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schaf: Paar Fragen zu Lasius niger im Y-tong Nest (9. Jul 2010 19:28)

So, da nun ja Schwarmzeit ist will mir eine begattete L. niger Königin schnappen und mit dem Nestbau anfangen.

Da sich mir aber noch so manche Ungereimtheiten stellen bleiben ein paar "dumme" Fragen nicht aus, warscheinlich schon tausendmal beantwortet, aber ich find hier im Forum den Wald vor lauter Bäumen nicht...

1) Wenn ich mir eine Königin schnappe, stecke ich sie in ein Reagenzglas, mit roter Folie umwickelt, in dem hinten ca. 1/3 Zucker/ Honigwasser mit nem Wattepropfen verschlossen ist, oder ? Zur Koloniegründung !
Irgendwelche genauen Mischverhältnisse ?
Oder ne genaue Menge an Zuckerwasser ? Das kann man dann später ja nicht mehr nachfüllen...

2) Die Königin legt dann Eier, und irgendwann ist die Kolonie so groß, dass ich das Reagenzglas offen in das richtige Nest mit Y-tong Stein lege.
Wann ungefähr ?
Ab ner bestimmten Zahl an Arbeiterinnen ?

3) Angaben zu Größe der Kammern und der Gänge gibts ja hier im Forum, aber wie viele Kammern und in welcher Form ist egal, oder ?
Also es werden z.B. keine bestimmten "Brutkammern", die eine Genaue Form und Größe haben müssen, benötigt ?
Einfach mehrere, unterschiedlich große und unterschiedlich feuchte Kammern und es läuft ?

4) Es steht überall, dass eine kleine Kolonie in überflüssigen Kammern Müll ansammelt.
Aber wenn ich einen Y-tong Stein bearbeite und am Rand dann mit einer Glasscheibe verschließe, kann ich ja hinterher keine Kammern mehr hinzufühen.
D.h., auch wenn es am Anfang nur ein paar Tiere sind, sind schon mehrere Kammern da !
Ich hab auch davon gelesen, die überflüssigen Kammern zu verschließen, jedoch kann ich mir nicht vorstellen, wie, da die Ameisen sie doch entweder sofort freigraben können und vollmüllen oder die Kammern eben nie öffnen !

5) Sollte man einen Eingang und dann nurnoch miteinander verzweigte Kammern meißeln oder auch noch 1-2 andere Ausgänge in anderen Kammern ?

Moonman: Re: Paar Fragen zu Lasius niger im Y-tong Nest (9. Jul 2010 20:54)

1) keinen Zucker in das RG machen!!! nur Wasser. die Königin brauch keine Nahrung für die Gründung! erst wenn die erste Arbeiterin da ist wird Futter in Form von Zuckerwasser und Insekten angeboten.

2) Die Königin gründet ohne Futter indem sie kleine "mini" Arbeiterinnen großzieht, Ab da geht es dann schneller. jedoch kann man keine genaue Zeit oder Zahl sagen wann das RG zu klein ist so das die Ameisen umziehen.

Das RG sollte in der Arena liegen und die Ameisen suchen sich dann selber das Nest, das RG sollte nicht in das Nest selber gelegt werden. Der Zeitpunkt für den Umzug bestimmen die Ameisen auch wenn der Halter das gerne machen würde.

3) Das erste Nest sollte klein sein, wäre es größer mit viele Kammern, benutzen die Ameisen die leeren Kammern als Müllhalde. lieber ein kleines Nest und später ein großes anbieten. Welche Kammer dann für was benutzt wird wissen auch nur die Ameisen :grin:
Ja das Nest sollte feuchtere und trockenere Bereiche haben, das genau zu planen geht später bei großen Nestern. Du solltest dich durch viele Anleitung lesen vor du anfängst zu bauen.

4) die Ameisen werden nicht graben wenn sie den Platz nicht brauchen. Mit Sand verschlossene Kammern werden erst aufgegraben wenn sie mehr Platz brauchen. Ameisen verschwenden ihr Energie nicht mit sinnlosen Gegraben, auch Ameisen gehen immer den leichtesten Weg.

5)Ein Ausgang reicht, hier kann ich nur wiederholen dir schon fertige Nester hier im Forum anzusehen.

PS. das RG solltest du nicht nur mit roter Folie abdunkeln, sonder richtig dunkel lagern. viele sagen das man die Königin 4 ganze Woche alleine in dem RG mit Wassertank(ohne Zucker!) in Rühe lässt.

schaf: Re: Paar Fragen zu Lasius niger im Y-tong Nest (10. Jul 2010 11:39)

Ok, danke !

Also das Reagenzglas mit roter Folie bekleben und dann nen Monat ganz dunkel wegstellen ?
Weil wenn ichs nur ganz dunkel wegstelle und dann nach einem Monat oder auch später mal nachsehe kriegt die Königin ja direkt Licht ab und das Unter-der-Erde-Feeling ist weg !

Puh, gut das ich gefragt habe, also kein Zucker !
Aber wie kriegt ich dann später, wenn die Königin schon ein paar Arbeiterinnen hat, das Zuckerwasser ins Reagenzglas ?
Oder stelle ich das Glas dann offen in die Arena, und daneben dann eine kleine Futterschale ?

Und zuletzt:
Ich baue also ein nettes Nest mit ordentlich Kammern, fülle alle bis auf 2 oder 3 (ne möglichst feuchte sowie ne möglichst trockene inbegriffen) mit Sand voll und überlasse den Rest der jungen Kolonie.

schaf: Re: Paar Fragen zu Lasius niger im Y-tong Nest (10. Jul 2010 13:13)

Achso, ich will ja nicht nerven, aber eine Frage hab ich noch:

Wie Groß sollte der Wasserbraben bei einem stehenden 40x20x5cm Y-tong Stein sein ?
Ich dachte daran, ungefähr die Hälfte der oberen Kante ca. 5cm tief auszuhöhlen, als Wassertank !

MrIglo: Re: Paar Fragen zu Lasius niger im Y-tong Nest (10. Jul 2010 13:39)

Wenn du ab un zu mal einen Blick in das RG wirfst und es hell wird ist es egal. Wie Moonman schon sagte ist komplett dunkel immer besser als rote Folie. Nicht Wackeln nicht zu oft Licht. Mehr kannst du nicht tun um die Gründung zu ermöglichen. Zuckerwasser und Insekten werden neben das RG in die Arena gelegt, nicht hinein.

Was die Feuchtigkeit betrifft ist Lasius niger eher anspruchslos. Sie nutzen gerne eine etwas trockenere Kammer für die Puppen. Muss aber nicht. Ist auch erst in einem großen Nest überhaupt möglich.

Der Wassertank wird sich sehr schnell lehr das Wasser befindet sich dann im Yong. Der Tank ist nur die an der du das Wasser in den Ytong einfüllst. Die von dir vorgeschlagene größe kommt mir vernünftig vor.

Du kannst den Ytong auch in eine Wanne stellen und diese mit Wasser füllen.

Noch ein paar Sachen die mir einfallen:
Ein Gipsüberzug über die Kammern machen, damit keine Brut in den Poren verloren geht..
Eine gut belüftete Rückseite vermindert Kondenswasser und werbessert nehme ich an das Klima insgesamt.
Falls das Nest nicht in ein Becken integriert ist würde ich eine Horizontale Variante favorisieren. Dazu gibt es gerade eine Diskussion. Man sollte gut abwägen. http://www.antstore.net/viewtopic.php?f=8&t=14350
Man könnte die Gyne genau so gut direkt in dem Ytongnest gründen lassen. Dann sparst du den Umzug.

LG

schaf: Re: Paar Fragen zu Lasius niger im Y-tong Nest (10. Jul 2010 14:16)

Ja, das soll eine Nest-Arena Kombi werden, also das Nest Hochkant in ein Aquarium gestellt, welches dann als Arena fungiert.

Streicht man die Kammern besser mit Gips oder mit Lehm aus ?
Ich hab schon von beidem gelesen !

MrIglo: Re: Paar Fragen zu Lasius niger im Y-tong Nest (10. Jul 2010 14:58)

Ich würde Gips nehmen. Lehm könnte verschmieren und an den Scheiben landen.

Für die Ameisen ist es warscheinlich völlig egal.

LG

Markus: Re: Paar Fragen zu Lasius niger im Y-tong Nest (10. Jul 2010 16:05)

Eine Anmerkung habe ich jedoch noch!
Der Kapitän hat es schon richtig gesagt: was du für deinen Ytong haben möchtest, ist ein Wassertank, kein Wassergraben, ein Wassergraben wäre nämlich genau die Variante, die er vorgeschlagen hatte.
Wassergraben: Ytong steht in einer Schale oder ähnlichem mit Wasser drin, besonders gut für außerhalb der Arena stehende Nester, da dann keine Ameisen ertrinken können. Der Ytong wird gleichmäßig und vor allem immer recht gleichartig befeuchtet, es gibt keine großen Schwankungen und weniger Arbeit!
Wassertank: eine Art Kammer ist in den Ytong eingebaut, die keine direkte Verbindung zu den anderen Kammern hat, hier kann Wasser eingegossen werden, das sich dann auf den Ytong verteilt, wird bei in der Arena stehenden Nestern gerne gemacht, weil die Ameisen in der anderen Variante im Graben ertrinken könnten, hat aber den Nachteil, dass es zu extremen Feuchtigkeitsspitzen kommen kann (knochentrocken, wenn man zu lange nicht und viel zu nass, wenn man zu oft und zu viel gewässert hat) und es wesentlich mehr Arbeit, sowie Aufmerksamkeit erfordert!

Zu deiner letzten Frage: ich habe noch nie ein Nest mit Lehm oder Gips ausgestrichen und halte das auch für unnötig, es erschwert lediglich die passgenaue und einfache Befestigung der Scheibe und kann, wie gesagt, verschmieren.
Was ich jedoch in jede Kammer gebe, ist ein kleines Bisschen (Quarz)Sand, da Lasius niger Kleinteilchen brauchen, um sich richtig verpuppen zu können!
Außerdem können die Ameisen die Spalte zwischen Scheibe und Ytong verschließen, damit dort keine Brut hineinrutscht - dass Brut in den mikroskopisch kleinen Poren verlohren gegangen wäre, ist mir noch nie passiert!

PS.: im obig angegebenen Link habe ich auch geschrieben, warum Kondenswasser keine Frage der Belüftung ist, sondern durch unterschiedliche Temperaturzonen erzeugt wird!

schaf: Re: Paar Fragen zu Lasius niger im Y-tong Nest (10. Jul 2010 16:17)

Mh, das hab ich mir auch schon oft überlegt.

Aus ästhetischen Gründen leuchtet es ja ein, Y-tong mit Lehm oder Sand zu bepinseln, aber so ein Y-tong "Loch", also diese Unebenheiten, sind ja wirklich kaum so groß wie ein halbes Reiskorn !

Aber Sand in die Kammern zu streuen ist ne Gute Idee, zusammen mit dem Sand, mit dem ich die überflüssigen kammern verschließe und dem Sand aus der Arena sollten die Ameisen genug Material für Umbauten haben.

schaf: Re: Paar Fragen zu Lasius niger im Y-tong Nest (13. Jul 2010 14:07)

So, hier mein erster Nestentwurf:

Das Nest soll vertikal in der Arena stehen.

Die Gänge sind alle ca. 5mm hoch und tief, außer dem Haupteingang, der ist 10x10mm.
Die Kammern sind 20-30mm hoch und jeweils ca. 50mm lang, entweder 10 oder 5mm tief (siehe Zahl in Kammer).

Der Kasten mit dem "W" deutet den Wassertank an, der von oben 5cm in den Y-tong hineingeht.

Die Kammern mit den Roten Punkten wollte ich als Startkammern der Kolonie direkt aus dem Reagenzglas heraus zur Verfügung stellen (eine trockenere und eine feuchtere), den Rest mit Sand verschließen.

Ist das Becken so in Ordnung ? Die Gänge sollen übrigends nie von unten in die Kammern laufen, kann sein, dass das auf der Zeichnung nicht so gut sichtbar ist :-)

Frage: Wie verschließt man so eine Kammer richtig ?
Komplett mit Sand füllen, oder nur 1-2cm vom Weg, der dorthin führt ?


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