Was ist geworden?
Die größere der beiden Kolonien habe ich abgegeben.
Könnt ihr euch noch an die kleinere Kolonie erinnern, die wo die Königin nur 2 Arbeiterinnen in der Gründungsphase aufgezogen hat?
Ist für mich immer eine besondere Freude zu beobachten das doch noch was daraus geworden ist.
Liegt jetzt schon ein paar Wochen zurück, wo ich ihnen ein neues Nest angeboten habe.
Aus Gips und mit Drahtgewebe eingebaut, ihr wisst ja, Mandibeln die Körner knacken, haben mit Gips alleine keine Probleme um weitere Ausgänge einzuarbeiten.
Auch wenn es eng war, sie lebten noch im Reagenzglas, ihr Körnerlager einfach in der kleinen Schachtel gehäuft, die als Arena und Nestlagerort diente.
Das über einen ca. 50cm langen Schlauch angeschlossene externe Nest hatten sie schnell gefunden, erkundet und probeweise ein paar Körner eingelagert,
das war es auch schon.
Links in die lange Kammer kommt ein wenig Wasser um in ihrem Umfeld einen feuchteren Bereich anzubieten.
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Sie wollten nicht raus aus ihrem Reagenzglas.
Und wieder musste ein alter Trick helfen.
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Eine kleine Heizfolie für eine geringe Erwärmung und wie zu sehen sie konnten nicht Wiederstehen.
Wenn ihr weiter hinschaut, sie bevorzugen die trockneren Bereiche, auch für den Nachwuchs.
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Hier noch ein kleines Video , wo ihr sie beim Auszug seht.
Gab ganz schön Aufregung, die Dicke (Königin) wollte einfach nicht durch den Schlauch.
An der Larvengröße zu sehen, gibt bald Majorarbeiterinnen.
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Irgendwas mache ich falsch?
Die Lager sind gefüllt, Körner die locker für eine kleine Kolonie über den Winter reichen.
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Der Körnerverbrauch wird stark beeinflusst durch die Überwinterungstemperaturen, mit tieferen Temperaturen im Winter sinkt der Körnerverbrauch.
Früher war ich der Überzeugung, das im Winter die Temperaturen nur soweit absinken dürfen das ihre Körner zerlegen können,
sieht es heute für mich so aus, dass sie auch über den Winter kommen, auch wenn es richtig kalt ist.
Diese Kolonie will nicht in die Winterruhe, weiterhin normale Aktivitäten und für diese kleine Kolonie viel Nachwuchsaufzucht.
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Dabei einige ganz besonders große Puppen, ha, gibt die ersten richtig großen Majorarbeiterinnen?
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Bei längerer Betrachtung kommen mir Zweifel, meine eine Flügelausbildung zu erkennen?
Jetzt schon Geschlechtstiere?
Kann nicht mehr lange dauern, bis die Frage geklärt ist.
Durchaus möglich, haben sie alles was sie brauchen, besonders warme Temperaturen im Nest, gibt es früh Geschlechtstiere.
Keine Winterruhe?
Zugegeben bin nicht ganz schuldlos daran, habe ihnen keinen Anreiz dazugegeben.
Manche Kolonien hören dann einfach nicht auf Nachwuchs aufzuziehen.
Jeder der bei seiner Kolonie Anzeichen einer Winterruhe beobachten kann, tut gut daran seinen Ameisen diese auch zu gönnen.
Ja, lag voll daneben, keine Geschlechtstiere.
Ein paar schöne Majorarbeiterinnen sind geschlüpft.
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Im Jungstadium sind ihre Köpfe deutlich rotgelb gefärbt.
Leider variieren Messor barbarus deutlich in der Rotfärbung der Köpfe.
Meine Kolonie gehört zu den dunkler Gefärbten.
Die schöne Färbung wird bald in ein fast schwarzes Rot übergehen.
Mur mit passender Beleuchtung kommt dann die rötliche Färbung dieser Tiere noch zur Geltung.
Es liegt nicht in unserer Hand, dass diese Ameisen ohne Winterruhe weiter machen.
Auch bei nicht veränderten Haltungsbedingungen entscheiden sich einige Kolonien für eine Winterruhe,
andere finden kein Ende mit der Nachwuchsaufzucht ohne Anreize für eine Ruhephase.
Diese hier denken noch nicht an eine Winterruhe, weiterhin sind sie dabei, ihre Anzahl zu vermehren.
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Meine jetzigen Erfahrungen, diese Art ohne Winterruhe durchzuhalten, sind eher negativ.
Dazu braucht es mehrere Jahre um Auswirkungen festzustellen.
Am Ende ist das auch nicht viel Wert, gibt noch genug weitere Gründe, die später zu Problemen führen können.
Solange sie nicht signalisieren, dass sie eine Winterruhe wollen, halte ich sie weiter wie gehabt.
Ein kleines Video, das zeigt wie hartnäckig und ausdauernd sie einen Schlauch zerlegen.
Video
Hier der aktuelle Blick ins Nest.
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Nicht mit auf dem Bild, ganz links befindet sich der Wassertank, in dem Bereich nebenan lagern sie ihren Nachwuchs, weiter rechts ihr Körnerlager.
Messor barbarus, von den von mir gehaltenen Messorarten, sind sie es die sich besonders für Körner begeistern und alles bunkern was sie schleppen können.
Ganz links in der Kammer saugen sie Wasser aus der Kammer, weiteres Wasser bekommen sie zurzeit nicht.
Und es kommt so wie nachzulesen, nicht benötigte Kammern, können sie gut als Müllhalde gebrauchen.
Wenn ihr genau hinschaut, sie lagern ihren Müll in den trockensten Bereichen ihres Nestes,
dort wo die Feuchtigkeit für Schimmel fehlt, gute Voraussetzungen um später, wenn der Platz gebraucht wird, den ganzen Mist herauszutragen.
Mist, genau das Stichwort, um auf eine besondere Eigenart dieser Ameisen hinzuweisen, seht euch die Scheibe über den Müllkammern an.
Denke gerade darüber nach, sie herauszufordern, ganz hinterhältig weitere Körner anzubieten?
Ob sie wohl umtauschen, Müllkammern gegen Körnerspeicher?
Falls ihr keine Königin im Nest finden könnt, geht es euch so wie mir, sie hat sich noch immer nicht durch den Schlauch getraut.
Wenn Ihr Fragen habt oder Diskussionsbedarf hier der Thread
Mutige, aggressive Ameisen, die kein Insekt entkommen lassen, alles erlegen und plätten was sie erwischen können, egal wie groß.
Müsst nur mal gucken, wie flink diese Ameisen da hinterherspringen und laufen!
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Das glaubt ihr mir jetzt nicht?
Ja, da habt ihr Recht, um Insekten, die zappeln, strampeln, springen machen sie einen Bogen, bringt nur richtig Aufregung für diese Ameisen.
Kaum gibt das Insekt ruhe, was für die Haltung bedeutet, tot gereicht, werden sie überaus mutig.
Gibt kein Halt mehr, alles was Beine hat, kommt und legt Mandibeln an.
Gibt nichts an Insekten, was ab einer mittleren Kolonie nicht zerlegt wird.
So ein Eifer um Kadaver auszuschlachten, lässt für mich nur eine Schlussfolgerung zu,
neben Körnern ist auch Insekteneiweiß für diese Art wichtig.
Allerdings das "Aggressiv" nehme ich nicht zurück, bei wärmeren Temperaturen sind auch diese Ameisen gut zu Fuß und versuchen zu beißen,
sowie ein Finger ihnen dazu Gelegenheit gibt.
Sie denken nicht an eine Winterruhe!
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Unermüdlich sind sie dabei, weitere Körner und Insekten einzutragen.
Es stört sie dabei nicht im geringsten das ihr Lager dabei überläuft.
Jedes Plätzchen wird ausgenutzt und so kommt es zu einer direkten Begegnung zwischen Larven, Pupen und Körnern.
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Müll im Nest gibt es nicht mehr, leider haben diese Ameisen keinen Sinn fürs Fensterputzen.
Einmal zugekackt, immer zugekackt.
Weiterhin werden große Larven aufgezogen und große Puppen gepflegt.
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In Anzahl der schlüpfenden Arbeiterinnen steigt jetzt deutlich.
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In der Mitte die Helle ist eine davon.
So erfreulich sich die Kolonie entwickelt, so schnell rückt jetzt der Tag näher, wo eine Erweiterung erforderlich wird.
Die Kolonie hat jetzt eine Größe erreicht, wo es mit einer sprunghaften Vermehrung der Arbeiterinnen weiter geht.
Vorbei die langweiligen Zeiten, ohne rechten Fortschritt, wo es auf jede Ameise ankam.
Jetzt haben sie ein Entwicklungsstand erreicht mit dem sie es in wenigen Monaten auf über 1000 Arbeiterinnen bringen können.
Deutliches Anzeichen, viele Larven und Puppen.
Zum Thema Winterruhe, es hilft nicht Kolonien die keinen Nachwuchs aufziehen, warm durchzuhalten, um schneller eine größere Kolonie aufzuziehen.
Wenn sie von selber ruhen wollen, muss auch eine Winterruhe her.
Gibt immer Gründe das Arbeiterinnen sterben oder verloren gehen, die Möglichkeiten dafür erhöhen sich deutlich bei warmer Durchhaltung
und ohne Nachwuchsaufzucht kann es leer in der Anlage werden.
Als heutiger Abschluss ein aktueller Blick ins Nest.
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Hier der Rest ihres Lebensraumes.
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Eine kleine Schachtel, die heute als Übergangsarena herhalten muss.
Links unten der Müll, den sie aus dem Nest geräumt haben, oben links, naja schaut selber.
Mittendrin das Reagenzglas, indem die Königin sich erfolgreich behauptete hat (Gründung).
Als Antwort auf Fragen zur Nestheizung, die mich erreicht haben, ein Bild.
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Zu sehen die Feuchteverteilung im Nest durch Dunkelfärbung des Lehmanstriches.
Links feucht und nach rechts rüber eine deutliche Abnahme.
Ein klare Übersicht wie diese Ameisen ihren Nestlebensraum nutzen.
Sie bleiben dabei, keine Winterruhe.
Weiterhin viele Larven
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und Puppen.
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Auch sind schon einige Majorarbeiterinnen mit den für Messor barbarus charakteristischen rötlich gefärbten Köpfen vorhanden.
Sind noch nicht die richtig großen Majorarbeiterinnen, fiel an Größe fehlt jedoch nicht mehr.
Bin ein wenig vorangekommen mit dem Nestneubau.
Wird wieder ein liegendes Gipsnest für externe Aufstellung.
Damit es hoffentlich auch noch bis über den kommenden Sommer reicht, wird es gleich größer, 35 x 45 x 6cm.
Ist zwar auch mal interessant diese Ameisen bei einem Ausbruch zu beobachten,
besonders wenn eine Tüte mit Körnern in Reichweite steht, ich verzichte da doch lieber.
Um diesen knabberfreudigen Ameisen Einhalt zu gebieten, wird eine Gemeinheit mit eingebaut.
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Ein rostfreies, engmaschiges Drahtgitter im Alurahmen.
Das Gitter ist mit Silicon in den Rahmen geklebt, wichtig dabei eine möglichst dünne Klebeschicht.
Ein an den Seiten hochgebogenes Gitter würde auch gehen.
Gips ist schwer und ein Transport des Nestblockes ist nicht auszuschließen.
Ein Alurahmen gibt Stabilität und Bruchfestigkeit.
Formgebendes Element für Nestkammern und Wassertank ist Styropor.
Styroporhöhe und damit spätere Kammertiefe 3cm.
Dieses ist direkt auf die spätere Nestabdeckungsscheibe geklebt und wird zusammen eingegossen.
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Gibt eine in der Oberfläche versenkte Scheibe, die ohne zusätzliche Befestigung vewendet wird, verrutschen nicht möglich.
Zum Verkleben kommt wasserlöslicher Holzleim zur Anwendung.
Damit die ganze Gipsmatsche sich nicht verflüchtigt, gibt es noch einen Holzahmen.
Als Auflage für den Holzrahmen braucht es eine ebene, glatte Unterlage, z. B. eine Glas- oder Kunststoffplatte, eine Kunststofffolie auf Holz geht auch.
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Hier Komplet mit Ausbruchssicherung.
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Falls ihr euch über die komische Form der rechten oberen Styroporkammer wundert, kann ich euch sagen das sich darüber auch die Ameisen wundern werden.
Damit habe ich eine weitere Gemeintheit vor, doch dazu erst später mehr.
Und rein mit der Masche.
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Die Gipsanmischung muss gut dünnflüssig sein, sonst läuft sie schlecht bis gar nicht in die Zwischenräume.
Nachdem der Styroporaufbau gut mit Gips überdeckt ist, kommt der Alurahmen mit Drahtgitter in die Matsche
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und wird vorsichtig in den Gips gedrückt, bis er da drin verschwindet.
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Jetzt noch Gips aufgießen, bis der Rahmen gefüllt ist.
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Was jetzt kommt, klar, warten, bis alles ausgehärtet ist.
Ob es geworden ist, sehen wir später?
Der Holzrahen wird mit Klebeband zusammengehalten, alle Stoßflächen sind abgeklebt, dazu der Übergang zur Unterlage.
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Ohne weitere Vorkehrungen hält der Rahmen so zusammen und kann später gut gelöst werden.
Zum Abschluss dieses Jahres, mit einer guten Entwicklung dieser Kolonie, wie immer ein Nestbild.
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Und ein Rundgang durch das Nest.
Wenn Ihr Fragen habt oder Diskussionsbedarf hier der Thread
Schwerstarbeit
Ist schon mühselig Mehlwürmer abzutransportieren.
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Da müssen schon die kräftigsten Ameisen mit ran.
Ein kleines Video dazu.
Angekommen, sie bekommen es hin und zerren Mehlwürmer auch durch einen 8-mm-Schlauch.
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Das Maß ist voll.
Mit dem Schlupf weiterer Ameisen
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ist es eng geworden in ihrer kleinen Hütte.
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Die letzten Reserven freigelegt und das komplette Kornlager in die Miniarena verfrachtet.
Schön säuberlich aufgestapelt, gleich neben dem Müll.
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Ich liebe diese Ameisen, ihre wunderbare Veranlagung alles in einen Saustall zu verwandeln.
Was ich dabei nicht schreiben darf, komme da nicht bei ohne das sie mir gleich in größerer Anzahl zur Hand gegen (entwischen).
Werde sie noch kriegen, überlege, überlege................................!
Könnten sie denken, hätten sie sich diese Arbeit sparen können und alle Körner gleich in der Arena belassen.
Naja, Körner sind halt ihre Lieblingsbeschäftigung und kein Problem für fleißige Arbeiterinnen.
Körner, davon können sie nie genug von bekommen, nur zu dumm das in der Haltung Lagerkapazitäten nie passend vorhanden sind.
Was haben sie doch für ein Glück, ihr Halter hat das neue Nest fertig.
Hier zu sehen, wo die Reise hingeht, altes und neues Nest.
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Reichlich überdimensioniert?
Nein, kleckern bringt bei einer mittleren Koloniegröße nichts mehr.
Bei guter Versorgung, dabei legen sie besonderen Wert auf ein üppiges Insektenangebot,
geht es explosionsartig voran und so wird auch dieses Nest bald wieder zu klein sein.
Gute Zunahme der Arbeiterinnenanzahl durch reichlich Protein in Form von Insekten, diese Erkenntnis lässt sich auch umkehren.
Mit Bedacht eingesetzte Reduzierung ist eine Möglichkeit sie auszubremsen.
Allerdings stellt sich dabei auch eine andere Begebenheit mit ein, sie ziehen kleinere Arbeiterinnen auf.
Eine weitere Möglichkeit die Koloniegröße langsamer anwachsen zu lassen, liegt bei tieferen Temperaturen.
Letztendlich, besonders wenn Wert auf aktive Ameisen gelegt wird,
hilft nur Platz schaffen und anbauen oder eine künstliche Reduzierung der Arbeiterinnenanzahl, Verluste so,
wie sie in der Natur vorhanden sind, auch in die Haltung zu integrieren.
Bei mir stehen alle Zeichen auf Umzug, mal schauen, was sie davon halten?
So wie ich sie kenne, werden sie sich nicht lange bitten lassen.
Diese Art , mit ihren verschiedenen Kasten, besonders schön gezeichneten Majorarbeiterinnen, ihre einfache Lebensweise, begeistert mich immer wieder.
Hier noch ein paar Bilder aus dem Leben von Messor barbarus.
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Schaut mal hier, selbst die Größten der Großen sind nicht nur zum Körnerknacken da.
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Integrieren sich voll in das Leben eines Ameisenvolkes und sind in der Lage, sensibel mit ihrem wertvollsten Gut umzugehen.