Im Kölner Stadtanzeiger erschien heute der folgende Artikel. Erinnert stark an den Herrn mit den Flughunden, der kürzlich über seine Acromyrmex berichtet hatte.
mfG, A. Buschinger
http://www.ksta.de/html/artikel/1154434412791.shtml
Kahlfraß durch tropische Ameisen
VON ALEXANDRA KLAUS, 02.08.06, 07:13h
Die tropischen Insekten hat der Gärtner selbst identifiziert und die Befürchtungen bestätigt.
Druckfassung
Köln - Die Wildrosen waren als Erste dran. Fein säuberlich waren die Blätter vom äußeren Rand her abgesäbelt. Karl Ditz musste nicht warten, bis auch die Fuchsien und der Hibiskus in seinem Garten kahlgefressen waren, um die für den Schaden verantwortlichen Übeltäter zu entdecken: Schon bald sah der pensionierte Landschaftsgärtnermeister regelrechte Straßen ungewöhnlich großer, kräftiger Ameisen durch seine Grünanlage ziehen. „Es waren schwarze Karawanen, die vormittags und in den Abendstunden das abgefressene Grün und Blütenreste wegtransportierten“, erinnert sich Ditz an die Anfänge der Plage zur Osterzeit.
Zunächst versuchte Ditz, die Insekten mit herkömmlichen Mitteln zu bekämpfen. Erfolglos: „Die torkelten zwar zunächst ein wenig, liefen dann aber unbeeindruckt weiter.“ Seine Tochter Sabine Ditz, als Biologielaborantin ebenfalls an dem ungewöhnlichen Fund interessiert, ergänzt: „Die Ameisen sind sehr raffiniert: Wann immer wir Bekämpfungsmittel auslegten, suchten sie sich neue Wege.“ Der Kölner und seine Tochter begannen daraufhin, Nachforschungen anzustellen, recherchierten im Internet und brachten schließlich ein Gefäß mit den Ameisen zum Kölner Zoo. Die Experten dort waren erstaunt und bestätigten, dass es sich um Blattschneiderameisen handeln müsse, die zwar im Kölner Zoo ebenfalls gehalten werden, aber in Europa in freier Natur nicht vorkommen.
Ditz kann sich die Herkunft erklären: Ein Nachbar, dessen Haus direkt an seines angrenzt, sei schon mehrfach dadurch aufgefallen, dass er tropische Tiere halte. Zum Nachbargrundstück führten auch die Ameisenstraßen. „Im Internet werden diese Ameisen hoch gehandelt“, hat seine Tochter recherchiert. Als sich jüngst auch Anwohner umliegender Grundstücke über die Ameisen beschwerten, verständigte Ditz den Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn.
„Wir haben sofort zwei Mitarbeiter nach Holweide geschickt, damit sie sich den Garten ansehen, und sie waren sehr bestürzt über den enormen Schaden“, bestätigt Dr. Reiner Schrage, Fachbereichsleiter Pflanzengesundheitsdienst, auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Einige Exemplare seien bereits in seinem Amt bestimmt und als Blattschneiderameise „Atta cephalotes“ identifiziert worden, die in Südamerika vorkommt. Obwohl Experten der Kammer zu „99,9 Prozent“ sicher sind, sollen Fachleute des Bonner Museums Koenig den Fund nun nochmals bestimmen.
„Wir sind alarmiert, denn diese Ameisen haben in unseren Gefilden überhaupt nichts zu suchen“, sagt Schrage. Die kräftig gebaute Insektenart - Soldaten können bis zu 23 Millimeter groß werden, Königinnen bis zu 35 Millimeter - könne sich explosionsartig vermehren und riesige Kolonien von mehreren Millionen Exemplaren bilden. Der Schaden durch abgefressene Pflanzen, aber auch die Ausbreitung einer nichtheimischen Art werde von Fachleuten sehr kritisch beurteilt. Weil nicht ausgeschlossen sei, dass die Ameisen in Wohnräumen überwintern, sei inzwischen das Kölner Amt für Umwelt und Verbraucherschutz informiert worden.
Die Bekämpfung ist laut Schrage „außerordentlich schwierig“. Es müssten aber bald Maßnahmen ergriffen werden, die alle betroffenen Gärten einbeziehen - auch das Grundstück, von dem vermutet wird, dass sich dort das Nest befindet. „Wir gehen davon aus, dass die Ameisen von dem Nachbargrundstück kommen, wo sie gezüchtet worden sind“, bestätigt Schrage die Vermutung Ditz'. Schließlich führten die Ameisenstraßen dorthin. Gestützt wird diese Annahme durch die Aussage der amtlichen Tierärztin des Veterinäramtes Köln, Dr. Claudia Behlert: Sie bestätigt, dass sie bereits zweimal vor Ort war, weil der Nachbar Reptilien hielt und sie nachprüfen wollte, ob er auch damit handelte. Hinweise auf Handel habe sie nicht gefunden, aber es sei durchaus denkbar, dass die Ameisen von dort kämen.
Jedenfalls sei nahezu ausgeschlossen, dass die Insekten „zufällig“ aus Südamerika eingeschleppt worden seien. „Da hat jemand gezüchtet, und wir gehen davon aus, dass die Ameisen nicht artgerecht gehalten wurden und dem Züchter »abgehauen« sind.“ In biologischer Hinsicht seien die Ameisen sehr interessant, weshalb sie tatsächlich „Sammlerwert“ hätten. So fressen sie beispielsweise die abgeschnittenen Blätter nicht etwa, sondern häufen diese unter der Erde zu einer Art Komposthaufen. Auf diesem Haufen wächst ein Pilz, von dem sich die Ameisen ernähren. „Aber die Züchter und Sammler unterschätzen völlig, was sie für einen Schaden anrichten können“, sagt Schrage.
Oh man... irgendwie war es klar das da soetwas passiert...
Der "Halter" der dafür verantwortlich ist wird wohl mit einer saftigen Strafe rechnen müssen, dazu werden dann wohl noch die enormen Kosten kommen, die für die Beseitigung gebraucht werden, denn so ein Atta-Nest kann sich ja über große Flächen erstrecken. Dann gehen sie auch noch einige Meter in die Tiefe, da wird dann wohl das ein oder andere Grundstück dran glauben müssen, denn ich denke nicht, dass sich die Ameisen an Grundstücksgrenzen gehalten haben.
Was aber noch viel schlimmer ist: Wenn es der Halter ist, über/mit den/dem hier schon einmal diskutiert wurde/haben, dann gibt es da noch ein sehr viel größeres Problem: Er hat berichtet, dass es bereits Geschlechtstiere gegeben hat. Angenommen, diese würden sich in Wohnungen einnisten, oder in Innenhöfen, wo es wärmer ist oder irgendwie sonst überleben, dann ist es möglich, dass sie weitere Kolonien gründen und diese wären dann wiederum schnell geschlechtsreif... Auch wenn ich mich freuen würde, wenn ich eine Atta-Königin vor meiner Haustür finde, es wäre mir lieber, wenn mir das weiterhin nur in Südamerika passieren kann.
MfG Jan
ich frage mich übrigens, wer im museum könig tropische ameisen bestimmen kann!?
also meines wissens niemand ...
Die haben doch selbst ne Atta-Kolonie zur Ausstellung, also warum sollte da keiner sein
der sich damit auskennt?
Traurig ist das. Aber typisch und ich hab' gewußt, dass das irgendwann passiert.
Da halten irgendwelche Typen Atta, die weder Ahnung von den Tieren haben (hätten sie auch nur ein wenig Ahnung, dann wär's soweit nicht gekommen), noch die lateinische Bezeichnung der Art auch nur buchstabieren können. Aber es muss ja Atta sein. Dass die so ziemlich allen Haltern ruck-zuck im wahrsten Sinne des Wortes über den Kopf hinaus wachsen, wissen sie immer erst wenn's zu spät ist.
Könnte mir gut vorstellen, dass der Halter im Urlaub ist, und die Tiere sich 'nen Weg ins Freie gebahnt haben.
Ich hab' schon öfter bemängelt, dass bestimmte Arten nur ausgewählten Personen oder Instituten zugänglich gemacht werden sollten. Diese Tiere sind so interessant, dass sie jeden Hinz und Kunz anziehen. Und man sieht ja, was dann passiert. Da man aber nie weiß, an wen man eine Art verkauft, würde ich da grundsätzlich von absehen. Das wird einfach zu sehr zur Mode solche Tiere zu halten. Und Moden werden gerne von jederman übernommen, einfach weil's cool ist.
Scheiße ist das, vorallem auch deshalb, weil nun wieder mal alle Ameisenhalter in einen Topf geworfen werden, sollte eine Diskussion über diesen Vorfall losbrennen.
Gruss.
joooo jooo Gaster enorme kosten für die Beseitigung, Meter tief im Boden..
bitte keine Propaganda machen. Der Bericht ist übelst schlecht. Auch ich kann es nicht nachvollziehen Atta bilden deutliche Straßen jo er sieht es aber nicht.... Man könnte fast meinen das ist alles ein Fake. Selbst wenn sie ach so tief im Boden sind, einfach mit einer Flüssigkeit auffüllen und vorbei ist es...
Mit der Diskussion hab ich keine Probleme es ist doch ok... es zeigt wieder auf das man sie sicher Halten sollte...
Wenn ich überlege was schon an anderen Reptilien da draußen rumläuft, die teilweise Gefährlich werden können besonders für Erlergiker
Ich bin auch Stefans Meinung sind sicher unbeabsichtigt abgehauen....
museum könig hat atta? irgendwie bin ich net mehr aufm laufenden ...
aber selbst wenn - seit wann befähigt es einen atta halter zu einem ameisenspezialisten zu werden ...
kann ein atta halter automatisch auch andere blattschneiderarten erkennen? also der liebe pfleger ausm kölner zoo kann es bestimmt net (will hier mal lieber keine namen nennen) ...
aber habe mittlerweile rausgefunden, wer der halter ist ... aber will lieber keine namen nennen.
hört sich wirklich alles schwer nach einer stadtanzeiger- ente an! und wer den stadtanzeiger kennt, der weiss, dass es davon so einige gibt!
ich habe bisher noch in keinem artikel, bei dem ich selbst über hintergrundinfos verfügte eine korrekte darstellungsweise im ksta gefunden.
also wenn man dem halter glauben schenken kann, dann laufen da nur noch wenige blattschneiders rum (ja klar, der halter ist ne pfeife! sorry dass ich das hier so sagen muss. man lässt keine exotischen ameisen entkommen). der rest ist tot. und die kolonie war auch nie so gross, dass man von "strassen" hätte reden können.
und schäden im garten kann man auch keine wahrnehmen ...
ich glaube ehr, dass das ein beispiel dafür ist, dass die tiere hier keinen fuss fassen können und sogar im sommer sterben.
aber bleibe dran und versuche auch noch herrn ditz aufzufinden ... und mir seine sichtweise anzuhören (sehen). spätestens im herbst werden die lustigen tiere dann ja ausm garten wieder woanders hin umsiedeln ... und da wird man sie dann ja auch fangen können.
und kann mal bitte einer von den mods herrn buschingers thema mit meinem mergen ... ist ja nervig, wenn man immer in 2 threads nachlesen muss ...
ach und nun hat sich auch der express zu wort gemeldet:
http://www.express.de/servlet/Satellite?pagename=XP/index&pageid=1004370693460&rubrik=200&artikelid=1150843003946
ich bin ja mal gespannt was morgen in der bildzeitung steht ... wahrscheinlich gibt´s dann laut bild keine bäume mehr in köln ...
lol!
Achso, einfach mit einer Flüssigkeit auffüllen? Ich glaube kaum, dass so alle Gänge und Kammern zerstört bzw. deren Insassen getötet werden. Und wenn man sie einschließt werden sie sich einen anderen Weg nach draußen suchen.
Angenommen, man verschließt einfach alle Ausgänge und die Tiere sterben, dann kann man aber nicht einfach alles darauf beruhen lassen, sie haben dann ja auch Kammern geragen, die bei Atta ja nicht gerade klein sind und die würden dann ja auch mit der Zeit einbrechen und so... Ok, vielleicht waren neorme Kosten übertrieben, aber es wird schon ein großer Aufwand, denn ich denke, das Nest wird freigelegt und zugeschüttet werden müssen.
Aber eigentlich weiß man ja noch garnicht, ob das Nest überhaupt im Garten ist, oder ob die Ameisen nicht einfach aus dem Haus kommen und ihr Nest noch dort drinnen haben.
MfG Jan
warum propagierst du ohne weitere Informationen über die Art zu haben?
Atta haben relativ große Gänge. Obendrein nur eine Queen. Auch das zuschütten? in welchen Dimensionen denkst du? Da sitzt keine 1 Mille Kolonie im Boden. Auch weiß keiner ob die sich nicht bei ihm daheim befinden... Also es ist nicht lesbar....
das ist alles so "strunz" sorry aber jeder Blinde sieht wo hin die atta die vielen Blätter tragen, trotzdem das Rätsel Rate in der Zeitung... Seriös ist das Blatt SEHR sicher nicht
Ach ja und ich hab 2 Atta Kolonien daheim, so wiederstandsfähig wie dort beschrieben sind sie sicher nicht....
ihr habt auch gemerkt, dass es noch ein zweites thread zu diesem thema gibt ...? denn ich hatte da noch nen paar infos geschickt ...
hoffentlich wird das mal zusammengefügt.