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Markus: Re: (M)ein Haltungsbericht zu Lasius cf. niger (9. Nov 2011 10:27)

09.04.2011: (Samstag)
Es gibt wieder Neuigkeiten, zwar gab es gestern nur ein Heimchen, damit sie dieses mal richtig aushöhlen und heute keines, aber sie sind immer noch an den übrigen drei am Knabbern, morgen gibt es wieder mehr.
Die Ernährung scheint doch recht gut zu sein, muss sie auch, sie haben schließlich einige tausend Larven, die auch versorgt werden müssen - das sorgt nach der Winterruhe oft zu plötzlichen Koloniezuwächsen, wenn die Larvenmassen, die sich vor der Winterruhe noch nicht entwickeln konnten, sich schlagartig fast auf einmal entwickeln!
Auf den Bildern gut zu sehen, sie bewegen sich mit der Kolonie langsam nach rechts, links gibt es immer weniger Brut, aber aufgegeben kann man das nicht nennen und rechts stauen sich die Larven geradezu.
Im rechten Vertikalnest gibt es einmal viele angehäufte kleine Larven, in denen die Arbeiterinnen "herumschwimmen", um auch die am Boden zu versorgen und welche immer wieder umgehäuft werden, weiterhin gibt es einen Ort, an dem die großen Larven mit Sand bedeckt werden, um sich verpuppen zu können - und natürlich schon einige Larven!
Bin gespannt, um wie viele Tiere die Kolonie noch wächst!

Markus: Re: (M)ein Haltungsbericht zu Lasius cf. niger (10. Nov 2011 10:54)

10.04.2011: (Sonntag)
Die Puppenverwandlung findet nun auch in der oberen Etage des Vertikalnestes, immer mehr Puppen sind zu finden und nun tragen sie sie auch schon in die trockene Wasserschleuse.

Nachzählen der Puppen ergab über siebzig Puppen - und es sind noch soo viele Larven übrig! ^^

Da sie momentan recht rege das Rohrsystem nutzen, habe ich ihnen zumindest an die rechte Hälfte des Systems eine neue Futterstation angeschlossen, die ich noch vorrätig hatte, schnell mit Honigwasser versehen und angesteckt, so haben die Tiere einen zusätzlichen Ansporn, weite Strecken zu laufen.
Auch wenn die Station kaum besucht werden wird und so die Vorräte nur langsam aufgebraucht werden, ist das nicht so schlimm, da Honig ja wesentlich länger hält, als es Honigwasser kann!

Markus: Re: (M)ein Haltungsbericht zu Lasius cf. niger (11. Nov 2011 11:20)

11.04.2011: (Montag)
Ich konnte gerade die ersten Eier sehen, habe sie auf dem Bild mal eingekreist, weiterhin kann man hier noch viele Larven und Puppen sehen und es werden immer mehr Puppen.
Ich gebe ihnen auch immer wieder Sand ins große Nest, so haben sie etwas Baumaterial und können die Larven zur Verpuppung verpflegen.
Ihr Appetit ist auch ungebrochen, reichlich ausgehöhlte Heimchen kann ich regelmäßig rausfischen aus den Minniarenen.

Markus: Re: (M)ein Haltungsbericht zu Lasius cf. niger (11. Nov 2011 11:22)

12.04.2011: (Dienstag)
Sie nehmen weiterhin gut Proteine an, so weit es geht, zwei Heimchenkörper täglich, welche dann am ende fast völlig ausgehöhlt entnommen werden, gibt es mal nur ein Heimchen, höhlen sie die übrigen, die ich mindestens einen Tag zur Verfügung lasse, einfach mehr aus.
Außerdem wird das Rohrsystem immer besser erkundet, sprich immer mehr Arbeiterinnen laufen darin umher, die neuere Futterstation wird schon angenommen, also habe ich eine weitere angeschlossen, dieses mal ans linke Rohrsystem.
Euch fällt sicherlich die unterschiedliche Zahl an Schläuchen auf, je weiter es vom Nest weg geht, desto mehr Schläuche mit Honig gibt es, sprich: die Ergiebigkeit der Nahrungsquelle steigt - als "Anreiz".
Ach und nicht genug, dass der Eierhaufen immer mehr wächst, jetzt gibt es schon zwei Eierhaufen und die Königin sieht dick aus, scheint also noch einges an Potential zu haben.

Markus: Re: (M)ein Haltungsbericht zu Lasius cf. niger (12. Nov 2011 12:12)

13.04.2011: (Mittwoch)
Beide, weit entfernten Futterstationen werden gut besucht, auch wenn der Großteil der Arbeiterinnen nur einen Teil der Strecke läuft und dann umdreht, die Highwaytankstelle wird auch gut besucht, näher am Nest natürlich ein wenig besser, am Besten wird natürlich die Futterstation direkt am Nest besucht, die hat nur eben nur zwei Futtermöglichkeiten.
Auch schön: der Eierhaufen wächst, sollte ich schätzen, würde ich die Masse auf drei bis vier Stecknadelköpfe schätzen, vielleicht auch fünf und ich bilde mir auch ein, dass die Königin einen wachsenden Hinterleib aufweist, teilweise liegen die Segmentplatten schon mal nicht mehr aufeinander, entweder wird sie also fetter oder, was ich hoffe, fruchtbarer - sprich: wachsende Eierstockaktivität.


14.04.2011: (Donnerstag)
Weiterhin krabbeln Ameisen fröhlich durch mein Zimmer - im Rohrsystem! ^^
Schön ist auch, dass die Königin weiterhin fröhlich Eier legt, bald hat sie ihre eigene Masse in Eiern gelegt, für dieses Jahr - und auch die Puppen nehmen zu.

Markus: Re: (M)ein Haltungsbericht zu Lasius cf. niger (13. Nov 2011 11:53)

15.04.2011: (Freitag)
Heute gab es zerschnittenen Mehlwurmkäfer und im Gegensatz zum letzten Mal nehmen sie das Zeug freudig an, es gab halt eine ganze Weile nur Heimchen, da tut etwas Abwechslung ganz gut!

Markus: Re: (M)ein Haltungsbericht zu Lasius cf. niger (14. Nov 2011 10:08)

16.04.2011: (Samstag)
Auf der Gesammtansicht nicht viel neues, warum also der Eintrag?
Ein paar Sachen gibt es schon, ich habe ihnen in das linke, große Nest eine Menge Sand gegeben, da sie wieder und wieder den neuen Sand in kleinen Mengen wegschaffen und das auch recht schnell, gehe ich davon aus, dass genug Bedarf ist.
Rechts neben dem Sandhaufen, der momentan ordentlich durchlöchert wird, ist das ehemalige Loch, eine große Pore, völlig mit Abfällen und Sand gefüllt, vielleicht fielen ihnen zu viele Larven rein, ich kann es nicht genau sagen, auf jeden Fall ist es interessant, wie der Müll, den sie im Nest halten, nicht anfängt, zu schimmeln.
Vielleicht fängt es jetzt, wo ich's erwähnt habe, ja an, oder aber sie haben entsprechende Mittel gegen Schimmel - gerade bei einem großen Volk dürfte ja auch ein erheblicher Säureanteil im Nest vorkommen.
Eine weitere Neuigkeit oder jetzt ein alter Hut, die steigende Puppenzahl, bei großen Völkern dieser Art/Gattung immer nach der Winterruhe auftretend, da noch viele Larven, die sich vor ebendieser nicht verpuppen konnten, jetzt übrig sind und nachholen, heranwachsen.
Ebenfalls zu sehen ist die steigende Eierzahl und teilweise die langsam eintretende Physiogastrie (ist schon spät, bitte um Nachsicht, wenn falsch geschrieben), im mittleren Nest haben sie auch schon einen kleinen Durchgang durch eine der Trennwände geschaffen, da wo ich einen längeren Gang gebaut habe.
Es ist zwar klein, aber interessant zu beobachten, denn es passt immer nur eine Arbeiterin durch... *flutsch*

Markus: Re: (M)ein Haltungsbericht zu Lasius cf. niger (15. Nov 2011 11:08)

19.04.2011: (Dienstag)
Vor etwa drei Tagen ist der Honig direkt am Nest versiegt, auch die anderen Quellen lasse ich erst einmal langsam "austrocknen", so lecken sie diese auch mal sauber, wenn auch der letzte Schlauch leer ist, wird nachgefüllt.
Interessanterweise leeren sie die Honigquelle direkt am Rohrsystem (ihr wisst schon, die "Tankstelle") gleichmäßig, während die Fütterungsstationen, welche einige Meter entfernt sind, zunächst nestnahe gesoffen werden, weiter hinten gibt es aber weniger Absatz...
Gestern gab es übrigens nur ein Heimchen, an dem auch nicht mehr viel dran war, deshalb habe ich heute nach der Uni Heimchen besorgt, dieses Mal mittlere - vielleicht drei aufgeschnittene pro Tag, vielleicht vier, erst einmal werde ich bei drei bleiben.
Zehn habe ich schon einmal überbrüht, nachdem ich ihnen Honig gegeben habe.
Ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt habe: Heimchen fressen sie vor allem, wenn sie ein wenig eingetrocknet sind, Mehlwurmkäfer, solange sie noch sehr nass sind.


20.04.2011: (Mittwoch)
Was gibts neues?
Sie knabbern immer noch an ihrem großen Heimchen, die mittleren Heimchen werden auch nicht schlecht angenommen, das ist auf dem letzten Bild ganz gut zu sehen.
Den Sand im großen Nest zerlegen sie recht fröhlich, das ist auf dem zweiten Bild zu sehen.
Die enormen Puppenmengen sind im vierten bis sechsten Bild zu sehen, und darüber freue ich mich auch sehr!
Aber was ich richtig toll finde, seht ihr auf den Aufnahmen auch (unter anderem auf Bild eins, zwei und sieben): die Königin hat ungefähr ihre Masse in Eiern gelegt, einige Eier sind schon geschlüpft und kein Ende ist in Sicht, denn sie bläht ihren Gaster immer mehr auf, ein Zeichen für gute Ernährung und wachsende Eierstöcke mit immer mehr Eiern drin, wenn also nicht alles schief geht, dürfte sich die Kolonie dieses Jahr nicht nur verdoppeln von ihrer Stärke, sondern einiges mehr!
Geradezu begeistert bin ich momentan auch von der Aktivität der Tiere im Rohrsystem, die entfernten Futterquellen werden gut genutzt und man muss meist nicht einmal eine Minute warten, zumindest in der Regel, wenn man ein beliebriges Stück betrachtet, bis mindestens eine Arbeiterin es durchquert, kaum vorzustellen, wie die Aktivität dann erst mit der doppelten Arbeiterinnenzahl sein muss!?
Wobei die Brutzahl nicht unbedingt konstant bei den jetzigen Werten liegen muss, schließlich "verbrauchen" wir ja jetzt auch "Vorräte" von vor der Winterruhe...
Nunja, wir werden sehen, schließlich heißt es nicht umsonst: kommt Zeit, kommt Rat.

Markus: Re: (M)ein Haltungsbericht zu Lasius cf. niger (16. Nov 2011 09:25)

21.04.2011: (Donnerstag)
Heute war es in meinem Zimmer besonders warm, einundzwanzig, zweiundzwanzig Grad...
Damit sie die Röhren leichter reinigen können, in denen ich den Honig anbiete, habe ich dort ein wenig Wasser mit reingegeben. Zunächst nur direkt am Nest, dann an der "Tankstelle" und später versuchsweise an Teilen der Futterstation am Ende des rechten Rohrsystems.
Kurz darauf kamen viele Ameisen durch die Rohre empor, geradezu schubweise und die jeweiligen Röhren wurden schnell leergefegt.
Was kann man daraus ableiten?
Zunächst einmal, ganz klar, verdünnt wird der Honig schneller aufgenommen, da im Nest genug gut genährte Tiere zu sehen sind, werde ich allerdings nicht auf den Ertrinkungsschutz des dickflüssigen Honigs verzichten.
Weiterhin vermute ich mal, dass das Honigwasser natürlich auch schneller abgegeben werden kann, wodurch die Transporttiere schneller "leer" sind und zurück auf die Piste können und natürlich werden die Gefütterten schneller satt und damit schneller rekrutiert, auch könnte es sein, dass die Arbeiterinnen Honigwasser in größeren Mengen aufnehmen, als Honig - zumindest bilde ich mir das rein optisch ein, eventuell so eine Osmosesache(!?) - und damit eine größere Volumenmenge zum verteilen haben. So zumindest ein paar Spekulationen.
Zum Schluss könnt ihr noch ein paar Bilder der Königin nebst Eierhaufen sehen, zumindest auf den Mikroskopaufnahmen ist auch ihre Physiogastrie prima sichtbar!
Heimchen gab es heute nur eines, zerlegen tun sie die alten Teile ohnehin weiter, so eben etwas länger oder mehr.

Markus: Re: (M)ein Haltungsbericht zu Lasius cf. niger (17. Nov 2011 10:28)

22.04.2011: (Freitag)
Die Aktivität in den Arenen und Schläuchen nimmt weiter zu, also habe ich einfach mal ein neues Nest angeschlossen, welches die Nestfläche noch mal um die Hälfte oder zwei Drittel vergrößert.
Noch ist es wahrscheinlich etwas zu früh, aber die Kolonie wird ja bald wesentlich größer sein.
An diesem Nest ist auch noch ein weiteres Schlauchsystem angeschlossen, welches zu der Arena aus dem ersten Beitrag in diesem Thread führt: http://www.antstore.net/viewtopic.php?f=135&t=14882
Kaum angeschlossen, wurde das Nest heftig erkundet, leider wurde eine übermütige Arbeiterin beim Umstecken der Anlage eingequetscht, sie wird gerade noch hin- und hergeschleppt...
Jetzt, etwa eine halbe Stunde später, ist das neue Rohrsystem schon besetzt und erste Arbeiterinnen sind in dieser besagten Arena.
Folglich habe ich dort an die Futterstation schon Honig gebracht, den haben sie noch nicht gefunden, werden sie aber sicher bald!
Ich mache noch ein paar Bilder und dann gute Nacht...


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