Hallo zusammen,
Ich bin zwar neu hier, aber dennoch möchte ich euch an meinem Haltungsbericht teilhaben lassen
Dieser startete zwar schon im Juni dieses Jahres, ich reiche ihn einfach nach.
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12.06.2010
Die vermilbte herculeanus Gyne wurde von mir, in ein trockenes Reagenzglas umgesiedelt.
Dies liegt jetzt schon ein paar Tage zurück.
Als ich heute in das RG schaute, stellte ich fest, dass ein dickes Eierpaket vorhanden war, und auf einem Ei eine Milbe saß.
Dieses Ei entfernte ich, was eine heillose Panik auslöste.
Desweiteren wurde der Gyne von mir ein frisches Reagenzglas mit Wassertank angeboten, in das sie vor lauter Panik stürmte, sich in der Watte verbiss, und zum Eierpaket zurückkehrte.
Nach 2 Stunden ein weiterer Blick, der mir mitteilte, dass es die Monarchin vorgezogen hatte in das feuchte Reagenzglas umzuziehen.
Milben konnte ich keine mehr entdecken.
Stand 12.06.2010:
-Etwa 4 kräftige hellgelbe Eier
15.06.2010
Heute warf ich erneut einen Blick in das Gründungsglas, und konnte definitiv feststellen, dass Camponotus herculeanus kein rotes Licht warnimmt, im Gegensatz zu den direkt daneben liegenden Lasius niger und Lasius platythorax.
Das Eierpaket ist deutlich gewachsen, und auch die Gyne macht auf mich einen munteren ausgeglichenen Eindruck.
Camponotus herculeanu 1.jpg
Der Umzugsstress ist andscheinend verflogen.
Stand 15.06.2010:
-Etwa 10 Eier
24.06.2010
Ich habe nun längere Zeit nicht nach der Gyne gesehen, zum einen habe ich ihr ein wenig Ruhe gegönnt, zum anderen hatte ich die letzten Klausuren in diesem Jahr.
Dr heutige Stand vermittelt mir den Eindruck, dass die Gyne doch sehr geschwächt ist, denn es sind 2 Eier verschwunden, und der Rest ein wenig "gewachsen".
Offenbar musste sie sich ein wenig stärken, die Eier bekommen schon einen dunklen Fleck, sind also kurz vor dem Larvenschlupf.
Das Fazit welches ich hieraus ziehe ist wie folgt:
Die geschwächte Gyne sagte sich, dass sie nicht die Kraft aufbringen würde 10 Larven zu versorgen, also hat sie die Hälfte gefressen.
Stand 24.06.2010:
-5-6 Eier kurz vor dem Schlupf
03.07.2010
Meine Klausuren sind nun fast alle durch, und in der Tatenlosigkeit an diesem heißen Tag habe ich nochmal ein Blick in das Reagenzglas
geworfen.
Hier ein Paar Bilder:
Camponotus herculeanu 2.jpg
Camponotus herculeanu 3.jpg
Camponotus herculeanus.jpg
Als erstes habe ich mich ein wenig erschreckt.
In den vergangenen 2 Wochen hat sich so gut wie nichts getan.
Es sind keine neuen Eier dazugekommen, die vorhandenen sind nicht gewachsen, geschweigedenn ins Larvenstadium gewechseln.
Die Gyne scheint mir aufgrund ihres Verhaltens sehr schwach.
Auf Störung und Lichteinfall hat sie recht atypisch überhaupt nicht reagiert, und erst nach wenigen Minuten überhaupt mal die Fühler bewegt.
In Anbetracht meiner Schlüsse und der Vorgeschichte ziehe ich eine Zufütterung in Betracht, obwohl ich diesen Gedankengang bisher immer verworfen habe.
Stand 03.07.2010
-8 große Eier
08.07.2010
In den letzten Tagen hat sich unglaublich viel getan!
Die vermeintlich "eingeschlafenen" Eier sind tatsächlich noch erwacht, und heute erwarteten mich 4 oder 5 unglaubliche Brummer: Die ersten Larven!
Ich habe bisher nichts zugefüttert, und werde dies warscheinlich auch so beibehalten, jetzt da wieder Entwicklung im Reagenzglas zu erkennen ist.
Camponotus herculeanus 0.jpg
Camponotus herculeanus 2.jpg
Camponotus herculeanus 3.jpg
Außerdem hat die Gyne weitere Eier gelegt, ich vermute jedoch dass diese gezielt verfüttert werden, da die Anzahl ständig schwankt.
Stand 08.07.2010:
-4-5 mittelgroße Larven
-3 Eier
16.07.2010
Was sich in den letzten 11 Tagen getan hat ist unglaublich!!
Die Larven haben sich so unbeschreiblich schnell entwickelt, kann man kaum beschreiben.
Jeden Tag kamen sie mir etwas fetter vor als den Vortag, und die anfangs so verschlafene Entwicklung wurde in 8 Tagen vervollständigt.
Doch dann Milbenalarm!
Auf einer Puppe saß frech eine Milbe, die ich vorher noch nie auf der Brut gesichtet hatte.
Offenbar die verschollengeglaubte Partnerin derer, die ich am Anfang der Gründung zusammen mit einerkleinen Larve vernichtet hatte.
Also habe ich langsam eine spitze Pinzette zwischen Watte und Glas hineingeschoben, und die Gyne geriet sofortin Panik, und versuchte ihre Brut umzuräumen.
Als ich mich dann ihrer Brut näherte wurde sie immer hektischer und aggressiver.
Ich packte mir die Puppe, und nach mehrere Minuten hatte ich die Milbe separiert.
Ich hoffe ich habe keine Brut verletzt, bzw. ich hoffe dass diese Aktion keine Folgen mit sich zieht.
Stand 16.07.2010:
-5-6 Puppen (mehrere Tage alt, kurz vor dem Schlupf)
-4-5 Larven verschiedener Größen
17.07.2010
Dass die Entwicklung in den letzten 11 Tagen mehr als rasant war, habe ich ja bereits geschrieben.
Nach dem gestrigen Milben-Entfernungs-Stress, habe ich heue gehofft, dass sich die Gyne etwas beruhigt hat, und dem war auch so.
Also konnte ich ein Paar Fotos schießen.
Camponotus herculeanus Puppe.jpg
Camponotus herculeanus Puppe 2.jpg
Die Puppe oben links auf dem Haufen, war die Betroffene mit der Milbe.
Sie hat ein wenig Schaden genommen, ich hoffe aber ihr Bewohner nicht.
Stand 17.07.
-6-7 Puppen (mehrere Tage alt, kurz vor dem Schlupf)
-5-6 Larven verschiedener Größen
26.07.2010
Die liebe Gyne hat angefangen ihren "Zweitschub" an nicht-trophischen Eiern zu legen.
Erfahrungsemäß schlüpfen die Larven daraus etwa 2-3 Tage nach dem schlupf der Arbeiterinnen die sie pflegen werden.
Eine so genaue Passzeit konnte ich bisher nur bei C. ligniperda und C. herculeanus beobachten, mal schauen ob es diesmal wieder stimmt.
Ansonsten hat sich nicht viel getan, die Gyne sitzt immer noch auf ihren Puppen, in denen sich gegen das Licht gehalten, schon deutlich de ersten Arbeiterinnen abzeichnen, der Schlupf ist also nicht mehr weit entfernt.
Aus ihrem Verhalten, Brut und Puppen immer an der Öffnungswatte zu positionieren, schließe ich, dass es ihr im Reagenzglas zu feucht ist.
Ich werde ihr aber kein neues Reagenzglas anbieten, bis einige Arbeiterinnen da sind.
Camponotus herculeanus Puppe 3.jpg
Stand 26.07.2010:
-7 Puppen
-1 große und 1 mittlere Larve
-13 Eier
20.08.2010
Beinahe ein Monat ist vergangen seit meinem letzten Beitrag.
Das ist natürlich nicht sonderlich erfreulich.
Doch habe gute Nachrichten.
Zwei Tiefschläge musste ich bisher mit dieser Kolonie durchmacen, beide habe ich selbst verschuldet.
Zuerst gab es beinahe eine Überflutung.
Durch heftigen Schimmel an der Watte, der während meiner Abwesenheit auftrat (Futtertier konnte durch mich nicht entnommen werden, und wurde an der Watte entsorgt), sah ich mich gezwungen der Kolonie ein weiteres Reagenzglas anzubieten.
Die Kolonie zog um, alle prima, doch ich hatte die Watte nicht sonderlich fest gestopft, sodass sich am unteren and des Wattepropfes eine leichte Wasseransammlung bildete.
Nicht weiter schlimm, habe das Reagenzglas einfach ein wenig angewinkelt, was meinen zweiten Fehler begünstigte.
Denn ich habe in dieses angewinkelte Reagenzglas ein paar Tropfen Honiglösung direkt auf das Glas gegeben,Watte wieder hinein, Türe zu, herausgegangen und schnell wieder umgedreht und zurückgegangen, da ist es mir auchwieder eingefallen, doch es war schon etwas zu spät.
Die Honiglösun ist in Richtung Brut geflossen, sie stand unter Wasser.
Also nochmal ein Reagenzglas bereit gestellt, Kolonie umgezogen, mittlerweile war die erste Arbeiterin geschlüpft.
Das war so Anfang August.
Nach mehrmaliger Fütterung einer Camponotus-Gyne lernt man kennen, was "physogastrich wirklich bedeutet...
Nach mehrmaligen Messungen, kam ich bei einem Hinterleib von 6mm auf eine Ausdehnung von bis zu 3-4 mm!!
Die Gaster allein kann also eine Länge von bis zu 1cm erreichen!
Das nenne ich mal wirlich physogastrisch.
Eine 500 Frau starke Lasius niger Kolonie braucht bei weitem nicht so viel Honiglösung in einem Monat, wie diese 6 Frau starke Camponotus herculeanus Kolonie in einer Woche.
Beeindruckend.
Noch zu erwähnen wäre die offensichtliche Vorbereitung auf die Winterruhe.
Die Beiden großen Larven werden bereits seit Wochen sehr kurz gehalten, andscheinend soll verhindert werden, dass sich diese zu früh verpuppen.
Ich würde euch ja gerne Fotos liefern, doch ich dachte ich setze eine "Schmankerl" obendrauf, und mache euch ein Video.
Hier also die junge Kolonie in natura:
hO3ZL7jGYyw&feature=player_embedded
Stand 20.08.2010
-6 Pygmäen
-2 Puppen
-1 sehr große, eine mittlere und ca. 4-5 kleine
-5 Eier kurz vor dem Schlupf der Larven (letzte für dieses Jahr)
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