Hallo
ich hatte schon seit längerem die Idee, ein Formicarium als Insel zu bauen.
Das ganze aus Holz und Teichfolie.
Sicher wäre Glas schöner, aber ich habe da eine ganz spezielle Idee:
Durchgang nach unten für spätere Erweiterungen. Ich zeige Euch mal die Baustadien und Ihr sagt mir, ob das was wird
und vor allem, wer kann da einziehen? Und dafür brauche ich fachlichen Rat.
Ich will nichts, was das halbe Jahr verschläft, sie sollten in Totholz nisten und ich kann nichts gebrauchen, was schwärmt.
Anm.: meine im Antstore gekauften C rematogaster rogenhoferi schwärmten am Ende alle (geschätzt 2000, gefühlt 40Trilliarden Tiere) und werden heute
als nicht schwärmend verkauft. Hab ich da was falsch verstanden?
Egal, Geschichten aus dem alten Berlin.
Hier mal ein paar Fotos meines Projektes:
Zunächst mal eine Wurzel aus dem Wald. So gut es ging mit kochendem Wasser abgekocht.
Die Wurzel ist 50 cm hoch und oben 13 cm im Durchmesser. Sie ist innen schon recht morsch, was mir hoffentlich zugute kommt.
Ich habe etliche Löcher unterschiedlicher Größe reingebohrt.
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Als nächstes aus Holz einen Rahmen erstellt. 80 x 60 cm, Höhe 9 cm.
Meine Gehrungs-Künste sind nicht so doll, mit Zapfen wäre es wohl noch schlimmer geworden.
Aber das wird später durch die Teichfolie abgedeckt.
Die Wurzel habe ich mit künstlichen Pflanzen etwas aufgehübscht. Später plane ich echte Pflanzen derselben Art.
In die Mitte kommt die Insel aus Kies, auf der dann die Wurzel stehen wird.
Dazu später mehr.
Im Baumarkt habe ich noch mit Kies beklebte Folie gefunden, die kommt über die normale schwarze Teichfolie.
Sieht deutlich besser aus.
So, jetzt zum Special:
In die Mitte habe ich ein Loch gebohrt und ein Gewinderohr, 10 cm Länge, eingesetzt.
Das Rohr soll späteren Erweiterungen dienen. Ich will später keinen Schlauch durch das Becken und über den Rand führen.
Ich habe an dem Rohr auf beiden Seiten Muttern mit Dichtungen angebracht,damit das Wasser später nicht unter die Folie läuft.
Das nach oben stehende Rohr ist ca. 6 cm lang. Etwas niedriger ist dann die fertige Insel. Somit habe ich eine Wassertiefe von ca. 3-4 cm,
genug um auch mal in den Urlaub zu fahren. Der Stopfen verschließt das Rohr bis zur späteren Erweiterung.
Kiesfolie drüber, Insel mit Kies angehäuft. Zweite Stellprobe.
Die Wurzel soll später keinen Kontakt zum Wasser haben, damit sie nicht fault.
Jetzt mein nächstes Problem:
Ich habe Angst, dass die Kiesinsel sich verschiebt, wenn der Kies lose im Wasser liegt.
Ich habe den aufgehäuften Kies deshalb mit "Flüssigwasser" begossen.
Das ist eine gelartige Substanz die nach 48 Stunden die Konsistenz von Kunstharz annimmt.
Wird im Modellbau verwendet, um künstliche Seen oder Flüsse zu bauen.
Bei mir fließt es schön zwischen den Kies und bildet nach dem Aushärten eine feste Insel. Darüber kommt noch eine Schicht Kies.
Ich glaube nicht, dass es den Ants schadet, wenn es ausgehärtet ist.
einige Impressionen meiner Wurzel
und noch eins
Wenn übermorgen alles trocken ist, fülle ich das Wasser ein. Ein erster Test mit einem Liter Wasser und Bespritzen des Gewindes mit einer Pipette
verlief erfolgreich.
Zusätzlich habe ich noch vor, einen Ultraschall-Nebler neben die Insel zu bauen, ein wenig Nebel stelle ich mir schön vor.
Die Insel wird dann noch von oben oder von seitlich mit einem Strahler beleuchtet / erwärmt (auch hierzu bitte einen Tip).
Das erwähnte Gewinderohr hat einen Innendurchmesser von 12 mm, da könnte ich sofort einen Plastikschlauch integrieren und den z.B. mit einer
an der Wand befestigten Acrylglas-Farm verbinden. So meine Idee, falls der Platz zu klein wird oder die Insel tatsächlich nur als Auslauf gedacht ist.
So, dann mal her mit Eurer Kritik und Vorschlägen:
welche Ameisen eignen sich in Bezug auf Koloniegröße, Agilität, Nicht-Schwärmen, Nicht-Winterschlaf (und ohne Freischwimmer :lol: ) ?
Was habe ich in meiner Planung nicht bedacht?
Also gefallen tut mir das Ganze doch sehr gut. Mit den Ameisen muss ich aber noch überlegen, was da wohl so alles in Frage käme. Es müssten dann wohl mal zumindest Südeuropäer sein oder gar tropische. Wobei ich mir bei letzteren nicht so sicher bin, ob die Parameter für die Haltung ausreichen, da es ja rundherum offen ist, sich also kaum gut heizen lässt.
Ich würde da eher eine südeuropäische Camponotus bevorzugen.