Hi,
vielen Dank für die genaue und interessante Berichterstattung.
Habe nur einen kleinen Kommentar zum Messzylinder-Nest. Die Öffnung sollte schräg nach oben liegen, damit gerade nicht der ganze Wattepfropfen in Berührung mit Wasser steht.
So könnte Wasser aus dem Tank gelangen und Gynen und Brut schädigen. (Gab bereits Fälle von ertrinken.)
Grüße
Hi!
Habe diese Art Nest bereits seit 2 Jahren erfolgreich in Aktion, ist nie etwas schief gegangen! Wenn der Wattepfropf richtig fest ist passiert nichts!
Kann man ja vor dem Besatz prüfen, einfach mal nen Tag liegen lassen und gucken ob es undicht ist.
Die ersten Fotos sind da, keine perfekten, da es noch immer an einer guten Kamera mangelt, jedoch habe ich mal die für meine Handwerkskünste besten Fotos heraus gesucht, die meine Digicam so hergibt.
Gestatten, die zwei hübschen Damen Polyrhachis cf. wolfi:
Gynen Polyrhachis wolfi.jpg
Erstaunlich ist wirklich der enorme Größenunterschied zu Polyrhachis dives, welche ich mehrere Jahre gehalten habe.
Auf dem folgenden Bild erkennt man - zugegebenermaßen bei genauer Betrachtung :D - die Brut:
wolfi mit Brut.jpg
Auf dem unteren Bild tragen beide Gynen Larven zwischen den Mandibeln. Dies soll jedoch keinesfalls bedeuten, dass Sie nur "nebeneinander" leben. Wenn Sie nicht gerade von ihrem Halter zwecks Fototermin aufgeschreckt werden, befindet sich die Brut auf einem ""Häufchen" und wird von beiden mit äußerster Hingabe versorgt.
Gynen mit Larven.jpg
Ich habe noch zum guten Schluss ein Gesamtbild des "Messzylinder - Nestes" geschossen, hier kann man sehen, dass dort nichts ausläuft, auch wenn das Wasser durch die leichte Schräglage komplett auf dem Wattepfropfen steht. Wie bereits oben erwähnt teste ich Konstruktionen dieser Art einfach dadurch, dass ich - egal ob Messzylinder oder Reagenzgläser - die ganze Sache einfach eine Nacht Kopfüber (!) stehen lasse. Ist nach dieser Aktion alles trocken, so kann ich mich 100% ig auf die Dichtigkeit verlassen. Die Sicherheit geht hier immer vor! Aber danke dennoch Morphium für deine Anmerkung, Kritik sollte immer geäußert werden, lieber einmal zuviel als einmal zu wenig!
Polyrhachis wolfi im Messzylinder (100ml).jpg
Ich biete noch immer Proteine in Form von Heimchen / Steppengrillen mittlerer Größe, frisch tod, nicht überbrüht. Heute gab es mal Zuckerwasser, dieses mochten meine Polyrhachis dives wesentlich lieber als Honigwasser. Mal schauen was die wolfi's dazu sagen =) Ich habe zur Fütterung im Messzylinder den Boden eines Einweg Schnapsgläschens entfernt und teile das Bodenlose Gläschen in 4 Teile. Darauf ein wenig zusammengerollte Watte getränkt mit Honig- / Zuckerlösung und entsprechend ein Heimchen oder eine Steppengrille. Durch das Schnapsglas-Stückchen bleibt alles im Nestinneren Sauber und kann jederzeit schnell ausgewechselt werden.
So nimmt das Projekt Polyrhachis wolfi seinen Lauf. Ich hoffe ich kann noch lange von diesen schönen Tieren Berichten, den Anfang der Haltung haben Sie mir bereits vorzüglich versüßt =)
Eine Randbemerkung noch an die Administratoren:
Da dieser Bericht sich von anfänglichen Informationssammeleien allmählich zu einem Haltungsbericht wandelt, so würde ich mich freuen wenn er in diese Kategorie verschoben werden könnte. Vielen Dank im Vorraus dafür =)
In diesem Sinne, ich werde berichten =)
Lieben Gruß
Daniel
Soo, heute nochmal ein kleines Update.
Die kleinen Larven wachsen sehr schnell, sind schon richtig dicke "Wonneproppen" dabei. Zuckerwasser scheint ebenso akzeptiert zu werden, wirklich quantitative Aussagen lassen sich jedoch erst treffen, wenn die Kolonie eine gewisse Größe erreicht hat. Ich kann leider nicht erkennen, ob die Königinnen die Larven zum weben verwenden, so wie es ihre Töchter, die Arbeiterinnen, später wohl tun werden.
Zunächst die Fotos, auf welchen ersichtlich ist, dass Brut in sämtlichen Stadien, außer Puppen, vorhanden ist. Über den Gynen erkennt man die wirklich kleinen Larven. Diese Größe der Larven entspricht der Größe 2 - 3 Tage nach dem schlüpfen aus dem Ei.
Gynen mit Brut.jpg
Versch. Brutstadien.jpg
Auf dem kommenden Foto erkennt man wunderbar den Wonneproppen. Die Larve hat jetzt die Größe erreicht, die ich als maximale Larvengröße bei Polyrhachis dives beobachten konnte. Bin gespannt ob Sie noch weiter an Größe zunimmt, denke aber dass größere Larven erst später, nach den ersten erfolgreich aufgezogenen Arbeiterinnen vorkommen werden.
Der dicke Wonneproppen.jpg
Brut, Seitenansicht.jpg
Ich habe ihnen auch bereits ihr erstes eigenes Nest angeschafft. Ich denke sobald die ersten Arbeiterinnen vorhanden sind und das Koloniewachstum somit schneller vorrangeht, werde ich die Nestkugel anbieten. Diese Art von Nest habe ich meinen Polyrhachis dives auch immer zur Verfügung gestellt, es hat einfach den Vorteil, dass mit geringer Fläche, die Sie verweben müssen, ein doch recht großer Hohlraum entsteht. Bei Polyrhachis dives hats immer prima funktioniert.
Nestkugel.jpg
Zu guter letzt wollte sich noch jemand vorstellen, der sich bisher nicht getraut hat sich öffentlich zu zeigen:
Die kleine mit 3 eiern.jpg
Warum Sie sich unter gleichen Bedingungen langsamer entwickelt ist mir ein Rätsel, bin jedoch sehr froh dass Sie sich entwickelt.
Ich rechne in den nächsten 1-2 Wochen mit der ersten Puppe, bin gespannt welche Größe diese dann erlangt. Ich werde euch auf dem laufenden Halten =)
In diesem Sinne, lieben Gruß
Daniel
Des einen Leid - Des andern Freud` ,
so lässt sich dieser Tag wohl beschreiben. Beim allmorgendlichen Reinigen meiner Becken und Fütterung der Kolonien habe ich soeben entdeckt, dass die Königin meiner Cataglyphis velox Kolonie nach nur 6 - monatiger Haltung verstorben ist.
Nachdem ich diese Trauer überwunden habe, blickte ich in das Messzylinder-Nest der beiden gemeinsam gründenden Polyrhachis wolfi und durfte die ERSTE PUPPE erblicken =)
Dies schmälert sicherlich ein wenig den Verlust, Trauer ist jedoch trotzdem da =(
Naja, die Puppe ist ebenso wie die Larven - im Vergleich zu Polyrhachis dives - ziemlich groß!
Ich werde schnellstmöglich auch ein paar Fotos hochladen, damit ihr euch selber ein Bild von dem "Brocken" machen könnt =)
Lieben Gruß
Daniel
Soo, leider hatte ich erst heute Morgen die Möglichkeit, neue Fotos von der aktuellen Situation zu schiessen.
Beim herabnehmen der Blende, die um den Messzylinder liegt, damit kein Licht einfällt, wurde ich erneut von meinen Lieblingen überrascht! Mittlerweile liegen zwei pralle Puppen im Nest, bin gespannt wann es den langersehnten Nachwuchs gibt. Habe euch mal ein Paar Fotos vorbereitet, leider etwas unscharf, erkennbar sollte jedoch das wesentliche sein.
Die ersten zwei Puppen.jpg
Neben den beiden Puppen ist auch sämtliche Brut in allen Stadien vorhanden, der Kolonie scheint es sehr gut bei mir zu gefallen. Ich denke, sobald die ersten Arbeiterinnen da sind geht schon alles wesentlich schneller. Für die nahe Zukunft ist zunächst ein Becken der Größe 60 * 30 * 30 cm geplant. Die Größe dieses Beckens hat bei meinen Polyrhachis dives zunächst bis zu einer Koloniegröße kleiner als 1000 Individuen ausgereicht. Da ich jedoch keinerlei Erfahrungswerte besitze, wie Groß das Nest bei Polyrhachis wolfi im Bezug auf die Koloniegröße wird, wird die Zukunft zeigen wann eine Erweiterung des Beckens nötig ist. Leider findet man hierzu keinerlei Haltungserfahrungen im Internet, sämtliche Haltungsberichte ( ich glaube es gibt 3 !? ) hören nach wenigen Beiträgen auf. Außerdem enthalten Sie keine nennenswerten Informationen über die Haltung dieser wunderschönen Tierchen.
Queens, Eier, Larven, Puppen.jpg
Ich habe auch versucht die Brut bzw. die Kleinkolonie einmal von unten zu fotografieren, ist leider leicht verwackelt. Man erkennt jedoch trotzdem relativ gut die Puppen:
von unten.jpg
Ich biete nach wie vor jeden Tag eine frisch tote, nicht überbrühte Steppengrille und Zuckerwasser auf einem bisschen Watte an. Die Temperatur liegt noch immer bei +- 28 bis 30°C.
Sobald die ersten Arbeiterinnen da sind, und ich erkennen kann, dass die Webearbeiten beginnen, werde ich ihnen das geflochtene Nest anbieten. Ich glaube zwar nicht, dass dieses anfangs gegen den Messzylinder getauscht wird, aber die freie Wahl sollten die kleinen schon haben.
Ich halte euch auf jeden Fall weiterhin auf dem laufenden =)
In diesem Sinne
lieben Gruß
Daniel
Guten Tag liebe Ameisenfreunde,
gestern, pünktlich zu MEINEM Geburtstag erblickte der erste Nachwuchs der Polyrhachis wolfi Kolonie das Licht der Welt =)
Somit teilen wir uns den Ehrentag, der 26. ist wohl nicht annähernd so interressant wie der 0. Geburtstag, gefeiert hab ich jedoch für uns beide ;)
Der_erste_Nachwuchs.jpg
Die Arbeiterin ist relativ klein, was jedoch ja anfangs immer so ist. Ich bin gespannt, welche Größe die Arbeiterinnen in der Zukunft erreichen. Ich werde nun einmal noch ein paar Fotos anhängen, diese sagen mehr als tausend Worte =)
Die_fleissige_kleine.jpg
Kolo_gesamt.jpg
Nachwuchs2.jpg
Es sind zur Zeit noch zwei weitere Puppen vorhanden, ich denke aus diesen schlüpfen in der nächsten Woche zwei weitere Arbeiterinnen. Somit wären schon drei Arbeiterinnen vorhanden, die hoffentlich schon einmal anfangen, die Nahrungsaufnahme zu organisieren. Somit sollte die Produktivität der Königinnen steigen, sodass die Kolonie schnell wächst und gedeiht.
Ich habe auch lange nichts mehr von der allein gründenden Gyne berichtet, dieser scheint es nun auch gut zu gehen. Es liegen ca. 5 Eier bei ihr, 6 kleine und 1 große Larve, welche sich wohl in den nächsten Tagen verpuppen wird. Alles in einem gehts doch Berg auf, ich freu mich =)
In diesem Sinne -
ich werde berichten ;)
Lieben Gruß
Daniel
Meine Vermutung, dass die weiteren beiden Puppen innerhalb der letzten Woche schlüpfen, hat sich bestätigt. Es sind nun drei Arbeiterinnen vorhanden, Brut in allen Stadien ist ebenfalls vorhanden. Lediglich Puppen sind zur Zeit nicht da, es ist jedoch eine recht große Larve vorhanden, welche sich wohl in den nächsten 2 - 3 Tagen verpuppen sollte, geht man von den bisherigen Beobachtungen aus.
Ich war heute auch schon einmal einkaufen für das neue zukünftige erste Formicarium. Ich habe das große Glück, das weltweit größte Zoofachgeschäft direkt ums Eck zu haben (Duisburg). Dort habe ich so manch brauchbares gefunden, mehr dazu aber ein ander Mal.
Ich werde nun ein paar Fotos von den 5 süßen anhängen, die Qualität der Bilder ist mangels guter Beleuchtung nicht so prickelnd, erkennbar sollte jedoch alles sein.
Alle drei zusammen.jpg
Queens + 3.jpg
Das lustige Trio.jpg
So nimmt das Gewusel weiter seinen Lauf, ich denke jedoch dass es bis zu den ersten Webearbeiten noch ein wenig dauern wird. Bisher konnte ich nichts in dieser Richtung beobachten, ich schätze dass die ersten Larven um jeden Preis durchkommen müssen, sodass sie keine wichtigen Ressourcen zur Herstellung der Fäden verschwenden. Ich habe ihnen die geflochtene Kugel vorsichtshalber vor den Eingang des Messzylinders gelegt, falls sie doch um jeden Preis ein eigenes Nest weben wollen. "Erwarte das unerwartete, und du wirst vorbereitet sein" =)
In diesem Sinne
- ich werde berichten o0
Lieben Gruß
Daniel
Ich habe soeben eine freudige Beobachtung gemacht:
Erste Proteinaufnahme.jpg
Ist leider etwas schlecht zu erkennen, doch habe ich gerade die erste Arbeiterin naschend an der Steppengrille erwischt =)
Diese Beobachtung ist für mich ein entscheidender Schritt bei einer solch kleinen "Kolonie". Zum einen ist die Kolonie nun selbst in der Lage, sich zu versorgen, zum anderen werden die Steppengrillen wirklich akzeptiert. Ich konnte zwar schon vermuten, dass an den täglich frisch angebotenen Steppengrillen genascht wurde, jedoch nur auf Grund der äußerlichen Veränderung der Steppengrillen. Live gesehen habe ich bis heute keine Ameise an der Proteinnahrung.
Ich hoffe, dass sich nun mit ausreichender Proteinzugabe eine höhere Eiablegerate einstellen wird, so dass die Kolonie schneller wächst und gedeiht. Ich werde also in den nächsten Tagen mein Augenmerk auf Eier im Messzylinder richten. Würde sich eine solche Beobachtung auch noch bei den Kohlenhydraten machen lassen, welche ich zur Zeit in Form von Zuckerwasser anbiete, wäre auch mein letzter kleiner Zweifel dahin. Alles in einem scheint jedoch die Gründung erfolgreich über die Bühne gegangen sein, ich wüsste nicht was jetzt noch schief gehen kann.
Eine kleine Sorge jedoch besteht dennoch: Ich habe ja zu Beginn dieses Berichtes fälschlicher Weise von "polygyner Gründung" gesprochen, in der falschen Annahme, dass der Begriff "pleometrose" die Art der Gründung ist, bei der sonst monogyne Arten zunächst gemeinsam gründen und sich nach und nach die Anzahl der Gynen bis auf eine, eben zur monogynie, reduziert. Gab es bereits Beobachtungen, ob sich die Gynen, die ja eigendlich polygyn sind, nach der Gründung auch noch "bekämpfen" könnten!?
Über etwaige Antworten würde ich mich freuen =)
In diesem Sinne -
lieben Gruß
Daniel