Vielleicht könntest du dich mal an einem bebilderten Haltungsbericht versuchen?
Bliebe jetzt ja nurnoch der Kostenfaktor: selbst wenn man dem Zement für die Wasserleitfähigkeit geringe Mengen Gips beimischen müsste, wäre das Gemisch aufgrund des geringen Gipsanteils noch viel billiger, als reiner Gips!
Zumal nicht vergessen werden darf, dass Gips mit dauerhafter Bewässerung weich wird, ein Nest aber durchaus ein paar Jahre oder mindestens ein Jahr halten muss...
Proben brauche ich nicht, danke, davon habe ich hier schon genug herumliegen! :grin:
Vielleicht teste ich irgendwann auch mal nur das Verhältnis von Gips zu Zement, im Ameisenforum gab es ja den Tipp vonwegen drei bis höchstens vier Teile Zement auf einen Teil Gips... aber da wollen wir jetzt mal nicht übertreiben! ^^
Der Kolonie im Zementmantelnest scheint es ganz gut zu gehen,
nach dem Umzug war sie etwas unmutig geworden, was die Futteraufnahme anbelangt,
da hatte ich schon Angst, dass es am Zement läge, wenige Tage später regelte sich das allerdings schnell wieder.
Nun hatten sie für ein paar Tage Fasten, unter Anderem um mal ihren Müllhaufen aufzuräumen,
heute gab es Heimchen um Heimchen, neun sind es jetzt,
der Kolonie geht es also ganz gut
und wie auf dem Bild zu sehen:
Eier gibt es auch einige!
Hoffe, das Bild gefällt euch, für mich ist es zumindest beruhigend!
Hier mal erste Versuche mit den (reinen Zement-)Proben:
zunächst teste ich die Wasserleitfähigkeit,
dafür gehen die Proben mit einer Ecke in ein Wasserbad und man sieht, ob und wie weit das Wasser hochgezogen wird.
Wie zu sehen, das ist das Ergebnis nach ein bis zwei Tagen, saugt die 1/1 Mischung Zement/Wasser das Wasser wirklich ausreichend auf, Nestbefeuchtung und auch Nestentwässerung sind gewährleistet.
Bei der 2/1 Mischung ist es nicht so ganz optimal, eher für trockenere Nester oder Nestteile geeignet,
die 3/1 Mischung dagegen leitet nicht nur kaum Wasser, sie ist auch sehr inhomogen, für den Nestbau nur geeignet, wenn kein Wasser im Spiel ist...
Erfahrungen mit dem reinen Zementmischnest habe ich mittlerweile auch gesammelt (Genaueres gibt es später in meinem Messor barbarus Haltungsbericht, für die mache ich das Theater ja erst! ;-) ),
es wurde eine ganze Weile nicht angenommen,
dann habe ich einen sehr dünnen Gipsboden eingebracht und etwas getrocknet- Wasseraufnahmefähigkeit war auch miserabel, Lüftungsgitter eingebaut.
Und was passierte?
Peng, haben sie es angenommen!
Meine Vermutung ist, dass es ihnen zu feucht war, es könnte aber auch sein, dass sie den Sand im Boden nicht mochten, wobei sie kein Problem damit hatten, hindurchzulaufen -x ich gehe also eher davon aus, dass es zu feucht wurde!
Eines der reinen Zementnester habe ich auch schon angeschlossen, nun wird sich zeigen, ob sie zumindest trockenen Zement als Nestboden annehmen...
Was jetzt noch folgen wird, ist eine Kratzprobe mit Ytong zum Vergleich!
Und was habt ihr mittlerweile für Erfahrungen gemacht?
Schon gute Vergleichswerte?
Nachtrag: Text und Bilder entstanden zwei Tage zuvor, jedoch hat sich an der Wassersättigung kaum etwas geändert, die 1 zu 2 Probe ist immer noch nicht völlig feucht...
Auf die Ergebnisse habe ich mit Spannung gewartet. :mrgreen:
Man kann durch den Wasserzementwert also die Kapillarität von Zement steuern.
Für ein neues Nest werde ich diese Erkenntnis umsetzen, um verschiedene Feuchtigkeiten in einem Nestblock zu erreichen.
Ließ sich 1/2 noch gießen?
1/3 ist wahrscheinlich eher zu fest zum gießen?
An weiteren Erfahrungen:
Ein neues Nest mit 5/5/1 (Wasser/Zement/Gips) habe ich seit einiger Zeit in Betrieb.
Der Gipsanteil ist dazu da, um dem Nest schnell eine Anfangsstabilität zu geben. So ist es sofort etwas fest aber noch gut bearbeitbar.
Es ist relativ feucht. Für die Pheidole darin passt das aber.
Das Nest wurde nach 2 Wochen bezogen. Der eventuell niedrige pH des Zementes war kein Hindernis.
Es ist so gut wie unmöglich das Nest mit dem Fingernagel einzuritzen, man kann allemal die Oberfläche aufrauen.
LG
@Käptn:
Danke, ich dachte schon, dass sich keine Sau mehr für Zement interessiert! ^^
Zu deiner Frage: bis zu einer gewissen Menge ist Wasser im Zement immer fest gebunden,
darüber hinaus kann man damit jedoch Kapillarporen erzeugen,
etwas detaillierter ist das unter Beton bei Wikipedia zu sehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Beton#Poren_im_Beton
Interessant ist auch das hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Beton#Verbundzone
Die Gießfähigkeiten habe ich ja weiter oben bei meinen Experimenten aufgeschrieben, ohne nachzulesen meine ich mich zu erinnern:
1/2 war schon etwas grobflüssiger, jedoch immer noch fließfähig, zäh wurde es dagegen schon bei 1/3, die Masse zerfließt nicht einfach so, man muss schon klopfen und schütteln, um die Oberfläche glatt zu bekommen -> nichts für das Nest selbst, höchstens als weitere Hülle bzw. stabilerer Mantel, allein schon aufgrund der Wasserleitfähigkeit!
Danke auch für deine Erfahrungen, vielleicht könntest du noch Bilder einstellen?
Wie lange brauchte es eigentlich zum abbinden?
Wie befeuchtest du es?
Ich habe hier, glaube ich, zu alte Zementteile... hätte ich besser mal in einen Plastiksack gegeben, durch die Luftfeuchte scheint die Abbindefähigkeit stark zurückgegangen zu sein... daher erst später wieder aussagekräftige Versuche!
Und jetzt noch mein vorbereiteter Text:
Wie versprochen, habe ich mal Ritzproben gemacht, mit denselben Zementstücken, wie bei der Wasserprobe und einem Stahlnagel, zum Vergleich gab es noch ein Ytongstück dazu.
Zunächst könnt ihr den ersten versuch auf den ersten vier Bildern sehen,
ich habe recht wenig Druck ausgeübt, was wohl ungefähr dem schrittweisen Abraspeln entsprechen dürfte, das die Arbeiterinnen von Messor barbarus schaffen können, in einem Ytong wären das nach ein paar hundert Ritzern schon einige Millimeter, wenn nicht Zentimeter, dieser reagiert auch überhaupt darauf.
1/1 ist schon sichtbar, wenn auch nicht annähernd so tief, wie beim Ytong,
1/2 weist schon etwas weniger Schaden auf (man beachte auch, dass es eine unebene Fläche ist, mit dünnsten Erhebungen, viel einfacher anzuritzen und natürlich auch zu zerbeißen, als ein glatter Nestboden - Merke: Zement ist sehr druckfest, aber kaum/wenig zugfest!),
1/3 hat kaum sichtbare Schäden, nur ist diese Dichte kaum geeignet, wie wir an der Wasserleitfähigkeit gesehen haben, höchstens für einen stabileren Mantel um ein weniger dichtes Nest.
Auf dem vierten Bild ist die Reihe mal im Vergleich zu sehen...
Dannach gab es noch etwas mehr Druck, soviel könnte eine Ameise kaum aufbringen, aber die kleinen Bieser überraschen einen ja ohnehin oft genug! ;-)
Das Ergebnis seht ihr auf den Bildern fünf bis elf:
1/1 ist nun schon eher sichtbar, aber immer noch niedlich, im Vergleich zum Ytong,
1/2 schon wieder weniger Tiefe,
1/3 kaum sichtbar, es hat sich nur ein Teil der obersten Schicht abgelöst, die geriffelt war, der Rest hat eher den Nagel gefeilt, da käme sicher kaum eine Ameise durch!
Und jetzt vergleicht das mal mit dem Ytong!
Bild elf verdeutlicht übrigens ganz gut die Heterogenität des dichtesten Zements, auf der Rückseite, also technisch gesehen, der Oberseite geht das Wasser viel besser durch, vermutlich hat sich hier durch das Schütteln (damit er glatt wurde, wir erinnern uns) mehr Wasser gesammelt, während der Zement leicht nach unten gesackt ist...
Doch ich wäre nicht ich, wenn ich die Rille nicht noch etwas mehr bearbeitet hätte und noch neunzehn Mal durch die selbe Rille geritzt hätte, um auch den stitigen Verschleiß, zu dem aktive Kolonien fähig sind, zu zeigen, das Ergebnis ist auf den Bildern 12 bis 15 zu sehen:
1/1 auf ca. einen halben bis ganzen Millimeter Tiefe würde ich das einschätzen,
1/2 ist jetzt etwa einen viertel bis halben Millimeter tief eingeritzt,
1/3 weist jetzt eine Rille auf, die vielleicht so tief ist, wie die bei den anderen beiden Proben ganz zu Anfang, bis die Tiere da durch wären, hättet ihr schon längst ein neues Nest angeboten und wahrscheinlich noch mehr!
Der Ytong dagegen ist schon fast durch, knapp einen Zentimeter hat er verlohren...
Interessant ist auch, wie der Wassergehalt der Steine allein durch unterschiedliche Luftfeuchte schwanken kann, auch wenn der sinkende Wasserpegel sicherlich ebenfalls Anteil hat, ist mittags, wenn die Luftfeuchte drinnen höher ist, jedes Zementstück wesentlich feuchter, abends dagegen, bei sinkender Luftfeuchte durch Lüften, sieht man dem Zement ein Trocknen geradezu an!
Zuletzt noch ein Versuch mit dem Akkubohrer, ich habe das Ding für eine halbe Minute auf höchster Umdrehungszahl (aber noch Stufe eins) laufen lassen, durch sein eigenes Gewicht nach unten gedrückt, und dann gemessen, wie tief es sich eingefressen hat:
1 zu 1 ist 10 bis 11 mm tief eingebohrt,
1 zu 2 ist 9 mm tief eingebohrt,
1 zu 3 ist 3 mm tief eingebohrt,
der Ytong war nach fünf bis zehn Sekunden durch, was 17mm entspricht -
umgerechnet wären das 51mm bis 102mm in einer halben Minute!
Ihr seht sicherlich den Unterschied deutlich, nicht wahr?
Die letzten vier Bilder (16-19) zeigen es ja sicherlich ganz gut.
Auch, wenn ich das sicherlich wissenschaftlicher hätte machen können, die wesentlich höhere Widerstandskraft des Zements (selbst der niedrigsten Konzentration) gegenüber Ytong ist eindeutig sichtbar,
wenn ich schließlich den Platz für die restlichen Proben finde, fahre ich mit Versuchen daran auch noch fort,
jetzt fehlen nur noch genormte Feldversuche!
Was ich zu den bisherigen Erfahrungen allerdings schon sagen kann, ist folgendes:
der Zement sollte wasserleitfähig sein, da kann man mit Konzentration und Gipsanteil arbeiten,
es sollte Wasser im Nest sein, das Nest wiederum sollte allerdings nicht zu nass sein,
ein zu hoher Sandanteil wirkt sich oberflächentechnisch unangenehm auf die Tiere aus, zumindest in der Theorie - letzteres lässt sich mit einem dünnen Gipsboden allerdings lösen.
Bin schon gespannt auf eure Meinung(en)!
Die hier zusammengetragenen Informationen reichen meiner Ansicht nach aus, um eine neue Ära in der Herstellung von Nestern für Ameisen einzuläuten.
Ohne Zement werde ich kein Nest mehr herstellen.
dachte schon, dass sich keine Sau mehr für Zement interessiert! ^^
Die Zahl der Klicks lässt anderes vermuten, obwohl hauptsächlich wir zwei in diesen Thread posten gibt es wohl noch so einige passive Leser.
Zu deinen Fragen:
Wie lange brauchte es eigentlich zum abbinden?
Wie befeuchtest du es?
Bereits nach einer Stunde war das Zement-Gips-Nest etwas fest, nehme an durch den, wenn auch geringen Gips-anteil. Habe das Nest nach einem Tag aus der Form gelöst, konnte es noch bearbeiten, sprich die Außenseite glätten usw.
Das Weitere Abbinden habe ich nicht verfolgt. Nach 4 Wochen müsste es seine Endfestigkeit nahezu erreicht haben. Mit dem Fingernagel lässt es sich (im Gegensatz zu Gips-Nestern) jetzt nicht mehr zerkratzen.
Das Nest befindet sich in horizontaler Lage und wird dadurch befeuchtet, dass es in einer extra angefertigten und daher passgenauen Papp-Schale voller Wasser steht.
Noch eine Beobachtung, die Papp-Schale in der das Nest steht war anfangs mit Alufolie Ausgelegt. Das frische (bereits bewohnte) Nest war offenbar noch alkalisch. Zumindest hat sich die 4 lagige Alufolie binnen einer Woche aufgelöst. Die oberen Schichten waren volkommen verschwunden. Jetzt ist die Schale mit Frischhaltefolie ausgelegt. Diese wird offenbar nicht angegriffen.
LG
PS: sehr schöner Versuchsaufbau, der Härtetest mit dem Bohrer :mrgreen:
>Die hier zusammengetragenen Informationen reichen meiner Ansicht nach aus, um eine neue Ära in der Herstellung von Nestern für Ameisen einzuläuten.<
Ohne deine Euphorie abbremsen zu wollen:
So weit würde ich nicht gehen!
Ich halte ja, wie einige schon gemerkt haben, eine mittlerweile recht große Messor barbarus-Kolonie, weiter oben im Thread sind ja von mir drei Nester gegossen worden, ein reines Zement-Mischnest in eckiger Form und zwei reine Zementnester in runder Form.
Eines von den reinen Zementnestern ist als Beigabe mit einer Messor-Barbarus-Kolonie verkauft worden.
Das Eckige Mischnest ist an die große Kolonie angeschlossen worden und wurde einfach nicht angenommen,
zu hohe Nässe oder der Sandgehalt waren zwei Vermutungen, ein dünner Gipsboden schuf rasch Abhilfe.
Dann stand ich erst einmal vor einem Rätsel: war die Feuchtigkeit schuld, oder aber gefällt ihnen der Untergrund nicht?
Später wurde auch noch das zweite reine Zementnest angeschlossen, auch dieses wurde zwar besetzt, auch mehr als das Mischnest, aber immer noch höchstens mal mit einzwei Körnchen versehen, völlig ohne Brut!
Selbst als ich anfing, es zu befeuchten, wurde nicht mit Brut eingezogen, obwohl es davon durchaus genug gibt.
Daher bin ich zu dem Schluss gekommen, dass sie (ob nur Messor barbarus, oder auch andere Ameisen, kann ich nicht sagen) Zement einfach nicht als Untergrund mögen, Gips kann da ja Abhilfe schaffen.
Die Frage ist nun, wie hoch der Zementanteil im Gips denn nun sein kann, damit die Tiere diesen nicht gleich zerlegen, im Ameisenforum habe ich was von einem Verhältnis von zwei bis maximal drei Teilen Zement auf einen Teil Gips gelesen.
Als Form des Nestes geht reiner Zement ja immernoch, nur dass man dann später eben einen Gipsboden (eventuell Gipsmisch) einbringen muss!
>Ohne Zement werde ich kein Nest mehr herstellen.<
Zementmantel für Ytong funktioniert ja auch wunderbar, dennoch graben sich Messor derartig in den Ytong ein, dass das bei denen keine Option ist, bei anderen Arten sieht das womöglich anders aus...
>Die Zahl der Klicks lässt anderes vermuten, obwohl hauptsächlich wir zwei in diesen Thread posten gibt es wohl noch so einige passive Leser.<
Ich zähle die Klicks momentan nicht, da ich nicht von zu Hause eintrage, daher kann ich das nicht beurteilen,
ich würde mir aber wünschen, dass mehr Leute bei diesen Versuchen mitmachen oder sich mit ihrer Erfahrung einbrächten.
>Zu deinen Fragen:
Bereits nach einer Stunde war das Zement-Gips-Nest etwas fest, nehme an durch den, wenn auch geringen Gips-anteil. Habe das Nest nach einem Tag aus der Form gelöst, konnte es noch bearbeiten, sprich die Außenseite glätten usw.
Das Weitere Abbinden habe ich nicht verfolgt. Nach 4 Wochen müsste es seine Endfestigkeit nahezu erreicht haben. Mit dem Fingernagel lässt es sich (im Gegensatz zu Gips-Nestern) jetzt nicht mehr zerkratzen.<
Mit Gipsanteil findet das Vorhärten ja schon wenige Minuten später statt, Zement selbst enthält ja auch Teile von Gips, für uns interessant ist jedoch vor allem das Abbinden des Zements - auch wenn es natürlich äußerst nützlich ist, noch nachträgliche Änderungen durchzuführen!
Hast du es eigentlich die Zeit des frühen Abbindens über angefeuchtet?
>Das Nest befindet sich in horizontaler Lage und wird dadurch befeuchtet, dass es in einer extra angefertigten und daher passgenauen Papp-Schale voller Wasser steht.<
Staunässebefeuchtung, mein Favourit, weil so einfach! ^^
Wie groß ist das Nest eigentlich?
>Noch eine Beobachtung, die Papp-Schale in der das Nest steht war anfangs mit Alufolie Ausgelegt. Das frische (bereits bewohnte) Nest war offenbar noch alkalisch. Zumindest hat sich die 4 lagige Alufolie binnen einer Woche aufgelöst. Die oberen Schichten waren volkommen verschwunden. Jetzt ist die Schale mit Frischhaltefolie ausgelegt. Diese wird offenbar nicht angegriffen.<
Naja, Alufolie löst sich sehr schnell auf, bei mir durch das leicht saure Regenwasser - nun ist natürlich auch noch von Interesse, ob die Tiere auf diese Basizität des Nestmaterials reagieren!?
>PS: sehr schöner Versuchsaufbau, der Härtetest mit dem Bohrer<
Freue mich, dass es dir gefällt, wenn auch nicht ganz so wissenschaftlich, wie ich es gerne hätte
und freue mich auf weitere Erkenntnisse!
Bis dahin noch ein schönes Wochenende!
Bei einem von mir verwendeten sehr zementhaltigen Nest ist es durch einen Defekt der Heizanlage zu Temperaturschwankungen gekommen.
Das Nest ist von innen nass in Vertiefungen steht Waser. Eine Arbeiterin ist bereits ertrunken.
Von außen ist das Nest relativ trocken. Die Schale in der es steht ist leer.
Das ganze lässt sich recht leicht erklären:
Das Nest lässt Wasserdampf durch, ist jedoch relativ dicht für Wasser in flüssigem Zustand. Dann die Temeperaturschwankungen und daraus resultierend Verdunstung und Kondensation.
Noch dazu kommt das Die Dichte von Zement über Jahre asymptotisch ansteigt. Der Efekt wird sich womöglich noch verstärken.
Nester die komplett aus Zement bestehen können also auch zu dicht werden.
Bei einem Nest aus ca. 2 Teilen Gips, und einem Teil Zement gab es das nicht.
Mehr Gips könnte also helfen. Auch den Wasserzementwert zu erhöhen könnte einen Versuch wert sein.
Oder es darf keine wesentlichen Temperaturschwankungen geben.
LG
@Markus & MrIglo
Danke fuer die detailierte Bearbeitung des Baustoffes Zement als Nestanlage bzw -additiv. Ich tendiere gerade zu einem Ytong-nest mit Zementmantel fuer Manica rubida. Man koennte zudem die Gaenge und Kammern im Inneraum noch vorsichtig mit einer Zement-lehm-variante anschmieren, wie es Erne gemacht hat. Gips waere zwar haerter und scheinbar geeigneter fuer die grablustigen Amazonen, aber durch eine konstante Bewaesserung wuerde er auf sich lange Sicht ausloesen (2g/1liter) und weich werden.
etwas Offtopic:
Es stellt sich mir die Frage inwieweit Ytong ameisenfreundlich sein kann, wenn man bedenkt, daß groesstenteils Kalk enthalten ist, also Calcium carbonat. Dem Stoff wird nachgesagt, daß es den Chitinpanzer durchdringen kann und die Ameisen langsam dehydrieren/sterben. Hat jemand schon in diesem Zusammenhang ein etwa "ungewoehnliches Sterben" an Ytong-knabbernden Ameisen beobachten koennen? Wahrscheinlich eher nicht, denke ich, aber ich bin trotzdem noch skeptisch gegenueber Ytong.
Abgesehen davon koennte ich demnaechst eigentlich einen Nestplan/Entwurf erstellen & diesen im Forum (an anderer Stelle) von euch begutachten lassen.
abendliche, oder morgendliche Grueße aus Dresden
alex s.
Zum Bau möchte ich dir empfehlen,
dir den Bau des Zementmantelnestes auf dieser Seite meines Messor barbarus Haltungsberichtes anzusehen:
http://www.antstore.net/viewtopic.php?f=164&t=16748&st=0&sk=t&sd=a&start=135
Man muss beim Zementmantel möglichst wenig Platz zwischen Zement und Nistraum haben,
wo die Tiere graben können, insbesondere die Ecken gehören da zu den Problemzonen (unterstes Bild der Baubilderreihe)!
Wobei ich mir nicht so sicher bin, ob Manica rubida so grabtätig sein können wie Messor barbarus! :grin:
Was deine Ytongbedenken angeht:
meine älteste Kolonie, Lasius cf. niger, lebt seit ca einem Jahrzehnt in Ytong Nestern,
manchmal auch in sehr alten Nestern, die allerdings eher Mineralien aus der Bewässerung enthalten.
Wäre das schädlich, so hätte das älteste Tier der Kolonie, die Königin,
ja schon längst den Löffel abgegeben;
ist sie doch dauerhaft diesen Bedingungen ausgesetzt!
Mit dem weich werdenden Gips hätte ich da ähnliche Bedenken,
aber Langzeiterfahrungen zeigen auch hier nichts überwiegend Negatives -
zumindest bei anderen Haltern wie Erne;
außer natürlich, dass Gips weich werden kann! :grin: