Denkst du, dass dir hier jetzt das Ökosystem Wald erklärt wird?
Nein davon ging ich nicht aus, weil ich denke, dass es auch nicht notwendig ist. Mich interessiert nicht, was die Raupe auf der Buche macht, sondern was in der direkten Umgebung der Ameise verhindert, dass diese durch Milben zu Grunde geht. Ich nehme an, dafür gibt es ein paar Hauptfaktoren und ein Vielzahl von Kleinigkeiten. Die Hauptfaktoren sind jene die mich interessieren.
Du wirst dich mit einem "das ist zu komplex um es zu erklären" zufrieden geben müssen.
Oder aber auch es ist zu komplex, um hier eine angemessen Erklärung zu finden.
Wie willst du all die Millionen Tier- und Pflanzenarten, die Pilze, die Einzeller und was weiß ich was in ein so kleines Formikarium bekommen? Willst du etwa Wildschweine, Hirsche, Mäuse und Pilze hineinsetzen, um an dem Versuch, ein Ökosystem zu schaffen, zu scheitern?
Du tätest gut daran, meine Beiträge gründlicher zu lesen. Ich schrieb, dass es mir darum explizit nicht geht. ;)
Die Ameisen können nicht fliehen und so vermehren sich die Milben, bis sie die Ameisen "erdrücken".
Wie fliehen die Ameisen, wenn die Milben direkt auf Ihnen sitzen? Ansonsten wäre eine Klimaveränderung durchaus denkbar. Wie auch in der Natur müssten die Ameisen dies ja aushalten.
In fast jeder Ameisenkolonie in Freiheit sind Milben zu finden. Diese stören die Ameisen jedoch nicht so stark, da sie sich aufgrund widriger Bedingungen nicht zur Plage entwickeln können.
Das klingt plausibel. Nun steht die Frage, was, außer der Feuchtigkeit, sind diese Bedingungen.
Und doch, Trockenheit hilft in vielen Fällen. Offensichtlich hast du noch nicht gründlich genug gesucht.
Die Beiträge, welche ich bisher dazu gelesen habe stellten die Trockenheit meist nicht in den Vordergrund. Der Tenor war eher:von Handabkratzen und gar nicht erst ranlassen.
Auf die Asseln wirken sich, wie bei den Milben ja auch, noch andere Faktoren als die Ameisen aus. ...
Das hast Du alles richtig festgestellt, jedoch möchte ich halt gerne Wissen, um welche Faktoren es sich hier handelt. Grob betrachtet, vermute ich werden es gar nicht so viele sein. Wie gesagt, vielleicht ist es wirklich zu komplex, aber dass möchte ich mir selbst begründen und nicht nur annehmen, weil es jeder so sagt. ;)
was in der direkten Umgebung der Ameise verhindert, dass diese durch Blattläuse zu Grunde geht
Ameisen die durch Blattläuse zu Grunde gehen? Das wäre mir neu.
Die Bedingungen sind die Temperatur und die Feuchtigkeit. Mehr brauchen Milben nicht, außer natürlich noch was zu Futtern (Ameisen). Mein Becken war feucht und warm, da kamen die Milben. Hab dann alles trocknen lassen und öfters mal über mehrere Stunden das ganze auf 10 Grad runterkühlen lassen und die Milben sind fast alle verschwunden. Den Ameisen hat das nix ausgemacht.
Und so schnell gehen Ameisen an Milben auch nicht kaputt. Nicht alle Milbenarten sind schädlich. Und vereinzelt welche auf ein paar Ameisen bringt diese noch lange nicht um.
Du hypest das ganze Thema etwas zu sehr. Soviel steckt da gar nicht dahinter und so problematisch ist das ganze überhaupt nicht.
Manche Sachen wirst du einfach nie in ihrer Gesamtheit verstehen können. Da musst du dich wohl mit abfinden ;)
Du hypest das ganze Thema etwas zu sehr. Soviel steckt da gar nicht dahinter und so problematisch ist das ganze überhaupt nicht.
OK, das mag sein, ich hatte bloß von der Anzahl der Diskussionen im forum auf ein größreres Problem geschlossen. Immerhin lehnt die Mehrzahl das Füttern mit lebenden Opfern genau wegen dieser Milbengefahr ab.
Manche Sachen wirst du einfach nie in ihrer Gesamtheit verstehen können. Da musst du dich wohl mit abfinden ;)
Richtig, aber das will ich ja auch gar nicht. Ich möchte einen Teilbereich verstehen (Statistik lernt man im Studium auch, um sie anzuwenden und dabei versteht man nicht im indestens den gesamten Kontext).
Die wichtigsten Gründe warum sich Milben in einem Formicarium wesentlich fataler auswirken als in der freien Natur wurden ja schon genannt: fehlende Fressfeinde/Krankheiten usw... sowie die tatsache das Milben und Ameisen in einem Glaskasten auf engstem raum zusammengepfercht leben müssen.
Genauso wie man einen Hecht zusammen mit Friedfischen nicht in einem kleinen Gartenteich halten kann (der Hecht würde den Teich leer fressen) genauso können Ameisen und Milben nicht auf engstem Raum coexistieren.
Ersteinmal folgender Link: http://www.antstore.net/viewtopic.php?t=6213
Natürlich ist es am besten, das Auftreten von Milben zu vermeiden. Wenn es aber einmal zu einem Befall gekommen ist, muss man nicht gleich aufgeben.
"Mich interessiert nicht, was die Raupe auf der Buche macht, sondern was in der direkten Umgebung der Ameise verhindert, dass diese durch Milben zu Grunde geht."
Und das ist es eben - darauf kommt es an. Um es mal etwas, aber auch nur etwas anschaulich zu machen: Die Raupe ist nicht da, der Vogel kann die Raupe nicht fressen, der Vogel kann keinen Kot abgeben, die Ameisen können keinen Vogelkot mit dem darin befindlichen Stickstoff eintragen.
Viele Arten sind darauf angewiesen. Die Raupe spielt also doch eine wesendliche Rolle.
Faktoren, die verhindern, dass die Ameise an Milben stirbt, sind vor allem die nicht lebenden. Es sind Dinge wie Temperatur, Feuchtigkeit und Lichtmenge.
Welches dieser Dinge in welchem Maße gegeben sein muss, kann ich dir jedoch nicht sagen. Sollte jemand dazu in der Lage sein, möge er das hier doch bitte mitteilen.
"Du tätest gut daran, meine Beiträge gründlicher zu lesen. Ich schrieb, dass es mir darum explizit nicht geht."
Das hast du leider erst in dem Beitrag geschrieben, in dem du mich zitierst - hatte also bisher noch gar keine Antwortmöglichkeit.
Trotzdem würde ich wieder genauso antworten. Man kann sich in diesem Fall nicht auf die direkte Umgebung der Ameise beschränken. Man muss das gesamte Ökosystem betrachten. Ein Ameisennest ist schließlich keine Glaskugel, die vergraben im Waldboden liegt.
"Wie fliehen die Ameisen, wenn die Milben direkt auf Ihnen sitzen?"
Sie fliehen nicht vor den Milben, sondern vor den Bedingungen, die die Vermehrungsrate der Milben erhöhen.
Zu den Asseln: Mit denen kenne ich mich nicht aus und könnte nur wiedergeben, was ich in Foren gelesen habe. Darauf möchte ich aber keine Erklärung aufbauen.
Klar ist jedoch, dass Asseln auch Fressfeinde haben. Ich meine in einer Doktorarbeit gelesen zu haben, dass sie sich nur im Jugendstadium in Ameisennestern aufhalten.
LG Jan
Die wichtigsten Gründe warum sich Milben in einem Formicarium wesentlich fataler auswirken als in der freien Natur wurden ja schon genannt: fehlende Fressfeinde/Krankheiten usw...
Sind das hauptsächlich Asseln? Was für Krankheiten?
...sowie die tatsache das Milben und Ameisen in einem Glaskasten auf engstem raum zusammengepfercht leben müssen.
Hm, dass Argument erscheint mir nicht plausibel. Es ist ja nicht so, dass die Milben den Ameisen in der freien Natur aus dem Weg gehen würden. Wenn die Ameise erst mal von einer Milbe befallen wurde, hat sie sicher ähnliche Probleme wie die Ameise im Fprmicarium. Wenn man dann noch dafür sorgt, dass die Ameise in gleicher Weisen mglw. sogar unter günstigeren Bedingungen, auf die Milben reagieren kann, sollte Milben wirklich kein großes Problem darstellen (und damit auch die Lebendtierfütterung).
Natürlich ist es am besten, das Auftreten von Milben zu vermeiden. Wenn es aber einmal zu einem Befall gekommen ist, muss man nicht gleich aufgeben.
Hm, das klingt so, als hätte ich das Thema doch nicht zu sehr "gehyped".
Und das ist es eben - darauf kommt es an. Um es mal etwas, aber auch nur etwas anschaulich zu machen: Die Raupe ist nicht da, der Vogel kann die Raupe nicht fressen, der Vogel kann keinen Kot abgeben, die Ameisen können keinen Vogelkot mit dem darin befindlichen Stickstoff eintragen.
Viele Arten sind darauf angewiesen. Die Raupe spielt also doch eine wesendliche Rolle.
Im Gesamtsystem, dass mich im Augenblick aber nicht interessiert. Das Gesamtsystem ohne die Raupe nicht funktioniert/nicht zu erklären ist, leuchtet jedem Kind ein, aber es ist erst einmal nicht relevant, wenn es darum geht einen Ausschnitt zu betrachten. Wie gesagt, ich muss nicht Mathe studieren, um Statistik anwenden zu können.
Faktoren, die verhindern, dass die Ameise an Milben stirbt, sind vor allem die nicht lebenden. Es sind Dinge wie Temperatur, Feuchtigkeit und Lichtmenge.
Gut, das ist eine Aussage. :)
Welches dieser Dinge in welchem Maße gegeben sein muss, kann ich dir jedoch nicht sagen. Sollte jemand dazu in der Lage sein, möge er das hier doch bitte mitteilen.
Genau das wäre hochinteressant.
Wenn man dann noch dafür sorgt, dass die Ameise in gleicher Weisen mglw. sogar unter günstigeren Bedingungen, auf die Milben reagieren kann, sollte Milben wirklich kein großes Problem darstellen (und damit auch die Lebendtierfütterung).
Naja, und wenn nun dieses Ameisen freundliche Klima genau der Grund ist wieso sich auch Milben so rasant vermehren können :-) Immer feuchte Erde, ausreichende Wärme etc. ... teils schaft man es ja die Milben weg zu bekommen wenn man das Klima anpasst und mal ne kleine Trockenzeit simuliert.
Ich denke mal, dass du meinen Beitrag vor dem Verfassen deines neuen noch nicht gelesen hattest, schreibe trotzdem schon mal eine Antwort:
Ich kann dir nicht sagen, was in freier Natur Fressfeinde von Milben sind.
Das Problem ist, dass man nicht weiß, wie weit man die Bedingungen im Formikarium verschlechtern kann, ohne den Ameisen zu schaden.
Bei einem extremen Befall muss man die Bedingungen drastisch verschlechtern. Ob das die Ameisen vertragen weiß man vorher nicht.
In der Natur (ja, ich benutze das Wort gerade andauernd, was soll ich aber sonst schreiben? :-k ) haben Ameisen oft Zweignester. Ein Nest, in dem überwiegend Eier und Larven gelagert werden, ein anderes mit Puppen. In diesen Nestern herrschen unterschiedliche Bedingungen - in dem Nest mit Puppen natürlich trockener.
In Gefangenschaft können die Ameisen oft nur an einer Stelle nisten. Ausweichen ist ausgeschlossen. Das ist vor allem bei Ytong- oder Gipshaltung der Fall. Mit ein Grund, weshalb ich alle Arten in natürlich eingerichteten Becken halte.
Dr.House, Du hast mich falsch verstanden, nicht allgemein günstigeren Bedingungen, sondern günstiger BEdingungen, um die Milben los zu werden. ;)
@Gaster
Kann man die Bedingungen in Ytong nicht schaffen, oder wird es meist nur nicht gemacht? Ich vermute mal aber auch das ist nur ein Teil der Lösung des Problems in der Natur (tolles Wort :lol: ).
PS: Ich kenn den verlinkten Beitrag bereits, aber er beantwortet meine Frage leider nicht.
Was war denn eigentlich nochmal genau deine Frage?
Die im Titel des Themas? Ich denke die Antwort lautet Nein, denn wenn "Ja" wäre es bereits vor 1000en von Jahren passiert und dieses Forum würde nicht existieren!