ANTSTORE World of Ants (F)  >> Deutsches Forum (F)  >> Exotische Ameisenarten (F)  >> Polyrhachis - Informationen (F)
 [1]   [2]   [3]   [4] 

Click to view full story of "donbilbo's Polyrhachis dives Tagebuch"

donbilbo: Re: donbilbo's Polyrhachis dives Tagebuch (5. Okt 2008 16:48)

05.10.2008

Heute war ein grosser Tag für meine Kolonie. Mein Zimmer, meine Hände alles stinkt nach Ameisensäure aber die Aktion die hat mir gezeigt man kann auch mit einer mehrere hundert Arbeiter starken Kolonie noch einiges anstellen.

Ich habe mein Becken 80x35x40cm um ein weiteres Becken ergänzt. Das neue Becken ist ein 30x20x20 Formicarium von Antstore welches nach meinen Plänen als neues "Supernest" fungieren soll. Dazu habe ich das Becken mit Seramis, Kleintierstreu, einer Holzwurzel und mehreren zu Knoten gedrehten Heubüscheln komplett ausgefüllt. Inspiriert hat mich dabei das "Naturnest" meiner zweiten Polyrhachis dives Kolonie welches auch hauptsächlich aus irgendwelchen Gräserbüscheln bestand.
Dieses kleine Becken habe ich also ausgefüllt, eine Heizmatte druntergeklebt und sämtliche Wände sowie den Deckel von aussen mit Bastelkarton abgeklebt so dass es bis auf die Metallgaze im Deckel kein Lichteinfall gibt. Daraus erhoffe ich mir wie gesagt das "Supernest" in dem sie für die nächsten paar tausend Arbeiter nach meinem Wunschdenken hausen sollen.

Nun habe ich ja im Aquarium noch 3 Nester der dives die sie momentan bewohnen. Das alte Hauptnest welches man hier im Haltungsbericht anfangs auf Fotos sieht vermutete ich verlassen. Ich habe es raus genommen und in einem Ersatzbecken komplett auseinandergebrochen um nicht ausversehen eine Königin oder Arbeiter zu überbrühen. Es war aber wirklich bis auf 2 Arbeiter komplett leer.
Die anderen zwei Nester sind voll bewohnt ich werde mich da nicht dran vergreifen ich hoffe auf den alten Trick mit der Wärme und werde deshalb das Supernest auf bis zu 30° erwärmen wärend ich das Aquarium (die neue Arena) auf 22 bis 23° abkühlen lasse. Sobald sie dann im neuen Nestbecken nisten will ich nach und nach die grosse Arena neu gestalten, die zwei alten Nester entsorgen und dann durch Temperaturgefälle dafür sorgen dass sie keine Zweignester mehr anlegen.

Sobald sie das neue Becken erobert haben und anfangen zu weben werde ich weiter berichten.

donbilbo: Re: donbilbo's Polyrhachis dives Tagebuch (9. Okt 2008 13:42)

09.10.2008

Inzwischen ist die Brut in das Nestbecken umgezogen, vermutlich sind auch die Königinnen mit umgezogen. Leider haben sie wie zu erwarten nicht das komplette dunkle 30x20cm Becken als Nest angesehen sondern sich einige Kammern gebaut. Nun lagern sie ihren Müll teilweise auch im Nestbecken, sind wohl zu faul Futterreste wieder durch den Schlauch in die Arena zu tragen. 2 der 3 alten Nester in der Arena konnte ich inzwischen beseitigen weil sie verlassen waren. Das dritte Nest scheint aber leider noch bewohnt zu sein ich werde das weiter beobachten.
Auch im Bezug auf geflügelte Geschlechtstiere erhoffe ich mir die Kolonie so kontrollieren zu können, dass keine Nester in der Arena mehr gebaut werden. Da ich nicht plane das 30x20cm Becken überhaupt zu öffnen und zu reinigen kann es von mir aus irgendwann vor geflügelten Männchen platzen. ;) Falls mein Plan nicht aufgeht und das 30x20 Nest irgendwann vor Müll schimmelt oder sonstige unerwartete Fälle eintreten kann ich es aufgrund seiner Grösse ja immernoch in die Arena stellen und in der Arena sicher öfffnen. Mein Traum ist, dass dieses kleine Becken irgendwann bis unter den Deckel komplett ausgebaut ist und der Schlauch quasi wie bei einer normalen Ameisenfarm an Arenen angeschlossen bzw getrennt werden kann. Durch fehlende Wärmequellen kann ich die Art hoffentlich dazu überreden keine Zweignester in der Arena mehr zu gründen, ausserdem werde ich dort auch kein Baumaterial mehr anbieten.

donbilbo: Re: donbilbo's Polyrhachis dives Tagebuch (11. Okt 2008 16:59)

11.10.2008

Die Ameisen sind einfach unberechenbar. Die Puppen sind im neuen Nest, ein Grossteil der Ameisen, Eier und Larven sind - im Schlauch. :evil: Als wäre das nicht genug, nein beide Schlauchenden werden schon wieder zugebaut. :roll: Dazu kommt, dass sie nun ein Grossteil des Futters zum Fressen in den Schlauch schleppen, aber natürlich nicht mehr raus. Das nervt mich weil so natürlich der "Durchfluss" gerade durch die verwobenen Enden gehörig gebremst wird. Ich habe allerdings im Moment keine Lust daran was zu ändern, sie werden schon wissen was sie tun und falls sie irgendwann den Schlauch mal als Ameisenstrasse benutzen wie geplant und nicht als Zweignest dann kann ich ihnen ja wieder hinterherputzen und den Dreck beseitigen.
Es würde mich interessieren, was dahinter steckt. Brauchen es die Larven und Eier kühler als die Puppen? Komisch auch, dass die Königinnen nach meiner Beobachtung nicht bei den Eiern sondern im Nest bei den Puppen sitzen.

donbilbo: Re: donbilbo's Polyrhachis dives Tagebuch (12. Okt 2008 15:27)

12.10.2008

Anbei noch ein Foto vom Schlauch. Anzumerken ist, dass sich die Brut nocheinmal so lang erstreckt aber wenn ich mit der Kamera weiter weg gehe fokussiert sie nicht mehr genau, d.h man würde leider nichts erkennen. :(
Wie ihr sehen könnt ist der "Durchfluss" durch die Brut natürlich erheblich behindert, ich überlege, einen zweiten Schlauch anzubinden, die zweite Bohrung wollte ich aber eigentlich für das nächste grosse Auslaufbecken reserviert haben, mal sehen.

donbilbo: Re: donbilbo's Polyrhachis dives Tagebuch (18. Okt 2008 14:53)

18.10.2008

Man muss auch mal eingestehen dass etwas Kacke läuft und bei meiner Kolonie läuft es momentan nicht gerade gut. Meine Umbaumaßnahmen waren ein Schuss nach hinten, war so aber nicht abzusehen. Im neuen Nestbecken 30x20cm sind ständig ca. 100 Ameisen auf Patroullie. Sie denken aber garnicht daran, durch den Schlauch in die grosse Arena zu gehen. Versteht mich nicht falsch, in der Arena sind auch ständig so ca. 50 Ameisen die das Futter beschaffen, Honigwasser schlürfen usw. Aber dadurch dass sie den Schlauch von beiden Seiten zugebaut haben habe ich das Gefühl sie sehen den Schlauch nicht als Weg um zB. Müll loszuwerden. Im Nestbecken tragen sie ihre Leichen hin und her, sie gehen aber nicht mit den Leichen durch den Schlauch um sie in der (unbewohnten) Arena abzulegen. Aber genau das war, was ich eigentlich erwartet hatte. Mit einem kleinen Ventilator sauge ich verbrauchte Luft aus dem Nestbecken, Geruchsproben ergeben eine stets gute Luftqualität, warum sie sich überhaupt wieder vermehrt angreifen, keine Ahnung.

Trotzdem hatten sie noch nie so viele Eier, Larven und Puppen wie im Moment, ich hatte nur erwartet, dass sie das dunkle Mini-Becken als Nest sehen und in der grossen hellen Arena furagieren. Wenn es so weitergeht mit dem Wachstum dann rennen in dem Mini-Becken bald ständig 200 Ameisen im Kreis und die Arena steht leer, bekackt. :roll:

donbilbo: Re: donbilbo's Polyrhachis dives Tagebuch (29. Okt 2008 19:35)

29.10.2008

Da hat man eine Kolonie mit ein paar hundert Tieren und in der Arena ist so gut wie nichts los weil sie den Schlauch als Nest missbrauchen und nicht in grosser Anzahl durchlaufen wie geplant. Sie mussten also freiwillig aus dem Schlauch raus. Ich habe die Arena aufgeheizt und ihnen neue Nistmöglichkeiten angeboten, nach 3 Tagen waren sie umgezogen. Das kleine 30x20 Becken und den Schlauch musste ich entfernen, dabei nochmal ca. 100 Ameisen umsetzen und das fast verlassene Nest räumen um es auch abkochen zu können. Und siehe da, es sind wieder ständig 50-100 Ameisen auf Patroullie. Meine Erkenntnis aus diesem Missgeschick ist Schläuche und Polyrhachis dives passen nicht zusammen. ;) Ich habe zwar Haltungsberichte gelesen in denen mehrere kleine Becken mit Schläuchen verbunden waren aber bei mir klappt das nicht. Im Chat wurde gesagt sie haben wohl keine besseren Bauplätze als im Schlauch aber das stimmt so nicht, da es immer nur Zweignester waren. Eventuell würde es mit Plexiglasröhren mit hohem Querschnitt besser klappen aber Schläuche weben sie einfach immer zu.

donbilbo: Re: donbilbo's Polyrhachis dives Tagebuch (2. Nov 2008 11:57)

02.11.2008

Sie haben sich gut eingelebt, das neue Nest ist fertiggestellt und die Aussenaktivität bleibt hoch. Man hat immer was zu sehen. Im Moment leider auch wieder vermehrt Mord und Totschlag aber das muss man scheinbar einfach aussitzen. Ich habe nun auch einen Lüfter im zweistündigen Intervall installiert der jeweils für 5 Minuten frische Luft ins Formicarium bläst. So ist die Temperatur immer bei angenehmen 24 Grad, es stinkt nicht so nach Ameisensäure und vielleicht trägt es ja dazu bei die Kämpfe zu minimieren. Im Nestbereich sind zwischen 24 und 30 Grad, sie haben also die Möglichkeit ihre Brut wie sie wollen umzulagern. Da ich inzwischen so viel füttern muss haben sie leider keine Müllecke mehr sondern mehr eine Müllhälfte im Formicarium. Mit einem Schlauch muss ich mindestens einmal die Woche die Reste raussaugen. Interessant finde ich, dass meine Kolonie noch immer keinerlei Männchen oder Jungköniginnen hochgezogen hat.

donbilbo: Re: donbilbo's Polyrhachis dives Tagebuch (5. Nov 2008 17:17)

05.11.2008

Im Moment kämpfen sie grad wieder extrem. Sicher 10 verschiedene Ameisen werden parallel von Artgenossen umzingelt. Die toten Opfer jeden Tag rauszupicken macht keinen Spass... Ameisen mit 3 oder 4 Beinen an den Scheiben krabbeln zu sehen auch nicht. :cry: Ich habe jetzt mal paar lebendige Heimchen reingeworfen, vielleicht reagieren sie sich an den Eindringlingen ab. Milben könnten so ins Formicarium kommen aber wenn sie so weiterkämpfen bleibt eh nicht mehr viel übrig.

donbilbo: Re: donbilbo's Polyrhachis dives Tagebuch (12. Nov 2008 18:19)

12.11.2008

Fit für den Winter

Heute habe ich mich durchgerungen meiner geliebten Kolonie den Platz zu verdoppeln. Da die Aussenaktivität die letzte Woche schlagartig auf knapp 100 Arbeiterinnen angestiegen ist vermute ich mal, es ist ein grosser Schwung Puppen gleichzeitig geschlüpft. Parallel nutzte ich diese Erweiterungsarbeiten auch, um auch diese Kolonie vom praktischen Sandboden auf "Natur" umzustellen. Da sie bei mir leider bis jetzt jeden Schlauch zugewoben habe, musste ich mir etwas einfallen lassen, zwei Becken ohne Schlauch zu verbinden. Gelöst habe ich das Problem, indem ich in beide Deckel am Rand ein grösseres Loch gesägt habe und über diese Löcher eine umgedrehte Heimchenbox geklebt habe. "Schlauchdurchmesser 90mm"... mal sehen ob sie das auch wieder zuweben. ;) Der Bodengrund besteht jetzt aus einer Terrarienerde aus dem Baumarkt, absichtlich versetzt mit weissen Asseln und unabsichtlich bevölkert von irgendwelchen Miniaturfliegen die schon in der Erde sassen. ;) Ich trockne im Moment noch einige Haselnusszweige aus dem Garten, die sollen dann auch noch rein aber mir wurde geraten die Äste erst komplett zu trocknen damit sie nicht austreiben.Sobald die Polyrhachis illaudata Kolonie abgegeben ist werde ich der ihr Becken als drittes Becken auch direkt noch anschliessen, jetzt wird geklotzt und nicht mehr gekleckert. ;) Im Baumarkt habe ich noch ekelhafte Fleischfliegenmaden kaufen können, die sind noch grösser als Pinkys und stinken erbärmlich aber es sind wahre Eiweissbomben, 2009 wird die Kolonie richtig gross. :grin:

donbilbo: Re: donbilbo's Polyrhachis dives Tagebuch (16. Nov 2008 22:11)

16.11.2008

Inzwischen haben sich die Ameisen an den neuen Bodengrund gewöhnt und beide Aquarien voll beschlagnahmt. ;) Immernoch sieht man, wie vereinzelt Artgenossen angegriffen werden, Platzmangel als Hauptgrund für dieses Verhalten will ich ehrlich gesagt nicht mehr gelten lassen nachdem ich gerade verdoppelt habe. Mangelnde Luftfeuchtigkeit oder zu trockener Bodengrund war auch schon öfters zu lesen, von mir nun genauso ausgeschlossen wie Ameisen die sich im Ausbruchschutz mit fremden Gerüchen geimpft haben. Da ich nie Ameisen an Altersschwäche sterben sehe bleibe ich eher bei meiner Theorie, dass kranke oder alte Ameisen aggressiv beseitigt werden um die Kolonie funktional zu halten .
Im Moment bauen sie eine weitere Kammer in ihren Korkröhren aus, sie scheinen also Nachwuchs zu erwarten. Eigentlich auch nicht anders zu erwarten so wohlwollend wie ich füttere. Ehrlich gesagt traue ich mich aber auch garnicht, die Futtermenge drastisch zu reduzieren, die Folgen will ich garnicht erst austesten.


 [1]   [2]   [3]   [4]