Die Kammern hast einfach eingedrückt als das ganze schon etwas fester, aber noch formbar war, oder?
Mit einer Plätzchenform habe ich aus 3-4mm dickem Styropor runde Platten, genauer die Negative der Kammern herausgestanzt, dann diese mit doppelseitigem Klebeband auf die Glasplatte geklebt. Die Verbindunggänge habe ich später im halbfestens Zustand mit einer Feile hergestellt.
Die linke mittlere Kammer ist tiefer, dort führt der Verbindungsschlauch hinein.
LG
Hey,
wie entwickeln sich eure Versuche?
Den normalen Gips, den ich jetzt schon seit einigen Monaten nutze, scheint Wasser nach und nach aufzulösen (gerade an den Stellen, wo man Wasser hinzufügt, ist das sichtbar, da verschwindet immer mehr Gips, die Oberfläche rauht sich durch unterschiedliches Auswaschen auf, wenn auch nur wenige Zehntel Millimeter, ist es doch sichtbar,
macht sich das also bemerkbar in der Zement-Gips-Mischung?
Zumindest für mich wäre das ein möglicher Grund, auf Gips in der Mischung zu verzichten.
Wie ihr gesehen habt, verwende ich einen Zementmantel um Ytongnester, stellt man die Nester zwecks Anstaubewässerung in wasergefüllte Untersetzer, so saugt sich auch der Zement rasch voll mit Wasser, er ist also leitfähig, was eine Bewässerung ermöglichen würde.
Würde man also statt Gips Zement nutzen, könnte man theoretisch recht gute, für die Ameisen nicht zerstörbare Nester bauen - ein Aspekt, der für mich in den Vordergrund rückt, jetzt wo meine Messor sich immer besser durch den Ytong graben (wobei sie sich scheinbar an Schwachstellen entlangarbeiten, die durch Fräsen und Bohren im anliegenden Ytong bilden).
Einzige Nachteile wären natürlich, dass man schon einen Monat Härtezeit miteinrechnen sollte, Zement ist da sehr langsam, man kann nicht einfach direkt nach dem Guss ein Ergebnis sehen,
außerdem lässt sich Zement nach dem Aushärten nicht mehr wirklich bearbeiten, Kammern, Gänge, und Rohr-/Schlauchverbindungen müssen vorher bedacht und in die Form eingebaut werden.
Sei es, wie es will, ich habe heute einen neuen Zementmantel gegossen und möchte euch natürlich davon berichten:
Keiner eine Idee, eine Anregung oder überhaupt eine Meinung? :grin:
Wie dem auch sei, der Zement ist jetzt so fest, dass man ihn aus der Form nehmen konnte,
klappt recht gut, die Form könnte ich glatt nochmal verwenden,
natürlich ist der Zement noch nicht völlig ausgehärtet, er lässt sich so leicht mit dem Fingernagel abreiben, dass ich sagen würde, dass er momentan noch weicher ist, als Ytong - aber davon sollte man sich nicht entmutigen lassen, Zement braucht wie gesagt sehr lange zum aushärten!
Das sieht sehr anständig aus.
Ließ es sich besser gießen als Gips?
Die Auswüchse am Gips, an den Stellen an denen Wasser verdunstet kenne ich nur zu gut.
An den Stellen an denen das Wasser eintritt als Pendant dazu die hineingefressenen Stellen.
Denke bei Zement dürfte sich das weitgehend erledigt haben.
Wenn man jetzt noch bedenkt das Zement fast geschenkt ist und für Ameisen "unzerstörbar" dann wundert es mich dass Gips von so vielen verwendet wird.
Bin gespannt ob die dicke Zementschicht nach dem Härten noch saugfähig genug ist.
Anfangs ist der pH Wert hoch, der Zement stark alkalisch. Durch den gebrannten Kalk? Ich nehme an irgendwann ist der pH Wert auf neutral gesunken. Zement ist ja Wasserunlöslich. Aber wann ist das so weit? Auch nach einem Monat, wenn das Härten abgeschlossen ist?
Wenn die Ameisen direkt mit dem Zement in Kontakt kommen, villeicht daraus trinken, wie hoch darf der phWert noch sein?
Das ist wohl nur was für geduldige Ameisenhalter.
LG
Das Gießvermögen ist ungefähr gleichwertig,
Vorteil des Zements ist allerdings, dass man keinen Zeitdruck hat, so schnell härtet der Zement ja nicht
(wie ich hier ja schon oft geschrieben habe! :grin: ).
Gips ist dafür natürlich noch bearbeitbar, Vorteil für die Arbeit des Halters, aber natürlich auch für die Grabtätigkeit der Ameisen...
Man müsste es natürlich mal mit einem puren Zementnest testen, unter anderem frage ich mich schon, wie sich die Mineralien im Wasser auswirken und wie dicht der Zement nach Monaten wird, ob er dann noch leitfähig ist - wobei die Betonplatten bei uns immer noch viel Wasser aufnehmen.
Andererseits könnte sich natürlich durch die Mineralausscheidungen unter der Abdeckplatte eine Schicht bilden, die ein Ausbruchsrisiko birgt - wobei das natürlich für alle Werkstoffe gillt, durch die Wasser läuft...
Ich habe gerade mal mit dem Zement, den ich weiter oben im Beitrag und damit vor einigen Monaten gegossen habe experimentiert: er ist noch wasseraufnahmefähig, wenn auch sehr langsam an manchen stellen, an anderen fast so schnell wie Ytong... vielleicht könnte man da mit der Konzentration noch einiges steuern - selbst niedriger konzentrierter Zement müsste noch undurchdringlich für Ameisen bleiben!
Aber selbst wenn die Saugfähigkeit nach einer Weile zu gering ist, so könnte man Zement doch immer noch für trockene Nestteile nutzen, die anderen Nestteile sind ja noch mit Ytong oder Gips zu gestalten, wie in meinen Beiträgen weiter oben ja auch zu sehen.
Was den PH-Wert betrifft, so dürfte er am Anfang stark absinken, der Zement härtet ja am Anfang auch sehr schnell (verhältnismäßig) ab und dann immer langsamer, ich meine, mich erinnern zu können, dass da ein Zusammenhang besteht...
Ich verfolge deine Berichte mit Zement sehr interessiert, Ich brauche unbedingt ein neues Nest für meine Messor barbarus was sie nicht einfach durchnagen können.
Aber auch Ameisen brauchen doch Sauerstoff... somit auch im Nest, ein Y-tong ist sicher durchlässiger als Zement. Entsteht bei einer so dicken Zementwand nicht eine Erstickungsgefahr? Muss man noch eine kleines Gitter einbauen damit die Luft zirkulieren kann?
Gute Frage, wenn die Scheibe nur aufliegt, oder passgenau eingegossen ist, dürfte durch den Spalt ja immer noch Luft kommen, das selbe dürfte für den Eingang gelten... wenn das Nest also klein ist, ist dieses Problem nicht gegeben (Ameisen sind im Erdreich ja ohnehin an recht hohe Kohlendioxidkonzentrationen angepasst),
wenn dir das noch zu unsicher ist, kannst du ja auch noch Zugänge einbauen, die mit einem Gitter versehen sind und für Frischluft sorgen.
Hat vielleicht jemand eine Idee, wie man sowas messen könnte?
War da nicht auch was, dass Ameisen Konzentrationen von Luftmolekülen wahrnehmen können und zu hohen Konzentrationen ausweichen?
Edit: Wenn ich mir meine größte Kolonie so ansehe, so ist ein Feldversuch des neuen Nestblocks ohnehin bald angesagt: Messor ante portas...
Ich bin relativ sicher, das man die Belüftung durch zwei Öffnungen ausreichend hinbekommt.
Der Luftaustausch wird dadurch allemal höher sein als in einem metertiefen Nest in der Natur.
Für die Messung braucht man ein extra Gerät... Zudem sind die Grenzwerte für O2 und CO2 nicht bekannt. Oder?
Ob Ameisen die Luftkonzentration "richen" das wüsste ich auch gerne.
LG
Jein, ich tue mich mit solchen Aussagen eher schwer...
Da sie keinen Bezugspunkt haben...
Hier wäre die Nestgröße natürlich wichtig!
(Ich gehe mal davon aus, dass keiner hier Nester baut, die viel größer sind, als zwanzig mal dreißig cm, eher mehrere Nestblöcke mit dieser Größe, der Handhabung wegen.)
Ein kleines Nest, so etwa bis fünf mal zehn cm², würde wahrscheinlich die Lüftung über den Zugang ausreichen, wenn der Zugangsschlauch nicht zu lang ohne Lüftung ausfiele,
ein mittleres Nest, so etwa Zehn bis zwanzig cm², könnte dann schon eine zusätzliche Lüftung vertragen,
bei einem größeren Nest (wie gesagt) mit zwanzig mal dreißig cm² würde ich schon zwei bis drei (drei eher aus optischen Gründen) Lüftungsröhren anbringen, aber so weit bin ich natürlich noch nicht,
auch wenn ich mir vorstellen könnte, die Nester in der Winterruhe schon in Guss zu geben, damit sie genug Zeit haben,
ist es noch was her, bis sie sich so weit füllen...
Aber wie gesagt, mit etwas Pech werde ich wahrscheinlich in den nächsten Tagen schon gezwungen, einen ersten Feldversuch zu starten.
PS.: Das mit der Konzentration hatte ich nur von irgendwoher im Hinterkopf, Angabe ohne Gewähr!