Achso, wie groß ist denn die Öffnung der Tränke?
Wenn selbige klein ist, dann könnte es auch sein, dass es die Ameisen "reinzieht", sobald sie sich zu weit vor wagen. So wie bei den Videos wenn die Ameise zu dicht an die Scheibe kommt. Da kann man auch sehen, dass der Übergang Wasser-Scheibe eine gewisse Anziehungskraft ausübgt.
Ich verstehe deinen aktuellen Eintrag nicht so ganz. Ende Juli schriebst du noch, dass die Kolonie in 4 Monaten schätzungsweise 150 bis 200 neue Ameisen hervorgebracht hat und eine gute Woche später ist die Situation plötzlich besorgniserregend? Wenn du die Wärmelampen wieder anmachen würdest würden sie sicher nicht in der Futterbox hausen.
Richtig, da waren die Geschlechtstiere in der Menge noch nicht da. Dazu kommt, dass die Anzahl der Arbeiter auch weiter schnell zunimmt - sofern man das schätzen kann.
Aufgrund der Indizien/Vermutungen, dass die Art Inzucht betreibt, finde ich das besorgniserregend. Allein die wage Möglichkeit, dass demnächst eine zweistellige Anzahl begatteter Königinnen vorhanden ist, hat mich zu den beschriebenen Maßnahmen bewogen.
Wie gesagt, Korpulationsversuche sind zu beobachten, es wirkt aber halt noch etwas.. naja.. einseitig.
Das Stromsparen habe ich auch eingestellt und die Lampen wieder angemacht. Mal sehen ob die Kolonie wieder zurück zieht.
Ich bin mir nicht sicher, ob Polyrhachis dives phasenweise Geschlechtstiere hervorbringt oder kontinuierlich über das ganze Jahr.
Anahand der Brut würde ich schätzen, dass sich die Anzahl der hervorgebrachten Geschlechtstiere und Arbeiterinnen sich etwa auf gleichem Niveau bewegt.
Fändest du eine solche Entwicklung nicht besorgniserregend?
Wenn sie bei mir kommt werde ich handeln indem ich geflügelte Artgenossen absammle sofern sie sich aus dem Nest trauen. Ich würde aber nie auf die Idee kommen meine komplette Kolonie ins Eisfach zu schieben um das Nest zu öffnen. ;)
Ich habe Anbaumöglichkeiten, dass diese Art irgendwann auseinandergeht wie ein Hefekloss wusste ich schon bevor ich mich für die Haltung entschieden habe.
Naja, das klingt bei dir dramatischer als es ist. Die Futterbox als Nest war ja quasi mit Deckel zum Aufmachen. Wenn man das so drastisch formuliert, habe ich auch zum Füttern das Nest geöffnet ;).
Außerdem war es auch nur der Kühlschrank für ein paar Minuten. Diese Vorgehensweise wurde mir mal im Antstore zum Umsiedeln der Kolonie aus dem Reagenzglas in das Zielbecken empfohlen.
Es war auch bei weitem nicht die ganze Kolonie. Neben der Futterbox war noch der Schlauch voll mit Brut und Tieren, sowie das eigentlich Becken mit zwei weiteren Nestern, die auch nicht völlig unbewohnt waren. Die eine begatte Königin war ebenfalls nicht in der Futterbox.
Wie auch immer, ich denke, es war eine sinnvolle und notwendige Maßnahme.
Bei meinen war es so, dass es einmal angefangen mit der Geschlechtstieraufzucht kein Ende mehr nahm.
Das Heraussammeln der Geschlechtstiere ist keine Lösung, die Dir auf Dauer hilft, müsstest sie ständig weiter heraussammeln.
Die nicht aus dem Nest kommen bekommste gar nicht erst zu packen.
Das Ameisen, nicht nur Polyrhachis dives, sich schlagartig vervielfältigen ist nicht unnormal
und immer wieder zu beobachten.
Sind Einblicke ins Nest nicht komplett vorhanden, es so keine Vorwarnung durch die vielen
sichtbaren Larven und Puppen gibt, ist es nicht überraschend das innerhalb kurzer Zeit deutlich mehr Ameisen in der Anlage furagieren.
Bezogen auf die Haltung ist es bei vielen polygynen Ameisenarten ein Trugschluss, mit nur einer Königen die Kolonie klein halten zu können, .
Da sind andere Maßnahmen gefordert, wie z. B. rechtzeitige Futterreduzierung.
Grüße
Da hast du sicherlich recht, ich meine ja nur ich verfolge NoMas (sehr guten) Haltungsbericht jetzt schon seit längerer Zeit und er hat die Kolonie nach eigenen Angaben seit August 2006 (2 Jahre!) und erst jetzt hat sich die Bevölkerung verdoppelt? Das ist für die Art doch wirklich sehr human... Ich habe meine Kolonie seit ein paar Wochen und schon jetzt das Gefühl, dass sie sich so langsam das erste Mal verdoppeln.
Erne du schreibst das Aufsammeln von Geschlechtstieren ist keine Lösung, was wäre denn dann ein Lösungsansatz? Selbst wenn ich sie hungern lasse, Brut werden sie immer haben und irgendwann schlüpfen eben die Geschlechtstiere, oder?
Hi
Es gibt keine Dauerhafte Lösung! Entweder du baust an und läst sie so viele Gynen wie sie wollen haben oder du Verkaufst die Kolonie... Auch wenn du jeden Tag Geschelchtstiere absammelst werden es immer mehr Geschlechtstier und ihrgentwann musst du so oder so ein neues Becken anschliesen. Da diese Art eine exotische Art ist darf man sie so oder so nicht OHNE Deckel halten... Deswegen sind die inzucht betreibenden Geschelchtstiere kein großes Problem. Außer das zuviele Gynen auftreten und man mit dem Platzt/das Futter hinterherkommt.
mfg
GoSh
Richtig betrachtet lässt sich die Aufzucht von Geschlechtstieren ab einer bestimmten Anzahl Ameisen nicht verhindern, dazu müsste man die Kolonie schon verhungern lassen.
Für die Aufzucht der Jungköniginnen wird mehr Protein gebraucht, mit einer Reduzierung können sie nicht mehr so Viele aufziehen.
Aus meiner Sicht ist es für eine Proteinreduzierung beim Auftreten der ersten Geschlechtstiere fast schon zu spät.
Eine Reduzierung geht nur noch langsam und abgestuft, es besteht sonst die Möglichkeit, dass die Kolonie Schaden nimmt, bis hin zum Zusammenbruch.
Sind die Startschwierigkeiten nach dem Erhalt dieser Art erst mal überstanden und die Entwicklung geht normal voran, sehe ich noch einen weiteren Ansatzpunkt um die Aufzucht von Geschlechtstieren
möglichst lang herauszuschieben.
Diese Ameisen sind bei höheren Temperaturen besonders produktiv, eine leichte Absenkung verlangsamt das Kolonienwachstum.
Ob sich die Temperatur so weit absenken lässt, das sie gar keine Geschlechtstiere aufziehen habe ich nicht ausprobiert.
Mit tieferen Temperaturen werden diese Ameisen immer träger und verlieren dabei ihre Lebhaftigkeit.
Weitere Folgen?
Letztendlich wird sich jeder Halter dieser Art darauf einrichten müssen, eine Ameisenart mit Geschlechtstieren kontrolliert unterzubringen.
Grüße
@donbilbo:
Danke für deine lobenden Worte für meinen Haltungsbericht.
Ich würde im Nachhinein sagen, dass sich die Kolonie schon früher stark vermehrt hätte, wenn ich mehr bzw. anders gefüttert hätte. Es hat lange gedauert bis ich das richtige Futter gefunden hatte, welches vollständig verwertet und immer angenommen wird (Wachsmottenmaden).
Dieses Jahr habe ich dann halt wirklich fast so viel gefüttert wie sie genommen haben.
@GoSh
Ich kann dir irgendwie nicht so ganz folgen. Die dritte und bereits erwähnte Möglichkeit wäre es die Fütterung zu reduzieren. Eine Vierte wäre es die Kolonie zu töten (was für mich aber nicht in Frage kommt, ebenso wie verkaufen).
Anbauen möchte ich im Moment nicht, da das Becken noch nicht zu klein ist. Mein Problem sind die vielen Geschlechtstiere welche eventuell Inzucht betreiben und die Kolonie bei uneingeschränkter Fütterung noch schneller als ohnehin schon wachsen lassen. Dann erst gibt es Platzprobleme.
Warum du das mit dem Deckel erwähnst verstehe ich nicht, denn ich halte sie mit Deckel.
@Erne
Danke für die hilfreichen Hinweise.
Meine Konsequenz wird es also sein, wie bereits im Haltungsbericht angekündigt, die Fütterung (von Proteinen) herunter zu fahren.
Ich vermute Geschlechtstiere sind für die Kolonie ein Luxus den sie sich nur leisten, wenn wirklich viele Proteine vorhanden sind.
Die Arbeiterinnen hält man ja eher mit Kohlenhydraten am Leben, so dass man mit der Proteinzufuhr vor allem die Reproduktion beeinflussen kann.
Es könnte natürlich auch sein, dass ab einer gewissen Koloniegröße immer Geschlechtstiere in einem bestimmten Verhältnis zu den Arbeitern produziert werden.
Andere Faktoren wie Temperatur, lassen sich beim momentanen Wetter nur schwer ausprobieren.
Ich halte euch in jedem Fall auf dem Laufenden, kündige dann aber auch schonmal meinen Urlaub bis Anfang September an.