nest reichlich zu groß, diesen Bericht zurückgeblättert, ist auf Bildern zu sehen, dass sie nicht benötigten Nestraum als Müllabladeplatz zu nutzen wussten.
Für mich gehört es zur Natur vieler Ameisenarten das sie Kammern anlegen, die als Müllplatz genutzt werden.
Macht für mich auch keinen Sinn, bei einem anfangs zu großem Nest, Kammern mit Erde aufzufüllen.
Sie graben mehr Raum frei als sie für ihren Nachwuchs brauchen und bunkern trotzdem Müll.
Rechts die Kammer mit dem oben überstehenden Rand was nichts anderes ist als Ameisenkacke.

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Kammern, die nahe am Nesteingang liegen, möglichst weit weg vom Nachwuchs, benutzt diese Art gerne als, naja ihr wisst schon, was ich meine.

Feuchte Kammern trockne Kammern, eine krasse Trennung, die nicht nötig ist.
Der Wassertank des alten Nestes geht links über die ganze Breite, ca. 10 ml Wasser pro Woche waren ausreichend, um eine leichte Befeuchtung zu erreichen.
Nachwuchs, Körner und Anfangs Müll, das leere Nest zeigt keinerlei Schimmelspuren.

Diese Ameisen brauchen Trinkwasser, der Bedarf steigt deutlich mit Zunahme der Arbeiterinnenanzahl.
Wie gerne sie trinken, ist hier an einer externen Wasserstelle sichtbar.

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Grober Kies mit Wasser angefeuchtet.

Wie wichtig diesen Ameisen Wasser ist, lässt sich beschreibend nicht in Worte fassen.
Denke mit diesem Bild hier wird es klar.

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Habe mich nicht weiter mit Anatomie dieser Ameisen beschäftigt, viel Wasser können sie nicht mitnehmen, woraus ich ableite, dass sie nur einen unterentwickelten Sozialmagen haben.
[Habt ihr da Informationen für mich, würde mich freuen, wenn ihr darüber etwas in den Diskussionsthread schreibt.]
Ein Umstand, der dazu führt, dass ihr sie in größerer Anzahl beim Trinken beobachten könnt.
Allerdings wird da bei Euch Geduld abverlangt, auch das Trinken selber braucht bei Messor barbarus so seine Zeit und dauert.
Anschließend eilen sie direkt ins Nest, für mich ein Zeichen, sie trinken nicht nur für sich selber.

Erne: Re: Messor barbarus Körnerknacker vom Dienst (2. Feb 2010 21:03)

Mal gucken, wo sie geblieben sind?

Naja, haben sich schon gut eingerichtet.

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Ganz links über die ganze Breite der Wassertank, der nur sporadisch mit wenig Wasser nachgefüllt wird.
Gleich daneben 2 große Kammern, die sie sich für ihren Nachwuchs ausgesucht haben.

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Weiter nach rechts, in die trockneren Bereiche, ihre Verpflegung.

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Ganz schön was los im Verbindungsschlauch, hier gibt es gerade Mehlwurmstau.

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Haben sie ihre Beute endlich bis ins Nest gezerrt, wird diese gleich zerlegt.

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Erne: Re: Messor barbarus Körnerknacker vom Dienst (6. Feb 2010 18:57)

Sie können nicht an Glas hochklettern?

Zugegeben ihre Fortbewegung wirkt schon ein wenig plump.
Daraus gleich abzuleiten, an Glas hoch, das wird nichts?
Gibt darüber unterschiedlichste Berichte, schaut selber.

Video

Als Versuchsanordnung ein auf den Kopf stehendes Gals, damit sie auch was von meinem Experiment haben, zur Belohnung ein paar Körner.
Mühelos laufen sie auf und ab, keine Chance sie ohne Ausbruchssicherung in der Anlage zu halten.
Könnt Ihr Euch vorstellen, wie fix diese Ameisen das Glas hoch wären, wenn ich ein paar Heimchen raufgelegt hätte

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oder diese Teile?

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Weitere Ergebnisse, sie suchen auch auf höheren Einrichtungsgegenständen nach Futter.
Und wie bei vielen anderen Arten auch, sind sie in der Lage, den Weg zu einer Futterquelle
für andere Arbeiterinnen zu markieren.

Erne: Re: Messor barbarus Körnerknacker vom Dienst (12. Feb 2010 20:12)

Die Größte der Großen

Mehr geht nicht, jedenfalls beimeinen.
Gut zu erkennen der Größenunterschied der Arbeiterinnen und die kräftige Kopfform.

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Hier sind sie dabei, Wasser aus feuchten Kies zu saugen.

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Und hier bei einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen.

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Erne: Re: Messor barbarus Körnerknacker vom Dienst (14. Feb 2010 18:27)

Wasser?

Für Messor barbarus als größere Kolonie besonders wichtig.

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Sie kommen gerne zum Trinken und sie kommen in Scharen.

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Obwohl diese Tiere kräftig sind, sie ertrinken in einen Kronenkorken.

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Normal bekommen sie es locker hin aus einem Kronenkorken Wasser aufzunehmen, das Problem liegt in der Schreckhaftigkeit dieser Ameisen.
Leichte Erschütterungen, Luftströme durch Ausatmen und sie hasten durcheinander und landen so auch schon mal im Wasser.
Für mittlere Kolonien kann Wasser noch gut als Tropfen auf einen nicht saugenden Untergrund angeboten werden, später ist eine Tränke einfacher.

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Erne: Re: Messor barbarus Körnerknacker vom Dienst (19. Feb 2010 19:39)

Die Zeit der Majorarbeiterinnen

Unter den schlüpfenden Arbeiterinnen nimmt der Anteil der richtig Großen deutlich zu.

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Seltener Fall, Majestät hat Zeit für ein Foto.

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Immer kreisförmig umringt von vielen Arbeiterinnen.

Eine Brutkammer

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Etwas mehr

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Und noch mehr

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Ganz links am Wassertank lagern sie ihren Nachwuchs.
Weiter rechts bis ganz rechts, da wo es immer trockener wird, ihre Verpflegung.
Sie waren fleißig und haben ordentlich eingetragen, ganz klar, diese Ameisen lieben Körner.
Naja ist halt ihre Natur, was sie haben können sie gut für schlechtere Zeiten gebrauchen.
Diese Tiere können ja nicht wissen, dass es bei mir immer gut zu beißen gibt.

Erne: Re: Messor barbarus Körnerknacker vom Dienst (21. Feb 2010 15:39)

Zwischensequenz

User "huhnfan" stellte sich die Frage, ob diese Ameisen auch an dünnen Hölzern hochklettern, um ihr Futter einzusammeln.
Eine Idee wie das ausprobiert werden kann, hatte er auch gleich.
Zahnstocher so zusammengeklebt das sich oben eine Plattform ergibt.
Hier der Versuch so ein Bauwerk in die Tat umzusetzen.

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Auch Finger scheinen für diese Ameisen interessant zu sein.

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Der verwendetet Kleber ist Bio, eine Mischung aus Weizenmehl und ein wenig Zucker, auch bekannt als Mehlkleister.
Mehl und Körner, mal gucken ob sie das Gestell gleich mitzerlegen in dem sie den Kleber einfach mitverwerten?
Neugierig sind diese Tiere ja, ist mit zu rechnen das es nicht lange braucht bis die Ersten das merkwürdige Gestell in ihrer Anlage etwas genauer erkunden.
Damit sie nicht umsonst klettern, auch als Anreiz für ihre Mühen, gab es auf die Plattform Ernes spezial Futtermischung.

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Hier seht ihr sie schon bei der Arbeit.

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Ist nicht das geringste Problem für sie auch mit einer Last an dünnen Hölzern zu laufen.

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Was machen Ameisen nicht alles, um an leckeres Futter zu kommen.

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Was hatten sie doch für ein Glück, das ihr Halter einen einsichtigen Tag hatte und nur kurze Zahnstocher verwendet hat,
und nicht Hölzer in Strohhalmlänge.

Erne: Re: Messor barbarus Körnerknacker vom Dienst (26. Feb 2010 20:13)

Nichts ist ihnen heilig?

Selbst so große Spinnen können sie gut als Beute gebrauchen.

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Aber Achtung, nur tote Spinnen sind eine gute Beute.
Viel kleinere Spinnen, lebend drehen die Verhältnisse um und diese Ameisen enden als Beute.

Erne: Re: Messor barbarus Körnerknacker vom Dienst (27. Feb 2010 21:05)

Sind gut drauf die Kleinen.

Sie können nur von Körnern leben?
Körner enthalten Stärken, Eiweiß, Mineralien, Wasser, sollte doch reichen für eine Art, die sich darauf spezialisiert hat?
Gelegentlich ein gefundenes Insekt um zusätzliches Eiweiß für den Nachwuchs einzutragen.
Etwas verwunderlich betrachte ich ihr Treiben.

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Ein Video dazu

Ganz klar sie sammeln nicht nur, dass ein was Tod herumliegt.
Oder wie seht ihr das?

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