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Affe: sind meine Ameisen blöd? (13. Jul 2006 17:07)

hi,

also irgendwie versteh ich das nicht. wenn ich honig, bzw zuckerwasser usw. in die kleine Schale mache, "schütten" meine ameisen den tropfen immer mit sand bzw. mit kleinen steinchen zu. ich muss also min. 1x am tag die schale waschen und neuen honig rein machen.

das ist doch nicht normal, oda? wenn doch, warum machen die das? :?

Marco Ricciardi: (13. Jul 2006 17:17)

Hallo Affe!

Das ist ganz normal!
Sehr viele Ameisenarten bedecken klebrige, bzw. nasse Stellen mit Steinchen oder auch sogar toten Artgenossinen zu, um ein eventuelles "festkleben" oder ertrinken zu vermeiden!!!

Versuch es mit einem Stück Watte getränkt mit einer Zucker-Honig/Wassermischung in einer kleinen Schale...

uta: (13. Jul 2006 17:30)

Hallo Affe,

wie Marco Ricciardi schon richtig schrieb, ist das ein völlig normales Verhalten bei den Ameisen. Das ist ein Schutzverhalten vor Fressfeinden. Dies Verhalten kommt oft vor und ist kein Grund zur Beunruhigung.

Gruss

Sahal: (14. Jul 2006 03:07)

Hi und Hallo,

Das ist ein Schutzverhalten vor Fressfeinden
Genau, die kleben sich fest und können dann nicht mehr aufgepickt werden :-)
(Sorry Uta, konnte ich mir nicht verkneifen...)

Nach meinem Wissen ist dieses Verhalten im Schutz/Verbergen der Futterquelle zu suchen... die Ameisen "verstecken" es so vor Nahrungskonkurenten.
In der Natur stehen die Ameisen oft in Nahrungskonkurrenz zu anderen Tieren/Kolonien und versuchen so eine Futterquelle, die sie nicht sofort ausbeuten können, zu verstecken/tarnen und somit das Futter für eine spätere Ausbeute der Kolonie zu erhalten.

Andere Quellen sprechen, wie oben geschrieben, von einem Schutzverhalten, um nicht selbst festzukleben oder zu ertrinken. Wobei ich mich mit dieser Erklärung irgendwie nicht recht anfreunden kann...

Das Thema wurde vor ein paar Tagen schon behandelt... http://www.antstore.net/viewtopic.php?t=4059

earlant: (14. Jul 2006 08:44)

Hallo Sahal,

Andere Quellen sprechen, wie oben geschrieben, von einem Schutzverhalten, um nicht selbst festzukleben oder zu ertrinken
Im Obstanbau verwendet man ja Leimringe um das Hochklettern der Weibchen vom Frostspanner zu verhindern. Der Leim ist sicher keine Futterquelle für Ameisen. Dennoch bauen Lasius niger "Brücken" aus festgeklebten Erdbröckchen usw. über den Leimstreifen.

Es muss dahingestellt bleiben, ob hier irgendeine "Absicht" der Ameisen dahintersteht, also ein angeborenes Programm, solche "Gefahrenstellen" zu entschärfen.

Eine alternative Erklärung wäre, dass die Ameisen ja oft etwas umhertragen, Erde (für Blattlauspavillons), Futterbröckchen usw.. Solche "Lasten" werden unterwegs immer mal wieder kurz auf den Boden aufgesetzt. Kommt die Ameise an eine klebrige Stelle, bleibt die Last plötzlich fest kleben. Sie wird versuchen, das Bröckchen wieder frei zu bekommen, gibt dann auf (oder bleibt sogar selbst kleben). Eine andere Ameise kommt, läuft bis auf das erste Bröckchen, dann bleibt ihre Last auch hängen. Und so weiter. Im Formikarium tragen die Ameisen (in etwas größeren Kolonien) dauernd etwas herum und unter den beengten Verhältnissen treffen auch viele innerhalb kurzer Zeit auf die Klebstelle, was das rasche "Zuschütten" erklären würde.

Eigentlich sollte man das mit etwas Geduld sogar direkt beobachten können.
Falls es jemand beobachten will: Im Freiland muss man nahe herangehen. Die Atemluft kann das Verhalten der Ameisen stören, oder auch, wenn man plötzlich Schatten auf den Laufweg wirft. Also evtl. ein "Blatt vor den Mund" und die Nase nehmen. Hinter der Formikariumsscheibe sollte es leichter sein. Ein Hinweis auf "beabsichtigte" Abdeckung wäre es, wenn man eine Ameise sieht, die ohne Last an den Klebstoff (z.B. Honig) kommt, dann weggeht und in der Nähe ein Bröckchen Sand o. dgl. aufnimmt, zurück zu der Klebstelle läuft und das Bröckchen darauf absetzt. Das Ganze eventuell wiederholt.

Wäre gespannt auf einschlägige Beobachtungen!

Moglie: (14. Jul 2006 10:46)

Ein Hinweis auf "beabsichtigte" Abdeckung wäre es, wenn man eine Ameise sieht, die ohne Last an den Klebstoff (z.B. Honig) kommt, dann weggeht und in der Nähe ein Bröckchen Sand o. dgl. aufnimmt, zurück zu der Klebstelle läuft und das Bröckchen darauf absetzt. Das Ganze eventuell wiederholt.


Dieses Verhalten konnte ich schon des öfteren bei meinen Myrmecia beobachten, es kann dann schon mal vorkommen, dass eine einzelne Ameise den ganzen „Futternapf“ mit Erde auffüllt, bis das Zuckerwasser überläuft. Leider konnte ich bei diesem Verhalten nicht wirklich ein System entdecken, da meist nur ein bisschen Erde in den Napf geworfen wird (seltener nicht oder sehr viel), obwohl die äußeren Bedingungen scheinbar gleich sind.

MfG sven

Marco Ricciardi: (14. Jul 2006 12:24)

Ich habe da"kontrollierte Zuschütten" bei (fast) allen Arten beobachtet, die ich bisher pflegen durfte...Atta, Acromyrmex, Messor, Pheidole, Polyrachis... Auch klebrige oder Nasse Früchte, z.B. Melone, wurden beklebt. Wobei ich oft das Gefühl habe, dass den Tieren mehr daran gelegen ist diese zu bekleben als an ihnen zu naschen...

Meine Polyrachis dive-Kolo z.B. nutzt ausschließlich ihren Wassernapf als letzte Ruhestätte ihrer toten Artgenossinnen!!!

PoWa: (14. Jul 2006 12:39)

Sicher, dass die nicht dadrin ertrunken sind?

Obwohl dann müßten auch woanders Kadaver liegen.

Marco Ricciardi: (14. Jul 2006 13:06)

Die sind da nicht ertrunken.
Ich kann selbst beobachten, wie sie dort hineingetragen werden. Der Napf ist ausserdem noch mit Hydro-Steinen gefüllt. Sozusagen als "Rettungsbojen"...

TheSummiter: (14. Jul 2006 14:15)

Hi,

auch ich konnte schon oft beobachten wie meine Pheidologeton diversus verschiedenes Futter mit Sand und ähnlichem zukleistern. Z.B. Heimchen die ich zerteilt hatte wurden eigentlich immer als erstes zugekleistert und dann nach einiger Zeit komplett abtransportiert.
Naja, also wenn so viele das gleiche hier berichten muß man davon ausgehen das das nicht wirklich so zufällig sein kann, dass sie mit Sandkörnern rumrennen und die dann ausversehen an dieser Stelle "vergessen" :-)

Also soweit so gut, ich vermute auch das sie dadurch die Flüssigkeit binden wollen, um sie so leichter "in fester Form" transportieren zu können.


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