Guten Abend liebe Forengemeinde,
morgen wird mir von Privat eine Kolonie Odontomachus monticola zugeschickt, welche dann hoffentlich Donnerstag bei mir ankommt. Gleich zu Beginn ist mir aufgefallen, dass es kaum Haltungsberichte zu Odontomachus Arten gibt (Hier im Forum sind sie ja nicht mal eines Unterforums würdig). Jedoch denke ich, dass diese Ameisen sehr interessant sind und möchte meine Erfahrungen hier in einem Haltungsbericht teilen. Dieser wird vermutlich vor allem Bilder enthalten.
Falls jemand diese Art bereits gehalten hat, freue ich mich, wenn er einige Erfahrungen im Diskussionsthread mitteilt.
Diskussionsthread: http://www.antstore.net/viewtopic.php?f=124&t=18438
Die Kolonie umfasst eine Königin und vier Arbeiterinnen. Zugeschickt wird sie in einem kleinen Gipsnest.
Bin heute mit dem Formicarium fertig geworden. Ich habe ein altes 60x30 hergerichtet und mit einem Deckel vom Antstore bestückt.
Ich wollte bei der Einrichtung auf Pflanzen nicht verzichten. Grün gehört für mich einfach in ein tropisches Terrarium. Jedoch konnte ich nicht einfach Erde aufhäufen, da sich die Ameisen sonst dort einnisten würden und mir jegliche Nesteinsicht verwehren würden. Mein Ziel war es, eine möglichst dünne Schicht Erde aufzutragen, die Blumentöpfe nicht sichtbar zu machen und ein Eingraben in eben jene zu verhindern. Zur weiteren Begrünung habe ich eine Rückwand aus Xaxim verklebt.
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Heute Mittag sind sie bei mir angekommen. Es sind nicht wie oben geschrieben vier sondern drei Arbeiterinnen. Geliefert in einem Zwei-Kammer-Gipsnest in welchem etwas Humus ist. Durch den Transport wurde das Nest leider so sehr durchgeschüttelt, dass Larven, Eier, Puppen und sogar eine Ameise vom Humushaufen verschüttet wurden. Die Ameise hat sich ganz nach Zombiart befreien können, Larven werden im Moment fleißig befreit. Eine Puppe ist zu sehen, laut ehemaligen Halter gibt es noch eine Zweite. Eier konnte ich bisher nicht entdecken. Mal schauen wie es morgen aussieht, wenn sie ein wenig aufgeräumt haben.
Das Nest habe ich in die Arena gelegt. Es ist zwar von der Größe her völlig ausreichend, doch werde ich bald ein zweites anbieten, welches außerhalb der Arena ist. Im jetztigen fällt es schwer etwas zu erkennen, da das Glas etwas kratzig ist. Fotografieren ist so auch nicht leicht.
Temperatur liegt bei ca 26°C bei ~70% Luftfeuchte. Die Scheibe beschlägt stärker als mir lieb ist, muss nochmal etwas an der Belüftung tun. Auch die Nestscheibe beschlägt von innen, was die Nesteinsicht fast unmöglich macht.
Angeboten werden abgekochte Mehlkäferlarven und Honig. Jedoch ist die Arena bisher Niemandsland. Es hat sich bisher niemand rausgewagt.
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Wir sind hier nicht bei "Wünsch Dir was"!!!!
Bisher war keine Spur von Außenaktivität zu erkennen. Es wurde nur fleißig das Acrylglas von innen mit Humus bedeckt. Nachdem ich eine Weile weg war, schau ich ins Nest und siehe da - tote Hose. Die Kleinen sind ausgezogen. Wohin? Ich hab keine Ahnung. Da gibt man sich alle Mühe dies zu verhindern und dann sowas #-o Ich werde das alte Nest erstmal in der Arena lassen und schauen was passiert. Außerdem konnte ich in dem leeren Nest noch eine anscheinend tote Larve und ein Ei entdecken. Vermutlich Transportopfer.
Ich muss dazu sagen, ich finde es nicht so schlimm, wenn sie sich dauerhaft im Terrarium einnisten. Wir sind halt nicht bei "Wünsch Dir was" :D
Tag 17
Was gibt es zu berichten?
Da ich mir unsicher war, wo und ob die Ameisen leben, habe ich die Pflanzen vorsichtig raus genommen. Ihr Nest konnte ich dabei nicht finden. Die dadurch entstandenen Löcher im Gipsgrund habe ich mit Seramis aufgefüllt. Des weiteren habe ich so viel Splitt wie möglich aus dem Terrarium entfernt. Sieht jetzt alles nicht mehr so schön aus wie vorher, ist aber halb so wild. Beim umgestalten des Terrariums konnte ich eine Arbeiterin entdecken. Einmal weggeguckt war sie aber auch schon aus den Augen verloren.
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Mittlerweile gehe ich stark davon aus, dass sie in der hinteren rechten Ecke nisten. Dort hatte ich übriggebliebene Brocken der Xaxim-Rückwand aufgetürmt. Ich gehe deshalb davon aus, weil ich zum einen Reste eines Mehlwurmes in der Ecke gefunden habe, vor allem aber, weil sie Lücken zwischen den Brocken mit Erde ausgefüllt haben.
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Vorher-Nachher-Vergleich aus ziemlich der gleichen Perspektive
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Seit der Umräumaktion habe ich bisher erst zweimal eine Arbeiterin sehen können. Mehlwürmer haben sie, außer dem einen der am Nest lag, nicht angenommen. Auch sonst konnte ich keine Aktivität erkennen. Es muss dazu gesagt werden, dass es auch keine Unmengen an Brut gibt, die versorgt werden müsste.
Täglich sprühe ich. Manchmal schmeiße ich die Luftpumpe an. An der Xaximrückwand sind erste Veränderungen sichtbar. Nun sieht das aber eher nach Schimmel aus. Hat jemand Erfahrungen mit Xaxim? Beim Rainforest-Background ist es ja auch so, dass sich erst ein weißer Flaum bildet, bevor er begrünt. Ich warte erstmal ab, wie es sich entwickelt.
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Freue mich über Fragen, Anregungen und Kritik :) :arrow: :arrow: :arrow: Diskussionsthread
Ein paar erfreuliche Neuigkeiten:
Die Ecke wird definitiv als Nest genutzt. Ich konnte mitlerweile mehrfach Ameisen dort ein und ausgehen sehen. Einmal gleich zwei auf einmal (das war das erste mal seit dem Auszug, dass ich zwei Ameisen sehen konnte). Auf jedenfall kann ich jetzt mehr Aktivität wahrnehmen.
Des weiteren wurde auch wieder Proteinnahrung angenommen. Dabei scheinen sie die Nymphen des Mehlkäfers zu bevorzugen (gegenüber dem Mehlwurm).
Alles schon sehr erfreulich, doch das Highlight: Eine Puppe hat sich zur Imago entwickelt. Der ehemalige Halter hatte bereits gesagt, dass zwei Puppen kurz vorm schlüpfen sein müssten. Ich hatte bei der Ankunft leider nur eine Puppe erkennen können (allerdings war durch den Transport das Nest derart durchgeschüttelt worden, dass einiges im Humushaufen noch versteckt lag, siehe zweiten Post)
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Wie gesagt, freue mich auch über Fragen, Anregungen, Kritik und sonstige Meinungen. ;)
Hallo Forum,
privat ist bei mir im Moment einiges los und auch die Uni nimmt mir mehr meiner Zeit als mir lieb ist. Dennoch eine kleine Aktualisierung des Berichts.
Viel gibt es allerdings auch gar nicht zu berichten. In den letzten Wochen habe ich fast gar nichts von den Ameisen gesehen. Wenn ich Futter reinwarf (immernoch hauptsächlich Mehlkäferpuppen) war es am nächsten Morgen weg, das war das klägliche Lebenszeichen welches mir geboten wurde. Ab und zu ging mal eine aus dem Nest raus. Aber so ist es nun einmal. Das Volk ist klein und jung und ein Lebenszeichen ist ein gutes Zeichen.
Heute habe ich mir mal die Zeit rausgenommen und einfach mal eine knappe Stunde das Terrarium beobachtet. Es hat sich gelohnt! Die hintere linke Ecke wird ebenfalls als Nest genutzt. Im Minutentakt konnte beobachtet werden, wie Ameisen von links nach rechts gingen. Teilweise mit Baustoff zwischen den Mandibeln. Eine Puppe wurde sogar von links nach rechts getragen. Dem Nest wirklich entfernt hat sich jedoch keine Ameise. Überhaupt konnte ich bisher keine Ameise ->im<- Terrarium sehen, sondern ausschließlich am Rand beim Nest. Das Futter ist ja ziemlich nah am Nest. Ich hatte mal versucht es weiter weg zu stellen. Dann wurde dies jedoch nicht angenommen. Vielleicht sollte ich den Test nochmal wiederholen.
Zu den Haltungsbedingungen. Das Wetter ist deutlich kühler geworden. Ich hab im Moment nur eine kleine Heizmatte an, keine Lampe. Damit komme ich bei den aktuell kühlen Außentemperaturen im Terrarium auf gerade mal 21°C. Ein besseres Heizsystem wäre wohl eine Überlegung wert.
Soweit erstmal von meinen Odontomachus monticola.
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Immernoch nicht viel zu sehen bei den Ameisen. In den letzten Wochen wurde kaum Futter angenommen. Das lag evt. an der zu kühlen Temperatur. Ich benutze zwar seit einer Weile schon ein Heizkabel, welches mehr Leistung hat als die Matte die ich vorher nutzte, aber das Terrarium stand bis gestern noch in Fensternähe in einem unbeheizten Raum. Die Temperatur im Terrarium lag etwa bei 18°C. Hab nun das Zimmer gewechselt und so die Temperatur im Terrarium um gut 7°C erhöht. Dies hatte auch gleich Auswirkungen auf die Nahrungsaufnahme. Von zwei Mehlwürmern, einem Heimchen und einer Fruchtfliege blieb nur noch ein Mehlwurm übrig.
Mittlerweile kann ich nur erkennen, dass das vordere rechte Nest genutzt wird. Passt mir ganz gut, da ich so einen ganz guten Einblick ins Nestinnere habe.
Aktuell verfüttere ich immer abgekochte Mehlwürmer (gelegentlich kommt auch mal ein lebender rein), tiefgefrorene Heimchen und tiefgefrorene Fruchtfliegen. Heimchen werden meistens liegen gelassen. Ob die Fruchtfliegen gefressen werden kann ich nicht sagen, da die Ameisen es sich zum Hobby gemacht haben, alles an Futtertieren vom Napf zu einer anderen Stelle im Terrarium zu tragen. Mehlwürmer werden gerne angenommen (siehe dazu auch die Fotos).
Habe heute mal ins Nest geschaut und dabei drei Larven, eine Puppe, einen Mehlwurm und etwa 5 Ameisen sehen können (wie viele es tatsächlich sind kann ich nicht sagen, aber sie haben sich in der Zeit in der sie bei mir sind, leider kaum vermehrt. Eine tote Ameise konnte ich noch gar nicht finden).
Beste Grüße
Benjamin
Meine letzte Einschätzung zur Kolonie und Brut war etwas zu niedrig angesetzt Es waren einige Ameisen mehr vorhanden und auch etwas mehr Brut. Letzte Woche konnte ich drei Puppenhüllen entnehmen. Mittlerweile haben sie sich ihr Nest in eine andere Ecke des Terrariums eingerichtet. Schade, hab jetzt keinen Einblick mehr. Dafür geschieht im Becken umso mehr. Heute morgen sah ich dann 3-5 Ameisen im Becken herum laufen, meistens an/auf der Rückwand (auf die Rückwand legen sie mittlerweile auch ihren Müll ab). Hab gleich meine neue Kamera samt neuem Objektiv raus gekramt und für ordentlich Blitzlichtgewitter gesorgt. Die meisten Aufnahmen sind leider nix geworden, ich muss mich erst noch an die Kamera gewöhnen. Dennoch hier eine kleine Auslese der Bilder.
Danach wurden die Ameisen auch mit zwei großen Heimchen belohnt, wurden dankbar angenommen :)
Zu den neu geschlüpften Ameisen gesellt sich leider auch die erste Tote. Bei einem Koloniealter von 1,5 Jahren ist, denke ich, eine natürliche Todesursache wahrscheinlich. Am Tag zurvor torkelte sie noch ziemlich unbeholfen durchs Terrarium.
Da ich im Moment plane, die Arena neu zu gestalten, habe ich ein altes Gipsnest abgedunkelt ins Terrarium gestellt. Gefüllt ist es mit Humus. Wurde schnell und gut angenommen. Werde es dann bald entnehmen und die alte Arena ausräumen, säubern und neu einrichten.
Da diese Art Schläuche eher meidet, will ich in das Terrarium eine Farm integrieren. Ich bin noch am überlegen ob ich ein Gipsnest für die Arena baue, oder sie selbst bauen lasse und einfach zwischen die Glasplatten (etwa 2,5cm Plattenabstand) Humus oder vllt auch ein Sand-Lehm-Gemisch reinstelle. Eure Meinung??
:occasion02: Happy Birthday an meinen Haltungsbericht. Etwa ein Jahr halte ich jetzt diese Kolonie und ich möchte ein Zwischenfazit als Geburtstagfeier ziehen. Gleich vorweg möchte ich aber auch in Richtung Community fragen: Was kann ich an der Haltung und, auch das liegt mir doch sehr am Herzen, an meinem Bericht verbessern? Ich erhalte leider kaum Rückmeldung auf meine Aktualisierungen. Fehlt es an Informationen? Sind die Bilder nicht sehenswert, oder zu wenig/viel? Ist diese Art vielleicht einfach nicht so interessant? Oder mein Bericht? Oder lesen im Hintergrund vielleicht einige stille Leser mit? Ich würde mich in jedem Fall über Kritik freuen!
Jahresrückblick :
In einem kleinen Gipsnest kamen von einem privatem Halter vor einem Jahr 4 Ameisen bei mir an. Für mich war es der Einstieg in die Haltung tropischer Ameisen. Voll Euphorie habe ich ein Terrarium eingerichtet, welches doch bitte schön grün sein sollte. Ich wollte Barrieren schaffen, um sie vorm Einbuddeln im Terrarium zu hindern. Doch das war naiv. In wenigen Tagen hatten sie ihr Gipsnest verlassen. Sie hatten ihr Nest im Terrarium mehrfach verlagert, scheinbar meistens zwei Ecken im Terrarium, welche nicht durch Gänge verbunden waren, gleichzeitig bewohnt. Durch die Trennung von meiner Freundin und einer sich daraus erfolgenden komplizierten Wohnsituation wurden meine Ameisen (nicht nur die Odontomachus) im Sommer nur dürftig versorgt. Es gab nicht viel Brut, Ameisen hab ich nur selten gesehen. Das Terrarium stand auch zu kalt. Zu nicht optimaler Nahrungsversorgung kamen auch noch schlechte Klimabedingungen hinzu. Im Herbst hat sich das geändert. Seitdem sind täglich etwa 2-5 Ameisen im Terrarium zu sehen, hauptsächlich aber Nachts.
Aktueller Stand:
Die Ameisen sind ins bereitgestellte Gipsnest gezogen. Das Gipsnest steht in einem anderen Terrarium (40x30x30). Ursprünglich sollte dies nur eine Übergangslösung sein, sie sollten in ein selbst gebautes Farmbecken ziehen. Da ich aber schnell das Vertrauen in das gebaute Becken verloren und die neu gewonnene Nesteinsicht (durch den vielen Humus an der Nestscheibe zwar noch recht schlecht) zu schätzen gelernt habe, bleibt das Gipsnest ihr dauerhaftes Nest und im Terrarium findet sich außer Humus als Bodengrund nichts. Keine Deko ist so schön wie die Ameise die ich beobachten möchte. Damit geht dann aber leider auch die Beobachtung des Nestbauverhaltens verloren. Dennoch versuchen sie im etwa 1cm dicken Bodengrund zu graben und in einer besonders feuchten Ecke verstecken sich auch ständig wenige Ameisen. Quasi eine Art "Zweignest".
Ich habe vor 2-3 Wochen versucht zu zählen. Beim Blick ins Nest habe ich 13 Ameisen sehen können. Aufgrund der recht schlechten Sicht durch die Scheibe vermute ich, dass es einige mehr sind. Brut ist in allen Stadien vorhanden. Larven fallen durch ihr klares Weiß besonders auf. Letzte Woche konnte ich 4 große Puppen in einer Kammer erkennen. Sind vermutlich kurz vorm Schlupf oder schon geschlüpft. Bisher gab es nur eine Tote Ameise.
Was bleibt nach einem Jahr zu dieser Art in Stichworten zu sagen?
-Sie graben sehr gerne und viel.
-Deshalb verzichte ich auch im Gipsnest nicht auf Humus.
-Sie können extrem schlecht Glas hochlaufen (unmöglich ist es ihnen aber nicht).
-Sie sind bei Konfrontation mit Fremden sehr aggressiv, benutzen sofort ihren Schnappkiefer (kugelschreiberähnliches Knacken hörbar) und Stachel.
-Die Aggressivität erschwert das Hantieren im Terrarium.
-Den "Katapulteffekt" konnte ich erst einmal beobachten (flog dabei direkt auf meine Hand D: ).
-Wenn auf die Temperatur und Luftfeuchte geachtet wird, sind sie ziemlich aktiv. Nachts stärker als Tags.
-Auch bei geringer Volkszahl wird viel verzehrt (ich reiche 2x pro Woche drei kleine Grillen).
-Leider kann ich nicht sagen wie viel Zeit es vom Ei zur Imago braucht. Aber die Larven sehen toll aus!
-Eine Art die für Einsteiger in der Exotenhaltung machbar ist.
Viele Grüße und in Hoffnung auf Rückmeldung,
Benjamin