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NoMa: (8. Jul 2008 17:30)

Hallo allerseits,

seit heute habe ich die Beleuchtung mal testhalber aus gelassen, da die Zimmertemepratur ohnehin schon sehr hoch ist. In Folge dessen zog die Kolonie mal wieder in den Schlauch (siehe Bilder).

Ansonsten ist festzustellen, dass die Schnecken noch leben. Es ist irgendeine Art Posthornschnecke wenn ich mich nicht irre.

Draußen gibt es auch wieder Blattläuse, ich bin am überlegen wieder einen Versuch zu starten. Wenn es soweit ist berichte ich.

Das wars dann auch schon für heute. :D

NoMa: (27. Jul 2008 16:31)

Hallo allerseits,

heute gibt es ein paar Neuigkeiten zur Kolonieentwicklung .

Ich würde die aktuelle Zahl der Arbeiterinnen auf irgendwo zwischen 200 und 300 schätzen.

In den letzten 3 bis 4 Monaten, seit ich die Fütterung auf hauptsächlich Wachsmottenmaden umgestellt habe, hat die Kolonie einen großen Sprung gemacht, davor waren es ca. 100 bis 150 Arbeiterinnen.

Was ich bereits ahnte, als die Kolonie im Schlauch war und ich einen Blick auf die Brut werfen konnte, produziert die Kolonie eine größere Anzahl Geschlechtstiere - sowohl Männchen als auch Jungköniginnen. Seit zwei Wochen beginnen diese zu schlüpfen.

Heute konnte ich dann einen scheinbaren Korpulationsversuch zwischen einer Königin und mehreren Männchen auf dem Nest beobachten (siehe Bilder).

Da ich nicht möchte, dass mir die Kolonie über den Kopf wächst und es Hinweise auf Inzucht bei dieser Art gibt, habe ich versucht die Geschlechtstiere zu entfernen. Dazu habe ich in Nestnähe ein Streichholz ausgepustet um die Ameisen zum Verlassen des Nestes zu animieren. Anschließend habe ich die Geschlechtstiere mit einer Pinzette aus dem Becken entfernt. Das Risiko einer steigenden Anzahl von Königinnen ist mir einfach zu hoch.
Bei dieser Aktion habe ich immerhin 8 Jungköniginnen und 4 Männchen fangen können. Ich vermute aber, anhand der vielen großen Puppenhüllen, dass noch weit mehr Geschlechtstiere vorhanden sind. Eine der Jungköniginnen hatte verkümmerte Flügel. Andere Arbeiterinnen versuchten sie ins Wasser zu werfen, sie wurde also von der Kolonie nicht aktzeptiert.

NoMa: (27. Jul 2008 17:15)

Hallo nochmal,

eine weitere Beobachtung, die ich nicht erst heute gemacht habe ist das Schwimmverhalten der Polyrhachis dives. (Ich habe mich heute aber mal aufgerafft das ganze zu filmen.)

Zu beobachten ist, dass die Arbeiterinnen, nachdem sie aus freien Stücken auf das Wasser gegangen sind, schwimmen. D.h. sie laufen nicht einfach auf dem Wasser.

Die hinteren Beine werden die meisten Zeit weggestreckt und werden nur selten benutzt. Zur Richtungskontrolle werden die Beine einseitig stärker bewegt.

Auf den Videos drehe ich die Ameisen von der Scheibe weg und schiebe sie teilweise wieder zu ihrem Ausgangspunkt wo sie leicht wieder aus dem Wasser klettern könnten. Statt dessen drehen sie wieder Richtung Scheibe und schwimmen zu ihrem ursprünglichen Ziel.
Die Ameisen schwimmen also zielgerichtet auf die andere Seite. Sie fallen nicht ausversehen rein und versuchen auch nicht so schnell wie möglich wieder aus dem Wasser zu kommen.


Video 1 (42 s, 47 MB)
Video 1 (37 s, 41 MB)


Hat jemand von euch ähnliche Beobachtungen gemacht (auch bei anderen Arten)?

Hier kann diskutiert werden:
Diskussionsthread

NoMa: (6. Aug 2008 22:06)

Hallo allerseits,

in letzter Zeit ist die Entwicklung der Kolonie besorgniserregend . Es werden immer mehr Ameisen und die Geschlechtstierproduktion ist enorm hoch.

Da ich aufgrund der Temperaturen die Lampen aus habe, ist die Kolonie großteils in die Futterbox gezogen. Dort fingen sie dann schon an die Wände zu verweben und Zwischenwände einzubauen. Zuletzt haben sie sogar versucht die Futteröffnung am Rand zu zu kleben.

Da ich die Kolonie so nicht mehr füttern konnte und mir die hohe Zahl an Geschlechtstieren Sorge machte habe ich mich für einen radikalen Schritt entschieden.
Ich habe die Futterbox abgemacht und Box und Schlauch mit einem Stopfen verschlossen. Dann habe ich die Futterbox in den Kühlschrank gestellt um die Tiere träge zu machen.
Nach einer Weile habe ich dann die Box auf 2 Kühlakkus in die Spüle gestellt und drumherum noch Wasser mit Eiswürfeln eingefüllt.

Dann habe ich es gewagt und den Deckel komplett abgemacht um die Geschlechtstiere zu entfernen.
Nach einer Stunde hatte ich dann:
40 Jungköniginnen
30 Männchen
66 Große Puppen
3 Große Larven.


An dieser Stelle möchte ich nochmal betonen, dass ich eine kleine Kolonie mit einer Königin halte.

Nachdem ich die Box wieder geschlossen und die letzten Ameisen nach drinnen bekommen hatte staunte ich nicht schlecht, als ich auf Anhieb trotzdem noch mehrere Jungköniginnen und Männchen sah.

Ich habe die Box jetzt wieder angeschlossen und werde die Fütterung reduzieren.

Trotz der vielen Geschlechtstiere konnte ich aber noch keinen Beweis für Inzucht erkennen. Die Männchen versuchen zwar hartnäckig die Jungköniginnen zu begatten, aber diese spielen scheinbar nicht mit.

NoMa: Re: NoMa's Polyrhachis dives (7. Okt 2008 01:52)

Hallo allerseits,

die Kolonie hat sich wieder normalisiert. Die Fütterung habe ich auf ca. 1-2 dicke Wachsmottenmaden bzw. einige Pinkies reduziert. Die Flut an Geschlechtstieren hat abgenommen. Genauer gesagt, sind so gut wie keine mehr vorhanden.

On Inzucht statt gefunden hat, und nun mehrere begattete Königinnen vorhanden sind kann ich nicht beurteilen. Fakt ist, dass ettliche (abgebrochene?) Flügel im Wasser lagen. Ich bin mir auch ziemlich sicher Jungköniginnen ohne Flügel entdeckt zu haben. Aber möglicherweise brechen sich diese die Flügel irgendwann auch ab, ohne begattet worden zu sein und verhalten sich in der Kolonie wie Arbeiter. Sollten sie Eier legen müsste ich vermutlich reichlich Männchen haben, was nicht der Fall ist. Ich werde das genauer untersuchen, wenn die Kolonie mal wieder in den Schlauch zieht und mir einen besseren Überblick bietet.

Ansonsten ist die Außenaktivität normal und es werden mittlerweile beide Futterboxen genutzt. Die eine ist durch 3, die andere durch 5 Meter Schlauch verbunden. Es bleibt stets eine gewissen Anzahl an Arbeiterinnen in den Boxen und wartet regelrecht auf die nächste Fütterung.

Im Hauptbecken wachsen die Pflanzen in und über dem Wasser üppig. Alle 1 bis 2 Wochen schneide ich das ganze stark zurück. Durch die Schwimmpflanzen haben es die Tiere nicht schwer über das Wasser zu kommen. Ich bin dazu übergegangen den Wassergraben als Ausbruchsschutz aufzugeben. Mit Pflanzen ist es einfach schöner.
Wenn man den Ameisen bewusst die Möglichkeit lässt das Wasser zu überqueren sind es letztlich sogar weniger Arbeiter die an Scheibe und Deckel hocken, da sie nun wieder zurück kehren können, nachdem sie festgestellt haben, dass es nichts interessantes gibt.

Um ein paar Zahlen zu nennen: es sind ca. 3-5 Arbeiterinnen die ich von Deckel und Scheibe fangen muss, wenn ich im Becken hantieren will. Ohne Möglichkeit das Wasser zu überqueren sind es schnell 15 und mehr, die sich ansammeln.
Es ertrinken vermutlich auch weniger Ameisen, wobei das an sich auch nicht schlimm wäre - setzt es dem rasanten Koloniewachstum doch etwas natürliches entgegen.

Demnächst muss ich den Wassergraben mal reinigen vor lauter Ameisenüberresten und sonstigen Dreck der sich dort angesammelt hat. Dazu werde ich den Bodengrund absaugen - wie wenn man ein Aquarium reinigt. Zum Nachfüllen verwende ich nur noch Osmosewasser - wegen der Kupferbelastung in meinem Leitungswasser. Die Schnecken haben sich mittlerweile sogar vermehrt.
Nach dem Reinigen des Wassergrabens, werde ich versuchen weitere Schneckenarten anzusiedeln.

Soweit so gut.

Diskutiert werden kann hier:
Diskussionssthread

NoMa: Re: NoMa's Polyrhachis dives (8. Okt 2008 21:35)

Hier noch aktuelle Bilder als Nachtrag zum langen Text.

NoMa: Re: NoMa's Polyrhachis dives (4. Feb 2009 18:47)

Hallo allerseits,

hier mal wieder ein Update.

Wie ich bereits jüngst im Diskussionsthread schrieb, geht es der Kolonie gut. Eine erneute extreme Aufzucht von Geschlechtstieren hat, soweit ich das beurteilen kann, nicht statt gefunden. Die Futtermenge habe ich wieder leicht erhöht.

Die Außenaktivität ist seit meinem letzten Post etwas gestiegen, ich vermute die Kolonie hat insgesamt etwas zugelegt.

Vor einiger Zeit habe ich mal den Wassergraben komplett sauber gemacht und die vielen toten Ameisen entfernt. In der folgenden Woche konnte ich dann etwa 15 tote Ameisen zählen. Das ergibt also eine Sterberate von ca. 2 Toten am Tag. Wenn man das hochrechnet, sind es 780 im Jahr. Wieviele der Toten im Wasser ertrunken sind und wie viele dort entsorgt wurden lässt sich nicht sagen. Ab und an sieht man mal eine die lebende im Wasser liegt, aber die kann ja trotzdem von anderen dort abgelegt worden sein.
Da die Kolonie nicht kleiner wird, schätze ich das "Geburtenrate" deutlich höher liegt. Es wird auch regelmäßig angebaut.

Letztes Wochenende habe ich mal wieder die Pflanzen verschnitten und einige Bilder gemacht (siehe unten). Die Ameisen waren mal wieder beinahe am Deckel und ich musste das Nest ein wenig beschädigen. Das war schade, hat aber einige interessant Einblicke ins Innere erlaubt.
Für den Nestbau wird neben dem trockenen Moos was ich anbiete neuerdings immer mehr frisches Moos genommen, welches von den Arbeitern energisch ausgerissen bzw. abgebissen wird. Auf dem letzten Bild sind die Schneisen im Moosteppich erkennbar.
Wer genau hinschaut und mit den letzten Bildern vergleicht kann eine neue Pflanze entdecken.

Die Versuche Schnecken anzusiedeln sind immernoch nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt. Trotz mehrmaligen Wasserwechsel mit Osmosewasser sterben die meisten nach kurzer Zeit wieder. Aber immerhin konnte ich einige sehr kleine exemplare entdecken, was auf Nachwuchs schließen lässt. Vielleicht wird es ja doch noch was.

Soweit erstmal. Wenn es fragen gibt, beantworte ich diese gerne im Diskussionsthread:

Diskussionsthread

NoMa: Re: NoMa's Polyrhachis dives (2. Jan 2010 03:11)

Hallo allerseits,

nach nun fast einem Jahr mal wieder ein Update. Nicht, dass noch jemand auf die Idee kommt die Kolonie sei eingegangen ;-).

Die Kolonie ist nun schon fast 3,5 Jahre alt - oder besser gesagt halte ich sie so lange. Soweit ich das beurteilen kann geht es ihr nach wie vor sehr gut. Zur Zahl der Arbeiterinnen vermag ich keine Aussage zu treffen. Übermäßig gewachsen ist die Kolonie aber dank kontrollierter Fütterung nicht. Sie haben dadurch auch nicht erneut hunderte von Geschlechtstiere (wie im vorletzten Sommer) aufgezogen.

Interessant ist, dass ich mindestens 5 flügellose Königinnen beobachten konnte. Zur Erinnerung: ich habe die Kolonie mit einer Königin gekauft. D.h. es haben sich einige der Jungköniginnen in die Kolonie integriert. Fraglich ist jetzt ob diese begattet sind oder nicht. Das lässt sich leider nicht mit Sicherheit sagen. Da aber nicht massenhaft Männchen schlüpfen kann man vermuten, dass die neuen Königinnen entweder nicht reproduktiv, oder aber begattet sind. Letzteres ist meiner Meinung nach sogar der wahrscheinlichere Fall. Denn hin und wieder liest von Kolonien mit begatteten und unbegatteten Königinnen, bei denen auf Grund der unbegatteten Königinnen jede Menge Männchen schlüpfen. Aber eine definitive Aussage, welche die Inzest-Debatte bei dieser Art beenden könnte gibt es leider nicht.

Ansonsten leben die Ameisen ihr Leben und es gibt nicht so viel Neues zu berichten wie es in der Anfangsphase der Fall war.

Das Becken ist leider in keinem so hübschen Zustand, da ich im Sommer das Pech hatte mir ein Handgelenk zu brechen. Das hatte zur Folge, dass ich die Pflanzen einige Wochen nicht verschnitten habe, da ich das Becken mit nur einer Hand nicht öffnen wollte.
Jetzt sind die Pflanzen gewuchert und die Ameisen sind ihrer Vorliebe für Wärme gefolgt und haben ein Imposantes Nest an den Deckel gebaut. Dieses schließt die Krone des Ficus-Bäumchens ein. Würde ich jetzt den Deckel abnehmen, so würde ich Nest und Baum herausziehen.
Verschiedene Versuche die Ameisen mittels Kälte zum Verlassen des Nestes zu bewegen waren nicht erfolgreich. Auch extreme Wärme konnte die Ameisen nicht vertreiben.
Im Moment versuche ich jeden Tag das Nest ein Stück weiter vom Deckel zu lösen indem ich ihn ein wenig anhebe und mit einem langen Stab zwischen Scheibe und Nest stochere. Das kann man etwa 10 bis 15 Sekunden bringen, dann hilft nur Rückzug und warten bis sie sich wieder beruhigt haben. Aber ich denke so wird es in ein paar Tagen geschafft sein.
Dann kann ich das Becken wieder herrichten.

Zwischenzeitlich hatte ich Erfolg damit über längere Zeit Schnecken im Wasser des Beckens zu halten. Davon ist mittlerweile aber auch nur noch eine große aus dem Gartenteich übrig, da ich aus obigen Gründen keine Wasserwechsel mehr vornehmen konnte.
Es sind auch noch mindestens 2 kleine Landschnecken unterwegs.

Zum Ende noch ein paar Bilder vom aktuellen Stand. Ich hoffe ich kann euch bald ein paar Bilder vom aufgeräumten Becken präsentieren.

Diskussionssthread

NoMa: Re: NoMa's Polyrhachis dives (3. Jan 2010 21:01)

Hallo allerseits,

heute habe ich mich aufgerafft und das Becken aufgräumt . Es ist noch nicht fertig, aber die wuchernden Pflanzen habe ich stark zurück geschnitten und das Nest hängt nicht mehr am Deckel. Jetzt muss ich noch das Wasser austauschen und den Schmutz aus selbigem entfernen.

Die Details und das Ergebnis gibt es in Bildern. :D

Diskussionssthread

NoMa: Re: NoMa's Polyrhachis dives (7. Jan 2010 03:56)

Hallo allerseits,

heute habe dann noch das Wasser gewechselt und alles was sich da so angesammelt hatte entfernt. Dabei ist nicht viel von den (Unter-)Wasserpflanzen übrig geblieben da diese stark veralgt waren. Aber das wächst ja alles wieder nach. :D

Seit dem letzten Beitrag hat sich noch Folgendes ergeben:

Durch einen Spotstrahler motiviert baut die Kolonie jetzt ein Nest im Stein im hinteren linken Beckenbereich (siehe 1. Bild, dort sieht man auch eine bzw. die Königin). Den Futternapf habe ich mittlerweile entfernt.
Das alte Neste vorne rechtshabe ich entfernt. Dabei habe ich den Stein-Turm um den obersten Stein verkleinert um in Zukunft mehr Abstand zum Deckel zu haben. Obwohl es scheinbar verlassen war (es war auch keine Brut oder Königin vorhanden) kamen immerhin noch etwa 30 Arbeiter raus.
Den Teil des Schlauches der im Becken verlief habe ich komplett entfernt und erstmal durch ein Holzstäbchen ersetzt.

Der Grund für die letzte Maßnahme ist, dass der Schlauch ziemlich versifft war, beim Scheiben putzen gestört hat, und seit einer Weile den ursprünglichen Zweck nicht mehr erfüllte. Dieser war es die Verbindung nach außen unter Wasser zu führen, um selbiges als Ausbruchsschutz nicht zu umgehen. Da das Wasser aber seit einer gewissen Koloniegröße diese Funktion nicht mehr erfüllen kann, konnte der Schlauch weg.
Je nachdem, ob die über dem Wasser verlaufende Verbindung zu mehr Ameisen an den Glasflächen führt, und somit die Wartung erschwert, werde ich wieder eine Unter-Wasser-Verbindung einbauen (vermutlich aus Plexiglasrohr).

Ich werde versuchen die Kolonie an neue Standorte (hinten links, und vorne rechts) zu locken um das aktuelle Hauptnest nach und nach zu entfernen, da sie sonst früher oder später wieder eine Verbindung zum Deckel weben werden.

Diskussionssthread


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