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Slaine: (2. Sep 2003 09:41)

Ich denke es ging Markus um die Beschreibung "total gefährlich" und du magst sicherlich zugeben, dass Ameisen (speziell ging es um Soldaten) dem Menschen Schmerzen zufügen können - mehr aber auch nicht.

Gefährlich sind für mich Tiere wie die brasiliansiche Phoneuteria fera (Wander Spinne), der Kaiserskorpion (Pandinus imperator) oder sudanesische Skorpion (Leiurus quinquestriatus) und es gibt noch viele weitere Tierarten, die ich als gefährlich bis total gefährlich einstufen würde (Bothrops jararacussu, Schwarze und grüne Mamba etc.)

Alleine im Pflanzenreich gibt es reichlich Pflanzen, die sehr gefährlich für den Menschen werden können, man findet welche unter den Nachtschattengewächsen, Hahnenfußgewächsen, Liliengewächsen etc.

Und wenn man nur an einige Bakterienerkrankungen denkt, kann sich einem schon das Herz zuschnüren.

Man sollte auf seine Wortwahl schon ein wenig achten, sonst entseht bald ein neuer Horrorfilm über die Gefährlichkeit von Ameisen.

Edit: Ups, dann habe ich deine Aussage falsch verstanden, sorry Antsoldier!!

Gruss
Volker

Markus: (2. Sep 2003 11:17)

>Ich denke es ging Markus um die Beschreibung "total gefährlich" und du magst sicherlich zugeben, dass Ameisen (speziell ging es um Soldaten) dem Menschen Schmerzen zufügen können - mehr aber auch nicht.<

Genau darum ging es mir (und natürlich um die schlichte Behauptung, dass Soldaten nur zum Kampf sind, bei einigen Arten mag das stimmen, aber nicht bei allen!).

>Man sollte auf seine Wortwahl schon ein wenig achten, sonst entseht bald ein neuer Horrorfilm über die Gefährlichkeit von Ameisen.<

So hörte es sich auch nach meinem Empfinden über Ameisen an, das ist genauso, wie die (lächerliche) Vorstellung von der Menschenfressenden Pflanze, es gibt nur Insektenfangende Pflanzen, bis auf einige Außnahmen, dabei gehören aber auch nur kleinere Affen und Ratten dazu.

Antastisch: (2. Sep 2003 11:22)

Ich bleib dabei:
von soldaten spricht man glaube ich wenn es 2 "arbeiter"formen gibt, die nicht durch Zwischenstufen in sich übergehen, sondern vollständig getrennte und unterschiedliche Formen sind.

Markus: (2. Sep 2003 11:28)

Hier mal ein Text von A. Buschinger (und der muss es ja wissen):

Die meisten Arten haben m.o.w. unterschiedlich große Arbeiterinnen, wobei fließende Übergänge die größten und kleinsten verbinden. Die Begriffe "minor" und "major" sind nicht festgelegt, werden somit ziemlich willkürlich verwendet, und mancher Autor bezeichnet auch schon die größten Camponotus -Arbeiterinnen als Soldaten. Bei Myrmica , ebenso auch bei Formica, kommen ganz beträchtliche Größenunterschiede vor. Das hängt davon ab, ob die Larven in Zeiten guter oder schlechterer Futterversorgung heranwachsen. Bei Myrmica entstehen oft im Frühjahr größere Arbeiterinnen (aus Larven, die es gerade nicht mehr zur Königin geschafft haben?), gegen den Herbst schlüpfen immer kleinere.

Pygmäen oder Zwergarbeiterinnen entstehen bei Arten mit klaustraler Koloniegründung (also ohne Futterzufluss in geschlossener Gründungskammer) aus den ersten Eiern der jungen Königin. Ursache ist allerdings nicht die schlechte Futterversorgung der Larven. Das hat man bei Lasius niger experimentell untersucht: Gibt man die ersten Eier einer Gründerkönigin in ein kleines Volk, das bereits normal große Arbeiterinnen produziert, so entstehen nach entsprechender Zeit doch Pygmäen aus diesen Eiern. Es ist also schon im Ei festgelegt, dass sich daraus nur Pygmäen entwickeln können. Mit einer Aphaenogaster subterranea- Königin habe ich das im letzten Sommer etwas anders probiert, gab ihr zu den ersten kleinen Larven ein paar Puppen aus einem anderen Nest. Trotz der nach dem Schlupf der Puppen besseren Nahrungsversorgung schlüpften weiterhin erst mal nur Pygmäen aus der Brut der Königin!

Aufgabe der Soldaten ist nicht immer die Verteidigung der Kolonie. Bei Messor ist eine wesentliche Funktion der "major"- (engl. für "große") Arbeiterinnen das Zerkauen harter Samen. Ganz extrem haben wir das bei einer malaysischen Acanthomyrmex erlebt: Die nur jeweils 2-3 Soldaten der winzigen Kolonien (1 Königin, 15-20 Arbeiterinnen) dienen NUR dem Zerbeißen harter Samen. Bei Störung verkrümeln sie sich "feige" irgendwo im Nest. Aber als lebende Mühlsteine sind sie für die Kolonien viel zu wertvoll um sie in den Krieg zu schicken (A. Buschinger & U. Maschwitz 1998: Die faulsten Ameisen der Welt. Ameisenschutz aktuell 4/98, S. 110-114, mit Abb.).
Die Soldaten haben hier so riesige, mit Muskeln erfüllte Köpfe, dass sie im englischen Schrifttum treffend als "walking heads", wandelnde Köpfe, bezeichnet werden (vgl. Hölldobler & Wilson 1990 "The Ants"). Leider gelang es uns nicht, die netten Tierchen im Labor zu halten.

Scooby: INFO (2. Sep 2003 11:38)

Schöner Beitrag, Markus! :-)


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