Erstmal DANKE Thomas, dass du deinen Erfahrungsbericht weitergeschrieben hast und gratulation zu deinen Erfolgen, ist echt ein Schmuckstück dein Formicarium!
Ich würde gerne auch etwas über die, wie du es beschrieben hast, "Drohstellung" wissen.
Also, dass die Arbeiterin nach einer Weile einfach so stirbt ist echt seltsam. Ich bin in Biologie immer schon sehr interessiert gewesen, und ich meine mich erinnern zu können, dass es eine Zecken-Spezies gibt, die Ameisen befällt. Bitte jetzt nicht lachen, das hab ich mit ca. 10 Jahren früher mal im TV gesehen, und ob es stimmt, weiss ich nicht. Nur, diese Dokumentation von Thomas errinnert mich doch sehr an das beschriebene Ameisenverhalten aus dem TV. Dort fand ein kontinuierlicher Zyklus zwischen Zecken Spezies und grassfressenden Lebewesen statt. Die Zecke übernimmt die "Herrschaft" über die jeweilige Ameise. Die Ameise klettert auf einen Grashalm und wartet in eben so einer "Drohstellung" bis ein Pflanzenfresser kommt und den Parasit über die Nahrung aufnimmt. (Um den Zyklus zu schließen: Beim Dung befinden sich die neuen parasitären Organismen)
--> ich weiss auch übrigens nicht mehr 100%ig, ob es denn auch Zecken waren oder andere Spinnentiere, auf jeden Fall Parasiten. Und da mich das doch sehr verwundert hat, hab ich diese kleine Erinnerung noch aus meiner Jugend ( :-) ).
Ich will jetzt hier auch keinen verwirren, es interessiert mich eben....
Also, stimmt das? Gibt es solche "merkwürdigen Parasiten"? Und kann es sein, dass sie exotische Arten befallen, wie z.B. die Pheidologeton diversus?
du hast recht, es gibt solche parasiten.
:student: das sind aber trematoden (saugwürmer), bei denen schnecken als 1 zwischenwirt und ameisen (Serviformica fusca, Serviformica rufibaris u. a.) als 2 zwischenwirt dienen. im gaster der ameisen liegen dann die reifen "eier" der würmer. die befallenen ameisen verbeißen sich dann in pflanzen (natürlich "unfreiwillig") so sehr, daß sie nicht mehr loskommen. dann werden sie von schafen, rindern, kaninchen oder vom mensch ( selten ) gefressen, die als endwirt für den saugwurm dienen. die würmer leben dann als parasiten in der leber, im dünndarm, den gallengängen, der lunge oder im blut.
es gibt zwar auch asiatische trematoden (die ants kommen ja von dort,stimmts!?!), dennoch glaub ich/hoffe ich nicht das dies ein wurmbefall ist, wäre schade um die schöne kolonie :wink: .
@Thomas M: hast du wasserschnecken oder süßwasserkrebse in deiner "befeuchtungsanlage" ?
p.s.: ich möchte hier niemandem angst machen, oder so :grin:
Hi!
@herbie: War alles korrekt, was Du geschrieben hast, bis auf die Sache mit den "Eiern" im Gaster.
Aus den Eiern der Würmer (hier Dicrocoelium dendriticum ) schlüpfen nämlich Miracidien, die durch die Haut der Schnecken in ihren Körper gelangen und sich über Sporozysten und Redien zu Cercarien entwickeln (Cercarien sehen aus wie Samenzellen des Menschen). Diese Cercarien haben aufgrund ihres Durchtritts durch die Kiemenschleimhaut der Schnecken einen Enormen Schleimauswurf zur Folge (Die Schnecke Hustet sich buchstäblich zu Tode...). Der Schleim wird nun von den Ameisen verzehrt und die Cercarien gelangen in den Kropf, wo sie zu Metacercarien heranreifen und das Unterschlundganglion der Ameise befallen. Dies bewirkt das von herbie beschriebene komische Verhalten. Die mitverzehrten Metacercarien durchbohren nun die Darmwand des Endwirts und wandern zur Leber, wo sie im Verlauf mehrerer Wochen geschlechtsreif werden und Eier legen.
Im Netz hab ich noch ein Bild zur Entwicklung gefunden:
http://www.biologie.hu-berlin.de/~zoologie/sammlung/III%20Plathelminthes/Pl%2011-Dicrocoelium.jpg
Gruß, Mark
jaja, genau die "Viehcher" mein ich. Vielen dank.
@PatricS:
Danke für das Kompliment :D und für deine Gedanken, die du dir zu meinem "Problem" gemacht hast.
Das ist mal eine interessante Theorie! Da ich dieses überaus spezielle Verhalten bei Ph.d. allerdings schon bei anderen Kolonien, unabhängig also von dieser, beobachtet habe, möchte ich das trotzdem mal ausschließen. Diese "Drohhaltung" nehmen die Tiere in regelmäßigen Abständen an, nur verharren eben die wenigsten über lange Zeit in dieser Position. Vielleicht gibt´s noch andere Ideen?
@Herbie:
Diesen Zyklus kenne ich auch aus einem eher philosophischen Roman: Bernard Werber beschreibt diesen Kreislauf auch in seinem "Ameisen"-Romanzyklus. Ich finde es dennoch sehr interessant, daß diese Saugwürmer derartige "Umwege" in Kauf nehmen, um ihr Leben zu bestreiten (und sich dabei in ihrem seltsamen Entwicklungsstadium so speziell auf bestimmte Tiere konzentrieren!)
Und: Nein, in meinem Formicarium leben weder Süßwasserkrebse noch Wasserschnecken. Das eingebrachte Seramis habe ich vorher im Ofen bei 180° geröstet, nur so zur Sicherheit... :grin:
Hui, das mit deiner Königin tut mir natürlich leid. Schade. Ich drücke alle Daumen, dass die Anpassung an die neue Königin klappt. Aber dann musst du auch weiter berichten... ich bin süchtig!!! ^^
Ja ich auch, sehr guter Bericht und klasse Bilder.
Um die Bilder beneide ich dich, was für eine Kamera verwendest du?
grüße
Pagodin
Hallo ihr Lieben,
danke für eure Anteilnahme ! :)
Zum Thema "Anpassung" folgt sehr bald der Bericht, der ist dann etwas länger. Und, das kann ich wohl garantieren, hochinteressant! Möglicherweise klappt´s morgen abend (wie immer, sehr spät abends... :grin: )
Und vielen Dank für die Komplimente, ich bin mal ehrlich, daß mich so etwas oftmals auch motiviert, die Sache fortzusetzen. Leider habe ich im Regelfall ein recht knappes Zeitbudget, weshalb von den Tagen der jeweiligen Ereignisse bis zum Tag des Hier-Eintragens schon mal eine größere Lücke entstehen kann.
Ich selbst notiere mir meist Stichpunkte (damit ich nix vergesse) und "baue" den Bericht erst später, feile noch ein bißchen an den Formulierungen und Formatierungen und entscheide über die Bilder. Ist schon ganz schön zeitaufwendig, muß ich mal so feststellen! Aber, ganz ehrlich, es macht auch Riiiesenspaß zu berichten (selbst wenn nicht alles immer läuft wie geplant, aber das gehört dazu!).
@Pagodin: Lustigerweise eine sehr einfache: Canon Powershot A 75. Eigentlich eine "Schnappschußkamera" mit gerade mal 2 Mio.Pixeln, aber die 2 absoluten Vorteile von dem Ding sind 1. das sehr hochwertige Objektiv (gehobener Standard, typisch bei Canon) und 2. die zahlreichen manuellen Einstellmöglichkeiten (wie Blende, Belichtungszeit, Makro etc.). Und dann müssen es eben keine 6 Mio.Pixel sein. Klar, eine SLR-Kamera wäre ohne Frage besser, aber dafür nutze ich sie nicht häufig genug.
Interessant, ich habe hier eine Kodak EasyShare Cx4200 mit 2.0 mega Pixel, die macht leider zwar gute Weitaufnahmen, wenn es aber um die Nähe geht, bricht da alles zusammen :)
Danke für die Info, mal sehen ob einer meiner Freunde so eine Canon hat.
grüße
Pagodin
Ich finde das cool, wie du es gemmacht hast! Du hast mir ja auch ein tipp damals gegeben! Danke nochmal!
Es war total spannend diesen Post zu lesen!
Viel spass mit deiner " Neuen " Kolonie! Naja queen!
Sag mal seit wann besitzt du die Kolonie schon?
bye