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Erne: Acromyrmex spec. Anmerkungen (27. Dez 2007 19:21)

Anmerkungen zu Acromyrmex spec.

Diskussions – Thread

Hier sind Sie und auf dieser Baustelle leben Sie.

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Außergewöhnliche Ameisen, die in Symbiose mit einem Pilz leben, das allerdings nicht so ganz ohne Eigennutz.

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Ein Pilz, der den Ameisen um nichts nachsteht, dem klar ist, das er ohne Ameisen nicht überleben kann.
Dafür ist er bereit so Einiges zu geben.
Nicht nur das er den Ameisen Unterkunft und Nestumgebung zur Verfügung stellt, er opfert auch noch von
seiner Substanz, um an seine Lebensgrundlage, nahrhafte Blätter zu kommen.

Instinktiv lebt hier eine Gemeinschaft zusammen, die in gegenseitiger Abhängigkeit perfekt aufeinander angepasst ist.
Auf den ersten Blick mehr als verwunderlich, das diese Ameisen keine Insekten jagen, sondern Blätter zerschneiden und eintragen.
Wie kommen sie da nur an das nötige Eiweiß um Ihren Nachwuchs aufzuziehen.
Die Ameisen selber sind da fein raus, trinken gerne und reichlich Zucker- oder Honigwasser.

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Gut es ist kein Geheimnis, die Ameisen halten sich für Ihre Dienste schadlos und nutzen das Eiweiß, das der Pilz ihnen zur Verfügung stellt.

Hört sich interessant an oder?
Wie ist es hinzubekommen, so eine Ameisenart zu halten, was verlangen sie Ihrem Halter ab, was brauchen sie zum Überleben?
Erstmal ist zu lesen, dass Sie aus Südamerika kommen und es warm und feucht brauchen, ob das so sein muss?
Das Sie nicht besonders klein sind, ca. 5 – 15 mm, hört sich gut an, wenn ich an den Ausbruchsschutz denke, wenn ich da mal nicht irre?
Eine ausgeprägte Kastenbildung sollen sie haben, gut das wird sich zeigen.
Haltungsklasse für Fortgeschrittene Halter und richtig Viele sollen es werden, das gibt reichlich zu denken.

Ganz aktuell, Wintermenü.

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Und wie zu sehen, es schmeckt.

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Für eine Gründerkönigin oder Gründerkolonie ist das alles doch überaus reichlich.
Königinnen werden überwiegend im November bis Januar angeboten.
November war auch die Zeit, wo ich die Königin erhalten habe, aus der die Kolonie hervorgegangen ist, über die ich hier schreibe.
Um auch hier etwas Abwechselung anzubieten, gab es frisches Grün aus der Fensterbank.

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Wildrosen (Hagebutten), Gartenrosen und Brombeeren lassen sich gut in einem Wasserglas in dem ein wenig Zucker gelöst ist in der Fensterbank zum Austreiben bringen.
Alle 2 – 3 Tage die Stängel neu angeschnitten, etwas Geduld und das Ergebnis reicht als Futter für eine kleine Kolonie.

So weit für heute

Erne: (28. Dez 2007 18:30)

Luftfeuchtigkeit

Ein wesentlicher Parameter um diese Art erfolgreich zu halten ist die hohe Luftfeuchtigkeit.
Angaben von 80 – 95% gibt es zu lesen.
Meine können sich nicht entscheiden, die Werte schwanken zwischen 84 und 87%rel.

Die Ameisen selber sind da toleranter, sie vertragen es auch eine Zeit lang trockener.
Gut nutzbar für ein richtig trockenes Abfallbecken, damit es dort nicht gammelt oder sogar ein artfremder Pilz wächst.
Auch ziehen die Ameisen gerne selber mal ins Abfallbecken, wenn es dort auch feucht ist.
Gut das kann bei mir auch daran gelegen haben, das ich sie ganz ohne Substrat halte und Sie im Müll etwas zum Eingraben hatten.

Der Pilz ist anspruchsvoller, er wächst bei falscher Feuchtigkeit nicht richtig, stagniert oder geht ein.
Damit stirbt auch die Lebensgrundlage dieser Ameisen.
Die Arbeiterinnen können mit Zucker/Honigwassergaben noch eine Zeit lang überleben, Nachwuchs gibt es aus eigener Kraft nicht mehr.

Um es nicht zu einfach zu machen, wollen diese Ameisen es auch noch etwas wärmer.
Die Angaben reichen da von 18 – 28°C.
Bei mir leben sie bei 23 – 25°C.

Aus meiner Sicht lohnt es sich bei dieser Art ein besonders genaues Hygrometer anzuschaffen, am besten gleich ein digitales Teil mit Schaltausgang.
Bei einer kleinen Kolonie ist so etwas als Steuerung für eine bedarfsgerechte Befeuchtung einsetzbar und bei größeren Kolonien für eine aktive Belüftung.

Eine genaue Messung ist wichtig um die Feuchtigkeit nicht unnütz überhöht zu halten.
In Abhängigkeit mit den Temperaturen außerhalb der Anlage kann mit jedem % mehr Feuchte die Kondenswasserbildung beachtlich steigen.
Kondenswasser auch ein Thema, nicht nur das es die Sicht in die Anlage erschwert, der Pilz reagiert sehr empfindlich darauf.
Je mehr Wasser sich bildet um so mehr konstruktive Ableitungsmöglichkeiten müssen vorhanden sein.
Die Bereiche mit dem der Pilz mit Wasser In Berührung kommt oder sogar darin steht, vermodern und sterben ab, das geht richtig schnell.
Tropft es von oben auf den Pilz, sinkt er an diesen Stellen ein.

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So ein Tropfen, wenn der auf den Pilz fällt, gibt es Probleme.
Die Ameisen versuchen noch zu retten, was möglich ist, und tragen den Pilz dort ab.
Gründerkolonien können so Ihren ganzen Pilz verlieren.

Bei der Aufzucht einer Gründerkönigin bis hin zu einer größeren Kolonie verlagern sich die Feuchtigkeitssachverhalte ganz entscheidend.
Bei mir war es so, das ich bei der Gründung selber für die richtige Feuchtigkeit sorgen musste.
So ab ca. 1000 Arbeiterinnen haben sie es selber hinbekommen, Wasser aus den Blättern und eingetragenes Wasser reichten ihnen.
Mit weiterem Wachstum der Kolonie kam mit der eingetragenen Blattmasse soviel Feuchtigkeit in die Kolonie das meine passive
Belüftung nicht mehr ausreichte, seit dem übernimmt ein sensorgesteuerter Lüfter diese wichtige Aufgabe.

Wie die Luft befeuchten, es gibt wohl unzählige Möglichkeiten.
Hier eine einfache Lösung für ein kleines Gründerbecken.

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Eine kleine Heizfolie unter das Becken, darüber im Becken einen Deckel mit Wasser.
Wasser wird nur nachgefüllt, wenn die Luftfeuchtigkeit zu gering ist.
Gibt Wärme, Feuchtigkeit und wenn die Ameisen trinken wollen, ist auch was da.
Wobei kleinen Kolonien die Wasserrückstande auf den abgewaschenen Blättern reichen.

Womit geht es weiter, denke da an einen kurzen Rückblick, was haltet Ihr davon?

So weit für heute.

Erne: (30. Dez 2007 19:19)

Ein kurzer Rückblick

Wie hat es angefangen?

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Richtig viele Ameisen, von Anfang an reichlich Aktion was will man mehr.
Falls es die Möglichkeit gibt, eine größere Kolonie zu erwerben, diese dann auch zu transportieren ist schon ein logistisches Problem.
Ein wenig Wunschdenken und Fantasie gehört schon dazu, wenn es um die Entscheidung geht, mit einer Königin zu beginnen.
Das um so mehr, wenn die Art vorher selbst noch nicht gehalten wurde.
Beim Durchackern an Informationen, die es zu lesen gibt, es bleiben immer Fragen offen, auch wenn es nur darum geht, das Gelesene richtig zu interpretieren.

Kann mir gut vorstellen das viele von Euch gleich mit einer größeren Kolonie beginnen möchten, das Risiko, das es nichts wird, kann so gut verringert werden.
Größere Kolonien haben Ihren Preis oder sind nicht immer zu bekommen, da bleibt nichts anderes als der Start mit einer Königin.

Mich reizt es immer wieder ganz vorne anzufangen, aus meiner Sicht ist das die einzigste Möglichkeit, umfangreiche Erfahrungen zu sammeln.
Das geht nicht immer gut, aber wenn dann ist es ein ganz besonderes Erlebnis.

Und so habe ich im November 2006 eine Königin erworben.

Soweit für heute.

Erne: (4. Jan 2008 18:21)

Ja und dann ging es los, das spannende Unternehmen Acromyrmex spec. – Haltung.

Die Königin kam in einem Reagenzglas, 4 winzige Larven hatte sie dabei und ein Pilzstück von halber Streichholzkopfgröße.
Das sollte sie nun werden, meine neue Kolonie, nicht viel für den Anfang und doch eine lösbare Aufgabe?
Was es an Informationen über diese Art zu lesen gab, ließ eine weite Interpretierung der Haltungsparameter zu,
die nicht alle richtig sein konnten, ein mulmiges Gefühl machte sich breit.
Die erste Unterkunft für meine Neue war ein kleines Becken (30 x 20 x 20 cm) mit Deckel um die Luftfeuchtigkeit unter Kontrolle zu bekommen.
Zu meinem Pech hatte ich keine rote Folie mehr, also gab es einen Alufolienlichtschutz.
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Da ich es noch nicht besser wusste, Brombeerblatter zum Futtern.
Unter dem Deckel mit Steinchen und Wasser die oben gezeigte Heizfolie.
Nah am Ausgang des Reagenzglases, um hier direkt für Luftfeuchtigkeit und Wärme zu sorgen.
Für die Königin war es auch nicht schlecht, nur ein kurzer Weg zum Trinken.
Sie hatte allerdings andere Pläne, die Steinchen lagen nicht mehr lange im Deckel, waren gut zu gebrauchen um den Eingang des Reagenzglases
etwas zu verkleiner.
Ärgern konnte sie mich damit nicht, ich hatte ja noch mehr.
Sie verstand es hervorragend, immer dann zu arbeiten, wenn ich nicht da war, das muss sich noch ändern.

Mittlerweile war es auch schon fast Ende Dezember.
Mit der hohen Luftfeuchtigkeit kam auch das Kondenswasser, an den Scheiben lief es herunter und Lachen bildeten sich.
Um diese zu binden, gab es ein wenig Seramis.
Die Königin war begeistert, Seramis konnte sie noch besser als Haustür gebrauchen.
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Wie auch zu sehen ist, ich bin am probieren, was Sie so alles futtert mit der Folge die Brombeerblätter waren abgemeldet.
Und es war mir gelungen unter Einsatz von ein wenig Porto eine rote Folie zu besorgen.
Für ein flüchtiges Bild beim Folienwechsel reichte es auch noch.
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Gut zu sehen, die Königin war fleißig und hatte in der Zwischenzeit den Pilz deutlich vergrößert.
Besonders erfreulich, die Larven sind durchgekommen und haben es zu Ameisen geschafft.
Arbeiterinnen, die schon erstaunlich groß sind, in etwa so wie unsere Myrmica rubra.
Mehr Bilder aus der Gründungsphase kann ich nicht anbieten.
Es gibt selten Bilder von mir, von Gründerköniginnen, die ich selber zum ersten Mal halte, zu unkalkulierbar das Risiko.
Vielleich liegt auch darin eines der Geheimnisse meiner Ameisenhaltung, die es ermöglichen schnell eine größere Kolonie zusammen zu bekommen.

Und dann ging es richtig los, nichts vom Seramis war mehr sicher.
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Habe mich so manches Mal gewundert, wie Sie da noch rausgekommen sind?
Um Ihnen weiteren Nestplatz anzubieten, gab es eine weitere Röhre.
Sie haben mich nicht verstanden, außer als Müllabladeplatz haben sie es nie genutzt.

Soweit für heute.

Erne: (5. Jan 2008 21:14)

Die 4 Arbeiterinnen waren nicht lange allein.

Überraschend schnell wurden es mehr, Ende Januar waren es schon um die 20.
Von Anfang an bekamen sie bei mir Zucker- oder Honigwasser, erhoffte mir davon das so mehr vom Pilz für die Aufzucht der Larven übrig blieb.

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Ob es geholfen hat, kann ich nicht sagen, die Gesamtheit an Haltungspflege die ich angewendet habe, war aus meiner Sicht ein Erfolg.
Der Platz im Reagenzglas reichte bald nicht mehr, kein Substrat, keine Versteckmöglichkeiten und so kam es, wie es kommen musste.

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Nach all den Ungewissheiten, offen Haltungsfragen, verworfenen Überlegungen, Andauernden durchforsten der Foren
nach sachlichen Informationen, das erste richtige Erfolgserlebnis mit dieser Art.


Zu der Zeit war es meine Meinung, Glück gehabt, gleich die richtigen Haltungsparameter angewendet zu haben.
Beurteilt aus heutiger Sicht, diese Ameisen sind einfach zu halten, wenn die Grundlagen der Ameisenhaltung beherrscht werden.
Der Temperaturbereich ist nicht besonders kritisch, einzig die Luftfeuchtigkeit darf nicht soweit übertrieben werden, das der Pilz
im Kondenswasser vermodert

Den Ameisen blieb keine Wahl, anfangs konnten sie den wachsenden Pilz noch unter den Seramissteinen verstecken.
Die wachsende Anzahl an Ameisen braucht mehr Futter und so blieb ihnen nichts anderes übrig den Pilz auch im Licht zu erweitern.
Sehr zu meiner Freude war es doch eines meiner Ziele, sie ohne Substrat zu halten.

Irgendwie konnten Sie sich nicht entscheiden, der externe Pilz sah jeden Tag anders aus.
Was ist Besonderes zu sehen auf diesem Bild?

http://www.antstore.net/gallery/upload/f1555ea269a66dcf82c1615fa8abb7a1.jpg

Wenige Ameisen sind in der Lage einen größeren Pilz zu pflegen und zu kontrollieren.

Eigensinnig wie Sie nun mal waren machten sie einfach so weiter, ein Pilz auf Wanderschaft.
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Das, was hier zu sehen ist, nur die Erweiterung, Ihr Gründerreagenzglas auch bis zum Letztem mm mit Pilz gefüllt.

Und so ging es weiter, damit es mir nicht langweilig wurde, haben Sie sich etwas einfallen lassen.

Nötig hatten Sie es nicht, eine neu von mir gehaltene Ameisenart hat immer meine volle Aufmerksamkeit.

Meine Meinung war nicht gefragt, Hauptsache es gab Futter.
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Eine weitere Grundlage meiner Ameisenhaltung, abwechslungsreiches Futter.

Erne: (8. Jan 2008 18:46)

Und dann ging sie los die große Wanderschaft!

Ein Reagenzglas zu klein, das andere nicht zu gebrauchen.
Pilz und Ameisen war es egal, Hauptsache expandieren.

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Fast jeden Tag modulierten Sie den Pilz um, es war Ihnen einfach nichts recht.

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Weil sie schon mal dabei waren, warum dann aufhören und immer ein Stück größer.
Bei gutem Futter wuchs der Pilz besonders.
Wenn sie Lust hatten, wurde der Pilz einwenig mit Seramis dekoriert.
Das Sie ständig im Licht lebten, störte weder Ameisen noch Pilz so richtig.


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Überhaupt waren sie eifrig bestrebt, ständig Grünzeug zu zerkauen und in den Pilz einzuarbeiten.
Der Pilz stand dem um nichts nach, die eingearbeiteten Blätter waren schon nach wenigen Stunden nicht mehr zu sehen.

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Gute Architekten sind sie nicht, nicht immer klappte es mit Statik, die Konstruktion viel einfach um.
Den Wasserdeckel mit Seramis oder Kies zu füllen, ich hatte es aufgegeben.

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Nach dem Sie so einige Zeit durchs Becken gewandert waren, war es vorbei mit dem Wohnen im Reagenzglas.

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„Der Pilz war selbstständig geworden.“

Erne: (13. Jan 2008 20:06)

Kurze Zwischensequenz.

Hier zu sehen, nur die Ameisen, die im Futterbecken aktiv sind.
Wenn Ihr es hinbekommt, konnt Ihr mir beim Zählen helfen.

Wesentlicher ist, mein Hinweis, was Euch erwartet bei der Haltung dieser Art.
Wie schnell und wie reichlich diese Art sich vermehrt in einem Jahr.

Fütterungszeit, na gut es ist schon fast alles abgegrast.

Erne: (18. Jan 2008 17:06)

Was futtern Sie bei mir?

Die Futterannahme hat sich stark verändert von der Gründung bis Heute, von wählerisch bis gierig.

Die Gründerkönigin musste notgedrungen mit winterlichen Brombeerblättern auskommen.
Bei dem Wenigen, das Sie gebrauchen konnte, ging das gut.
Andere Blätter, wie Petersilie, Mohrrüben, Gräser wollte sie nicht.
Chinakohl damit konnte ich Ihr auch noch eine Freude mitmachen.

Bei der kleinen Kolonie veränderte sich die Futterakzeptanz nur geringfügig.
Auch nicht weiter verwunderlich, geringer Bedarf geringe Nachfrage, die wenigen Ameisen mit Ihren wenigen Larven
brauchen nicht mehr.
Auch wenn genügend Blattzeug zur Verfügung steht, sie können den Pilz nicht einfach übermäßig vergrößern.
Er muss kontrolliert und gepflegt werden.
Wo ich Sie zusätzlich für Begeistern konnte, war Eisbergsalat.

Und dann kam der Tag, wo ich einen großen Fehler machte, es gab selbst aufgezogene Rosen-
und Hagebuttenblätter.
Von jetzt auf gleich war alles andere abgemeldet.
Kleine Kolonien schneiden nur wenig und so schafften Sie es nicht das Grünzeug aus meiner Fensterbank
kahl zu fressen.

Mit jeder Ameise mehr wurden sie gieriger und es stellte sich mir die Frage, was dürfen sie überhaupt alles für den Pilz eintragen?
Sind die Ameisen selber in der Lage das Futter richtig zu selektieren oder arbeiten Sie auch Ungeeignetes in den Pilz ein?
Pflanzenteile die den Pilz schaden und ihn sogar absterben lassen?

Ich hatte keine Wahl, meine Neugierde war einfach nicht zu bremsen.
Vorsichtig in kleinen Portionen bot ich ihnen alles an was ich in der Natur und im Bioladen so auftreten konnte.

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Anfangs blieben Sie reserviert und akzeptieren kaum Neues an angebotenen Blättern.
Das änderte sich mit größer werdender Kolonie.
Heute scheint es Ihnen nur noch darum zu gehen, genügend Grünzeug für den Pilz einzutragen.
Sie haben nur eine Rangfolge nach Beliebtheitsgrad eingeführt, das Beste zu erst zu lest das Ungeliebtere.

Hier noch ein paar Bilder, ein kleiner Auszug von dem, was ich anbiete.

Erne: (18. Jan 2008 17:27)

Weiter

Erne: (19. Jan 2008 18:24)

Ansturm der Millionen

Gut ist reichlich übertrieben, ganz schön was los ist trotzdem.
Haben sie alle Pflanzenteile aus dem Futterbecken abtransportiert, ziehen sich auch die Ameisen größtenteils ins Pilzbecken zurück.
Eine Besonderheit dabei, bevor Sie gehen, machen Sie das Futterbecken blitzblank.
Gibt es wieder Neues zum Schneiden, geht er los der Run zum Futterbecken.
Mehr als 1000 Arbeiterinnen strömen in Eile durch das Rohrsystem, so schnell Sie können in Richtung Futterbecken.


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Ist schon faszinierend, wie schnell sie reagieren, die Kundschafter die Nachricht ins Pilzbecken bringen und die Arbeiterinnen ausschwärmen.
Hoffe nachhaltig das Sie nie einen Weg aus meiner Anlage finden.
Dort angekommen geht es los, das große Geschnippel.

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Jede die ein Stück vom begehrten Grün ergattert hat macht sich eiligst auf den Rückweg.
Ist schon beachtlich, wie Sie immer in Sorge sind, sicherzustellen das immer genug Blattmasse für den Pilz eingetragen wird.

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Ist das Festmahl zu Ende, wird aufgeräumt, links zu sehen die Putzkolone bei der Arbeit.

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Neben all der Freude die verbunden ist mit diesen lebensfreudigen, quirligen Ameisen und der positiven Entwicklung,
wird auch klar das ihre weitere Haltung zusätzliche Aufwendungen an Betreuung, finanziellen Mittel und Futter einfordert.


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