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pablowitsch: Camponotus ligniperdus ziehen nicht aus =( (26. Jul 2011 14:06)

Hallo zusammen,

ich bin recht neu in dem Gebiet der Ameisenhaltung.
Habe mir die Camponotus ligniperdus zugelegt, da die Art groß und robust sein soll, gerade richtig, damit ich als Einsteiger Erahrungen sammeln kann.
Lange rede kurzer Sinn:
Die Königin+ca. 10 Arbeiter innen ziehen nicht aus Ihrem Röhrchen aus, sie leben dort seitdem 13.07.11.

Kann ich etwas tun, bzw. soll ich etwas tun? Die Watte sieht nichtmehr so toll aus, auch das Wasser im Röhrchen ist schon trüb geworden.

Vielen Dank vorab für Eure Tips! :)

Markus: Re: Camponotus ligniperdus ziehen nicht aus =( (26. Jul 2011 15:29)

Wo sollen sie denn hinziehen?
Gerade bei geringer Koloniegröße sind RGs von der Übersichtlichkeit, Beobachtbarkeit und Handhabung schlicht das Beste Mittel der Wahl!
Und nebenbei: Umzüge können oft sehr sehr lange dauern...

pablowitsch: Re: Camponotus ligniperdus ziehen nicht aus =( (26. Jul 2011 15:34)

achso, derzeit liegt das RG in der Arena, der abgedunkelte Nestbereich (rote Folie) wird zwar immer mal wieder untersucht, aber es wird nicht dahin umgezogen.
Wie gesagt, es ist nicht schlimm, ich wollte nur wissen, ob handlungsbedarf besteht, wenn es Ihnen dort gut geht, soll es mir recht sein :D

pablowitsch: Re: Camponotus ligniperdus ziehen nicht aus =( (28. Jul 2011 13:03)

hmm, ist meine Frage nicht präzise genug, oder will/möchte da keiner etwas zu sagen? :?

Ist alles im reinen, oder soll ich etwas unternehmen?

Markus: Re: Camponotus ligniperdus ziehen nicht aus =( (28. Jul 2011 13:13)

Solange Wasser im Wassertank ist und das Nest noch gut einsehbar, besteht wohl kein Handlungsbedarf!
Sie in Ytongnester oder anderes zu setzen hat auch weniger was damit zu tun, dass es ihnen darin besser geht, sondern eher mit den Bobachtungs- und Haltungsvorlieben des Halters.
Ich nehme an, dass das Nest auch noch nicht zu verdreckt ist, das wäre auch ein Grund für einen Umzug - ist hier aber wohl nicht so!

Stiko: Re: Camponotus ligniperdus ziehen nicht aus =( (28. Jul 2011 13:58)

1. Haste eine Tränke in der Arena?
2. Futter drin?
3. Ist das neue Nest komplett bezugsfertig?

Wenn ja, dann mach dir nicht so sehr einen Kopf und schütte die Königin sanft in die Arena.
Die Arbeiterinnen suchen sich das Nest und bringen die Königin dann ins Nest.
Wenn du nur eine Königin hättest, wär das was anderes.
Aber du hast ja schon eine kleine Kolonie.
Also wage den nächsten Schritt.

marklant: Re: Camponotus ligniperdus ziehen nicht aus =( (29. Jul 2011 06:34)

Hi zusammen,

also ich muss meinem Vorredner leider aufs äußerste widersprechen. Ein erzwungener Umzug ist zwar möglich, setzt die ganze Kolonie aber unter Stress was durchaus auch den Verlust der Brut zur Folge haben kann. Ausserdem finde ich es persönlich einfach nicht richtig, wenn man wissentlich einen Nachteil für die Tiere in Kauf nimmt nur damit man sie besser beobachten kann. Wenn den Ants das Reagenzglas nicht mehr passt, ziehen sie schon von alleine um (kann aber wie oben beschrieben durchaus ein wenig dauern).

Gruß

Marklant

Stiko: Re: Camponotus ligniperdus ziehen nicht aus =( (29. Jul 2011 08:06)

Ach so ein Käse. Ihr meint immer, das gleich alles bergab geht.
Der deutsche neigt einfach dazu aus jedem Kram eine Wissenschaft zu machen.

Man sieht es bei der antiautoritären Erziehung von Kindern, Hunden oder Pferden.
Ein Klaps vor dem Bug hat noch niemanden geschadet.
Sieht es aber jemand, spricht man von Tierqälerei und Kindesmisshandlung.
Der deutsche studiert sich dumm und dank der heutigen Medien wird alles noch verstärkt.

Wenn ein Hirsch oder ein Reh durch den Wald latscht, und das Nest einbricht krabbelt die
Kolonie raus und sucht sich einen neuen Platz.

Verlust der Brut? Wo soll die verlohren gehen?
Selbst Myrmecia pavida suchen ihre Eier und sameln alles wieder ein.
Wenn man die Brut da hin schüttet, wo die Ameisen ausgeleert wurden, finden die alles wieder.

Stress hin oder her. Das ist ein Tier. Das wird wohl ein bissl Stress überstehen.
Eine Gründende Königin mag durch den Stress vielleicht die Gründung verschieben oder sich
einen neuen Platz suchen, aber bei einer kleinen Kolonie ist das alles halb so wild, wie es immer
hier in den Foren ausgemalt wird.

Also an einem Herzinfakt ist bei mir noch keine Königin gestorben. Und wenn Ameisen lesen könnten,
würden die sich über das sinnlose Gelaber in den Foren oftmals echt kaputt lachen.

Rhodan: Re: Camponotus ligniperdus ziehen nicht aus =( (29. Jul 2011 08:17)

Das Umziehen erzwingen finde ich auch nicht gut, aber da soll jeder seine eigenen Erfahrungen machen.

OOT: Lieber Stiko, du machst mich gerade sprachlos.
"Ein Klaps vor den Bug hat noch niemandem geschadet"? Ich glaubs ja wohl nicht!
Erstens besagt das Gesetz, dass Kinder ein recht auf eine gewaltfreie Erziehung haben; und ein Klaps ist Gewalt. Man macht sich also strafbar.
Zweitens finde ich es total wiederlich, wenn Erwachsene Kinder schlagen, erstrecht wenn es ihre Eltern sind. Das ist eines der schlimmsten Dinge, die Eltern ihren Kindern antun können, egal was die Kinder gemacht haben.

Markus: Re: Camponotus ligniperdus ziehen nicht aus =( (29. Jul 2011 09:49)

Jein, einen Umzug zu erzwingen ist oft weniger problematisch als man glaubt,
ich neige jedoch bei Anfängern eher dazu, davon abzuraten, weil sie schon genug Fehler machen und man das den Tieren auch nicht zumuten muss...
Erholen tun sich die meißten Kolonien jedoch recht schnell davon, ob nun Lasius niger oder Messor barbarus (letztere reagieren ohnehin extrem panisch auf jede Vibration in ihrer Umgebung, beruhigen sich jedoch sehr schnell wieder davon).



Aber jetzt muss ich auch mal was OT sagen:
erstens - weil etwas verboten ist, ist es noch lange nicht moralisch bewertet, denn jeder wird den Irrungen und Wirrungen deutscher Bürokratie schon mal begegnet sein, insbesondere heute ist die soziale Ächtung jeder auch nur halbwegs lenkenden Erziehung dermaßen groß, dass viele Eltern sich einfach in Antiautoritäre Erziehung begeben.
zweitens - wenn es um den vielberedeten Klapps geht, wird schnell das Bild von, wegen Nichtigkeiten wie wild auf ihre Kinder einprügelnden, Hunnen laut, dass es dabei jedoch viele Graustufen gibt, wird einfach vom Tisch gefegt - man möchte ja ein Klischee aufrechterhalten, um seine eigene Meinung, oder eher seine Weltanschauung, aufrechtzuerhalten.
Es gibt einfach Dinge, da wäre eine gute Tracht Prügel angebracht,
wenn Kinder beispielsweise beginnen, Haustiere zu quälen oder rangniedere Kinder auf dem Schulhof plattzumachen, handelt es sich nicht selten um Kinder, denen es im Elternhaus an nichts fehlt und deren liebende Eltern ratlos dastehen.
Nicht die Gewalt ist das Problem, sondern der moralische Kontext, in dem sie angewandt wird - übrigens sind viele Erziehungsmethoden der Supernanny (was für eine Übertreibung- ich weiß...) zwar ohne physische Gewalt, jedoch dafür teilweise schon seelisch grausam...
Oder nehmen wir Kinder, die sich auf dem Schulhof prügeln, früher kein Problem: wenn einer auf dem Boden lag, wurde Schluss gemacht, dann kam der Lehrer und beide bekamen eines drauf, heute wird weiter auf jemanden eingetreten, der auch noch auf dem Boden liegt, oder die Kinder kommen zum Schulpsychologen und es werden Klassenräte abgehalten -
man hält es nicht mehr für nötig, Kindern zwar davon abzuraten, sich zu prügeln, aber ihnen Regeln für einen Kampf einzubläuhen, wenn es denn zu einem kommt,
nein, man betet ihnen was vor vonwegen "Gewalt ist schlimm mmhkay?", und geht lieber erst gar nicht davon aus, dass Kinder eben Kinder sind und sich auch mal prügeln...
In diesem Zusammenhang sei auf die Buchreihe Tyrannen hingewiesen, (Warum unsere Kinder Tyrannen wurden), die zwar eine liebevolle, aber dominante Erziehung propagiert und dafür auch gute Erklärungen liefert.

Noch einmal: ich bin nicht dafür, Kinder wegen Nichtigkeiten zu verprügeln,
ein liebevoller Umgang ist für deren Reifung sicherlich genau so unerlässlich, wie das Aufstellen von Regeln,
aber ich bin auch nicht für antiautoritäre Erziehung - im Gegenteil!
Durch mangelhafte Erziehung junge Menschen mit der Psyche eines Kleinkindes in eine Welt zu setzen,
mit der sie dann hoffnungslos überfordert sind, das ist auch ein Verbrechen, nicht nur an den Kindern, sondern auch an der Gesellschaft!

Es ist viel mehr eine Schande, dass sich Eltern heute für eine recht natürliche Erziehung (bevor jetzt einige Gatteca-Kommentare kommen, in diesem Zusammenhang wird ja recht häufig diese Keule geschwungen - lest besagtes Buch, es ist auch unterhaltsam geschrieben) zu rechtfertigen brauchen, weil sie der der medialen und gesellschaftlichen Ideologie widerspricht - welche ihr Scheitern in mannigfaltiger Weise zur Schau stellt und dennoch wie eine Religion weiter vor sich hergetragen wird...

Zum Schluss sei noch bemerkt: eine Erziehung, die nur auf Belohnung setzt, wird es schwerlich vollbringen, geistig gereifte Erwachsene hervorzubringen - nur, wenn die Gesellschaft es mit guten Vorbildern vorlebt... und wo tut sie das heute?
Wenn ich als Kind selbst für das Aufhören von Scheiße bauen belohnt worden wäre, ich hätte um so mehr Mist gebaut, um damit aufhören zu können und belohnt zu werden!


So, jetzt aber genug OT!


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