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Philsen: (8. Mär 2007 04:16)

Ok, vielen Dank für die ausführliche Erklärung. :D

Wie gesagt, ich bin bestimmt niemand der stur
auf seiner - offensichtlich falschen - Meinung behart.
Ich hätte halt vermutet das es gerade andersrum der
Fall wäre. Das wie schon geschrieben, es die Population
eher stärken würde als schwächen. Da ist mir wohl aber
allerdings ein sehr grober Denkfehler unterlaufen.
Und ich bedanke mich nochmals für die Richtigstellung
und die schön anschaulichen Beispiele.

Jetz hab ich noch was zu sagen. Nämlich.....

Herr Buschinger, warum bemühen Sie sich immer wieder
den "Ameisenhaltern" zu erklären das Sie generell nichts
gegen die Ameisenhaltung einzuwenden haben!?

Ich find das halt so schade, weil bei den Leuten wo Sie
das erklären müssen fruchtet das halt scheinbar so gar nicht.
Jeder "normale" Mensch weiß wie man ihre Äußerungen zu be-
werten hat, nämlich das Sie nur etwas gegen unsachgemäße
Haltung einzuwenden haben. Aber scheinbar fühlen sich diese
Personen dann so angeriffen, das sie immer wieder mit diesen
haltlosen Unterstellungen kommen.

Naja ich wollt damit nur sagen, das ich es für vergebene Mühe halte
und jeder der dieser Meinung ist, wahrscheinlich auch bei dieser bleibt.
Und eben wer weiß wie Sie es meinen, es weiß. Also lassen Sie sich nich ärgern ^^ ;)

Schöne Grüße

ripsys: (8. Mär 2007 10:48)

oh, da lernt man ja richtig was! cool!

Aber jetzt trotzdem nochmal zu dem Thema: Ich habe ja soweit alles verstanden. Dass ein Unterschied von Finnland zu Deutschland besteht ist mir auch klar. Aber wie weit würdet ihr denn den Begriff "vor der Haustür" fassen?

Als Beispiel: Ich wohne in der Schweiz und habe Lasius niger bestellt im Antstore. Da fällt der Kälteunterschied eigentlich schonmal weg. Die Nistgelegenheiten sind sicherlich auch ähnlich. Was genau meinst du denn mit "lokalen Verhältnissen" earlant? Es würde mich einfach interessieren was GENAU nun in diesem Fall den Schaden verursacht. Die angesprochenen Parasiten? Fällt mir schwer zu glauben, dass in Germany und der Schweiz so unterschiedliche Bedingungen herrschen.

Also, natürlich werde ich nach diesem Thread meine Ameisen (die ich bald bekomme) und eben deren Jungkönniginnen keinensfalls vom Balkon fliegen lassen. Aber trotzdem bezweifle ich, dass es auf diese Distanz etwas ausmacht. Sollte man wohl eher als allgemeine Regel beachten, oder?

Danke nochmal für den guten Beitrag , das mit den Pandas etc. war schon sehr spannend :)

jofausk: (8. Mär 2007 11:17)

Hi,

@ripsys
auch innerhalb recht geringer Distanzen von wenigen 10 km kommt es in Deutschland schon zu recht beachtlichen Klima-Unterschieden. Nur als Beispiel: Gebirge kalt/Flachland warm, Rheintal überdurchschnittlich warm. ... Wenn man sich die Klimakarten ansieht wird das sehr deutlich.
Auch was Parsiten anbetrifft kann es zu solch räumlich stark begrenzten Erscheinungen kommen. (Abgeschiedene Täler?)
Allgemein gesagt: die Aussage "vor der Haustür" ruhig wörtlich nehmen, dann ist man immer auf der sicheren Seite. Eine genetische Anpassung auf einen ganz spezielle Umweltbedingung sieht man einer Ameise leider nicht an, auch nehme ich nicht an, dass der Großteil der Ameisenhalter hier über die Möglichkeit einer umfangreichen Genomanalyse verfügt.

Berlin (sofern die Ameisen überhaupt daher stammen) -> Schweiz sind 700 km?! Kann mir nciht vorstellen, dass das nichts ausmacht. (Südfinnland sind auch nur 1000 km...)

Ciao, JoFausK.

earlant: (8. Mär 2007 12:29)

Hallo ripsys:

Für die „tolerable“ Entfernung habe ich irgendwann mal so gegen hundert Kilometer genannt. – Aber nur als Faustregel! 100 km zwischen Alpensüdrand und Alpennordrand sind ein riesiger Unterschied im Klima, zwischen Bern und Zürich spielt das sicher kaum eine Rolle.
Es ist schlicht unmöglich, für jede denkbare Kombination von Herkunfts- und Freilassungsort, und für jede Art, genau anzugeben, ob das riskant ist oder nicht.

Es ist Ihnen sicher bekannt, dass alle Arten von Pflanzen und Tieren Verbreitungsgrenzen haben. Gerade heute im Zuge der Klimaerwärmung liest man fast täglich davon, dass die eine oder andere wärmeliebende Art (Bsp. die Blaue Holzbiene) sich „nach Norden ausbreitet“. Auch Parasiten sind Lebewesen, und auch sie haben Verbreitungsgrenzen, die nicht unbedingt mit denen ihrer Wirtsarten übereinstimmen müssen. In aller Regel haben Parasiten ein kleineres Verbreitungsgebiet als die Wirte (umgekehrt geht ja bei einem Parasiten nicht). Aber: Gelangen Parasiten in einen Bereich, in dem ihre Wirtsart nicht vorkommt, dann ist es absolut möglich, dass die Parasiten auf eine andere Wirtsart überspringen. Wie oft das bei Ameisen geschieht, wissen wir nicht.

Parasiten der Honigbiene sind besser untersucht: Die Varroa-Milbe wurde zunächst aus SO_Europa bei uns eingeschleppt und ruiniert die Bienenhaltung in Deutschland, sicher auch in der Schweiz. Der „Kleine Beutenkäfer“ stammt aus Südafrika (bin nicht ganz sicher), bedroht jetzt die Bienenzucht in Nordamerika. Das Aids-Virus lebte in Menschenaffen in Zentralafrika, die daran angepasst sind und nicht daran erkranken. Vermutlich bei der Verarbeitung geschossener Affen zu „Buschfleisch“ gelangte es mit Blut und durch kleine Schnittwunden über die Artgrenzen hinweg auf den Menschen.

Ich will und kann jetzt kein Lehrbuch mit Beispielen füllen. Es muss genügen zu wissen, dass das alles vorkommt. Nur bei Ameisen oder anderen Kleintieren würde eine solche tödliche Erkrankung weniger auffallen als beim Menschen: Kein einziger Mensch hat bei uns den Überblick, wie viele Kolonien pro Quadratkilometer von auch nur einer der in D 111 Arten leben. Der Bestand könnte unbemerkt auf 1 % und weniger sinken!

Wollen wir das riskieren?

Jofausk hat ja auch schon gesagt, dass wir nicht wissen, woher die Ameisen von Antstore in Berlin wirklich stammen, ebenso wenig wie bei Ameisen von irgendeinem der anderen Händler. Damit muss man als verantwortungsbewusster Mensch auf jeden Fall verhindern, dass Ameisen aus der Haltung irgendwann und irgendwie ins Freie gelangen!

mfG, Earlant

ShIeLa: (9. Mär 2007 15:02)

halli hallo,

kann man nach dem schwarmflug die begatteten weibchen nicht einfach

im formicarium lassen. sie werden dann doch von der kolonie abgestoßen

oder nicht? werden sie umgebracht? könnten sie dann nicht als

füttermittel dienen :eat05: (klingt jetzt etwas makaber, ich weiß)? und

was passiert mit den männchen nach dem schwarmflug? alle fragen in

hinblick auf lasius niger..

danke für antworten.. gruß shiela :help:

spetZ: (9. Mär 2007 17:41)

Die männchen sterbe sowieso kurz nach der Begattung der Königinnin. Ob du die könig im formicarium lassen kannst, weiß ich nicht. Aber ich denke mal das sie als Rivalen angesehen werden und somit gefressen werden. Nahrhaftes Futter :wink:

SimGee: (9. Mär 2007 22:46)

@spetZ
es heisst nahRhaft... :grin:

@shiela
dann doch lieber 20er McNuggets.


Hmmm, werden die Jungköniginnen wirklich als Konkurrenz angesehen, und "beseitigt"... das würde mich mal interessieren.

ShIeLa: (12. Mär 2007 13:22)

also SimGee, hab mir am wochenende in anlehnug an unserer

unterhaltung doch tatsächlich ne 20er packung mcnuggets

geholt.. :tongue02: war super, aber das nur so nebenbei. also lasse ich,

wenn es soweit ist alle paarungswillige individuen da wo sie sind und es

regelt sich von selbst oder ist das nur unnötiger aufwand und arbeit für

die kolonie?

lg shiela


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