ANTSTORE World of Ants (F)  >> Deutsches Forum (F)  >> History Forum (F)
 [1]   [2]   [3] 

Click to view full story of "Pheidole spec. – wer kann helfen?"

earlant: (15. Aug 2006 11:07)

@ robert aka garou:
... damit wäre ja schon mal das risiko 1. und 2. für diese arten eliminiert ... ach ja und 4. wohl auch ... bleibt noch toschlagargument "parasiten"!
1.) geht es um ALLE importierten, fremdländischen Arten, und es geht darum, ALLE Risiken (je nach Art verschieden, auch Kombinationen möglich) zu minimieren.

2.) Ist es nicht das wahre „Totschlagargument“, ein Argument als „Totschlagargument“ zu diskreditieren, obwohl der Vorwurf „Totschlagargument“ überhaupt kein Argument ist?

@ all: Bitte nachdenken und nicht alles schlucken, wie es Euch vorgesetzt wird!

MfG,
Earlant

Ulrich_W: (15. Aug 2006 14:46)

Hallo zusammen,

Ignorieren ist nicht das Gleiche wie Eliminieren, man kann ein Argument nicht beseitigen, höchstens entkräften oder abschwächen! Als logische Folge wird es immer ein Restrisiko geben, auch wenn dies manche Leute konsequent ignorieren!

Nur weil es keine Literatur darüber gibt, dass bestimmte exotische Ameisen bei uns überwintern können, heißt noch lange nicht, dass sie es tatsächlich nicht können! Das ist kein schlüssiges Argument! Auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist besteht weiterhin ein Risiko, oder will dies ernsthaft jemand bestreiten!
Die Evolution hat schon ganz andere Dinge zuwege gebracht, da wird sie sich von ein bisschen Monsunregen oder schlechten Witterungsverhältnisse auch nicht davon abbringen lassen!

Nur jemand der keine Risiken ignoriert kann verantwortungsbewußt handeln! :wink:

Gruß

Ulrich

gerhard: (16. Aug 2006 14:18)

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Buschinger,

nach Ihrem Beitrag komme ich nicht drum herum mich zu Ihren Erläuterungen zu äußern, trotzdem hoffe ich, dass es nicht in nicht endende fruchtlose Diskussionen ausartet.
Ich finde es schon bedauerlich, dass ein Ameisenforum sich nicht vorwiegend über Ameisenfragen austauschen kann, sondern deren Mitglieder immer wieder die Berechtigung abgesprochen bekommen diese Tiere halten zu dürfen.
Haben nicht auch bekannte Ameisenforscher (wie z.B. Prof. Hölldobler) in seiner Kindheit und Jugend Hobbyforschung "auf eigene Faust" nach ihren damaligen Möglichkeiten betrieben?
Glücklicher sind da Aquarien-/Terrarienfreunde dran, welche , obwohl sie aus aller Welt Tiere bekommen, pflegen, vermehren und tauschen nicht dieses "Selbstzerfleischen" in den eigenen Reihen kennen, nach ihren eigenen Aussagen.
Dadurch, dass ich auch Ameisen an Institute, Unis, Zoolog. Gärten usw. liefere, habe ich auch Kontakte zu verschiedenen Wissenschaftlern, welche
der Ameisenhaltung (auch trop. Ameisen) nicht negativ gegenüberstehen.
Zitat eines Ameisenwissenschaftlers: "Gegen die Haltung von Ameisen aus anderen Klimazonen wie z.B.Atta oder Pheidologeton ist nichts einzuwenden"

Ich möchte es aber nicht in die Länge ziehen, deshalb werde ich auch nur auf einige Punkte eingehen.

Zuerst möchte ich mich bedanken, dass sich jemand die Mühe gemacht hat dem Herrn Prof. Buschinger zu bezeugen, dass ich die rotköpfige Pheidole schon seit längerer Zeit mit "nicht verfügbar" gekennzeichnet hatte. Somit fiel es schwerer mich gleich als "Betrüger" abzustempeln.


Nun zu Ihrem Text.


Weiterhin fand ich heraus, dass einige Arten, auch aus der octospinosus-Gruppe, nicht auf frisches Laub etc. angewiesen sind, sondern sehr wohl auch Falllaub und Bestandsabfall verwenden können. Das erklärt das Überleben der Kölner Kolonie(n) im Haus auf der Basis von Flughunde-Kot und Futterresten dieser Fruchtfresser.

Und letztlich war zu lesen, dass Arten dieser Gruppe auch in höheren Lagen auftreten, wo es ja auch in den Tropen Frost geben kann.

Das Auftreten von Acromyrmex in höheren Lagen in den Tropen, wo es auch schon mal Frost geben kann, beinhaltet aber sicherlich nicht, dass die Tiere in unseren Breitengraden eine mehrmonatige Winterruhe halten können oder unter dem Schnee trockene Blätter schneiden, wärend unsere heimischen Ameisen Winterruhe halten.
Wenn aber diese Art irgendwo im Bauernstall, wo Laub oder ähnliches organisches Material gelagert wird, die Temperatur passend ist und eine Kolonie dort entlassen wird überleben kann, ist es sicherlich kein Beweis dafür, dass diese Ameisen auch in unserem Klima eine Gefahr dastellen.
Krokodile können bei uns in einem geheiztem Schwimmbad auch den Winter überleben.
Diese Ergebnisse meiner Recherchen habe ich der LWK mitgeteilten und auch in dem „Atta-thread" gepostet. Was die Presse daraus gemacht hat, konnte ich nicht beeinflussen. Ich weiß z.B. bis heute nicht, wie groß die Schäden in dem Garten des Herrn Ditz tatsächlich waren: Die Berichte widersprechen sich beträchtlich. Die harmlose Schilderung von Joachim beschreibt den Zustand nachdem „pruvex“ bereits eine massive Bekämpfung vorgenommen hatte!
Für mich ist es nicht ganz logisch, wie bereits entstandene Schäden nach einer Bekämpfung rückgängig gemacht werden und abgeschnittene Rosenblätter wieder vorhanden sind, darum müßte Joachims Beschreibung eigendlich reell sein. Außerdem kann ich als "Fachmann" dazu sagen, dass zurückgeschnittene Rosen hinterher um so besser austreiben, wovon man sich sicher heute überzeugen kann. Deshalb möchte ich nicht damit sagen, dass der Nachbar den Sommerschnitt seiner Rosen tolerieren muß,
dass aber eine Sache hochgespielt wurde, um endlich zu beweisen, wie gefährlich "exotische Ameisen" in Deutschland sind.

Aber wir haben bei uns eben in erheblichem Umfang quasi-tropische Lebensräume geschaffen, und das muss man bei Überlegungen zur Einschleppungsgefahr mit berücksichtigen!

Das wird auch jeder verantwortungsbewußte Ameisenhalter berücksichtigen, wer von uns mag die Pharaoameise oder die argentinische Hausameise in seinem Haus haben. Aber ich denke, man kann nicht das Verhalten jeder tropischen Ameisenart, welche in Kalfornien oder anderswo invasiv ist auf unsere Verhältnisse übertragen. Ameisenarten, welche monogyn sind und keine Begattung im Nest oder Nestnähe haben, können maximal in einem Gewächshaus oder anderer warmer Örtlichkeit überleben, längstens bis zum Tod der Königin, dann ist der ganze "Spuk" vorbei. Ich selber habe in Botanischen Gärten öfters tropische Ameisenarten gesehen, deren Verbreitungsgebiet am Eingang endete, wo dann Lassius niger oder andere heimische Ameisenarten das Feld übernahmen.
Die Mitarbeiter in Botanischen Gärten werden in der Regel nicht einmal wissen, dass exotische Ameisen ihre Gewächshäuser bewohnen. Wenn das Lebensalter der Königin erreicht ist, wird diese"Niesche" wieder frei werden für eine Neubesiedlung mit heimischen Ameisen oder der Neubesiedlung einer in der Regel mit Pflanzen eingeschleppten Art.
(Das gilt natürlich nicht für die polygynen Arten mit Begattung durch die eigenen Männchen im Nest oder Nestnähe - z.B. Pharaoameise)

Später möchte ich im Forum noch einen Bericht über eine Ameisenart geben, welche bisher auch als kritisch beurteilt wurde.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Kalytta

earlant: Rosenschnitt vom Fachmann (17. Aug 2006 08:59)

Das Bild zeigt eine von der Firma Atta & Co beschnittene Rose. So etwas ist doch eine Zierde für jeden Garten, oder?

Die Firma kommt auch wöchentlich, und sie hat noch nicht mal eine Rechnung geschickt! :grin:

mfG, Earlant

Moglie: (17. Aug 2006 12:10)

Ist doch gut, wie sie bestimmt wissen, können Rosen grade auf der Südhalbkugel zur Plage werden, also sollte es doch der Natur zu gute kommen.

earlant: (17. Aug 2006 13:24)

@ Moglie:

Wie Sie bestimmt nicht wissen, liegt Yucatan auf 20 Grad NORD, und die Südgrenze von Mexico ist bei 15 Grad nördlicher Breite. Also nix mit Südhalbkugel.

maze23: (17. Aug 2006 14:03)

hier ist ja was los, endet das eigentlich immer so :roll:

Kugler77: (4. Sep 2006 10:32)

Hallo,

also zunächst würde ich mal sagen, dass jeder der die Freude hatte Herrn Kalytta mal persönlich kennenzulernen, und über auch nur einen Funken Menschenkenntnis besitzt, ihm niemals unterstellen würde unlautere Dinge zu tun!

Ok, nun zu der Diskussion.
Zunächst möchte ich vorwegschicken, dass ich in jedem Fall der Meinung bin, das mit exotischen, aber genauso mit einheimischen Ameisen verantwortungsvoll umgegangen werden muss :!:

Ich denke man sollte sehr scharf trennen zwischen können/ könnten hier den Winter überstehen, und einer invasiven Ausbreitung!
Was bringt es wenn eine Kolonie an einem künstlich geschaffenen "Biotop"
überleben kann, vielleicht sogar Geschlechtstiere bildet, aber aus welchen Gründen auch immer keine begattete Königin hervorgeht.

An Herrn Prof. Dr. Buschinger,
ich kann Ihre Sorge um die Einschleppung invasiver Arten schon verstehen, und es ist ja auch nicht schlecht wenn darauf gelegentlich hingewiesen wird :!:
Aber ich denke manchmal wenn ich ihre Beiträge so lese, was Sie wirklich damit bezwecken möchten? Natürlich wird durch die gezielte Einfuhr von (in diesem Fall Ameisen) das Risiko einer Invasion erhöht, aber ich denke die Gefahr von "blinden Passagieren" ist alleine schon statistisch gesehen viel größer.
Wir sind hier nun mal in einem Forum für Leute die sich Ameisen als "Haustiere" halten, oder das beabsichtigen.

Und mal ganz ehrlich, also was mir persönlich viel mehr Angst macht, als der Gedanke an monströse Ameisen, die ganz Deutschland zerstören, ist die Tatsache, dass sich im Nahen Osten Menschen in die Luft sprengen um andere zu töten, das in Afrika jeden Tag zigtausend Menschen verhungern und verdursten....

Viele Grüße Peter

Tommi: (4. Sep 2006 11:08)

Äpfel und Birnen @ Peter....

Grüße

P.S.: Sorry for OT :)

Kugler77: (4. Sep 2006 11:16)

Hallo Tommi,

Wieso Äpfel und Birnen? Worum geht es denn in diesem Beitrag?
Es soll nachgewiesen werden das eine im Antstore verkaufte Ameisenart invasiv ist? Oder habe ich das falsch verstanden?
Und wozu führt das dann wieder? Natürlich, dazu, dass man keine Ameisen halten soll, und erst recht keine nach Deutschland einführen, außer zu wissenschaftlichen Zwecken, dass ist natürlich etwas anderes.

Gruß Peter


 [1]   [2]   [3]