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Der Umzug in den Ytong scheint ihnen gut getan zu haben. Es gibt ein paar neue Eier und die restlichen Kammern werden fleißig erkundet.
Wie jedoch bei Myrmica rubra zu vermuten, beschränken sie sich im Nestbereich auf die allerfeuchteste Kammer. Der Ytong ist ja auch noch sehr neu
und noch nicht durchfeuchtet. Ich denke, dann werden sie auch die anderen Kammern akzeptieren. Ausgekleidet ist dieser Ytong übrigens mit Naturlehm.
Diesen habe ich etwas mit Wasser verdünnt und mit einem Pinsel aufgetragen. der Vorteil ist, dass er die Feuchtigkeit sehr gut aufnimmt ohne zu schwitzen.
Ein interessantes Verhalten, das ich sehr oft bei ihnen sehe, ist, dass sie sich sehr oft den Gaster putzen. Sie sitzen dann alle zusammengekrümmt im Nest
und putzen sich.
Gestern machte die Königin mit Sack und Pack einen Ausflug in den Schlauch. Ungefähr die Hälfte der Larven musste mitkommen.
Die Arbeiter scheint es nicht zu kümmern was die Königin macht, selbst wenn sie einfach davon krabbelt. Heute morgen sind alle wieder zuhause im Ytong.
Ich habe ihnen eine Wespenkönigin gegeben, genau 5 min. hat es gedauert, bis die erste Ameise das Fressen gefunden hatte. Die Rekrutierung ging sehr schnell,
sie rannte sofort in den Ytong und machte den anderen durch hektisches Zucken klar, dass es Beute gab. Gleich machten sich ungefähr 30 Arbeiter auf den Weg.
Teile des Kopfes wurden abgebissen und ins Nest eingetragen. Mal sehen, ob sie den Müll draußen in der Arena entsorgen oder ob sie die Überreste im Nest lassen.
Bemerkenswert finde ich ihren scheinbar sehr guten Geruchssinn. Sobald ein Honigtropfen in der Muschel landet, heben die Arbeiter, die in der Nähe sind,
den Kopf und bewegen ihre Antennen vor und zurück. Dann machen sie sich schnurstracks auf den Weg zum Trinken.
Heute ist nur wenig Außenaktivität zu sehen, was ja auch kein Wunder ist, denn sie haben ja bereits gestern Stücke von der Wespenkönigin ins Nest eingetragen und heute waren
sie immer noch damit beschäftigt, diese zu fressen. Da es heute morgen Frühstücksei :tongue02: gab, habe ich ihnen einfach mal ein wenig Schale mit Eiweiß gegeben.
Anders als bei vielen anderen Ameisenarten interessierte sie das aber überhaupt nicht. Seit heute morgen ist anscheinend noch keine einzige an das Ei gegangen.
Die eine oder andere Arbeiterin hat es zwar mal kurz untersucht, aber dabei beließen sie es auch. Ob es wohl daran liegt, dass sie satt sind oder ob sie wirklich kein Ei mögen.
Ich werde ihnen in ein paar Tagen einfach noch einmal etwas Ei in die Arena legen, mal sehen ob sich dann mehr tut.
PS. Die Zahl der Larven ist inzwischen auf über 80 angewachsen, Wahnsinn was eine einzige Königin so hervorbringen kann.
Ich werde jetzt mal versuchen die Anzahl von Arbeitern und Larven genau zu zählen, um das Wachstum der Kolonie besser im Überblick zu haben.
Demnächst werde ich der Kolonie noch ca. 10 weitere Gynen dazugeben, um sie auf ein halbwegs natürliches Level zu bringen.
So, inzwischen sind die Larven deutlich größer geworden, es gibt aber noch keine Puppe. Was mich wundert ist, dass die Königin anscheinend noch keine Eier gelegt hat,
zumindest konnte ich nie welche entdecken. Heute habe ich 6 weitere Gynen draußen gefangen. Um den Geruch der alten Kolonie etwas zu schwächen, habe sie ersteinmal in Honigwasser "baden" lassen. Ich habe sie dann nacheinander in den Schlauch zum Nest gesetzt. Anders als ich erwartet hatte, wurden sie sofort extrem aggressiv angegriffen und die halbe Kolonie kam in den Schlauch um sie zu beißen. Die Königinnen sind panisch am hin und her rennen. Die Arbeiter packen sie und verknäulen sich mit ihr,
sie versuchen die Königinnen zu ziehen. Hat jemand Erfahrung mit dem Zusetzen von Königinnen bei Myrmica rubra? Was kann ich machen, damit sie angenommen werden?
Ich würde mich freuen wenn ihr schnell in den Diskussionsthread schreiben würdet, da sie immer noch kämpfen. Danke!
Diskussionsthread: http://www.antstore.net/viewtopic.php?f=141&t=15890
Inzwischen sind die beiden Queens zu Koloniefutter verarbeitet worden. Zwischendurch gab es großen Alarm, weil die Queens direkt ins Nest gerannt sind.
Dort wurden sie ein paar Stunden von den Arbeitern gejagt und schließlich umgebracht. Die restliche Kolonie brachte sich samt Larven und eigener Queen in
Sicherheit in den Zugangsgang vom Ytong. Auch hier hat es mich gefreut, wie reaktionsschnell sie sind; keine kopflose Panik und sinnloses Umherrennen.
Eine hat die Fluchtmöglichkeit entdeckt und in Sekunden folgen alle nach.
Schluss, aus, Ende: Da die Kolonie keine neuen Königinnen annimmt und die Königin keine Eier legt und ich außerdem Platz brauche, habe ich sie in die Freiheit entlassen.
Zum Glück für sie ist die Siedlungsdichte von Ameisen bei uns rel. gering, so dass sie vielleicht tatsächlich eine Chance haben.
Mein erster und kurzer :| Haltungsbericht ist damit also beendet.
Mein Tipp noch: Gebt beim Suchen von Königinnen in der Natur nicht zu schnell auf, es ist besser mit mehreren Königinnen die Koloniebildung einer polygynen Art zu beginnen,
als mit nur einer.