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NoMa: Um welche Art handelt es sich hierbei? (15. Dez 2006 21:57)

Hier mal ein paar Bilder von Ameisen deren Art ich gern wüsste. Die Arbeiterinnen sind ca. 2 mm groß.

Danke

HeldGoP: (15. Dez 2006 23:25)

einheimisch?

NoMa: (16. Dez 2006 01:23)

Also vorweg, ich weiß nicht um welche Art es sich handelt. Daher frage ich hier.

Um noch etwas Licht ins Dunkel zu bringen, kann ich noch sagen, dass die Kolonie recht klein sein dürfte (noch?) und in einem Bonsai-Topf haust (soweit ich das richtig erkannt habe).
D.h. es könnte sich sowohl um eine dort eingezogene einheimische Kolonie, als auch um etwas eingeschlepptes handeln.
Nach meinen Recherchen, die allerdings mehr auf Suchen und Vergleichen als auf systematischem Bestimmen beruhen, kommt die Pharaoameise oder eine Tetramorium-Art in Frage. Pheidole pallidula scheint auch ähnlich, allerdings erscheint mir der Kopf dafür etwas groß (um eine Minorarbeiterin zu sein). Kasten konnte ich keine beobachten.

Wäre schön wenn jemand mit Erfahrung im Bestimmen von Ameisen antworten würde. Falls eine genauere Bestimmung anhand der Fotos nicht möglich ist, könnte ich auch noch weitere nachreichen. Wobei es selbst mit Makro-Vorsatz schwierig ist diese doch sehr kleinen Tiere besser festzuhalten.

Nochmal zur Größe: ich habe mittlerweile so ca. 10 gefangen, die waren alle gleich lang und zwar 2 mm (eher etwas weniger).

earlant: (16. Dez 2006 08:09)

Hallo NoMa,

Es ist eine Angehörige der Unterfamilie Myrmicinae, so viel steht fest.
Es ist garantiert nicht die Pharaoameise (Monomorium pharaonis), was der schlimmste Fall wäre. Insofern Entwarnung.

Genauere Bestimmung ist nur anhand von ein paar Tieren möglich, die mir zugesandt werden müssten. Ob sie bestimmbar sind, ist dann noch eine weitere Frage: Es sieht nach einer nicht-einheimischen Art aus, und da gibt es sehr viele, die man schwer oder auch gar nicht bestimmen kann!

Falls Sie welche einsenden wollen, bitte per PN melden, dann schreibe ich Ihnen Einzelheiten.

mfG,
Earlant

NoMa: (16. Dez 2006 11:22)

Danke für die Entwarnung.

Rein Interesse halber: Woran kann man das erkennen? Bzw. anhand welcher Merkmale kann man meine Vermutungen ausschließen?

NoMa: Update (16. Dez 2006 23:27)

Es gibt Neues zu berichten - es wird langsam richtig interessant.

Die Vermutung der Herkunft aus dem Bonsai-Topf hat sich zweifelsfrei bestätigt. Es handelt sich hierbei um eine ca- 45x30cm Bonsai-Schale. Darin wächst ein Ficus der vermutlich aus Thailand stammt. Insgesamt kann man sagen, dass die Erde dieses Bonsais wohl direkt aus der Natur entnommen sein muss. Denn es finden sich neben den Ameisen verschiedene Schnecken/Spinnen darin.

Um die vereinzelt in der Nähe des Bonsais herumirrenden Arbeiterinnen los zu werden, habe ich den Untersetzer am Rand mit Malerkrepp abgeklebt und mit Öl bestrichen, das scheint sie aufzuhalten.

Anschließend habe ich ein Blatt vom Bonsai genommen und einen Tropfen Honig-Zucker-Lösung drauf gemacht und wartet, ob es gefunden wird und wie lange selbiges dauert. Denn ich habe auf der Erde eigentlich noch keine Ameisen entdeckt.

Wenige Minuten später waren die ersten Arbeiterinnen da. Und zu meiner Überraschung muss ich nun meine Aussage über die Kastenlosigkeit zurücknehmen. Denn es existiert definitiv eine Soldatenkaste. An dieser Steller musste ich an Pheidole-Arten denken.

Hier nun ein paar Bilder:

delirium: (17. Dez 2006 00:05)

Dann pass bloß auf, dass sie dir nicht ausbrechen...Pheidole können sehr schnell zu einer Pest-Ameise werden.

earlant: (17. Dez 2006 10:52)

Nach den Bildern ist es nicht möglich, die Art zu identifizieren. Zweifellos ist es eine Pheidole spec..

Nach Bildervergleich im Internet ist die Art Pheidole megacephala zumindest nicht auszuschließen. Was mich noch etwas zweifeln lässt: Mit Google Bildersuche findet man sehr viele mit P. megacephala ausgeschilderte Beispiele. Viele davon wirken auf den Bildern aber glatter, glänzender, als die von NoMa, die eher auf eine relativ raue Skulptur schließen lassen. Gewiss werden unter den von Google gelieferten Bildern sehr viele falsch bestimmt sein. Mit den von Myrmecos.net abgebildeten Tieren besteht recht gute Übereinstimmung, und das ist eine Seite mit zuverlässig bestimmten Arten.

Falls es sich um P. megacephala handelt, sollte man wissen, dass diese eine der schlimmsten invasiven Arten in den Tropen darstellt, der sehr viele jeweils einheimische Ameisen und sehr viele andere Tiere zum Opfer fallen. Ein Textbeispiel:

Recent observations have shown that the “big-headed ant” Pheidole megacephala has become widespread on Green Island, Kure Atoll, Observations by Gordon Nishida and Beth Flint recorded 26,500 ants per square meter at selected sample sites. While this may not be an accurate indication of the average for Green Island, it is indicative of the large numbers of this ant on Green Island. The ants are not native to the Hawaiian Islands; that is, they are an introduced species.

Auf einen einzigen Quadratmeter Boden kommen 26.500 Individuen!
Kure gehört zu den Hawaii-Inseln. Dort kann die Art natürlich keine einheimischen Ameisen verdrängen oder vernichten, weil es auf Hawaii niemals Ameisen gab. Jetzt sind es 48 eingeschleppte Arten, die nun ihre invasiven Fähigkeiten gegeneinander ausspielen können. Leider gab es auf Hawaii auch eine einzigartige Fauna anderer Insekten mit Tausenden von Arten, die von den Ameisen inzwischen zum großen Teil ausgerottet wurden. Endemische Arten, die es sonst nirgends gibt, und die jetzt halt weg sind….

Selbstverständlich kann so eine tropische Art in Gärtnereien, Gewächshäusern, Botanischen Gärten usw. auch bei uns sehr gut leben und man kann sie sich ins heimische Blumenfenster, Großterrarium usw. holen.

Egal um welche Art es sich handelt: Der Betrieb, aus dem der Bonsai stammt, dürfte ein ernstes Problem haben. Er sollte gewarnt werden, damit er sich an einen Schädlingsbekämpfer wenden kann.

MfG
Earlant

Ergänzung: Als Sofortmaßnahme empfehle ich, den Bonsai in einen großen Blumentopfuntersetzer zu stellen, und zwar auf z.B. einen umgedrehten, kleineren Untersetzer, damit er keine nassen Füße bekommt.
Dann den großen Untersetzer mit Wasser füllen, dem ein paar Tropfen Spüli beigefügt sind. Die Ameisen können dann wenigstens nicht z.B. in einen anderen Blumentopf umziehen und kein Futter außerhalb des Bonsai sammeln. Die Zweige dürfen natürlich nicht mit anderen Pflanzen, Fensterscheibe etc. in Berührung stehen.

mac: (18. Dez 2006 18:54)

Delirium was meinst du mit Pest-ameise?

The_Paranoid: (18. Dez 2006 20:12)

Pest-Ameise = Pestant = Schadameise

Zudem gibt es auch Ameisenarten, die außerhalb ihres Ursprungslandes erhebliche Schäden anrichten können, z.B. die Feuerameise (z.B. Solenopsis geminata), die sich sowohl in Australien als auch in Amerika innerhalb weniger Jahre wie die Pest ausbreiteten, und nun einheimische Tierarten und auch Pflanzenarten bedrohen. Millionengelder werden von der Regierung zur Bekämpfung dieser Art ausgegeben.

Solche Schadameisen sind auch als Pestants bekannt.

von :
http://www.ameisenwiki.de/index.php/Was_gibt_es_f%C3%BCr_Gefahren_bei_der_Haltung_von_tropischen_Ameisen_und_anderen_Exoten%3F


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