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Markus: (18. Nov 2003 20:11)

>1.Ich habe schon Stabheuschrecken gehalten, diese fressen auch Brombeerblätter.Daher weiss ich wo ich genügend bekomme.<

Wenn du meinst, vergiss aber nicht, dass so eine Kolonie extrem wachsen kann.

>2.Ich bin in der 8.Klasse und hab somit Nachmittags oder Abends genügend Zeit Blätter oder Sonstiges zubesorgen und mich um die Tiere zukümmern.<

Bist du auf nem Gym?
Zumindest hab ich auf nem Gym die Erfahrung gemacht, dass die Leistungsanforderung ab der 9. extrem steigt.

>3.Ich fahr eigentlich nicht oft weg und auch nicht lange.Für denn Fall aber habe ich einen Freund der sich um die Tiere kümmern könnte, weil er auch Ameisen hält.<

Welche hällt er denn?
Ich meine, du musst ihn ja auf seine Aufgaben schon vorbereiten.

>4.Ich glaube nicht das ich die Freude verliere, dazu interessiere ich mich viel zusehr für Ameisen.<

Wenn es sich so lange hällt, bis die Königinn eines natürlichen Alterstodes gestorben ist, ist das natürlich klasse und im Grunde ist es deine Entscheidung!

Mandibel: (18. Nov 2003 20:22)

Ich bin auf dem Gym. jedoch werde ich mir die Zeit auf jeden Fall nehmen.Natürlich werde ich meinen Freund und auch die Familie aufklären, dass immer jmd. weiss was zu tun ist.Und ich habe mich über das Wachstum auch schon Informiert, unter anderen auch auf Seiten wie Antcity und im AmeisenForum.

Bei deiner letzten Aussage ist mir allerdings noch ne Frage gekommen.

Es heisst in der Beschreibung Acromyrmex o. sei polygyn ich dachte immer das heisst es wären mehrere Königinnen und falls eine sterben sollte lebt die Kolonie weiter.Irrte ich mich da oder warst du gerade bei Atta?

mfg Mandibel

Markus: (18. Nov 2003 20:31)

Nun, Acromyrmex hatte früher bei vielen Leuten den Grund, sie vorzuziehen, dass sie sich angeblich selbst vermehrten und durch Inzucht immerwieder neuauferstehen würden.
Doch hat dies (ich glaube es war) Prof. Buschinger wiederlegt, denn er hat bei flügellosen Königinnen, neben der Hauptköniginn nie Spermavorräte gefunden.
Dies hat dann bei einigen aus dem AF derbe Enttäuschung hervorgerufen.
Ich würde diese Art jedoch trotßdem Atta vorziehen, da diese um einiges schwerer zu versorgen sind (da sie sich schneller vermehren z.B.).

PS.: Auf welchem Gym bist du eigentlich?

Markus: (18. Nov 2003 20:51)

Hab jetzt mal schnell nachgesehen und hier etwas im Ameisenforum gefunden:

Ich meine jedoch, dass es noch irgendwo einen anderen Threat gab, wo es noch sicherer war.

Für suchfaule Leute ;-) :
Ich hole mal diesen alten thread hervor: Mir hat nun tatsächlich jemand lebende A. octospinosus -Weibchen zugesandt, so dass ich sie sezieren konnte. VIELEN DANK AN K.-U. BENEDIX!
(Anmerkung: Ich konnte bisher nicht sicher ermitteln, ob es sich tatsächlich um A. octospinosus oder eine nahe verwandte Art handelt!)

Es waren 7 Weibchen, eines davon trug noch Flügel. Herkunft aus einer Haltung, die allerdings in jüngerer Zeit stark zurück gegangen war. Zuvor Produktion zahlreicher Weibchen und Männchen. Die Tiere stammten z.T. aus der Abfallkammer, z.T. vom noch lebenden Pilz.

Von den 7 Weibchen war kein einziges begattet! Im Thorax war die Flugmuskulatur stark abgebaut, der Raum, den sie eingenommen hatte, im wesentlichen von Tracheenblasen ausgefüllt. Auch das noch geflügelte Exemplar sah so aus, konnte also bestimmt nicht mehr fliegen. Die Ovarien bestanden aus jeweils 10 bis 12 Ovariolen (Eiröhren), die jedoch keine Eier mit Dottereinlagerung enthielten. Bräunliche Gebilde darin erinnerten an Gelbkörper (was ein Zeichen für stattgefundene Eiablage wäre), aber solche Restkörper bleiben auch, wenn bereits angelegte, legereife Eier wieder resorbiert (abgebaut) und nicht abgelegt werden, z.B. bei Hunger. Die Tiere wirkten auch ziemlich "verhungert", hatten sehr wenig Fettkörper-Zellen, was mit dem Rückgang des Pilzgartens übereinstimmt, von dem K.-U. Benedix berichtete.

Die für Ameisen mit derartig großen Kolonien geringe Zahl an Ovariolen deute ich als Hinweis darauf, dass die untersuchte Art doch polygyn sein könnte.
Sicher ist bis jetzt immerhin, dass im Formikar umherlaufende, entflügelte Weibchen längst nicht immer begattet sind!

Was ich nicht sagen kann ist, ob etwa einige Weibchen dennoch begattet wurden und dann im Pilz geblieben sind, während die unbegatteten sich halt m.o.w. wie Arbeiterinnen verhielten und wohl bald gestorben wären.
Im beschriebenen Beispiel allerdings, starker Rückgang des Pilzgartens und der Bevölkerung, ist dies wohl nicht erfolgt. Die große Zahl der jüngst produzierten Geschlechtstiere lässt darauf schließen, dass die letzte(n) alte(n) Königin(nen) kurz zuvor verstorben war(en). Fertile Königinnen bremsen die Entwicklung von Jungweibchen zugunsten von Arbeiterinnen (oft bei Ameisen nachgewiesen). Fällt diese Hemmung weg, werden aus den noch vorhandenen Larven bevorzugt Geschlechtstiere aufgezogen.

Die unterschiedlichen Erfolge mit Ablegern, über die immer wieder berichtet wird, sind wahrscheinlich darauf zurück zu führen, dass Ableger mal mit begatteten Königinnen (erfolgreich), mal mit unbegatteten Weibchen (erfolglos) etabliert werden.

Fazit: Wir sind einen Schritt weiter, aber eine mögliche Polygynie müsste doch noch durch Untersuchung von einigen entflügelten Weibchen AUS DEM PILZGARTEN bestätigt werden.


Wieder mal gibt es was Neues zu Acromyrmex octospinosus, und es ist sogar für mich neu!

H. Fernández-Marin, J.K. Zimmermann and W.Z. Wcislo: "Nest-founding in Acromyrmex octospinosus (Hymenoptera, Formicidae, Attini): demography and putative prophylactic behaviors". Insectes Sociaux 50, 304-308, 2003. (Die Zeitschrift dürfte in einigen Uni-Bibliotheken zugänglich sein).

Es geht zunächst um die Koloniegründung dieser Art, die hier als semiclaustral beschrieben wird, d.h. dass die junge Königin hin und wieder ihre Gründungskammer verlassen muss, um Blattmaterial für ihren kleinen Pilzgarten zu beschaffen! (Bei Atta ist das anders, die Königinnen verlassen die Gründungskammer nie und ziehen die ersten Arbeiterinnen aus eigenen Körperreserven auf, so wie Lasius niger).

Weiterhin ist der junge Pilzgarten an Würzelchen befestigt, die von oben in die Gründungskammer hinein hängen (liegt also NICHT am Boden!). Damit soll die Gefahr der Kontamination mit evtl. schädlichen Bodenorganismen verringert werden.

Binnen 2,7 Monaten werden 3-7 Arbeiterinnen produziert, die aber in dieser Zeit das Nest nicht verlassen. Das Furagieren bleibt also der Königin überlassen.

Die Absterberate (im Freiland!) ist sehr hoch, pro Monat ca. 50 %, d.h., dass nach 2 Monaten nur noch 25, nach 3 Monaten noch 12.5 von ursprünglich hundert Gründungskolonien leben. Sicher spielen bei diesen Verlusten auch Fressfeinde eine Rolle, trotzdem solte man die Erfolgsaussichten beim Kauf einer einzigen Königin nicht allzu hoch einschätzen!!!.

Schließlich werden Verhaltensweisen im Zusammenhang mit der Hygiene im Pilzgarten beschrieben. So streifen die Königinnen mit den Beinen Sekrete aus den Metathorakaldrüsen ab, ziehen die Beine durch den Mund, und verteilen dann diese antibiotischen Substanzen auf dem Pilzgarten.

A. octospinosus gründet haplometrotisch, d.h. durch einzelne Königinnen (ganz selten wurden bis zu drei Königinnen gemeinsam angetroffen). Dies gilt auch für andere Acromyrmex-Arten, während A. versicolor pleometrotisch gründet. - Aus dem Artikel geht leider wiederum nichts über eine potenzielle Polygynie der Arten hervor." (Quelle: Prof. Buschinger)

Mandibel: (19. Nov 2003 10:52)

Erst mal danke für denn Aufwand, ich hab mich ja auch im A.Forum erkundikt bin aber nicht auf diesen Threat gestoßen.

Ich bin im Gym. Röthenbach bei Nürnberg.

mfg Mandibel

Mandibel: (22. Nov 2003 11:23)

Ich hab mich jetzt soweit erkundigt das ich von der einrichtung der Terrarien alles herausgefunden habe, bis auf das Abfallbecken.
daher meine Frage:

Sollte man in das Abfallbecken garnichts rein tun oder einen besonderen Boden?

mfg Mandibel

Markus: (22. Nov 2003 12:55)

Ich würd nix reintuhen, ist ja schließlich nicht zum Besiedeln da, sondern für Müll.


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