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holgi: (20. Aug 2006 09:17)

nein, es sind königinnen, 2 graue larven, und ettliche eier, die sind alle neu, doch leider kann ich heute nicht genau nachsehen, sie sind umgezogen, ich habe ein etw 2 cm grosses loch im yton, wo der schlauch zur arena eingeklebt ist, jetzt sitzt das komplette volk in dem loch rund um den schlauch, von aussen kaum einsehbar, ich hoffe die wollen da nicht überwintern, wie mache ich das eigentlich, der yton ist n halben meter lang, den kann ich ja schlecht im kühlschrank überwintern lassen, reicht das, wenn ich sie im winter ins gartenhaus stelle? oder wird es da zu kalt?
danke für die antwort gruß holger

b0unc3r: (20. Aug 2006 10:39)

Hier bitteschön:

Klick mich

Is zwar schon dein Thema aber is ja egal ;) weiß zwar nich warum du dann nochma fragst...

Ansonsten benutz die Suche.

Das Formicarium muss einfach frostgeschützt stehn und dabei gleichzeitig kühl. Die besten Temperaturen weiß ich nicht sicher... benutz einfach nochma die Suche :)

Thx

NuEM: (20. Aug 2006 14:13)

Entschuldigt, wenn ich den Thread ein wenig vom eigentlichen Thema lotse, aber eine Sache interessiert mich schon etwas mehr. Die "vorgezogene" Winterruhe. Da stellt sich mir eine Frage:

Wozu machen die Ameisen das? Das warum ist ja noch nachvollziehbar, aber der "Zweck" ist mir schleierhaft. Bei uns gibt es warme Sommer und kalte, "lange" und "kurze". Heißer Sonnenschein bis Ende Oktober, und kühle Nieselregen-Tage ab August. Jedes Jahr anders.

Wozu sollten die Ameisen auf einen langen Sommer verzichten, und vorzeitig "ins Bettchen" gehn? Warum nicht die weiterhin warmen Tage ausnutzen, so lange wie möglich. Auf den ersten Blick erscheint mir die Strategie dere Ameisen nicht besonders vorteilhaft, unabhängig vom warmen Wetter draußen (oder in der Haltung) die Winterruhe einzuleiten.

Vielleicht ein Schutzverhalten, um nach einem langen warmen Sommer nicht plötzlich im November mit Eiern und Puppen vom Frost überrascht zu werden?

Darkness: (20. Aug 2006 17:20)

Na ja, die meisten heimischen Tierarten halten eine Winterruhe oder Starre. Die Gründe dafür sind meist relativ simpel.
Es wird ziemlich schwierig sein noch bei tiefen Temperaturen, eventuell sogar Schnee andere Futterinsekten zu ergattern. Ausserdem wird der Kreislauf und Stoffwechsel heimischer Arten bei kalten Temperaturen stark gesenkt. Man sieht sie dann sich auch nur ganz langsam zu Bewegen. Hingegen bei wärmeren Temperaturen wird alles beschleunigt, manche Arten legen sogar eindeutlich aggressiveres Verhalten bei warmen Temperaturen an den Tag, aufgefallen ist mir das jetzt speziell bei gewissen Camponotus Arten wie ligniperda und vagus.
Die Wärme fördert also von den Ameisen einiges ab, auch was die Legeleistungen der Königin anbelangen, welche bei erhöhter Temperatur auch mehr Eier produzieren, allerdings sollte man dies Versuche umgehen da sie von der Natürlichen Umfeldtemperatur abweichen und nur Stress und negative Auswirkungen zur Folge haben. Genau so absurd wäre es den Europäischen Arten eine Winterruhe zu entnehmen indem man sie in der Wohnung lässt.
Anfang denkt man schon das die Entwicklung besser läuft, auch die Zeitdauer verkürzt sich etwas, jedoch wie gesagt trägt es ausschliesslich negative Folgen mit sich.
Es wäre etwa das gleiche als müsste man ein Jahr lang ohne Pause Arbeiten. :roll:

earlant: (20. Aug 2006 20:02)

@ NuEM
Vielleicht ein Schutzverhalten, um nach einem langen warmen Sommer nicht plötzlich im November mit Eiern und Puppen vom Frost überrascht zu werden? - Irgendwo in dieser Richtung liegt wahrscheinlich die Erklärung!
Eine Ameisenart wird über Jahrtausende darauf hin selektioniert ("ausgelesen"), dass ihre Kolonien 10 oder 20 oder mehr Lebensjahre überdauern. In so vielen Jahren gibt es vom Klima her immer ein paar "gute" und "schlechte" oder "durchschnittliche". Das Volk kann nicht immer flexibel darauf reagieren, zumal es nicht vorhersehen kann, wie das folgende Jahr aussehen wird. Den zufällig langen Sommer nutzen um übermäßig viel junge Brut zu erzeugen? Wenn es im Folgejahr zu kalt ist, kaum Insekten zu erbeuten sind, wird es eng mit der Aufzucht der überwinterten Larven.
Dank Selektion wird ein sich "durchschnittlich" verhaltendes Volk, das auf jeden Fall rechtzeitig vor dem Winter seine Eiproduktion und die Verpuppung von Larven zurück fährt, auf lange Sicht mehr junge Geschlechtstiere in die Population entlassen (seine Fitness erhöhen) als eines, das opportunistisch bis zum Maximum reproduziert und dann aufgrund einer Wetterkapriole den größten Teil seiner Geschlechtstierbrut einbüßt.
Leider ist es arg schwierig, solche Wetter verläufe zu messen und ihre Auswirkungen auf die Kolonien abzuschätzen. Die Simulation im Labor ist fast noch schwieriger: Zu viele Variable können verändert werden, so dass eine viel zu große Zahl von Experimenten notwendig wird.

mfG, Earlant

NuEM: (21. Aug 2006 00:55)

Vielen dank, was für interessante Fragen es doch noch zu klären gibt.


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