So, jetzt sind schon einige Tage Vergangen,
die Fingernagelprobe ergibt, dass die reinen Zementnester mittlerweile ausgehärtet sind,
nicht der Zement wird vom Fingernagel aufgerieben, sondern der Fingernagel vom Zement.
Was allerdings die Mischprobe anbelangt, lässt sie sich mit dem Fingernagel aufreiben...
freilich wird auch sie noch aushärten, aber für Messor barbarus sehe ich das Ergebnis als nicht zufriedenstellend an!
Deswegen habe ich mir vorgenommen, heute eine neue Testreihe zu starten,
das Mischverhältnis der Probe war
Wasser 3
Zement 4
Gips 1,5
Quarzsand 3,5
Neue Proben sollen weniger Wasser und weniger Quarzsand enthalten, also:
2 2 2 2
5 5 5 5
1 1 1,5 1,5
2 2,5 2 2,5
Sollte die Fließfähigkeit zu gering sein, kommt das Wasser wieder auf 3, allerdings glaube ich das eher nicht, da dafür ja wesentlich weniger Quarzsand reinkommt.
Auch werde ich mal verschiedene Mischverhältnisse beim Zement machen, einmal eins zu eins, dann doppelt so viel und zuletzt dreifach so viel Zement wie Wasser!
Wie laufen eure Experimente?
Sodala, ich komme gerade wieder nach Hause und habe die besagten Proben gemacht, nur dass ich statt fünf Teile Zement vier Teile Zement verwandt habe, aber dazu später mehr...
Also wo fange ich an?
Nun, nehmen wir doch mal das Einfachste, die drei reinen Zementproben (Wasser/Zement):
1.) 1/1 sehr flüssig, gut gießbar, aber wahrscheinlich zu weich, ich vermute auch, dass die Substanz noch in sich selbst sedimentieren kann und dadurch das Ergebnis nicht homogen ist.
2.) 1/2 recht flüssig, wirkt nicht fest genug, aber besser als 1/1.
3.) 1/3 schon zu zäh für einen sauberen Abguss, lässt sich in Form Klopfen, aber wie ihr auf dem Bild seht, bleibt es ansonsten in der Unebenheit stehen, das leicht reingedrückte Loch bleibt...
-> zwischen 1/2 und 1/3 dürfte der optimale Punkt liegen, der dickflüssig für einen sauberen Abguss ist und dünflüssig, um alle Formen zu umschließen,
etwas eher 1/2.
OK, dann kommen wir mal zu den komplexeren Mischungen:
das Verhältnis ist eingeteilt in Wasser/Zement/Gips/Quarzsand
die teilen wir in geringere und höhere Wasserbeigabe ein, mit ersterer beginnen wir...
(Als Vergleichswerte dienen hier die reinen Zementproben von oben, deswegen auch die Nummerierung.)
2/4/1/2 die einzige Probe dieser geringen Konzentration an Wasser, die noch vergleichsweise gut gießbar war, von der Gießfähigkeit würde ich etwas unter 3.) einschätzen.
2/4/1/2,5 Der Quarzsand verursacht nur geringfügige Fließerschwerung, er erhöht ja auch nur das Gesammtvolumen bei gleichbleibendem Wasservolumen, dennoch würde ich diese Probe als zäher als 3.) einschätzen.
2/4/1,5/2 Mehr Gips nimmt auch mehr Wasser auf und erhöht die Festigkeit, seht nur auf die Bilder, da fließt nichts mehr, des Guten also viel zu viel!
2/4/1,5/2,5 Ebenfalls nicht mehr gießfähig, wie auch, mehr Wasser gab es ja nicht.
Zwischenfazit lautet also, dass hier abgesehen von der geringsten Konzentration an Gips und Quarzsand viel zuwenig Wasser drin ist,
und natürlich, dass sich Quarzsand wesentlich weniger stark auf das Fließvermögen auswirkt, als Gips das tut!
Jetzt kommen wir zu der größeren Wasserbeigabe:
3/4/1/2 Gießfähigkeit zwischen 1.) und 2.), eher noch 1.) also noch zu flüssig würde ich sagen (aber schon im Bereich des Nutzbaren).
3/4/1/2,5 Wieder wirkt der Quarzsand nur geringfügig, die Gießfähigkeit rückt etwas näher an 2.) dran, als an 1.).
3/4/1,5/2 Der Gips sorgt für eine Zähigkeit über 2.), jedoch noch unter der geringsten Konzentration der 2 Wasseranteilprobe (s.o.).
3/4/1,5/2,5 Etwas dicker als ihr Vorgänger, rückt näher an besagte 2/4/1,5/2,5 ran.
Fazit: die größere Wasserbeigabe führt zu einer deutlich besseren Gussfähigkeit,
2/4/1/2 und 3/4/1,5/2,5 halte ich für am Besten geeignet zum Gießen, ersteres hätte dann auch eine höhere Zementkonzentration (hier kann mit dem kleinsten Nenner gerechnet werden).
Wäre bei zweiterem 5 statt 4 Zement beigemischt worden, gäbe es darin wiederum mehr Zement beigemischt worden, hätte das schließlich die höchste Zementkonzentration, nur weiß ich nicht, ob das dann wieder flüssig genug gewesen wäre, vielleicht könnte das einer von euch ausprobieren (denkt dran, wir arbeiten hier mit dem Gewicht, nicht mit dem Volumen)?
Das passiert halt, wenn man seinen Notizzettel für die Mischverhältnisse vergisst, aber bei der Reihe, bei der ich nur 2 Wasser beigab, wäre dann alles viel zu fest gewesen, insofern danke ich diesem Zufall!
Einige Minuten später waren alle Mischproben verfestigt, im Gegensatz zum reinen Zement, das liegt natürlich am Gips,
nur rate ich euch wirklich davon ab, die Dinger, die ihr daraus macht, jetzt schon zu hohen Drücken (unvorsichtiges Versetzen, Auspacken) auszusetzen, wartet erst einmal ein paar Tage,
nur 2/4/1/2 und 2/4/1/2,5 sind noch ziemlich weich 2/4/1,5/2 auch, nur natürlich viel weniger.
Was die Wasserleitfähigkeit angeht, da wird man noch lange warten müssen...
aber ich denke mal, ich habe damit schon ein paar Werte geliefert!?
Was meint ihr?
Sehr akribisch dokumentiert. Das gefällt mir. Ist dir die Körnung des Quarzsandes bekannt?
Die interessanteste Eigenschaft, die Kapillarität der Mischungen bleibt abzuwarten. Erste Aussagen dazu kann man wohl erst in einem Monat machen. Hoffe du hälst uns auf dem Laufenden.
Sind noch weitere Experimente nötig? Mir scheint als müssten die Ergebnisse kaum Fragen offen lassen.
Ein neues Nest werde ich nicht so bald gießen müssen. Meine momentan einzige Kolonie ist am schrumpfen. http://www.antstore.net/viewtopic.php?f=169&t=16155&start=15
Das Nest in dem die Kolonie lebt, eine Mischung aus etwa 2 Teilen Zement 1 Teil Gips (der Wasseranteil ist mir nicht bekannt, da mir die Bedeutung zu dem Herstellungszeitpunkt nicht klar war) Funktioniert prima.
Wenn ein erneutes Anwachsen meiner Kolonie ein neues Nest nötig macht, liegen hoffe ich weitere Erkentnisse zu der Kapillarität der Mischungen vor.
LG
Die Körnung müsste ich ablesen (hab den Sack gerade nicht hier), ist aber feiner Quarzsand.
Was die Wasserleitfähigkeit anbelangt, so sind natürlich noch einige Wartetage nötig, bis der Zement ausgehärtet genug ist,
einigen Erfahrungsberichten aus dem Ameisenforum nach zu urteilen, gibt es schon Halter, die seit einiger Zeit Mischungen aus einem Teil Gips und drei bis vier Teilen Zement nutzen,
selbst wenn das nicht genug Wasser leitet, so wären reine Zementnester immer noch für Trockennestteile geeignet, für den Rest blieben Zementmantelnester...
Eventuell starte ich noch eine Reihe mit 2Wasser/5Zement/1-1,5Gips/2-2,5Quarzsand, um zu sehen, ob auch hörere Zementgaben möglich sind...
Aber momentan haben wir ja Ergebnisse genug und müssen der Masse Zeit lassen...
Ich mache zurzeit auch Versuche mit umhüllten Y-Tongnestern.
Zement-Gips-Sand ist meiner Meinung nach eine "schlechte" Mischung. Ein großes Nest brauch eine große Menge Zement-Gips, doch wie soll man es so schnell anrühren wenn der Gips sofort anfängt hart zu werden?
Gab bei mir einige Probleme deshalb, vor allem weil man Zement wirklich lange und gut durchmischen soll um ein gutes Ergebnis zu erhalten. Dass ist ein großer Widerspruch, einmal der Gips der sofort verarbeitet werden muss und da gegen der Zement der nicht lange genug vorbereitet werden kann.
Ich habe nun mehrere Proben und ein großes Nest rein mit Zement-Sand gemacht. Die Hülle leitet zwar kein Wasser, was aber auch das Nest schwer austrocknen lässt.
Durch einen Schlauch oder einen typischen Wassertank lässt sich auch ein Nest feucht halten.
Mein Ziel ist es ein Nest zu haben was ich einfach ohne weiteren Schutz in ein Regal legen kann. Ein Nest ohne eingebaute Bewässerung, brauch auch eine Schüssel oder Schale wo es drin steht, dann kann ich es gleich in eine Box lassen, da brauch ich mir auch keine sorgen über Ausbrüche zu machen.
Gips ist in der Verarbeitung und der Haltbarkeit einfach zu schlecht. Mehrer Proben aus reinem Gips sind nach weniger als einem Jahr zu Staub zerfallen bei täglicher Bewässerung.
Somit werde ich von der Idee: "Gips und Zement mischen" ganz weggehen und auf reine Y-tong Nester zurückkommen die ich bei Bedarf umhülle mit einer Betonschicht (Zement + Sand).
Wie man das Zeug mischen kann, habe ich doch schon geschrieben:
erst wiegt man die passenden Mengen trocken ab, dann vermischt man sie gut,
schließlich wiegt man die passende Menge wasser an, gibt sie rasch zu, rührt ein paar Mal um und gießt es ein.
Bis das Zeug hart wird, hat man noch einige wenige Minuten zeit - zur Not rührt man mit einem entsprechenden Rührgerät um (gibts im Baumarkt, das sind solche speziellen Rührer).
Es ist recht knapp, aber Zeit hat man schon, so wie bei Gips!
Auch reiner Zement scheint noch nach Monaten Wasser zu leiten, ein Zementmantelnest, was ich schon vor Monaten gebaut habe, zur Probe in Wasser gestellt, ist nach einigen Tagen gut mit Wasser vollgesaugt, wesentlich schlechter als ein Gips- oder Ytongnest zwar, aber noch im Rahmen des Möglichen, mal sehen, wie das bei den Proben aussieht...
Wenn der Zement geringerer Konzentration noch hart und wasserleitend genug ist, nimmt man eben sowas!
Dass man mit dem Untersetzer das Nest wirklich dicht bekommt, ist kaum möglich, da ist oft genug Platz dazwischen, dass sie a. entkommen und b. zwischen Nest und Untersetzer siedeln können - bis einem vesehentlich große Teile der Kolonie ersaufen...
Zumal die Handhabung eines Untersetzers eh wesentlich leichter+dauerhafter ist, als jedes Wassertank- oder Schlauch- oder Wattegedöns!
Zumal sie in ein reines Zementnest auch nicht graben könnten!
So, ein paar Tage später (gestern) habe ich nun eine neue Probe gamacht, mit drei Teilen Wasser und fünf Teilen Zement, aber zunächst zu den anderen Proben, diese sind mittlerweile recht hart und man kann bei den meißten gut die Zementkonzentration sehen, gestern habe ich die Becher noch etwa einen cm hoch mit Wasser gefüllt, damit der Zement gut abhärten kann, heute mache ich das, denke ich, auch mit den neuen Proben.
Die reinen Zementproben konnte man bereits aus ihren Formen nehmen, komischerweise haben diese alle die gleiche Farbe, im Gegensatz zu ihrer der Luft ausgesetzen Oberfläche - vielleicht hängt letzteres auch eher mit Sedimentation und Lufttrocknung zusammen!?
Aber genug der Spekulation, auf zu den neuesten Proben:
3/5/2,5/1,5 Fließverhalten besser als bei 2/4/1,5/2, jedoch schlechter als folgende Probe, wenige Minuten nach dem Guss leicht trocken und steif.
3/5/2,5/1 schlechter oder gleichgut gießbar wie 2/4/1/2,5, ähnliche Härtung wie Probe zuvor.
3/5/2/1,5 besser oder gleichgut gießbar wie 2/4/1/2, jedoch schlechter als folgende Probe, braucht auch länger für Abbinden.
3/5/2/1 schlechter gießbar, als die 3/4/...er Reihe, aber besser als 2/4/...er Reihe, braucht noch länger für die Härtung.
Alle Proben banden nach einigen Minuten ab.
Für die hoffnungsvollsten Mischungsverhältnisse halte ich 2/4/1/2, 3/4/1,5/2,5/ & 3/5/1/2, aber da werden wir wohl noch mindestens einen Monat warten müssen!
Hallo zusammen.
Dies ist mein erster schriftlicher Beitrag hier im Forum, darum bitte nicht gleich in der Luft zerfätzen falls ich irgendwo was überlesen haben sollte.
Für mich stellt sich bei diesem Thema eine ganz große Frage, reicht nicht auch ungemischter Gips völlig aus?
Ich verstehe die Situation der meisten das sie sagen der Gips ist zu weich, Doc da ich Zahntechnicker bin weiß ich das Gips in damals 5 heute nur noch 4, Typen unterschieden wird. Von ganz weich ( Typ 1) bis ganz hart (typ 4)
Dieser wird zur Herstellung von Modellen für Kronen Modellgußprothesen usw benutz und muss daher einen hohen wert an kratzfestigkeit haben, da diese Modelle sonst nach einmaligen auf und absetzen unbrauchbar wären.
Habe selber eine kleine Kolonie Messor barbarus die in einem solchen Gipsnest wohnen. Aber erst seit bisschen über einem monat und bis jetzt konnte ich keinerlei fraßspuren erkennen. Ist wahrscheinlich auch noch zu früh, aber ich bin guter Hoffnung das sie da nicht durchkommen werden.
Des weiteren gibt's auch Typ 4 gipse mit erheblichen Knststoffanteil (wird zum scannen der Modelle für CAD/CAM Modelle gebraucht da der Kunststoff die Poren Menge und größe zusätzlich verringert)
Weiß aber nicht in wie weit sich das auf die Ameisen auswirken könnte falls sie doch den Gips anknabbern (zwecks Kunstoffes)
Werde es aber sicherlich mal aus testen.
Aufjedenfall halte ich euch über das Gipsnest auf dem laufenden.
Keine Angst, wir zerreißen dich schon nicht! ^^
Ich habe jetzt hier keine Vergleichsmöglichkeiten, hast du denn ein Ytongstück da, das du mal zum vergleich anritzen könntest?
Eventuell auch mal mit dem Fingernagel, so sieht man ganz gut, ob sie durchkommen...
Wie groß ist denn deine Kolonie?
Ab einigen hundert Tieren hört diese "Friedfertigkeit" nämlich schnell auf! :grin:
>Des weiteren gibt's auch Typ 4 gipse mit erheblichen Knststoffanteil (wird zum scannen der Modelle für CAD/CAM Modelle gebraucht da der Kunststoff die Poren Menge und größe zusätzlich verringert)
Weiß aber nicht in wie weit sich das auf die Ameisen auswirken könnte falls sie doch den Gips anknabbern (zwecks Kunstoffes)
Werde es aber sicherlich mal aus testen. <
Das Problem sehe ich eher bei der geringen Wasserleitfähigkeit (lese ich mal aus der geringen Porenmenge raus) - ein Nest muss noch leicht befeuchtbar sein...
Momentan hat meine kolo gerade mal knapp 40 Tiere +-10 daher weiß ich auch das es unwahrscheinlich ist das sie sich jetzt schon am Gips vergehen. ist ja auch noch mehr Mals genug Platz vorhanden obwohl ich das Nest noch recht klein gestaltet habe, da es zur Zeit noch im Becken integriert ist, das nächste wird ein externes sein , aber erst wenn ich weiß ob sie durch meinen Gips kommen.
Mit dem Fingernagel wird das beim jetzigen Gips garnichts, der ist viel zu hart, auch bearbeiten wie Ytong, mit Schraubenzieher etc funktioniert bei diesem nicht. Da muss schon der drehmel ran.
Und das ist noc der ohne Kunststoff.
Auch Bewässerung beider Arten klappt super, nutzen das auf arbeit um zu verhindern das Kunststoff am Gips fest klebt. Als Isolierung sozusagen, dort legen wir den Gips für 5 - 10 min ins Wasser, man sieht auch sehr gut wann der Gips voll gesogen ist, es treten vorher Luftblassen aus dem Gips, dies hört auf wenn er mit Wasser voll gesogen ist.
Das ganze klappt genauso gut beim Kunststoff versetztem. Sieht man auch an der Färbung wenn man ihn Durchschneidet.
Kann dir ja bei Interesse ne kleine Probe beider Gipse schicken.
MfG PsyAnt
Sorry wegen der groß und klein Schreibung bzw Rechtschreibfehlern, alles Bö
Handy...