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Melli: Milben??? (24. Nov 2006 15:07)

Als ich heute meine Lasius niger Jungqueens vollends in den Winterschlaf schicken wollte und in das eine Rg gucke trifft mich fast der Schlag... die Queen war tot und im ganzen Rg kleine, kaum mit bloßem Auge sichtbare, durchsichtige Krabbeltiere... Hab darauf hin auch die anderen beiden RGs in genauen Augenschein genommen... und habe auch diese Viecher gefunden. Allerdings nur sehr wenige. Sind es denn überhaupt Milben, weil die doch braun sind, oder? Und was soll ich jetzt mit den anderen beiden Königinnen machen. Umsiedeln in ein anderes Rg ist doch jetzt sicher zu spät!? Wegen der Winterruhe. Und dann noch eine andere Frage... geht diesen Viechzeug auch den Menschen an??

delirium: (24. Nov 2006 15:34)

Ich hatte bei einer Jungkönigin das gleiche Problem und sie mit heißem Wasser überbrüht. Es hat keinen Sinn! Diese Milben werden sich auf die Brut stürzen und möglicherweise auf weitere Kolonien. Deswegen empfehle ich dir, alles was Milben hat mit kochendem Wasser zu töten!

Ulrich_W: (24. Nov 2006 19:05)

Sorry delirium,

aber wenn du solch Ratschläge erteilst, dann erläutere doch auch bitte unter welchen Randbedingungen du zu solchen Schlußfolgerungen kommst!
Anscheinend hast du noch nicht mal versucht deinen Milben auf andere Art und Weise Herr zu werden, als sie mit heißem Wasser zu überbrühen?
Gib doch bitte anderen Haltern die Chance selbst zu entscheiden, ob sie versuchen wollen die Milben zu bekämpfen, und dabei eventuell Risiken der Übertragung eingehen oder ob sie gleich aufgeben und alles hinschmeisen wollen!
Es gibt schließlich zig verschiedene Arten von Milben, wo nachweislich welche sogar nützlich im Formikarium sind! Hinzu kommen noch falsche Schlußfolgerung und schon wird die Kolonie getötet ohne jemals erfahren zu haben ob wirklich ein Problem da war!

Es sollten doch zumindest Überlegungen stattfinden wie, wo kommen die Milben her, sind sie durch exotische Ameisen eingeschleppt, über das Futter, oder springen sie bei mir eh überall in der Wohnung herum? Waren wenige Milben schon vorher da und man hat zur explosionsartigen Vermehrung beigetragen? Sterben meine Ameisen wirklich an den Milben, oder laben sie sich nur an den toten Ameisen? etc...

Einen Befall durch Futtermilben, und diese können ohne Zweifel auch gefährlich für die Brut werden, kann in den meisten Fällen durch Nahrungsentzug über mehrere Tage bekämpft werden. Das Futterüberangebot wird in den meisten fällen auch die Ursache des Milbenbefalls sein! Änderung der Umweltbedingungen können auch schon zum Erfolg führen!

Bevor jemand diese Punkte gewissenhaft überprüft hat rate ich jedem davon ab gleich mal wieder Ameisen(milben)suppe zu kochen! :wink:

Gruß

Ulrich

delirium: (24. Nov 2006 19:35)

Hallo!

Gut, ich respektiere deinen Post und versuche näher zu erläutern, warum ich dies schrieb.

Ich fing zur Schwärmzeit einige Lasius niger Königinnen und tat sie in Reagenzgläser. Die Königinnen begannen auch alle zu gründen. Bei einer stelle ich irgendwann durch Zufall fest, dass sich kleine Punkte im RG bewegten. Zuerst dachte ich nichts böses und tat auch erstmal nichts. Nach einigen Tagen, stellte ich jedoch Verminderung der Brut fest und erkannte eine explosive Vermehrung der Milben. Nach einigen weiteren Tagen war dann keine Brut mehr übrig und ein Haufen von Milben saß auf der Königin. Da mir das arme Vieh Leid tat erlöste ich es von dieser Qual.

Da die Brut in den Tagen zuvor verschwand, ging ich nicht von nützlichen Milben aus und um meine großen Lasius niger Kolonie nicht zu gefährden, entschloss ich mich zum letzten Schritt.

Ich kann verstehen, dass man in diesem Feld sehr stark differenzieren muss, jedoch erkannte ich nur meinen Fall und versuchte einen Rat zu geben. Dennoch muss ich eingestehen, dass es sicherlich auch andere Arten von Milben sein können und es weiterer Untersuchungen bedarf.

HeldGoP: (24. Nov 2006 19:37)

vllt sind es ja auch destruenten, hab die auch in all meinen formikarien, die kommen irgendwann vonalleine.

ich würde mir nur sorgen machen wenn die dinger größtenteils AUF den tieren sind.

mfg

Purifier: (24. Nov 2006 20:06)

vllt sind es ja auch destruenten, hab die auch in all meinen formikarien, die kommen irgendwann vonalleine.


Ähm...mal ne Frage....
Was sind denn destruenten :?:

earlant: (24. Nov 2006 20:58)

Milbenthreads gab es hier ja schon zur Genüge, und die Hoffnung, dass man selbst nur "gute" Milben habe, stirbt nicht aus.

Zuerst mal zu melli :
Die Milben aus den Reagenzgläsern bzw. Formikarien gehen nicht auf den Menschen über . Zumindest ist so etwas bisher nie bekannt geworden.
Trotzdem war die Entscheidung richtig, die Ameisen zu überbrühen und die Milben damit zuverlässig abzutöten.
"durchsichtige Krabbeltiere": Es gibt Milben in weiß, braun, bis fast schwarz. Jugendstadien sind häufig fast durchsichtig.
Allenfalls hätte man noch ein paar der Milben einschicken können zur Bestätigung, dass es wirklich Milben sind und nicht etwa die harmloseren Springschwänze (das könnte ich als Berufs-Zoologe und Entomologe noch entscheiden; allerdings kann ich nicht die diversen Milbenarten unterscheiden, und schon gar nicht kann ich sagen, ob eine bestimmte Form schädlich, harmlos oder gar nützlich ist. Ob Ulrich_W das kann?).

delirium : Hat auf jeden Fall Recht. Im Zweifelsfall nicht auch noch andere Kolonien gefährden!

Purifier : "Destruenten" in der Ökologie sind eine Gruppe von Organismen, die Abfälle, Kot, Leichen und sonstige tote Reste von Organismen "verzehren", verdauen und die Abbauprodukte wieder in den Naturkreislauf zurück führen. Dazu gehören viele Bakterien, Pilze, Einzeller, viele Krebstiere (Asseln), auch einige Milben und viele Klein- und Kleinstinsekten.
Leider halten sich nicht alle diese Organismen an die Lehrbücher, und so können manche Milben, die "eigentlich" Destruenten sind, sich auch an scheinbar leblos herumliegenden Ameisenlarven und -puppen vergreifen.

Wie gesagt, selbst Fachleute können das im Einzelfall oft nicht entscheiden, wie sich eine bestimmte Milbenart nun verhält. Deshalb plädiere auch ich immer wieder dafür, sie lieber zu vernichten, als größere Risiken einzugehen. Deshalb empfehle ich auch, Futtertiere zu überbrühen, um möglichst gleich gar keine Milben in die Formikarien einzuschleppen.

mfG,
Earlant

Ulrich_W: (24. Nov 2006 23:44)

Na ja,

jedesmal das Gleiche, habt ihr eigentlich Angst davor, dass jemand seine Milben erfolgreich bekämpft und euch dummerweise klar macht, dass Ihr eure Ameisen vielleicht nutzloserweise abgekocht habt?

@delirum: In deinem Fall ist deine Vorgehensweise natürlich richtig, wenn eine Behandlung keine Aussicht auf Erfolg hat, dann handle ich ebenfalls so.
Was ich eigentlich bemängeln wollte, war, dass man, wenn man als Anfänger die Randbedingungen nicht kennt, nur zum Schluß kommen kann man müsse die Ameisen bei Milbenbefall immer töten!?
Und das ist doch wohl absurd!

@earlant: Das sich ein Zoologe oder Entomologe bei der Bestimmung bzw Unterscheidung schon schwer tut ist genau das Problem! Denn wie soll das ein Laie, ohne Übung, der zum erstenmal einen Milbenverdacht in seinem Formikarium hat tun?
Sie raten in diesem Forum Hobby-Myrmekologen beim kleinsten Milbenverdacht alles zu überbrühen, obwohl die meisten wahrscheinlich noch nie was von Springschwänzen gehört haben und diese dann erst recht nicht richtig einordnen können!

Die Unterscheidung oder Bestimmung der Art ist aber auch nicht das vorrangige Kriterium und erforderlich um Milben oder anderem Getier Herr zu werden. Allein die Beobachtung über einen kurzen Zeitraum ist erforderlich um den Einfluß der Milben auf die Kolonie oder einzelne Ameisen zu erkennen und natürlich auch Änderungen durch Umwelteinflüsse!
Delirium hat dies ja ebenfalls getan, nur sollte man diese Tatsachen und Vorgehensweisen einem Anfänger auch mitteilen bevor er seine ganze Kolonie vernichtet oder?


Auf die verscheidenen Behandlungsmethoden, die ja teilweise auch schon Erfolge gezeigt haben will ich hier erst gar nicht mehr eingehen, aber auf das Übertragungsrisiko. Zum Einen lässt sich das Übertragungsrisiko durch gezielte räumliche Trennung so gut wie ausschließen, zumindest auf ein Maß, dem jede Ameisenkolonie ausgesetzt ist, wenn sie noch keinen Befall hat.
Zum Anderen ist es doch meistens so, dass wenn man erst bei einer Kolonie Befall entdeckt, haben es die anderen Kolonien eh schon, also macht ein paar Tage beobachten auch nichts mehr aus!

Also Aufklärung und nicht gleich zum Abschlachten raten! :wink:

Gruß

Ulrich

HeldGoP: (25. Nov 2006 00:20)

weiß jemand wie das mit parasiten und metamorphose ist? kann man sich sicher sein das fliegen, die man als puppen/larven erwirbt, frei von parasiten sind?

mfg

Bud Spencer: (25. Nov 2006 01:36)

Das kann man nie zu 100 % sagen, da neben den adulten Tieren immer auch Eier oder andere Stadien geben könnte, die nicht ohne weiteres zu sehen oder zu identifizieren sind. Diesem Problem kann man nur dadurch entgehen, indem man eigene Futtertiere gewissenhaft großzieht und diese somit auch über einen längeren Zeitraum beobachten kann.
Aber wie gesagt, eine 100 %ige Sicherheit gibt es nicht, solange man Futtertiere nicht überbrüht.


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