Hallo in Ant-Runde,
erstmal ein ganz dickes DANKE und Lob an dieses Forum mit seinem großen Wissensfundus.
Ich habe hier seit Sept. 2010 sehr interessante Berichte und Diskussionen verfolgen dürfen,
welche mich faszinierten und lehrten und das beste daran, es gibt irgendwie immer was neues
worüber man sich hier austauscht.
Nun bin ich aber an einen Punkt angekommen, wo sich doch ein paar Fragen ergeben haben.
Kurz zur Thematik.
Ich besitze seit Sept. 2010 eine kleine Kolonie Camponotus ligniperdus, welche mir schon sehr
viel freute, abgesehen von ein paar kleinen Schwierigkeiten, bereitet hat.
2010 habe ich mich entschlossen diese Europäische Art mit seinem endogenen Rhythmus warm durchzuhalten sprich 23°C,
was auch bis auf ein paar kleine Verluste gut angenommen wurde, wobei die Verluste vor der normalen ersten
Winterruhe entstanden (5 tote von 7 :( innerhalb von 2 Monaten).
Das Jahr 2011 war soweit positiv, da sich meine kleine Kolonie wieder auf 8 worker aufgebaut hat, welche auch
gut mobil waren. Die Aktivität neigte sich ende Okt. dem ende zu, wahrscheinlich hatte die innere Uhr "Winterruhe"
verordnet. Vor drei, vier Tagen kam wieder ein wenig leben in die Bude. Die Königin, welches sich im Schlauch zwischen
Farm und Arena eingerichtet hat, hat mehrere Spaziergänge absolviert und sie sah auch ein wenig DICKER aus :shock:.
Heute bin ich mal wieder bei meinen kleinen spannen gegangen. Alle Ameisen sitzen wieder wie zuvor im eingangs Stück
vor der Farm und zwischendrin ein dicker Fetter Haufen von DICKEN LANGEN EIERN :!: :D :?:
Nun zu den Fragen.
Wer konnte schon zu dieser Art Erfahrung sammel bezüglich durchweg warmer Haltung???
Gibt es überhaupt eine Überlebenschance der frisch enteckten Eier, welche echt riesig sind??
Kann jemand bestätigen das Camponotus ligniperdus sich bei Euch in die Farm eingegraben hat?
Konnte hier im Forum bis jetzt nur nachlesen, das sie fast ausschließlich im Y-tong gehalten werden.
Über Informative Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen.
LG Fabian
P.s. Macht weiter so, auch wenn nicht jeder hier seinen Kommentar zu verschiedenen Themen zum besten gibt.
Meine jetzt knapp 3 Jahre alte Kolonie entwickelt sich gut und befindet sich seit Oktober in der Winterruhe. Derzeit musste ich sie wieder ins Gartenhauts verfrachten, da sie im Keller munter geworden sind. Das ist mir persönlich viel zu früh und vermutlich nur auf die Kellertemperatur zurückzuführen.
Heute habe ich nicht geguckt, aber schaue morgen mal nach und berichte dann ggf. hier ob sie wieder normal in Starre sitzen. Vor 3 Wochen habe ich den Deckel der Glasfarm geöffnet um endlich ein schimmelndes Heimchen rauszupulen. Alles ok und bewegte sich nix.
Um auf deine letzte Frage zukommen, die Farm(größte per Paket auszuliefernde ausm Shop) ist bis auf 3cm komplett mit einer Sand- Lemmischung gefüllt (Mischung oft im Eimer über die Jahre neugemischt und neues zugekommen, ka welches Verhältnis) und sie graben teilweise darin.
Jedoch befinden sich immer viele Arbeiterinnen mit Brut auf der oben freigelassenen Ebene. An Kammern gibt es 3 größere, wobei ich die Königin nur in der untersten bis jetzt sichten konnte und das nur selten. Übrigends sind sie immernoch nicht am Boden angelangt, wenn man von einem Minigang an dem Seramis in der Ecke absieht. Dort war aber noch nie eine Ameise zu sehen. In die Farm gucke ich allerdings nur alle 1-2 Wochen zu Kontrollzwecken oder mal zum zeigen^^. Richtig gegraben wurde vermutlich dieses Jahr garnicht. Eventuel kann jemand folgendes bestätigen oder ähnliches berichten:
Die besagte oben freigelassene Ebene wird meines Erachtens manchmal sogar als "Oberfläche" angesehen. Die Farm ist komplett mit 3 Lagen Handtüchern abgedunkelt und sogar bei Tag nicht wirklich erhellt. Sie haben trotzdem in der Mitte einen Wall mit einem kleinen Durchgang gelassen. Interessant wäre zu wissen, warum gerade da und andere vom befüllen sehr unebene Stellen wurden gut mit dem Aushub ausgebessert. Ferner gibt es dann im 1m Schlauch zur hellen Arena noch einen Wall aus Seramissteinen und etwas der Sandmischung und Insektenresten.
Mit Ytong habe ich erst einmal mich beschäftigt und war nen Reinfall.
Viel Erfolg weiterhin!
Hallo Soljave,
danke für deine gewonnene Erfahrung bezüglich des Grabverhaltens dieser Art.
Über ein paar Fotos zu deiner Farm würden ich mich sehr freuen, zwecks Erfahrungsaustausch.
Hab nur feststellen können, dass es in verschiedenen Foren sehr selten einen Bericht gibt,
bei denen sich Camponotus ligniperdus in einer Farm eingegraben haben. Die meisten
Halter haben ein Gips- bzw. Y-tong-Nest, wahrscheinlich auch um diese besser zu beobachten!
Ich hatte bei zwischenzeitlicher Langeweile, in meine Arena-Landschaft, welcher noch ein wenig
Grünzeug fehlt,
Arena-Lanschaft.jpg
auf der Rückseite drei Kammern in das Styropor eingelassen und mit Ton ausgearbeitet.
Alternativer Wohnraum.jpg
Um ihnen noch eine zweite Alternative zur Farm bieten zu können.
Damit das Schlauch-Leben hoffentlich irgendwann ein Ende hat [-o<
Aktueller Wohnraum.jpg
Bezüglich der warmen Durchpflege von Camponotus ligniperdus hätte ich mir mehr Informationen
erhofft, aber möglicherweise schicken hier ja alle sie in die verdiente Winterruhe :wink:
LG Fabian
Ich werde morgen mal ein paar Fotos machen und reinstellen.
Zu dem Durchflegen im Winter gibts es tausende Meinungen und 1-2 jährige Aussagen, die eigentlich nix fundiertes bringen. Was mich persönlich angeht, halte ich das warme Durchpflegen bei Camponotus ligniperdus für schädlich. Der Endogene Rythmus ist ja nicht aus Jux und Dollerei in dieser Art verankert. Da stellt sich die Frage, ob diesen Tieren es total wurscht ist, obs nicht kalt wird und sie sich trotzdem "Ausruhen" oder stumpf weiterarbeiten und dann eine 50% kürzere Lebenserwartung haben. Auch wird der Brutlegevorgang der Königin eventuel negativ beeinflusst. Es gibt wohl einige Tests mit Lasius niger und glaube Erne hatte auch mal was geplant oder durchgeführt (bin mir nicht sicher). Das Problem mit diesem Thema (egal bei welcher Art) ist ja folgendes:
1. Berichte der Experimente hören auf einmal auf.
2. Muss die Dauer der Experminente mindestens 3 Jahre dauern, damit sich irgendwas deuten lässt. Je nach Art kann man erst gar nix feststellen und auf einmal ist die Kolonie oder Königin tot.
3. Todesursache? Haltungsfehler, Krankheit, Stress, sonstiges Pech oder wirklich eine fehlende Winterruhe?
4. Viele Arten reagieren scheinbar total unterschiedlich.
5. Koloniegröße und Anzahl der Königinnen, evtl sogar mit unterschiedlichem Alter
6. generelle Verhalten der Tiere (bei manchen Arten sind die Arbeiter deutlich aktiver oder gönnen sich öfters eine Pause, speziel bei Camponotus ligniperdus habe ich selber das Gefühl, dass sie deutlich mehr ruhen oder einfach rumstehen als zb. meine Messor barbarus.
Wahrscheinlich gibts noch ne Menge weitere Punkte die mir jetzt nicht so schnell einfallen.
Solange wir also von einer Art mit endogenem Rythmus sprechen, kann man theoretisch davon ausgehen, dass es mehr negative Konsequenzen (in welcher Form auch immer) hat, als bei einer ohne. Du siehst also, alles sehr schwer zu beurteilen.
Hallo zusammen,
wir haben auch eine Camponotus ligniperdus Kolonie und haben ähnliche "Probleme" wie Rbatmann.
Seit wir die Kolonie haben (nun seit ca. 1 1/2 Jahren) sitzen sie oben auf. Wir haben eine Farm mit Sand, aber es wurden bisher keinerlei Versuche zu Graben unternommen. Die Ameisen sitzen auch hin und wieder mal gerne im Verbindungsschlauch. Aber es scheint ihnen sehr gut zu gehen. Honig, Wasser und Fliegen werden gerne genommen.
Wir haben die Kolonie letzten Winter warm durchgepflegt und werden das auch diesen Winter tun. Erstaunlich finden wir, dass sie eine zeitlang gar keine Brut hatten; zur Zeit aber Eier, Larven und Puppen in großen Mengen vorhanden sind.
Bezogen auf die Sommer oder Winterzeit konnten wir aber keinen merklichen Unterschied feststellen, was die Menge der Brut betrifft. Sie legen (bis jetzt) im Winter genauso viele oder wenige Eier, wie im Sommer. Es gibt immer mal Pausen dazwischen, in denen weniger Aktivität ist.
Nächsten Winter würde ich sie gerne in die Winterruhe schicken und mal schauen, wie sie sich dann verhalten. Ich bin keine Biologin, um daraus wissenschaftliche Erkenntnisse zu ziehen, aber vielleicht helfen meine Beobachtungen ja dem ein oder anderen : )
Liebe Grüße,
Diana
Hallo ihr zwei,
danke für eure Informationen welche ich schon recht Interessant finde. Aktuell ist wieder ein neues Eierpaket dazugekommen. Nun hab ich hier eine kleine, augenscheinlich inaktive, Kolonie mit nicht zählbaren Eiern. Nach meiner Einschätzung sind es nun insgesamt locker über 50, wobei ich den Eindruck habe, dass die letzten Eier kleiner sind als die von vor knapp zwei Wochen. Kann mir jemand bestätigen, dass die Queen verschiedene Größen an Eiern legt?? Find es ziemlich merkwürdig und ja es sind nur Eier keine Larven, da diese erst seit knapp zwei Wochen vorhanden sind.
Zu den warmen durchpflegen lasse ich mich mal überraschen was da noch auf mich zukommt. Da Camponotus ligniperdus ja einen endogenen Rhythmus hat, denke ich sie werden schon kürzer treten, wenn sie es für richtig halten und benötigen. Es kann sehr gut sein, dass die Kolonie im gesamten weniger aktiv erscheint als eine mit 5 monatiger Winterruhe. Ich bezweifle aber das dadurch die Lebenserwartung um die Hälfte sinkt. Wie Sojave ja schon sagte, gibt es hier zu diesem Thema kaum auswertbare Erfahrungsberichte. Mal sehn, ob sich dies in Zukunft ein wenig ändert, durch mich oder anderen Haltern!
LG Fabian
Das klingt schon äußerst merkwürdig.
Ich habe bisher bei jeder meiner Camponotus ligniperdus-Kolonien beobachten können, dass sie spätestens Ende November
völlig inaktiv werden und keine Brut mehr nachkommt.
Wenn die Eier sterben bzw. sich zu kleinen Larven entwickelt haben,
brauchst du dir aber keine Gedanken machen sie in die Winterruhe zu bringen,
Camponotus ligniperdus sind sehr robust gegenüber Kälte und Nahrungsmangel.
Achso, und Eier haben eigentlich immer die selbe Größe;
also entweder täuscht du dich, oder das eine waren sehr kleine Larven - wenn man nicht genauer hinschaut,
kann man sich da schon mal vertun ;)
Viele Grüße, AIS
Hi,
es gibt mal was zu berichten bezüglich des Grabeverhaltens meiner Camponotus ligniperdus.
Es ist geschehen, vor gut drei Wochen hat sich doch eine Ameise erbarmt einen Gang in die Sand-Lehm Mischung
zu graben. Dies nutzten gleich drei weidere Ameisen aus und folgten diesem Pionier mit samt der ganzen Brut :shock:
Aber meine Dicke und die anderen viere hielten es nicht für nötig das neue Zuhause anzunehmen :evil: , bis HEUTE.
Denn heute am Morgen musste ich feststellen, dass die Queen ganz alleine im Schlauch sitzt "ohhhhhhhhhhhhh".
Und als ich vorhin nochmals nach dem rechten sehen wollte, da war sie weg.
Schnell begann ich nervös die Suche nach jener und konnte sie schließlich im einzigsten einsehbaren Bereich der Farm
finden. Sie lächelte mich mit ihrem dicken Hinterleib aus einem kleinen Kämmerchen an :lol: . DSC03605.JPG
Diese Entdeckung löste bei mir Freude, aber auch nachdenken hervor. Denn nun habe ich kaum noch eine Chance meine kleinen zu sehen :?
Naja, das ist ja nun mal der normale Lauf. Aktuell wird viel Material bewegt, anscheinend reicht das "Kämmerchen" nicht ganz für alle Ameisen
aus. Somit habe ich mal wieder etwas zu bestaunen :D . Ich bin gespannt in welche Richtung sich das entwickelt.
LG Fabian
Wie steht's um die Kolonie aktuell? Kannst du immernoch eine positive Entwicklung beobachten?
LG, AntsInSL
Hallo AntsInSL,
erstmal danke der Nachfrage,
Hm, wo soll ich anfangen?!?
In meinen letzten Bericht war ich sehr positiv auf die Zukunft eingestellt. Leider habe ich in den letzten 4 Monaten
ein paar Rückschläge einstecken müssen. Im Detail sind von meinen 8 Arbeiterinnen, 5 verstorben :cry:
Dies ist nach meiner Meinung möglicherweise normale Auslese. Was mich nur ein wenig stört, ist die Entwicklung der Brut.
Es waren ein Haufen Eier und auch mehrere Larven in verschiedenen Stadien. Die Eier wurden weniger und die Larven
entwickelten sich nicht weiter, wobei es keine Veränderung der Haltungsbedingungen gab?!?? Ich dachte, dass ich endlich ein
stabiles Umfeld geschaffen habe, aber möglicherweise sind dies hausgemachten Probleme durch die fehlende Winterruhe.
Ameisenhaltung ist halt ein Mysterium für sich, bei den einen klappt es auf Anhieb und andere kämpfen mit Kleinigkeiten.
Muss auch eingestehen, dass ich durch einen Hauskauf meine Camponotus ligniperdus und auch meine Messor arenarius
ein wenig vernachlässigt habe, bei den Messor sind auch nach einen gutem Start 5 von 6 Arbeiterinnen verstorben.
Bei jenen waren es aber auch die ersten Arbeiterinnen, welche nach anderen Erfahrungen nicht lange leben.
Zur Zeit kämpfe ich mit einem Standort der Farm im neuen Haus. Ich habe sie im Fenster auf der Nordseite stehen,
also ohne direkte Sonne. Dabei sind die Seitenscheiben der Farm sehr stark angelaufen, jetzt zwei Wochen später
hat sich die Feuchte ein wenig eingependelt. Mal sehn ob es der entgütige Standort wird.
Wie du herauslesen kannst, läuft es leider nicht optimal. Aber es läuft noch und ich werde alles versuchen meine
Kolonie wieder nach vorne zu bringen.
LG Fabian