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HeldGoP: Pleometrose bei Lasius niger (5. Jul 2005 21:50)

hi,

ich habe gerade mal zwei ln queens zusammen getan.
zuerst habe ich die zwei rgs aneinader gelegt, nachdem die queens aber nach ner halben stunde immer noch im jeweiligen ende des rs saßen habe ich die eine zur anderen "geschütte".

sie haben auch gleich begonnen sich zu battlen, nach einer minute habe ich sie wieder getrennt. ich glaube zwar nicht das eine der queens von der anderen totgebissen wird, eher stirbt eine an erschöpfung.

hat jemand ne idee worann das liegt?

soll ich die queens vllt in kühlschrank und dann zusammen bringen?

oder ist das schon zu spät für Pleometrose? haben nämlich beide schon eier.


mfg

K Kris: (5. Jul 2005 23:38)

Sind die beiden den Schwestern, also aus dem gleichen Nest?
Ich denke mal, dass es, nachdem sie schon Eier zu legen begonnen haben, zu spät für Pleometrose sein müsste.

HeldGoP: (6. Jul 2005 12:31)

keine ahnung ob sie aus dem gleichen nest sind. woher soll man das denn auch wissen nach dem flug

Stefan_K: (6. Jul 2005 12:37)

Nur zur Info für die, die nicht wissen was Pleometrose ist:

Pleometrose: Koloniegründung durch mehrere Königinnen.

:)

Gruss.

K Kris: (6. Jul 2005 13:54)

Naja, falls du sie in der selben Gegend und yur etwa der gleichen Zeit aufgesammelt hast, dann stammen sie wahrscheinlich aus dem gleichen Nest, also von demselben Flug. Aber für Pleometrose ist es, meiner Meinung nach, eh zu spät.

HeldGoP: (11. Jul 2005 19:29)

hab heute wieder welche gefangen und gleich zusammen von der straße ins rg. die haben sich nicht bekriegt.

Witzman: (12. Jul 2005 11:19)

Also ich hatte letztes Jahr auch einige Queens gefangen, und sie zusammengesetzt.
Nennen wir es lieber einmal erzwungene Pleometrose, da es in der Natur bei streng monogynen Arten, wie z.B. Lasius niger, wirklich nicht so haeufig vorkommt.
Der einzige Vorteil, den ich daran sehen, ist, dass sich der Beginn der Koloniegruendung etwas beschleunigt, da 4 Koeniginnen ca. 4* so viele Eier legen, als eine und man somit in der gleichen Zeit (nur bei der fuer viele langwierige Grundung wohlgemerkt) die 4fache Zahl an Arbeiterinnen erhaelt, und so einfach schneller "was los" ist.
Ein weiterer Vorteil ist, da sich ja die staerkste/robusteste Koenigin durchsetzten wird, man dadurch eine Kolonie erhaelt, die von einer starken Koenigin geleitet wird, die nicht gleich beim ersten Problem die Graetsche macht.

Wann sich die Koeniginnen dann anfangen zu bekaempfen ist unterschiedlich. Ich hatte Gruenderkolonien, deren Koniginnen sich beim ersten Auftreten von Arbeiterinnen bekaempft haben, allerdings auch 2 oder 3 Kolonien die erst im Fruehsommer des darauffolgenden Jahres begannen.

In einigen Kolonienen hatten sie gemeinsame Bruthaufen, in anderen hat "jede ihr Ding durchgezogen". Ist also von Fall zu Fall unterschiedlich.

Allerdings wuerde ich nicht sagen, das, wenn man Koniginnen zeitnah auf der Strasse aufsammelt, sie aus dem gleichen Nest stammen, da Ameisen ja pro Art ihren Schwarmflug zeitlich koordinieren und daher im Idealfalle immer gleichzeitig schwaermen und sich an bestimmten Stellen zur Paarung treffen. Von dort fliegen / krabbeln sie dann weg, um irgendwo eine neue Kolonie zu gruenden.
cu
Witzman

K Kris: (12. Jul 2005 11:49)

Allerdings wuerde ich nicht sagen, das, wenn man Koniginnen zeitnah auf der Strasse aufsammelt, sie aus dem gleichen Nest stammen, da Ameisen ja pro Art ihren Schwarmflug zeitlich koordinieren und daher im Idealfalle immer gleichzeitig schwaermen und sich an bestimmten Stellen zur Paarung treffen. Von dort fliegen / krabbeln sie dann weg, um irgendwo eine neue Kolonie zu gruenden.

Da hat Witzman wohl recht.
Jedoch stellt sich da eine Menge neuer Fragen. Der gleichzeitige, also koordinierte, Schwarmflug einer bestimmten Art muss sicherlich geographisch stark begrentzt sein. Dafür sprechen definitiv die über Monate hinweg reichenden Schwarmzeiten vieler Spezies. Und ich habe persönlich noch nie einen Schwarmflug derselben Spezies, in der gleichen Gegend, zweimal im selben Jahr, beobachtet. Andere Erfahrungen?
Das sie Schwestern sind, wenn sie zeit- und ortstnah aufgesammelt worden sind war wohl ein bisschen voreillig und unüberlegt von mir. Das zeugt nur davon, dass sie beim gleichen Schwarmflug beteiligt waren, jedoch von verschiedenen Nestern stammen könnten. Es könnte jedoch auch das Gegenteil der Fall sein. Weiss jemand ob die neubegatteten Jungköniginnen dazu tendieren, in die Umgebung ihres Ursprungsortes zurückzukehren? In diesem Fall könnte es sich nämlich dennoch um Schwestern handeln. Antagonistisches Verhalten weisen Jungköniginnen vom selben Schwarmflug trotz allem nicht auf - wenigstens bei L. niger nicht. Oder kann jemand etwas anderes berichten?
Da kommt mir nur ein Spruch in den Sinn...Ich weiss bloss, dass ich nichts weiss:)