Übrigens wäre der Nahrungsbedarf dieser Kolonien dann auch nicht ohne, besonders im Winter dürfte das schwer werden, wenn man im Sommer schon alle geeigneten Blätter abgegrast hat...
Und das jeden Tag, ist also nicht so spaßig, wie man denkt.
Guten Tag, mein Name ist Steven und ich bin ziemlich neu hier.
Auch ich bin ziemlich dran intressiert Atta`s zu halten, zumindest auf lange sicht. Man merkt ja deutlich das ihr hier nichts davon haltet Atta kolonien
für den einstieg zu kaufen, und da ihr wohl ein bischen ahnung habt glaube ich das auch. Trotz allem werde ich sie mir holen, auf lange sicht hin.
Jetzt wollte ich nur mal wissen ob eine allgemeine terrarien erfahrung (skorpione, gottesanbeterinnen, pfeilgiftfrösche) von gutem nutzen bei ihrer haltung sind, oder ob ich das bei diesaen wunderschönen tierche in die tonne werfen kann. Nun fürs erste habe ich beschlossen mir eine kolonie Lasius niger zu bestellen und mit ihnen erste erfahrungen zu sammeln, desweiteren werde ich die haltung meiner Atta`s planen und evtl mit dem bau des Beckens zu beginnen, wobei ich mir als haupbecken ein 2m x 1m x 1m vorstelle. weitere ebenen ca. 1m x 2m x 40cm, davon vier stück, das ganze mit der technik mehr oder weniger gestapelt. Hätte jedoch gerne ein feedback dazu bevor ich sowas anfange (ist ja nicht ganz klein), und es dann nichts taugt. Mit den Lasius niger denke ich werde ich ganz gut fertig, wobei ich mich selbst auf diese tiere freue wie ein kleines kind. Hoffe ich bekomme rückmeldung
Hallo ihr beiden.
Ich mische mich an dieser Stelle doch mal ein, da Blattschneiderfanatiker meistens so hartnäckig bleiben. Ich halte selbst Blattschneider und erklär euch deshalb auch die Schwierigkeiten.
Es ist schwer diese Art großzuziehen. Die Ameisen selbst sind sehr robust. Dennoch (wie ihr vielleicht schon gelesen habt) leben sie in Symbiose mit einem Pilz, welchen sie von den Blättern ernähren. Dieser Pilz ist alles andere als robust. Er hat sehr hohe Anforderungen, was Belüftung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit anbelangt.
Das allein sind schon genug Schwierigkeiten, denn um das alles konstant zu halten gehört doch so einiges an Geschick und Erfahrung dazu.
Leider gibt es bei Blattschneidern auch einige nahezu "schizophrene" Anforderungen.
Zum Beispiel wäre da die Sache mit dem Wasser.
Wie gesagt, man braucht eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit; Man braucht auch Wasser zum Trinken für die Tiere - Aber was resultiert daraus? Kondenswasser!
Dieses ist absolut schädlich für den Pilz. Es darf auf keinen Fall auf den Pilz kommen, erst recht nicht in der Anfangsphase.
Eine weitere Problematik stellt sich bei der Belüftung. Der Pilz gibt meines Wissens aus seinem Stoffwechsel heraus verschiedene Gase ab. Diese dürfen nicht allzulange in der Nähe des Pilzes bleiben, da er sonst abstirbt. -> Man braucht also eine gute Belüftung. Problem: Wie wechselt man die Luft, ohne die Luftfeuchtigkeit damit zu wechseln? Ähnliches gilt auch für die Temperatur.
Von vielen anderen kleinen Haltungsproblemen mal ganz abgesehen.
Du machst nicht den Eindruck als würdest du genug wissen, um dir jetzt schon eine andere einfachere Art zuzulegen.
Blattschneiderkolonien werden wirklich SEHR SEHR groß. Schau dir mal Bilder von Anlagen an. Geh dabei nicht zu sehr auf Haltungsberichte, da viele ihre Blattschneider noch nicht so lange haben.
Dazu kommt noch, dass Blattschneider sehr fiese Ausbruchskünstler sind. Ich spreche da aus Erfahrung. Wenn man da noch keinerlei Erfahrung hat, was Ameisenhaltung betrifft, kann man damit nicht sehr gut umgehen.
Versteht mich nicht falsch. Ich bin nicht der Meinung, dass ein Anfänger keine Exoten halten darf. Es gibt durchaus Exoten, die man als Anfänger halten kann, wenn man verantwortungsbewusst damit umgeht (Thematik: Infektion, Ausbruch u.ä.) zumal man hier die Winterruheproblematik nicht hat - Denn Winterruhe ist oft nicht sehr leicht für unerfahrene Halter.
Aber Blattschneider gehören hier einfach nicht dazu. Natürlich werden einige sagen: "Ich denke schon dass es geht, so schwer ist es bei mir gar nicht".
Aber bitte denke daran, dass das oft aus den Mündern von erfahrenen Haltern kommt, für die diese Probleme und Schwierigkeiten mittlerweile absolute Routine sind. Die bekommen das im Griff ohne darüber nachzudenken.
Als ich damals nach Jahren auf Blattschneider umsteigen wollte, hörte ich auch: "Ja, so kompliziert ist das nicht".
Ich kann dir sagen, ich hab lange Zeit geschwitzt, bis das alles mal richtig glatt lief und ich mir keine Sorgen mehr machen musste.
Leider ist bei Leuten die diese Art wollen immer eine sehr ausgeprägte Sturheit zu spüren. Letztendlich ist es euer Geld. Blattschneider sind nicht billig. Ich kenne Leute die im Moment Atta verkaufen, aber billig sind sie garantiert nicht. Andere Terrarienerfahrungen bringen da meiner Meinung nach relativ wenig. Man könnte da genau so gut Autofahren und Linienflugzeug fliegen vergleichen. Ihr haltet da ein Volk, welches sehr groß werden kann. Wenn euch einmal Ameisen ausbrechen, dann werdet ihr feststellen, dass das alles andere als einfach oder lustig ist.
Schaut euch bitte mal hier im Forum um. Achtet genau darauf was die Leute schreiben, vor allem in den Anfängerthreads. Die Leute haben teilweise gewaltige Probleme mit Lasius niger oder ähnlich einfachen Ameisenarten. Warum denkt ihr, ihr werdet keine mit einer komplizierten Art haben. Man denkt oft man hat sich genug informiert. Nur leider kann man vorher gar nicht alle Möglichkeiten durchdacht haben. Das merkt man leider immer erst wenn es denn dann so weit ist, wenn auf einmal der Pilz anfängt zu schrumpfen; wenn die Brut auf einmal aus dem Nest geschmissen wird; wenn die Königin total träge rumhängt; wenn Parasiten da sind usw. usw.
Wenn man schon vorher Ameisen gehalten hat, und solche Erfahrungen gemacht hat, weiß man meistens viel schneller wie man reagieren soll.
Aber selbst dann gibt es noch große Probleme. Ich kenne einige sehr erfahrene Halter. Und selbst bei diesen werdet ihr Probleme finden, Threads wie "Hilfe mit meinen Ameisen stimmt etwas nicht". Ich kenne auch einige sehr gute Ameisenhalter, denen bereits Blattschneider eingegangen sind. Also macht euch wirklich Gedanken darüber, ob ihr euch selbst und den Tieren damit mehr Schlechtes als Gutes tut.
Viele Grüße, DerThomas
Erstmal vielen dank an derThomas, das ist sicher in bericht über den ich mal nachdenken kann, bitte nicht falsch verstehen, ich sage zwar das ich atta`s haben will und werde mir sie auch kaufen, aber bis dahin kann noch ein wenig zeit vergehen, da ich mir eben genau diese erfahrungen aneignen will vorher um das ganze auch gut zu managen. Der vergleich mit dem auto und dem linienflugzeug war zB. ziemlich klar verständlich, uznd ich sehe nun mal keinen grund mich gegen die erfahrungen derer zu stellen die wesentlich mehr erfahrungen zu diesen tierchen haben. Aber vielleicht ist es wirklich besser mit einer weniger aufwendigen art anzufangen und erfahrungen zu sammeln und auch ein wenig im forum nachzustöbern usw. Nichts desto trotz werdet ihr sicher noch von mir hören (lesen) aber fürs erste danke ich recht herzlich
Aber frage noch, nur aus intresse, wie groß ist denn deine Kolonie?
Was denkst du denn was eine gute art wäre anzufangen eben auch um besagtes winterruhe problem zu vermeiden?
Also ich würde wenn es partout eine exotische Art sein muss, eine Camponotus Art empfehlen. Die halte ich im gegensatz zu anderen für relativ einfach. DerThomas hat ja schon viel geschildert. Die Sache ist halt dass man sich informieren kann soviel man will. Dadurch wird man trotzdem kein guter Halter. Man muss einfach ein Händchen dafür bekommen. Ich hätte auch gerne Atta, aber ich hätte keine Ahnung wie ich die im Winter ernähren sollte bzw. gehen die ins Geld und brauchen immensen Platz. Viele Halter die sie länger hatten, haben sie an Zoos oder ähnliches abgegeben, weils einfach nicht mehr machbar war.