Hallo,
Der Milbenbefall ist in den letzten Wochen stark zurückgegangen, Milben kann ich nur noch wenige erkennen, befallene Tiere sind schon länger nicht aufgetaucht. Die Kolonie hat sich nicht zu einem Umzug bewegen lassen, und ich wollte sie nicht unnötig dazu "zwangsanimieren". Zwar habe ich viele befallene Tiere entfernt, doch der Zustand der Kolonie scheint stabil, Brut ist viel vorhanden und die größeren Tiere scheinen gut genährt. Den Rückgang der Milben führe ich hauptsächlich auf die Veränderung der Feuchtigkeit und der Temperatur zurück. Nachdem ich einige befallene Tiere testweise UV-Licht ausgesetzt habe, konnte ich einen wahren Exodus der Milben beobachten. Daher habe ich es durchgängig zu der normalen Lampe genutzt, jedoch nicht ohne Abschirmung in den Raum, um unerwünschter Strahlung vorzubeugen. Die Lampe selbst kommt aus dem Terrarienhandel für Reptilien. Ich habe mich deswegen zu dem Einsatz entschlossen, da noch deutlicher als bei Hitze der "Absprung" der Milben zu beobachten war. Ob die Strahlung gefährlich für die Ameisen selbst ist, kann ich nicht beobachten, sicherlich ist ihr Schutz gegen UV-Licht durch Chitin und Cuticula stärker als die dünne Haut der Milben. Da jedoch nur die Arbeiter dem Licht ausgesetzt sind, halte ich die Gefahr für die Kolonie selbst nicht für groß. Optimale klimatische Bedingungen will ich noch nicht wieder einstellen, um wie bei Gabriel ein Zurückkommen der Milben zu verhindern.
Gruß
Necturus
Hallo Necturus,
freut mich, dass du mit deiner Behandlungsmethode Erfolg hast! :D
Mich würden jetzt aber noch interessieren, warum deine Behandlung Erfolg hat, und ob man die Ergebnisse zu einer Behandlungsmethode ausbauen kann?
Kannst du vielleicht den Exodus deines Test ein bisschen beschreiben?
z.B. Dauer, Anzahl der Milben, technische Daten der Lampe etc.
Hast du vielleicht nur die klimatischen Bedingungen in deinem Formicarium verändert, oder sterben die Milben an Überhitzung durch die UV-Lampe?
Gruß
Ulrich
Hi Ulrich,
Danke ! :) Ich glaube der Rückgang lässt sich nur auf mehrere Faktoren zurückfügen. Trockenheit setzt Milben sehr zu, leider den Ameisen nicht minder. Ich habe das Becken zuerst durch Wärme "trockengelegt" und Wasser nur unmittelbar über der Nestkammer zugegeben und einen zweiten Zugang zum Nest, den ich als Erweiterungsmöglichkeit gelassen hatte, geöffnet. Ein Reagenzglas dient in der Arena als Wassertank, ich habe es regelmäßig gesäubert um den Milben dort keinen Rückzugsort zu geben. An toten Arbeitern und organischen Resten habe ich auch Milben gefunden, weswegen ich den Friedhof geleert habe. Anfangs waren die Milben außerhalb des Ytongsteins nur auf Ameisen zu finden, nachdem der Stein langsam trocknete sind sie nach und nach geflohen. Was ich als Exodus bezeichnete waren mehrere hundert Milben an der Scheibe außerhalb des Nestes, die ich mit Alkohol und einem Tuch entfernt habe. Inzwischen kann ich innerhalb des Nestes keine Milben mehr erkennen, aber ich traue der ganzen Sache noch nicht ;) Die UV-Lampe ist von Sylvana, Lynx CFS, 9W. Wärme produziert sie kaum.
In einer mehrfach übersetzten und daher schwer verständlichen e-Mail habe ich als Vorschlag gelesen, die Kolonie in ein Reagenzglas zu setzen und dieses über eine mit Talkum/Alkohol-Gemisch (Wobei der Alkohol wohl verdunsten soll, daher >90 % ) bestrichene Röhre mit einem Zweiten zu verbinden. Das "unbesetzte" Reagenzglas wird mit Alufolie abgedeckt, das bewohnte Reagenzglas sowie die Röhre UV-Licht ausgesetzt. Die dünne Talkumschicht soll ein Passieren der Milben "zu Fuß" verhindern, angeblich vertrocknen sie auf dem Untergrund. Es wurde eine Mindestlänge der Röhre von 10cm vorgeschlagen. Da ich die Kolonie nicht ausgraben wollte und der Befall nicht zu heftig schien, habe ich diese Option verworfen. Auch bin ich mir über den Effekt von UV-Strahlung auf Brut und Königinnen nicht sicher.
Gruß,
Necturus
Hallo,
Mehrere Wochen lang habe ich nun keine Milben mehr gesehen. Auch nachdem ich die Feuchtigkeit wieder erhöht habe, konnte ich bisher keine Rückkehr der Milben beobachten. Ich hoffe das Problem im Griff zu haben und bin froh, nicht zu kochendem Wasser gegriffen zu haben.
Gruß,
Necturus
@ The Summiter:
Zu Ihrem post vom 24. Sept. 06, Bild mit Milben, kann ich nur sagen, dass diese Milben recht exakt so aussehen, wie die seinerzeit in meinen Ameisenzuchten. Ob sie identisch sind, lässt sich nach Bildern nicht sagen, und selbst mit Tiermaterial wäre die Bestimmung für einen Laien (auch für mich!) unmöglich.
In unseren Objektträger-Nestchen konnten wir unter dem Binokular beobachten, dass diese ("unsere") Milben sich in Massen an den Futterresten aufhielten. ABER: Sie sind auch in die Nestkammern eingedrungen und haben dort "gezielt" Ameisenpuppen ausgesaugt. An den Ameisen selbst saßen sie praktisch nie, oder allenfalls sehr kurzfristig. Auch Larven haben sie anscheinend nicht befallen. Ob sie Ameisen-Eier ausgesaugt haben, kann ich nicht sagen.
Absammeln der Milben (z.B. mit den Futterresten) brachte auch in unseren sehr übersichtlichen Formikarien keine wesentliche Entlastung. Die Milben deponierten ihre Eier (winzig, weiß, aber unter dem Bino gut sichtbar) in kleinsten Spalten oder Vertiefungen im Gipsboden, unter der herausnehmbaren Nestkammer, an Stellen, wo sie für die Ameisen unerreichbar waren. Wir haben die meisten Milben und Eier bei der Fütterung (alle 2 Tage) durch simples Zerquetschen mit einem Spatel vernichtet.
Befallene Puppen werden in der Regel völlig ausgehöhlt und von den Ameisen schließlich als Müll herausgetragen. Sie sollten also mal darauf achten, ob sich auf dem Müll z. B. Köpfe von Ameisenpuppen finden lassen: Darin sahen wir oft ein paar Milben (auch schon, als die Puppen noch im Nest lagen; sie sind also nicht erst über die Leichen im Abfall hergefallen).
Ich kann also nur empfehlen, mal im Müll Ihrer Ameisen nach Leichenteilen von Puppen zu schauen. - Ich glaube nicht daran, dass es "Futtermilben" gibt, die sich ausschließlich von Futterresten ernähren und unbewegliche Entwicklungsstadien der Ameisen verschonen!
"Glauben heißt nicht Wissen", wie man so schön sagt. Aber woher wollen diejenigen das Wissen haben, die "nützliche Milben" anpreisen???
MfG,
Earlant
Hallo,
als Update sowohl eine gute wie auch eine schlechte Neuigkeit. Die gute ist, dass ich seit meinem letzten Eintrag hier vor knapp 6 wochen keine befallen Tiere oder Milben finden konnte. Die schlechte Neuigkeit ist,das sich andere Mitbewohner eingefunden haben, etwas länglicher und weiss. Diese sitzen jedoch weder auf den Ameisen noch auf der Brut. Ich werde vorerst die UV-Lampe wieder in Betrieb nehmen und deren Vermehrung beobachten.
Gruß,
Necturus
Was heisst vor kurzem, seit ein paar Tagen? Möglicherweise sind es Maden von z.B. Fruchtfliegen oder anderen Futtertieren etc. ?
Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Bekämpfung, wies scheint hast du die Milben ja in den Griff bekommen :)
Wenigstens mal jemand der sich erfolgreich dem Kampf stellen konnte :)
Viele versuchen ja gar nicht erst die Milben zu bekämpfen....
Hallo zusammen,
@Necturus
Sind vielleicht Staubläuse! Diese tummeln sich bei mir ab und zu auch, wenn ich vergessen hab die Futterreste zu entfernen!
Hier mal ein Bild zum Vergleich, es wurde mit der Digitalkamera durchs Mikroskop mit 20facher Vergrößerung aufgenommen!
Sie sind zwar lästig und unangenehm, sollten aber deinen Ameisen nicht schaden, da sie sich hauptsächlich von Futterresten und den darauf befindlichen Schimmelpilzen ernähren.
Wenn man die Futterreste und die Läuse entfernt, ist das Problem meist schon erledigt.
Mit blossem Auge und auch unter der Lupe kann man höchstens erkennen, dass es keine Milben sind. Sie werden nur ca 1,6mm groß.
edit: Von der Theorie her könnten sie sogar unter die Beutetiere der Ameisen fallen?
Gruß
Ulrich
Hallo Martin, hallo Halter,
von MainMan erhielt ich den Tipp, mal Zeitungspapier zu verwenden, denn ein befreundeter Futtertierhalter hat damit gute Erfahrungen gemacht.
Ist sicherlich schwer zu glauben, dass die Druckerschwärze da hilft, aber ich habe es getestet und es gibt Anlass dafür, dass es wirkt!
Zumnidest scheint es so, dass die Milben darauf reagieren.
Würde gerne alle betrofenen Halter bitten, ebenfalls Tests damit durchzuführen, soweit möglich.
Wäre schon toll, wenn so ein einfaches Mittel helfen würde.
Falls wer genaueres lesen möchte:
http://antforum.cydreams.de/showpost.php?p=40817&postcount=14